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Hartnäckige Hoffnungsschimmer für die Eurozone

01.08.2012 | 18:16 |  ANDREAS SATOR (Die Presse)

Im Dickicht der Schreckensszenarien wird eines übersehen: In den letzten Jahren hat sich eine Menge getan. So schließt sich die Wettbewerbslücke zwischen den Euroländern fast überall. Nur Griechenland ist anders.

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Wien. Seit zwei Jahren dominiert in Europa die Hysterie. Politiker, Medien und Investoren finden unter den vielen Meldungen vom Untergang des Euro kaum noch Zeit zum Luftholen. Gewiss: Leicht war und ist die Situation nicht. Manchmal lohnt es sich aber durchzuatmen und einen Blick auf die Fakten zu werfen. Der zeigt: Die Wolken lichten sich. Die Wettbewerbslücke zwischen den Euroländern schließt sich. Das ist eine gute Nachricht, denn diese Wettbewerbslücke ist eine der Hauptgründe für die Schuldenkrise von heute.

„Wenn man von Griechenland absieht, schaut es gar nicht so schlecht aus“, sagt Bernhard Felderer, Chef des Staatsschuldenausschusses. Für die Zukunft der Eurozone ist er optimistisch: „Italien und Spanien machen Fortschritte. Auch Portugal ist auf dem richtigen Weg.“ Die südlichen Länder werden wettbewerbsfähiger. Die Anzahl der Güter, die aus dem Ausland gekauft werden, pendelt sich auf einem nachhaltigeren Niveau ein. Also dann, wenn sich die Einfuhren mit den Exporten in etwa die Waage halten. Dieses Verhältnis drückt sich in der Leistungsbilanz aus. Dort fallen Defizite an, wenn eine Volkswirtschaft mehr konsumiert, als sie produziert.

Spanien auf gutem Weg

Griechenland trieb dieses Spiel auf die Spitze. Am Höhepunkt 2008 lag das Leistungsbilanzdefizit bei etwa 15 Prozent der Wirtschaftsleistung. Seither steckt das Land in einer tiefen Rezession. Die Menschen können sich immer weniger Güter aus dem Ausland leisten. Das reduziert auch das Defizit in der Leistungsbilanz. Über diesen Weg hat Griechenland mittlerweile ein Drittel des Defizits abgebaut.

Portugals Defizit ist um etwa die Hälfte zurückgegangen, Spaniens gleich um fast zwei Drittel. „In Griechenland ist das nur auf einen Einbruch der Importe zurückzuführen. Die Exporte haben sich praktisch nicht bewegt“, sagt Felderer. „Spanien dagegen steht sehr gut da. Im Vorjahr konnten sie die Exporte um über 30 Prozent steigern.“ Zugleich seien die Importe um zehn Prozent gefallen.

Was Griechenland betrifft, ist der Ökonom nicht so optimistisch: „Ich weiß, ich werde wieder beschimpft für das, was ich sage, aber Griechenland ist in einer katastrophalen Verfassung.“ Franz Baltzarek, ein Wirtschaftshistoriker der Uni Wien, meint etwa: „Griechenland ist ein Entwicklungsland mitten in Europa.“

Griechenland ist aber auch ein Sonderfall. Die Situation ist mit keinem der anderen Länder in der Eurozone vergleichbar. Nur in Athen gibt es die Kombination von nicht funktionsfähigem Staat und schwacher Wirtschaft – ohne Aussicht auf Besserung. Wer jetzt anhand von Griechenland, dessen Wirtschaftskraft weniger als ein Fünfzigstel der Eurozone ausmacht, die Lage der Währungsunion beurteilt, macht einen Fehler. Glaubt man Bernhard Felderer, ist das Schlimmste an Einschnitten geschafft. „Spanien und Italien haben sicher schon zwei Drittel hinter sich. Portugal noch mehr“, sagt Felderer.

