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EZB-Chef Draghi vertröstet Märkte auf später

02.08.2012 | 15:46 |   (DiePresse.com)

Bei der mit Spannung erwarteten EZB-Sitzung wurde heute heftig über den Kauf von Staatsanleihen debattiert. Draghi sieht zunächst die Politik am Zug.

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Im Kampf gegen die Euro-Krise hält sich die EZB zunächst mit Ankäufen von Anleihen klammer Euro-Schuldenstaaten weiter zurück. Die Zentralbank wolle zwar im Zusammenspiel mit den Euro-Rettungsfonds Krisenstaaten stützen und sei "in Wahrung ihrer Unabhängigkeit" zu Interventionen am Markt bereit, sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag in Frankfurt. Zunächst sei allerdings die Politik am Zuge und müsse die Rettungsschirme am Bondmarkt aktivieren. Die EZB werde nicht automatisch handeln, sondern autonom darüber entscheiden. Der Rettungsfonds EFSF müsse aktiviert werden, um dem Problem der hohen Renditen zu begegnen.

Die "außergewöhnlich hohen Risikoprämien" für Staatsanleihen mehrerer Euro-Länder behinderten die Durchsetzung der Geldpolitik der EZB. Deshalb würden weitere unkonventionelle Maßnahmen erwogen. "In den nächsten Wochen werden wir die angemessenen Modalitäten für solche Maßnahmen ausarbeiten", sagte Draghi. So könne die EZB geldpolitische Operationen direkt am Markt vornehmen. Wieviel Geld die EZB für die Käufe einsetzen wird, ließ Draghi offen. "Das Volumen werde "eine angemessene Größe" haben, um den Zielen gerecht zu werden. Bundesbankchef Jens Weidmann, der Bondkäufe wegen ihrer Nähe zur verbotenen Staatsfinanzierung kritisch sieht, brachte im EZB-Rat Vorbehalte gegen die Käufe vor.

Doppelstrategie geplant

Draghi arbeitet offenbar an einer Doppelstrategie: Rettungsfonds und Zentralbank sollen den Anleihenkauf koordinieren. Der ESM soll den Regierungen in kleinerem Umfang direkt Anleihen abkaufen, während die Notenbank zugleich Papiere erwirbt, die bereits auf dem Markt gehandelt werden. Der Rettungsfonds hat - anders als die EZB - die Möglichkeit, Papiere bedrängter Euroländer zu erwerben und darf anders als die Notenbank auch am Primärmarkt kaufen, also direkt bei Auktionen neuer Anleihen mitbieten. Dafür müsste jedoch ein formeller Antrag der Staaten gestellt werden, was bisher nicht der Fall ist. Eine endgültige Entscheidung soll laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" erst nach dem 12. September fallen. An diesem Tag will das deutsche Bundesverfassungsgericht sein Urteil über die Errichtung des ESM verkünden.

Draghi sagte außerdem, die Unsicherheit im Euroraum bleibe hoch und das Wachstum schwach. Die Indikatoren würden auf schwache wirtschaftliche Aktivität im zweiten Quartal hinweisen. Die Inflationserwartungen dürften weiter zurückgehen. Zuvor hatte die EZB den Leitzins wie erwartet auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent belassen. Obwohl die Schuldenkrise zuletzt eskaliert war, hatten die wenigsten Volkswirte nach der historischen Zinssenkung von Anfang Juli rasch mit einem erneuten Zinsschritt gerechnet.

Erwartungen enttäuscht

Die europäischen Börsen reagierten auf die Pressekonferenz von Draghi enttäuscht. Waren sie zuvor leicht im Plus, drehten sie danach deutlich ins Minus. Der Dax stürzte etwa auf -1,3 Prozent ab, der ATX verlor 1,2 Prozent. Der Euro-Stoxx-50 notierte gegen 15.00 Uhr um 1,7 Prozent schwächer als am Vorabend. Ein Börsianer in Frankfurt erklärte: "Nach der starken Erholungsrally seit Mitte vergangener Woche wollte der Markt etwas anderes hören, als dass in den kommenden Wochen die Modalitäten festgelegt werden sollen".

