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Eurokrise: Startet die „Inflationsmaschine“?

31.07.2012 | 17:02 |   (Die Presse)

Frankreich und Italien, aber auch Spanien verlangen nun offen einen Rettungsschirm ohne finanzielle Obergrenze, Deutschland ist jedoch strikt dagegen: Der Streit um die Eurorettung spitzt sich dramatisch zu.

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Wien/Berlin/Brüssel/ju/ag. Die Idee ist nicht ganz neu, galt aber als Tabu. Doch jetzt droht der Damm zu brechen: Frankreich und Italien, aber auch Spanien drängen nun offen darauf, dem neuen Euro-Rettungsfonds ESM unbegrenzten Zugriff auf Kredite der Europäischen Zentralbank zu gewähren. Das entspräche praktisch der Gewährung einer Banklizenz an den ESM. Damit könnte der derzeit mit 500 Mrd. Euro begrenzte Rettungsschirm ohne Einschränkung Staatsanleihen kriselnder Euroländer aufkaufen und damit Zinsen für diese Staatsanleihen im Zaum halten.

Die Idee dahinter: Die Rettungsmaßnahmen wären für die Finanzmärkte nicht mehr kalkulierbar, die Spekulationen gegen einzelne Euroländer würden damit zu riskant werden.

Die Idee wird, wie die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt, auch von mehreren führenden Mitgliedern im EZB-Rat gutgeheißen. Hintergrund für das Aufbrechen dieser Diskussion dürfte wohl auch die Eskalation der Krise in Spanien sein: In den vergangenen Tagen mehren sich die Anzeichen dafür, dass Spanien einen „Vollantrag“ auf Rettungsschirm-Hilfe stellen könnte. Das würde zusätzlich zu den den spanischen Banken bereits zugesagten 100 Mrd. Euro weitere 200 bis 300 Mrd. Euro erfordern – und die bestehenden Rettungsschirme (die derzeit zusammen 800 Mrd. Euro Ausleihungsvolumen „aufstellen“ können) sprengen.

Bisher sind für Hilfen an Griechenland, Portugal und Irland zusammen knapp 200 Mrd. Euro bezahlt worden, die kommenden Hilfsprogramme für Griechenland und Zypern noch nicht eingerechnet. Die Idee, die „Feuerkraft“ des ESM zu steigern, stößt bei den „Zahlern“ freilich auf wenig Gegenliebe. Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn sprach sich zwar für mehr Engagement der EZB aus, meinte aber, dass es „Geld ohne Bedingungen und Limit“ nicht geben könne.

Schärfer waren die Reaktionen aus Deutschland: Regierung und Bundesbank sind strikt gegen jede Ausweitung des ESM. Der aus Protest gegen deren Politik vorzeitig ausgeschiedene frühere Chefvolkswirt der EZB, Jürgen Stark, meinte, die Ausstattung des ESM mit einer Banklizenz wäre ein „klarer Bruch europäischen Rechts“. Schon derzeit entspreche die Situation „einer sehr extremen Dehnung des europäischen Rechts, um das einmal so zu sagen“.

Am schärfsten reagierte FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle: Eine Banklizenz für den Rettungsschirm ESM sei „eine Inflationsmaschine und Vermögensvernichtungswaffe“, meinte Brüderle. Und: Die „Geberländer“ im Norden seien „nicht unbegrenzt belastbar“, sie würden „ein inflationspolitisches Himmelfahrtskommando“ nicht mitmachen.

Parlament ausgeschaltet?

In Deutschland sorgen unterdessen Berichte über ein vertrauliches Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages für Aufregung. Aus dem geht hervor, dass der ESM für den Verlustausgleich beim eingezahlten Stammkapital (80 Mrd. Euro) Kapital von den Mitgliedsländern abrufen könnte, ohne dass diese sich dagegen wehren können. Bei Kapitalerhöhungen und Ausweitungen des Darlehensvolumens ist die Zustimmung der nationalen Parlamente notwendig. Beim Verlustausgleich reiche aber eine einfache Mehrheit im ESM-Direktorium, um ohne Zustimmung nationaler Parlamente Geld abzurufen, heißt es darin.

Der Verlustausgleich wäre anteilig zu tragen. Deutschland hat einen Anteil von 27 Prozent am ESM-Kapital, Österreich hält 2,99 Prozent. Das Gutachten war von der Partei „Die Linken“ in Auftrag gegeben worden.

Auch Schweiz mit Euro-Problem

Ein Euro-Problem bekommt auch langsam die Schweiz: Die Eidgenossenschaft muss, um den Franken-Kurs nicht über die festgelegten 1,20 steigen zu lassen, massiv Euro aufkaufen. Ende Juni verfügte die Schweizer Nationalbank auf diese Weise bereits über 183 Mrd. Euro, womit schon fast zwei Drittel der Fremdwährungsreserven auf Euro entfielen.