Felderer: Griechen raus aus Euro

Griechenland sei eine andere Geschichte. Sobald der IWF kein Geld mehr überweise, so Felderer, würde auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel den Rückhalt für die Griechenland-Hilfen verlieren. „Dann müssen die Griechen aus dem Euro raus.“ Genau damit rechnet Felderer auch. Das koste zwar Geld, aber Griechenland im Euro zu halten, koste auch „viel, viel Geld“.

Natürlich muss in Europa aus Sicht der Ökonomen noch viel passieren, um aus der Krise zu finden. Die Fortschritte, die in den vergangenen Monaten erkennbar waren, sollten zumindest ausreichen, um die Hysterie zu bremsen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.08.2012)

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48 Kommentare
 
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Gast: ESM killt den letzten Funken Engagement
02.08.2012 17:44
0 1

Mit dem Euro ist die Eurozone längst verloren


Gast: VoodooÖkonomie
02.08.2012 17:34
0 1

Ist Felderer noch ernst zu nehmen?


Gast: r-tiroch@t-online.de
02.08.2012 17:26
1 0

Hoffnungsschimmer?

die sind auf einem guten Weg, die schaffen dass allein, die brauchen kein Geld, die müssen nicht mehr gerettet werden und und und. den Müll liest man immer dann, wenn es besonders hochkocht. wer immer noch denkt, dass was zu Retten sei, der will, oder kann die realität nicht sehen. den Gau hält nichts mehr auf.

Gast: Euro-Optimismus als unseriöse Propaganda
02.08.2012 16:49
0 0

Gesundbeten als allerletzter Ausweg?

Warum wird immer nur dieser neoliberale Kapazunder - oder allenfalls seine Kreatur Schuh - zitiert?

Laßt ihn endlich in der Versenkung verschwinden.
Statt Manipulatoren sollte innovativen Strategen mit profunder Analyse der Vorzug gegeben werden!

Irland?

Ich seh die vom Felderer angesprochenen Länder nicht so toll reüssieren.

Irgendwie hat er aber Irland vergessen (wird in den Medien kaum mehr erwähnt), das den Turnaround schon geschafft hat und sich bald wieder selber am Kapitalmark refinanzieren kann. Auch die Reformen die eingeleitet wurden haben hand und fuss, und die Prognosen (zumindest die inneririschen) gehen von einem Budgetübschuss schon 2014 aus.

Ist zwar ein kleines Land und hat europaweit nicht viel zu bedeuten, aber was bemerkenswert ist, ist die Tatsache, dass die Reformen ohne große Streiks, Demos usw. von der Bevölkerung mitgetragen werden. Wahrscheinlich weil die Iren da schon aus der Vergangenheit gezeichnet sind...


Gast: Conan der Knusperkönig
02.08.2012 11:52
0 2

Sinkende Importe sind gut?

Wenn Staat also zu Pleite ist um im Ausland etwas einkaufen zu können, bzw. niemand ihm mehr etwas verkauft, weil niemand darauf vertraut dass er auch bezahlt werden wird, dann ist das gut? Wenn Ihnen bspw. im Ausland niemand mehr einen Kredit gibt, dann wirkt sich das kurzfristig auch positiv auf die Leistungsbilanz aus, weil Sie viel weniger Geld "importieren".

Wissen Sie wer noch eine blendende Leistungsbilanz aufzuweisen hat? Algerien, Nigeria, Russland, Japan, Venezuela, China und Libyen. Theoretisch traurig sieht es hingegen für Indien, USA, Kanada, Brasilien oder Türkei aus (Quelle: https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/fields/2187.html ). Einen sehr großen Einfluss auf die Leistungsbilanz scheint übrigens der Ölexport zu haben, also alles andere als einen "nachhaltige" Geldquelle.

Herrn Felderers Argumentation macht m.E. also überhaupt keinen Sinn...