Der Euro fiel auf ein Tagestief unter die Marke von 1,22 US-Dollar. Die Anleiherenditen für Papiere aus Spanien sprangen sogar wieder über die Marke von 7,0 Prozent. Diese gilt mit Blick auf die langfristige Finanzierung eines Staates als nicht verkraftbar. Der Zinssatz für zehnjährige Staatsanleihen aus Italien stieg um 0,29 Prozentpunkte auf 6,19 Prozent.

Monti lobt Draghi-Äußerungen

Die Erwartungen an die EZB waren schon lange nicht mehr so hoch: Draghi hatte vor einer Woche erklärt, die EZB werde "im Rahmen ihres Mandats alles Notwendige tun, um den Euro zu erhalten". Seither sind die Hoffnungen gewaltig, dass die EZB massiv Staatsanleihen von Euro-Krisenstaaten wie Spanien und Italien kauft.

Lob erhielt Draghi von Italiens Ministerpräsident Mario Monti, der die Äußerungen der EZB zur Schuldenkrise nach eigenen Worten grundsätzlich positiv sieht. Mehrere Maßnahmen scheinen nach vorne zu führen und keine zurück, sagte Monti. Die Finanzmärkte hätten EZB-Chef Mario Draghi offenbar nicht ganz verstanden, ergänzte der Regierungschef mit Blick auf negative Reaktionen an den Börsen.

Bericht: Nowotny gegen Anleihenkäufe

Draghi, kämpft laut einem Bericht der italienischen Tageszeitung "La Repubblica" mit notenbankinternen Widerständen. So gebe es neben dem deutschen Bundesbankpräsident Jens Weidmann sechs weitere Mitglieder im EZB-Rat, die gegen großangelegte Staatsanleihekäufe seien, schreibt die italienische Tageszeitung am Donnerstag ohne Quellen zu nennen.

Demnach ist auch Österreichs Ratsmitglied Ewald Nowotny dagegen. Auch die Niederlande, Luxemburg, Finnland, Estland sprechen sich laut dem Zeitungsbericht gegen Draghis Vorschlag aus. Die Österreichische Nationalbank wollte den Bericht gegenüber der APA nicht kommentieren. Draghi versucht laut dem Bericht, unter diesen schwierigen Voraussetzungen einen Konsens herzustellen. Eine offene Konfrontation sei jedoch unvermeidbar.

Bereits um 211 Mrd. Euro Anleihen gekauft

Die EZB hatte bereits 211 Milliarden Euro in Anleihen schwächelnder Euro-Länder investiert, um Druck von den hohen Zinslasten zu nehmen. Das Kaufprogramm ist umstritten, seit diesem Frühjahr ruht es. Vor allem die Deutsche Bundesbank hält wenig davon, weil es die auf diese Weise von der EZB entlastete Regierung nicht dazu verpflichtet, im Gegenzug für die Hilfen wirtschaftliche Reformen einzuleiten und den Haushalt zu sanieren.

Unmittelbar vor den europäischen Währungshütern beschloss deren US-Kollegen in Washington keinerlei neue Schritte. Der Fed-Offenmarktausschuss bestätigte am Mittwoch in Washington den derzeitigen Leitzinssatz mit einer Spanne zwischen null und 0,25 Prozent. Bereits im vergangenen Jahr hatte sie angekündigt, dass der Zins bis Ende 2014 auf niedrigem Niveau gehalten werden solle. Sie sehe weiter "bedeutende Abwärtsrisiken" für die US-Wirtschaft (mehr dazu ...).

(APA/dpa/Reuters)

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263 Kommentare
 
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Gast: gast45
03.08.2012 14:28
1 0

langsam kehrt viellieicht vernunft ein ..

ist doch logisch, das jemand nur hilfe bekommt
wenn er erstens um hilfe ansucht und zweitens auch die bedingungen akzeptiert .
mann stellt ja dem säufer auch nicht die flasche einfach auf den tisch sondern sagt:
1) eingeständnis, dass man ein alkolholiker ist
2) entziehungskur ...
so einfach ist das .. und dabei ist es wurscht ob es sich um alkoholiker oder staaten handelt, es ist immer das gleich .....