Die Euro-Reserven werden überwiegend in Staatsanleihen von Euroländern gehalten. Bern macht sich damit immer stärker von der Wirtschaftsentwicklung im Euroraum abhängig. Bisher ist der gewünschte Effekt allerdings eingetreten: Der Franken blieb stabil. Wenn auch zu enormen Kosten.

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548 Kommentare
 
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Es gibt keine Alternative zum Gelddrucken

Oder doch: die Insolvenz von GR, SP und IT. Was das für die EZ und für ganz Europa bedeuten würde, kann man noch nicht einmal erahnen.

Wir dürfen nicht vergessen ...

... wer uns da reingeritten hat.
Auf die Grünen bin ich besonders hsppig. Die machten es für 5 Minuten des Ruhms.

Re: Wir dürfen nicht vergessen ...

Die machten es meiner Ansicht nach eher für irgendwelche vagen Mitregierungshoffnungen nach der 2013 Wahl. Aber is eh schon wurscht, zug'stimmt ham's.

Gast: Klaus3
01.08.2012 18:26
3 0

Bin

gespannt ob Merkel und co wieder im liegen umfallen

Gast: Ho-ho-ho
01.08.2012 18:07
10 0

Deutschland zweifelt


http://www.tagesschau.de/wirtschaft/euroschau140.html

Den Deutschen reicht es offenbar schön langsam, wenn das so offen kommuniziert wird.

Liebe Presse, sind Scheuch, Parkpickerl & Co. wirklich so wichtig, dass sie ganz oben auf der Seite sein müssen?

Gast: ausdemruder
01.08.2012 17:42
6 0

diese eu-euro volksvermögensumverteilungsmaschine kommt nun erst so richtig ins laufen.

eine bürgerentfremdete unsoziale eu bankerlobby in brüssel, ein eurounsinn,ein haufen tango korrupti eu länder die nur auf die steuergelder der heimischen arbeitnehmer und asvg pensionisten warten, weiterhin billionen verluste durch die börsen/bankenzockereien, keine regulierung dieser bankenmärkte, eine egoappartschik-paddeiunkultur die die interessen der hemischen arbeitnehmer und bürger sowie steuerzahler gar nicht mehr wahrnehmen kann., ein mieser sozialabbau bei den asvg invaliden und asvg pensionen durch faymann und die SPÖ, im interesse der banken dn reichen; usw..

kein wunder, dass die österreicher nur mehr arbeiten und bis zum umfallen zahlen sollen.

Österreich muss etwas unternehmen!

Die Türkei ist inzwischen zu einer Regionalmacht geworden und strebt zur Weltmacht! Österreicher können dies nicht ohne weiteres hinnehmen!

Re: Österreich muss etwas unternehmen!

Keine Angst - laut letzten Pressemitteilungen will die Türkei ohnedies nicht mehr zur EU. Nicht, das mich das stören würde, aber bezeichnend ist es allemal - wer will schon noch zu dem Schuldenladen.

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Die Deflationsangst überwiegt aber!

Der Silberpreis ist heute in wenigen Minuten um 2,5% abgestürzt.

Wo sehen die Deutschen derzeit Inflationsprobleme?

Gast: Rett-uns-vor-diesem-Schirm
01.08.2012 16:28
3 0

Treue Freunde oder teure Freunde?

Na, na...Frankreich, Italien und Spanien wollen ja nur unser Bestes! Unser Geld.

Gast: advo
01.08.2012 16:20
4 0

Eurorettung

Laut Faymann und BP sei es wichtig den Euroraum zu retten. Aus dem vorhin angeführten Artikel ergibt sich ein perpetuum mobile der Haftungen und Schulden für jene Länder die noch nicht pleite sind. Die Frage ist arbeiten die beiden Herrschaften daran auch Österreich in die Pleite zu schicken. Der Österreicher als Aff in Deutschland, alles nachahmen auch wenn die historische Erfahrung total negativ ist!
Lieber heute weg aus diesem EU-Verein als morgen!

8 1

Unsere Staat,

und die Demokratie gehen zu Grunde, und das mit donnernden Applaus.

Die heutige EU erinnert mich stark an Deutschland Anno 1933!

1 0

Re: Unsere Staat,

Wohl eher Deutschland 1943, wo angesichts der sich abzeichnenden Niederlage noch fanatisch Durchhalteparolen gebrüllt werden.

"Wollt ihr den totalen Euro?!"

Ganz einfach - die EU-Befürworter zahlen.


Antworten Gast: Seppnbauer
01.08.2012 16:25
0 6

Re: Ganz einfach - die EU-Befürworter zahlen.

