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Berlin und Paris wollen "alles tun", um Euro zu schützen

27.07.2012 | 17:17 |   (DiePresse.com)

Merkel und Hollande kündigten an, mit vollem Einsatz für die Eurozone zu kämpfen. Vieles deutet auf eine neue Rettungsaktion hin. Einem Bericht zufolge könnte der Rettungsfonds mit einer Banklizenz ausgestattet werden.

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Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Francois Hollande wollen mit vollem Einsatz die Gefahren für die Eurozone abwehren. "Deutschland und Frankreich sind der Integrität der Eurozone zutiefst verpflichtet. Sie sind entschlossen, alles zu tun, um die Eurozone zu schützen", hieß es in einer am Freitag in Berlin verbreiteten Erklärung Merkels und Hollandes. Alle Mitgliedstaaten und auch die europäischen Institutionen müssten dafür allerdings ihre Verpflichtungen einhalten. Die Kanzlerin hatte von ihrem Urlaubsort in Südtirol aus mit Hollande telefoniert. Die Märkte reagierten positiv auf das Bekenntnis zum Euro: Die Gemeinschaftswährung stieg auf ein Drei-Wochen-Hoch von 1,2343 Dollar.

Draghi will "alles Erforderliche" für Euro tun

Bereits am Donnerstag hatte EZB-Präsident Mario Draghi mit einer ähnlichen Ansage die Finanzmärkte positiv gestimmt. Er sagte in London, die Zentralbank werde innerhalb ihres Mandats "alles Erforderliche" tun, um den Euro zu erhalten. Er fügte hinzu: "Und glauben Sie mir, das wird ausreichen" (>>>mehr dazu).

Die jüngsten Aussagen haben zu heftigen Spekulationen geführt: Die Europäische Zentralbank bereite ein Eingreifen an den Märkten zusammen mit den EU-Staaten vor, schrieb etwa die französische Tageszeitung "Le Monde" unter Berufung auf mehrere Quellen. Es soll ein "abgestimmter Plan" zwischen der EZB und den Staaten in Arbeit sein. Ziel sei es, gegen steigenden Zinsen für spanische und italienische Staatsanleihen vorzugehen.

Staatsanleihenkauf durch Rettungsfonds

Dem Bericht zufolge soll in einer ersten Phase der Euro-Rettungsfonds EFSF oder dessen Nachfolger ESM aktiviert werden. Dabei gehe es darum, Staatsanleihen von Spanien oder Italien auf dem Primärmarkt aufzukaufen, damit sich die Staaten zu erträglichen Zinssätzen finanzieren können. Zugleich würde die EZB ihr Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt wieder starten - also auf dem Markt, auf dem bereits ausgegebene Schuldtitel gehandelt werden.

"Die EZB wird nicht ohne die Regierungen vorangehen: Sie wird tätig werden, wenn sie bereit sind, ihre Rettungsfonds zu aktivieren", sagte ein europäischer Vertreter laut "Le Monde". Es gibt aber noch ein Hindernis: Spanien muss dazu um Hilfe aus den europäischen Fonds bitten, was die Regierung in Madrid wegen der damit einhergehenden Sparauflagen bisher abgelehnt hat. Ein Zwischenprogramm mit erleichterten Auflagen könnte für Spanien in Erwägung gezogen werden, berichtete "Le Monde" unter Berufung auf Kreise in Brüssel.

"Praktisch unversiegbare Geldquelle"

In einem zweiten Schritt könnte das Eingreifen der EZB und der Staaten spektakulärer ausfallen. Dabei könnte es darum gehen, den Rettungsfonds direkt eine Banklizenz zu verleihen. Sie könnten dann mit einer Art EZB-Garantie ihre Schlagkraft erhöhen. Damit hätten die Krisenstaaten laut "Le Monde" eine "praktisch unversiegbare Geldquelle". In Deutschland und anderen EU-Staaten würde damit aber das Tabu gebrochen, demzufolge die EZB nicht direkt die Staaten finanzieren darf.

Die EZB hatte erstmals im Mai 2010 Staatsanleihen schlingernder Euro-Länder aufgekauft, um die Eurozone zu stützen. Kritiker lehnen ein solches Vorgehen jedoch als eine Art der Staatsfinanzierung ab, die der EZB verboten ist.

Kritik von deutscher Bundesbank

Die Deutsche Bundesbank hatte sich stets dagegen ausgesprochen. Sie warnte am Freitag außerdem davor, den Rettungsschirm mit einer Banklizenz auszustatten. Dies wäre faktisch eine Staatsfinanzierung durch die Notenpresse und "ein fataler Weg". Anders sähe es aus, wenn der EFSF Staatsanleihen von Schuldenländern aufkaufen würde. Dies wäre weniger problematisch als ein Eingreifen der EZB.

(APA/Reuters/AFP)

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139 Kommentare
 
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Die Merkel Wolke

Geithner nach Sylt! ... wenn Obama vom Euro abhängt, dann ist er arm dran.
Jetzt müssen sie noch sagen wes jeder versteht, für I, S und F ist es was die Märkte wollen: EZB als Scheinedrucker. Deuschland kämpft (noch) aber wie lange?