Ihr Knusperkönig

P.S.:
Einen praktischen Überblick über die weltweiten Leistungsbilanzen bekommen Sie übrigens hier: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/32/Cumulative_Current_Account_Balance.png

2 1

Re: Sinkende Importe sind gut?

das kommt davon, wenn man schulden, leistungsbilanz, und sonstiges ... alles durcheinenander bringt und jeder irgendwas schwafelt.
niedrige schulden und eine gute leistungsbilanz sind langfristig voraussetzung für wohlstand. dieser ist aber nicht zwangsweise die folge.

niedrige schulden und eine gute leistungsbilanz sind langfristig voraussetzung für wohlstand

Bitte kann man das irgendwie in diesem Land verbreiten? Vielleicht als Text-Laufband im Fernsehen. 24h am Tag. Irgendwannmal kann man dann zu Stufe 2 übergehen: Was sind Schulden und wie vermeidet man sie etc. etc.

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Re: niedrige schulden und eine gute leistungsbilanz sind langfristig voraussetzung für wohlstand

vergessen sie, dass glaubt sowieso keiner. ;-)

das volk vertraut a) dem frau/mann in weiß (=arzt) und b) dem politiker.
beide sind jahrzehnte bevorzugt im fernsehen anzutreffen. ;-)

Vollkommen richig!

Denn die Wirtschaft steht dtl besser da und deren Kapitäne sind dtl optimistischer, als es die Krisenpropheten wünschen!

Es gehört schon eine gehörige Portion Masochismus dazu, dieses Europe derart und permanent krank zu reden.
Aber wenn man GR schon 2008 aus dem EURO komplementiert hätte, hätten wir uns in der Tat viel erspart.

Re: Vollkommen richig!

Sie vermischen Europa mit den nicht wegzudiskutierenden Problemen einer gemeinsamen Währung von sehr unterschiedlichen Volkswirtschaften.

Aber Sie geben einen doch ganz entscheidenden Hinweis: Die Wirtschaft steht tatsächlich recht gut da. Umso interessanter, dass ein Land, das grademal gute 2% dieser Wirtschaft beisteuert, ein 200Mrd.-Loch reissen kann. Vorläufig.
Oder dass ein einziger Sektor dieser Wirtschaft in nur einem von 17 Ländern mit 100Mrd. in der Miese ist. Ebenso vorläufig.

Da lässt sich ohne viel Masochismus abschätzen, was los ist, wenn die Wirtschaft tatsächlich schwächelt.

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Re: Re: Vollkommen richig!

Kann mir mal einer erklären, warum Einzahlungsmittel gleichstarke Wirtschaftsräume braucht?
Die Wirtschaftsräume des Dollar, Rubel, Renminbi, ... sind noch viel unterschiedlicherer Natur.

Das setzt einer ein Märchen in die Welt, und alle blabbern nach. Das Problem sind die Kredite welche man leichtfertig vergeben hatte. Und die wären in jeder Währung ein Problem. Sogar in Kãrnten!


Kann mir mal einer erklären, warum Einzahlungsmittel gleichstarke Wirtschaftsräume braucht?

Das ist wohl eine Definitionssache von "brauchen". Nehmen wir mal an, es gäbe da ein Land, das grossen Wert auf die Stabilität seiner Währung legt (aus seiner Sicht eine Hartwährung "braucht").
Und dann ein zweites Land, das seine Währung laufend abwertet, um konkurrenzfähig zu bleiben (also aus seiner Sicht eine weiche Währung "braucht").

Dann haben beide Länder plötzlich die selbe Währung und es ist nunmal nicht möglich, das zu erfüllen, was sich beide unter "brauchen" bisher vorgestellt haben.
Das Märchen war, dass z.B. die Liraabwertungen immer nur aus Jux und Tollerei gemacht wurden.

Wenn wir "brauchen" aber als "unbedingt haben müssen" definieren, gebe ich Ihnen Recht. Es geht auch ohne.
Das kann aber nur in einer Transferunion (wie ja innerösterreichisch gelöst) funktionieren. Fair enough. Man müsste es halt irgendwannmal auch zugeben, auch wenn´s unpopulär ist.