Gast: 1. Parteiloser
03.08.2012 14:14
0 0

Die EZB als wirtschaftliches Perpetuum Mobile?

Das wirtschaftliche Perpetuum Mobile durchs Gelddrucken gibt es ja auch nicht.

Das Problem der Eurozone sind die Staatsschulden von etwa 10 Billionen Euro, welche durch die irren Staatsausgaben von fast 5 Billionen Euro pro Jahr verursacht worden sind. Die Staatsausgaben fallen jedes Jahr an, immer wieder und immer wieder. Weil ja die Staatsausgaben auch weiter steigend sind (einnahmenseitiges Sparen!), so wird das Problem auch immer größer und immer größer. Gelddrucken kann doch das Problem der viel zu hohen Staatsausgaben nicht korrigieren, es wäre nur eine Unterstützung einer Fehlentwicklung.

Würden die Eurostaaten die gewaltigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Disbalancen endlich brauchbar unter Kontrolle bekommen, dann würden die Zinsen von alleine sehr schnell sinken. Nur, die Planwirtschafter Europas, welche in allen Farben schillern, die wollen weiter Planwirtschaften und werden so Europa weiter Abwirtschaften.

Gast: 1. Parteiloser
03.08.2012 14:13
0 0

Jede Gesellschaft hat langfristig genau so viel wie die Gesellschaft auch zusammen geschaffen hat!

Es geht um die nützlichen Leistungen der Gesellschaft für die Gesellschaft, welche die Gesellschaft versorgen muss, eventuell auch Wohlstand schaffen kann.

Die Eurozone hat aber zunehmend ein Leistungsproblem, weil die riesigen geschützten Bereiche, die gewaltigen Fördersummen, die Frühpensionisten ja keine, kaum eine, nützliche Leistung für die Gesellschaft erbringen.

Die realen Daten zur Produktion sind ja schon länger erschreckend!

Produktion in der Eurozone. Basis 2005 = 100%
2001: 96,3%
2002: 96,1%
2003: 96,4%
2004: 98,5%
2005: 100%
2006: 104,2%
2007: 108,3%
2008: 106,5%
2009: 90,8%
2010: 97,5%
2011: 100,5%
Es wurde also ein bereinigtes Wachstum in 10 Jahren von gerade einmal 4,3% geschaffen, das Bevölkerungswachstum war aber +5,6%!
Pro Einwohner gerechnet ist auch die Produktion um mehr als 1% gesunken. 2011 war Hochkonjunktur, 2012/13 wird es noch schlechter aussehen!

Die Daten zum Baugewerbe
2001: 95,7%
2002: 96,4%
2003: 97,4%
2004: 97,6%
2005: 100%
2006: 103,4%
2007: 105,1%
2008: 99,7%
2009: 91,9%
2010: 84,5%
2011: 86,5%
Die Bauleistung pro Einwohner ist um fast 20% gesunken!

Gelddrucken ist keine nutzbare Leistung für die Gesellschaft, kann also auch Nichts Nutzen!

Warum streiten die bei der EZB um eine Hilfe, welche gar keine Hilfe sein kann?

Die Entscheidungsträger in Europa, auch die Verantwortlichen in den Mitgliedsländern, werden Europa noch viel mehr Abwirtschaften, weil die Leistung immer mehr fehlen wird.

Ein wahrlich galaktisches Versagen!

Re: Jede Gesellschaft hat langfristig genau so viel wie die Gesellschaft auch zusammen geschaffen hat!

die "austrianer" wissen, prosperitaet kann man sich nur erarbeiten - die keynesianer glauben, prosperitaet koennte man sich erdrucken mit der notenpresse

Draghi tanzt weiter

drei Schritte vor, einen Schritt seitwärts und vier Schritte zurück, einfach erbärmlich http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=22811

selbständig denken!