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Bald wird man "alles tun", um diese Figuren loszuwerden.


Wie kann man etwas retten, was schon längst verloren ist?

Die Eurozone so wie wir sie heute kennen wird in wenigen Monaten oder sogar Wochen Geschichte sein.

http://www.wienerzeitung.at/wzo/meinungen/gastkommentare/475558_milliardengrab_eurorettung.html

ESM

Dieser Vertrag, vom Nationalrat mitbeschlossen, beinhaltet:

- unbegrenzte Haftungen
- keine durchsetzungsfähigen Einspruchsmöglichkeiten.
- eine juristische Straffreistellung der handelnden Personen
- keine Kontrolle von demokratisch gewählten Organen
- Änderungen des Vertrages ohne weitere Mitwirkungsmöglichkeiten der nationalen Parlamente

Wer sich ein bisschen mit Geschichte auskennt, wird unweigerlich an das deutsche Ermächtigungsgesetz von 1934 erinnert.


Bei all dem Nationenbashing dürfen wir die Schuldigen nicht aus den Augen verlieren


Die Vorstellung, wonach eine unabhängige Zentralbank „das Kennzeichen der Demokratie“ sei, ist eine euphemistische Umschreibung der Tatsache, dass man die wichtigste politische Entscheidung - die Geld- und Kreditschöpfung - dem Finanzsektor überlässt. Die organisierte Bankenrettung ist heute für den größten Teil der wachsenden Staatsverschuldung verantwortlich.

Die internationale Finanzwelt betreibt hier eine Art von Kriegsführung, die dasselbe Ziel verfolgt wie die militärische Eroberung: die Aneignung von Land und Bodenschätzen, die Übernahme staatlicher Infrastruktur und die Erhebung von Tributzahlungen.

http://www.faz.net/aktuell/f... 48820.html


Gast: bankerandermacht
29.07.2012 09:00
1 0

der deutsche FDP Regierungspolitiker rösler meint dazu; die 450 euro jobs für 7,5 millionen deutsche sind super, erhöhen die flexibilität der wirtschaft und gehören massiv ausgebaut! die eu u banken arbeiten nur mehr mit sozialabbau u.demokratieverlust


Gast: doppelspiele
28.07.2012 21:17
2 0

noch nie in der modernen geschichte war es so sichtbar wie heute; - banker, politlobbys u.finanz/multikonzerne fallen wie raubtiere über die menscheit und erde her und zerstören so die gegenwart und die zukunft der menschheit.


Dr. Evil....

..und Mini-me.

Gast: Mr. Mistake
28.07.2012 17:02
1 0

Sie spielen immer dasselbe Lied: Geld wie Honig! Nur, dass wir auch kaum eigenen Honig haben!

Money Honey: http://www.youtube.com/watch?v=CdHM3wV7a_M

Und es wird immer weniger nützen, dem "Prunkmittel der Angabe" zu frönen:

… Well, I've learned my lesson and now I know
The sun may shine and the winds may blow.
The women may come and the women may go,
But before I say I love you so,
I want

Money, honey …

"alles tun"

... das klingt so nach M o r d...

Gast: bankerlobbys
28.07.2012 16:03
4 0

die milionen hartzIV empfänger und massive altersarmut in der eu sind ihnen noch zuwenig. die eu/eurozone wird ohne jede demokratische basis zu einer bankenlobbyorgansiation umgebaut- mit fatalen folgen für europas frieden und bürger


Wenn die Deutschen Disziplin einfordern

dann dauert es nicht lange, bis die Nazikeule geschwungen wird. So geschehen jetzt in einem griechischen Magazin, das Merkel als Nazi mit dem obligaten Hakenkreuz zeigt. Es scheint so, als wäre dies das einzige Argument, das so manchen zum Thema einfällt. Dabei gibt es genug Leute in anderen Staaten, die Nazimeinungen öffentlich vertreten. Nur haben die offenbar kein Geld, das man - natürlich bedingungslos - verlangen kann. Wie lange noch lässt sich Merkel die dauernden Untergriffe gefallen? Wo ist ein moderner Cicero mit "Quo usque tandem abutere, Europa, cruminae nostrae"?

Gast: Gegenwartsbeschleuniger
28.07.2012 14:53
2 0

Wir treten gerade in die Endphase des Wärhungskrieges ein

Die Gewinner dürften schon feststehen.

Gast: E.T.
28.07.2012 14:42
6 0

Deutschland hat noch nicht dazugelernt

Ich glaube Deutschland glaubt noch immer an die positiven Anstrengungen der anderen Länder und an eine Gemeinschaft. Aus meiner Sicht ist es, außer Österreich, das einzige Land, das so blauäugig denkt und nicht sieht, dass jeder versucht das größte Stück vom Kuchen zu erhaschen und wir lassen das zu und klatschen noch dazu.

Re: Deutschland hat noch nicht dazugelernt

Die wirtschaftliche Vereinbarung "no bail out" wurde durch politische Wunschvorstellungen "Friedensprojekt, Solidariät, ..." mit nachfolgenden Endlosversuchen der "Marktberuhigung" ersetzt.