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Re: Kann mir mal einer erklären, warum Einzahlungsmittel gleichstarke Wirtschaftsräume braucht?

eine abwertung ergibt sich dann, wenn die produktpreise, lohnkosten, mieten, ... nicht mehr passen.
d.h. eine abwertung ist folge von teuerungen gegen über einer anderen währung. das geht dann nicht mehr. korrekt.
was aber geht, dass eben diese teuerung im wettbewerb gar nicht stattfindet. und das funktioniert doch (klar mit gewissen einpendelungen, wie überall).

ob ich nun eine transferunion errichte, weil ich wo eine menge beamten anstellen will, hat mit der währung an sich NULL zutun.
der transfer fand ja bereits durch die kredite statt und nicht erst durch den ESM. auch da liegen viele poster komplett falsch!

Re: Re: Kann mir mal einer erklären, warum Einzahlungsmittel gleichstarke Wirtschaftsräume braucht?

ad Abs. 1: Natürlich findet die "Teuerung im Wettbewerb" nicht statt. Denn wenn was fehlt, wird´s einfach nachgedruckt (z.B. ELA). Wenn die spanische Notenbank pesetas nachgedruckt hat, hat das Ihren Schilling nicht abgewertet weil sich an Angebot und Nachfrage danach direkt keine Änderung ergeben hat.

ad Abs. 2: Natürlich sind Kredite ein Transfer. Ob ESM (oder andere "Hilfen" einer sind, lässt sich leicht gedanklich testen: Alle diese Zahlungen einstellen. Nach Ihrer Theorie hätte damit z.B. GR um nichts weniger (da ja kein Transfer stattfindet). Ist für mich nicht nachvollziehbar.

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Re: Re: Re: Kann mir mal einer erklären, warum Einzahlungsmittel gleichstarke Wirtschaftsräume braucht?

add.1) aber ihre in peseta gegeben kredite oder investitionen werden abgewertet. klar, wenn man nur daheim in AT wirtschaft betreibt ist das wurscht. das ist aber nicht so, da auch AT exportieren MUSS um öl/gas zu kaufen.

add.2) wenns keine zahlungen gegeben hätte, hätten viel banken in DE, AT, .. ein problem bekommen und nicht GR. GR sieht rel. wenig von diesem geld, da es dieses ja schon längst verteilt hat.

zur info: das land das derzeit am massivesten die notenbank am laufen hat, ist die schweiz! und trotzdem sind alle gierig am franken.

Re: Re: Re: Re: Kann mir mal einer erklären, warum Einzahlungsmittel gleichstarke Wirtschaftsräume braucht?

1) Klar. Aber eben nur dieser Teil. Was aber wie ich zugebe gerade beim Bsp. Öl/Gas nicht so schlecht ist;-) GR kann theoretisch über ELAs soviel Geld "herstellen", wie es will und damit überall alles kaufen. Und entwertet damit seine eigene Währung (und alle anderen). Das ist nunmal ein faktischer Unterschied zu getrennten Währungen.

2) Wie gesagt: Natürlich ist Kredit ein Transfer. Jede Hilfszahlung inkl. ESM wiederholen diesen - diesmal mit Zinsen.

zum CHF: Ich unterstelle, dass Sie hier nicht ganz unabsichtlich Ursache und Wirkung verdrehen;-) Die Nachfrage nach CHF ist derart gross, dass die SNB fast nicht hinterherkommt. Was interessanterweise alles mit den tatsächlichen wirtschaftlichen Potentialen nichts zu tun hat.

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Re: Re: Re: Re: Re: Kann mir mal einer erklären, warum Einzahlungsmittel gleichstarke Wirtschaftsräume braucht?

interssant wirds, was die SNB mit den euros macht, wenns diesen wirklich nicht mehr gibt, also zerbröselt wie manche meinen? die SNB ist dann jedenfalls pleite. das hält nicht mal der CHF aus.

Quelle SNB:
"..Die Bilanzsumme der Nationalbank betrug Ende 2011 346 Mrd. Franken und lag damit 76 Mrd. Franken höher als vor Jahresfrist (270 Mrd.). Die Zunahme ist hauptsächlich auf den Anstieg der Währungsreserven zurückzuführen, die sich innert Jahresfrist um 62 Mrd. Franken auf 314 Mrd. Franken erhöhten.."