Gell, hast schon die Hose voll, dass sich Deine schöne Pension verflüchtigt. Vielleicht aLehrarin?

Re: Re: Ganz einfach - die EU-Befürworter zahlen.

Vorsicht, "Seppnbauer". Da Sie ja anscheinend Bauer sind, könnte bei einem Zusammenbruch der EU auch Ihre Landwirtschaftsförderung flöten gehen!

Davon abgesehen - es läuft auf eine Inflation hinaus, bei der ich mit mindestens 30% Vermögensvernichtung rechne. Schuldner haben da natürlich leicht lachen.

Antworten Antworten Antworten Gast: Seppnbauer
01.08.2012 21:17
0 0

Re: Re: Re: Ganz einfach - die EU-Befürworter zahlen.

Ja, die Landwirtschaftförderung, welche meist nur die Großgrundbesitzer, die Nahrungsmittelindustrie und unnötige Genossenschaften abkassieren, die sollte auch endlich in die Geschichte eingehen. Mein eigenes Futter und mein eigenes Land, das bleibt mir dann auch. Liefern werde ich dann nur, wenn die Gegenleistung auch stimmt. I brauch den Mist nit!

Die Inflation interessiert mich auch nit, weil dann mei Grund noch mehr Wert wird und meine Leistungen noch höher bewertet werden. I kaf ja fast nix, I verrechne aber guat.

Schulden hab i an nit, lachen ko i trotzdem.

Die Bauern, die werden die Sieger des Zusammenbruchs sein. Koana red uns dann mehr drei!

Den Beamten, den Sozen, den Banken, allen Aktenschupfern, den geht's dann aber feicht eini! Hihihi!

Bricht das Kartenhaus bald zusammen und schlittert damit die ganze Eurozone in die Pleite?

http://www.wienerzeitung.at/wzo/meinungen/gastkommentare/475558_milliardengrab_eurorettung.html

Gast: Was heisst das jetzt
01.08.2012 14:32
6 0

Deutschland will nicht


http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/schlaglichter_nt/article108445379/Bundesregierung-lehnt-Banklizenz-fuer-ESM-ab.html

Wo ist denn jetzt der Unterschied, ob die EZB Anleihen direkt kauft, oder ESM das macht?

(ausser dass ESM uns tief in die Tasche greifen kann und das jederzeit und wir nix sehen und hören was sie mit dem Geld wirklich machen)



Gast: Sparverein
01.08.2012 14:27
6 0

Eurokrise: Startet die „Inflationsmaschine“?

Uns würde die werte Meinung der Frau Fekter
zur aktuellen Lage sehr interessieren.

Gast: entwederoder
01.08.2012 13:59
8 2

ka wunder, dass die SPÖ und faymann nun bei den asvg invalidenpensionen und kranken arbeitnehmern, sowie asvg pensionen massivst sozialabbau betreibt- die Sozialisten wollen sich eben nur mehr die casinobanken und misswirtshaftbetreibenden eurosüdländer leisten.


Re: ka wunder, dass die SPÖ und faymann nun bei den asvg invalidenpensionen und kranken arbeitnehmern, sowie asvg pensionen massivst sozialabbau betreibt- die Sozialisten wollen sich eben nur mehr die casinobanken und misswirtshaftbetreibenden eurosüdländer leisten.

Nun - die SPÖ ist der Kinderstube entwachsen und übt sich nun in Solidarität auf höherer Ebene.

Antworten Antworten Gast: kawunder
01.08.2012 17:47
3 0

Re: Re: ka wunder, dass die SPÖ und faymann nun bei den asvg invalidenpensionen und kranken arbeitnehmern, sowie asvg pensionen massivst sozialabbau betreibt- die Sozialisten wollen sich eben nur mehr die casinobanken und misswirtshaftbetreibenden eurosüdländer leisten.

die solidarität mit den geheimbündlern der bilderberger und reichen geldspekulanten, geht sogar soweit, dass die spö mit hundstorfer und faymann einen kahlschlag bei den asvg invaliden und asvg pensionen durchzieht.-ohne spö gewerkschaftswiderstand natürlich. auf die kleinen asvg hackler, angestellten und arbeitnehmer kann man leichter hinhauen,als auf die hochfinanz, die alles in der hand hat und die dann für einen sorgt.

Gast: 1. Parteiloser
01.08.2012 13:52
5 12

EZB wird die EU Fed

Und genau das macht nichts.

Endlich kämpft die EU mit den gleichen Waffen wie die FED. Und bei dieser Chancengleichheit bin ich mir sicher, dass die EU gewinnen wird.

Wir, die EU, werden gestärkt aus dieser Krise hervorgehen!

ps.: die ewige schwarzmalerei einiger hier nervt schön langsam.


 
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