Damit hat man jedoch nur erreicht, dass man marktwirtschaftliche Regeln außer Kraft gesetzt hat (Insolvenz beim Scheitern) und sich auch der Markt eher nicht beruhigt. Denn politische Entscheidungen können und fallen willkürlich, und eher selten auf Basis nachvollziehbarer, wirtschaftlicher Gesetzmäßigkeiten. Sind also, mit anderen Worten, schwer bis gar nicht mehr prognostizierbar.

Gleichzeitig wurde damit in der Praxis, so etwas wie ein "jeder ist sich selbst der nächste"-Prinzip in Gang gesetzt. Die Verlierer dieses Systems werden also jene sein, welche das Vorhandensein dieser Praxis zu spät realisieren.

Ob man diese Verlierer als blauäugig oder doch eher als Dumm bezeichnen soll, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Mario Draghi

Ex Vizepräsident von Goldman Sachs. Mehr muss man nicht dazu sagen, ausser vielleicht: Schuldig.

Sind jetzt alle "Euro-Retter" durchgeknallt?

Alles soll die EZB richten. Sollte das aus diversen Gründen nicht möglich sein, so wird das dann eben möglich gemacht, egal wie. Aber wie steht es um die EZB? Die hat Probleme noch und noch. Jetzt plant man wegen GR auch noch einen Schuldenschnitt. Regieren nur mehr Idioten in der EU?http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/07/27/griechenland-ezb-und-zentalbanken-planen-eigenen-schuldenschnitt/

Sie gehen von der falschen Annahme aus

Dass diese Leute im Sinne ihres Landes oder Volkes regieren. Wenn man erkennt wem sie dienen, dann erkennt man auch, dass es nicht Idioten sondern Kriminelle sind und es völlig gerechtfertigt wäre diese ganze Riege bis ans Lebensende (Muss ja nicht für lange zeit sein!) in den Kerker zu werfen.

Antworten Antworten Gast: Wer A sagt....
28.07.2012 15:39
6 0

Re: Sie gehen von der falschen Annahme aus

Völlig richtig erkannt.
Deswegen werden sich diese Personen auch gegen Beschimpfungen als "Idioten" oder "Dummköpfe" und Diverses nicht wehren, im Gegenteil, dies lenkt nur davon ab dass es sich hier um Kriminelle handelt.
Und welchen Kriminellen kann man schon als "Idioten" bezeichnen wenn er gar nichts zu befürchten hat.

Unsere "Entscheider" handeln mit voller Absicht und wissen was sie tun.
Und deren Devise lautet : "Wir retten das Problem".

Das Problem ist doch folgendes,

nachdem es nun bereits jahrelang keine ernsthaften Reformen gibt um die Staatsschulden im Rahmen zu halten, ist die Vorgangsweise immer die gleiche. Nämlich vereinfacht so:

a) Vereinbarungen werden geborchen, um die "Märkte zu beruhigen".

b) Nachdem sich die Märkte während einiger Tage beruhigt haben, jedoch das Vertrauen auf die weitere Einhaltung von Vereinbarungen verlieren, kommt wieder Punkt a) auf das politische Programm.

Dieses Spiel, welches an tibetanische Mönche und deren Gebetsmühlen erinnert, sehen wir nun schon seit mehr als 2 Jahren.

Jeder kann sich jedoch an seinen 10 Fingern ausrechnen, dass dieses Spiel nicht ohne Konsequenzen als Dauerzustand funktionieren kann.

Gast: Pips
28.07.2012 12:32
5 0

Dramatisch

ist bei Politikern das sie immer erst DANACH schützen, reparieren, bla..bla.. wollen. So wie der Spritzwein-Genosse im nachhinein fargen will was er im vorhinein tut. Alle Länder haben bedenkenlos die klar formulierten Verträge ( die sie selbst aufgesetzt haben ) ignoriert und pulverisiert. Jetzt wollen sie "schützen". HaHa. Der beste Schutz wäre der vor den Dumpfbacken-Politikern. Da wäre schon ein großer Schritt getan.

Das ist eine gefährliche Drohung!

Dass die Franzosen an die Ersparnisse der Deutschen wollen, um sich den überbordenden Sozialstaat weiter leisten zu können (bis das ganze dann unter Blutvergießen von selbst endet) ist noch ein bisschen verständlich.

Aber warum zum Teufel spielen die Deutschen da mit??? Welches Messer hält man der Merkel an die Kehle?

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Re: Das ist eine gefährliche Drohung!

Was außer Banken und Großkonzerne?

Re: Re: Das ist eine gefährliche Drohung!

Ach ja - die üblichen Verdächtigen, die den Medien vom Parteisekretariat vorgegeben und Ihnen dann eingetrichtert wurden.

Merken Sie denn nicht, dass diese "Schuldigen" nur von den tatsächlichen Verursachern der Krise ablenken sollen? Unfähige, gierige und korrupte Regierungen, denen jegliches Verantworungsgefühl abhanden gekommen ist.

So kommen wir nicht weiter!

 
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