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Re: Re: Re: Re: Re: Kann mir mal einer erklären, warum Einzahlungsmittel gleichstarke Wirtschaftsräume braucht?

"..Ursache und Wirkung verdrehen;-) .."

jein,
es wird gedruckt um im ausland wettbewerbsfähig zu bleiben. gut der tatbestand des flüssigsbleibens ist nicht vorhanden.

auch die euro diskussion hat mit dem wirklichen potential von europa nichts zutun.

99% ist medial. 1% machen die schulden

auch die euro diskussion hat mit dem wirklichen potential von europa nichts zutun.

Das war´s auch, was ich oben meinte.
Nicht weil´s schmal wird, gebe ich Ihnen an dieser Stelle Recht. Nur die Prozentverteilung würde ich anders machen, aber ok;-)

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Re: auch die euro diskussion hat mit dem wirklichen potential von europa nichts zutun.

Schön mal mit jemanden zu posten, der nicht nur proletoide "EU und Euro raus" töne von sich gibt. ;-) . Danke.

Re: Re: auch die euro diskussion hat mit dem wirklichen potential von europa nichts zutun.

Den Dank auch von mir. Input mit Fachwissen lese ich immer gerne - es gibt viel zu lernen.

Was natürlich nichts daran ändert, dass der EUR ein Sch..s und die EU an allem Schuld ist. Das sollten wir doch klarstellen;-)

"Spanien dagegen steht sehr gut da"

Find ich auch. Also zwei mal Europameister, einmal Weltmeister, besser gehts doch gar nicht! Der Mann redet von Fussball, oder???

Gast: 1. Parteiloser
02.08.2012 08:23
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Eine reduzierte Betrachtung, nur der Leistungsbilanzen, ist doch naiv!

Es steht ja außer Zweifel, dass Leistungsbilanzdefizite auf Dauer nicht haltbar sind. Nur, auch wenn ein Land Leistungsbilanzüberschüsse erwirtschaftet bedeutet das noch auf keinen Fall, dass die Staatsfinanzen in Ordnung sind.

Gute Beispiele dafür
- Ungarn, welches ja laufend Leistungsbilanzüberschüsse erzielt, trotzdem aber den IWF als Hilfe braucht!

- Polen, welches laufend Leistungsbilanzdefizite aufweist und überall nur gelobt wird.

- Niederlande, welche einen satten Leistungsbilanzüberschuss haben, trotzdem ins Visier der Ratingagenturen geraten ist.

Auch wenn ein Land über 20 Jahre eine ausgeglichene Leistungsbilanz hat, aber jedes Jahr ein Defizit von 10% des BIP hinlegt, dann wird es in den Bankrott gehen!

Wenn die gesamte Eurozone keine Leistung mehr erbringt und auch keine Leistungen importiert, dann wird die ganze Eurozone auch verhungern!

Das Hauptproblem der Eurozone sind die irren Staatsausgaben von fast schon 5 Billionen Euro pro Jahr, welche noch immer nicht unter Kontrolle gebracht wurden. Im Gegenteil, die Planwirschafter haben das einnahmenseitige Sparen erfunden um deren kranke geschützte Bereiche und den Förder- Frühpensionswahnsinn finanzieren zu können. Das konnte nur zu einer reduzierten Leistungserbringung führen und das hat es auch schon.

Europas Wirtschaften bestehen nach dem BIP ja immer mehr aus Kosten, immer weniger aus volkswirtschaftlich nutzbaren Leistungen. Das ist das Problem, welches aber gar nicht angegangen wird.

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Re: Eine reduzierte Betrachtung, nur der Leistungsbilanzen, ist doch naiv!

das ist wie mit der liquidität und dem gewinn. ;-)

die welt ist eben nicht schwarz/weiß.

Antworten Gast: 1. Parteiloser
02.08.2012 11:13
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Re: Eine reduzierte Betrachtung, nur der Leistungsbilanzen, ist doch naiv!

...und schon wieder wissen sie es besser...

kann man ihnen irgendwas recht machen?

 
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