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Spanien: Arbeitslosigkeit auf höchstem Stand seit 1976

27.07.2012 | 17:56 |   (DiePresse.com)

Die Arbeitslosenquote liegt im zweiten Quartal bei 24,6 Prozent und ist so hoch wie seit 36 Jahren nicht. Fast jeder zweite Jugendliche hat keinen Job.

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Die Rezession in Spanien treibt die Arbeitslosigkeit auf den höchsten Stand seit der Rückkehr zur Demokratie Mitte der 1970er Jahre. Die Arbeitslosenquote kletterte im zweiten Quartal auf 24,6 Prozent, wie das nationale Statistikamt am Freitag mitteilte. Es ist der höchste Wert in der EU und der höchste seit Einführung der Statistik 1976 - und damit ein Jahr nach dem Tod des langjährigen Diktators Franco - nicht gegeben. Vor allem Jugendlichen fehlt die Perspektive. Rund jeder Zweite unter 26 Jahren hat keinen Job.

"Miserable Wirtschaftslage"

Somit gerät die Wirtschaft des Landes immer tiefer in den Abwärtsstrudel. "Die Daten sind ein weiterer Beleg dafür, in welch miserabler Lage die Wirtschaft ist", sagte Analyst Ben May von Capital Economics. "Die Dinge werden nur noch schlechter werden". Keine guten Nachrichten gibt es auch vom Internationalen Währungsfonds (IWF): Er erwartet, dass die spanische Wirtschaft in diesem Jahr um 1,7 Prozent schrumpft und im nächsten Jahr um 1,2 Prozent. Zugleich warnt der IWF: Dies könnte "negative Auswirkungen für den Rest Europas" haben". Noch vor zehn Tagen hatten die Experten ein Wachstums-Minus von 1,5 für diese Jahr gerechnet. Für das nächste Jahr war ein Minus von 0,6 Prozent erwartet worden.

Erst sorgte das abrupte Ende des Immobilienbooms 2008 für einen Konjunktureinbruch, inzwischen ächzt das Land unter der Schuldenkrise und dem mangelnden Vertrauen der Finanzmärkte. Für seinen maroden Bankensektor bekam Spanien von seinen Euro-Partnern schon Finanzhilfen von bis zu 100 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die hohen Kosten für die Staatsfinanzierung schüren aber Sorgen, dass das Land als Ganzes unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen muss.

Harter Sparkurs

Die Regierung um Ministerpräsident Mariano Rajoy stemmt sich mit einem harten Sparkurs über 65 Milliarden Euro dagegen. Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen sollen mittelfristig die Haushalte entlasten, dürften kurzfristig aber die Wirtschaftskrise verschärfen.

Ende 2011 und Anfang 2012 schrumpfte die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone bereits, für das abgelaufene zweite Quartal befürchtet die spanische Notenbank ein Minus von 0,4 Prozent. Im Frühjahr waren von insgesamt rund 45 Millionen Einwohnern 5,7 Millionen arbeitslos. Dies sind etwa doppelt so viel wie in Deutschland.

(APA/Reuters)

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