Sehr interessant - mein Posting mit dem Link zum ESM- Vertragstext wurde gelöscht!

Aufruf an selbständig denkende Mitbürger: Googelt unter den Stichworten "ESM- Vertragstext", und lest ihn durch, insbesondere ab Artikel 32!!

Gast: economix
03.08.2012 13:29
1 0

im oktober bricht der euro zusammen.


Re: im oktober bricht der euro zusammen.

Am 12. September. Nämlich dann, wenn Karlsruhe den ESM abnickt...

Gast: Mai
03.08.2012 12:35
1 0

Bitte um Information

Weiß jemand, ob Nowotny berichtspflichtig ist ? An wen ?
An BM Fekter ?
Ist diese im Parlament zu gegenständlicher Causa auskunftspflichtig ?
Einfach gesagt:
Kann man von Fekter im Parlament verlangen, dass sie das Stimmverhalten von Nowotny im EZB-Direktorium bekannt gibt ?
Oder gilt das Versteckerlspiel gemäß § 45 NBG ?
Meiner Ansicht nach hat Nowotny bei Zustimmung zu Anleihenkäufen § 2 (2) NBG verletzt.

Antworten Gast: rzmpf
03.08.2012 13:11
2 0

Re: Bitte um Information

Monatliche Berichte über die Geschäfte an den Generalrat und 2 Mal im Jahr ein Bericht an den Finanzausschuss im Nationalrat.
In seiner Entscheidung im EZB-Rat ist der Gouverneur sowieso weisungsfrei.

Interessant, dass es angeblich nur eine Gegenstimme gab, die Finnen und Niederländer treten ja auch sehr offensiv gegen Anleihenkäufe auf, da gibts anscheinend auch keine Einigkeit zwischen Regierung und deren NB.

@ Presse
Wenn man schon von Institutionen berichtet, dann bitte von den richtigen. Das EZB Direktorium hat nur 6 Mitglieder, die gemeinsam mit den 17 Notenbankchefs den EZB-Rat stellen und so auf 23 Mitgliedern kommen. War es jetzt der Rat oder das Direktorium?

Antworten Antworten Gast: rzmpf
03.08.2012 13:24
2 0

Re: Re: Bitte um Information

http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Presse-Sieben-EZB-Ratsmitglieder-gegen-Anleihekaeufe-1981491

"So gebe es neben Bundesbankpräsident Jens Weidmann sechs weitere Mitglieder im EZB-Rat, die gegen großangelegte Staatsanleihekäufe seien, schreibt die italienische Tageszeitung am Donnerstag ohne Quellen zu nennen. Auch die Vertreter von Österreich, den Niederlanden, Luxemburg, Finnland, Estland und das deutsche Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen sollen sich gegen die Vorschläge von Draghi aussprechen.

Zudem gebe es mit den Vertretern von Belgien, der Slowakei sowie von EZB-Vizepräsident Vitor Constancio und Chefvolkswirt Peter Praet vier noch unentschlossene Mitglieder, berichtet die Zeitung. "

Wer weiss was stimmt....schreibt eh jeder irgendwas anderes.

Re: Re: Re: Bitte um Information

Und als Ergänzung: Gestern in der ZiB (ja ich weiss - jetzt auch nicht *die* Top-Quelle) war im Gegensatz zum Artikel nicht von einer Gegenstimme sondern einer Stimmenthaltung (Deutschlands) die Rede.
Aber vielleicht weiss man jetzt dort auch nicht mehr, wie man eigentlich abgestimmt hat.

Re: Bitte um Information

Vorab: Keine Ahnung. Aber warum ist das wichtig? Es scheint einigermassen klar, dass er für den Anleihenkauf gestimmt hat (zumindest wird das indirekt von der EZB behauptet).
Danke übrigens für den Hinweis auf den einschlägigen Paragraphen. Wieder was gelernt.
Was genau bedeutet dort übrigens die Formulierung "Im Rahmen des Unionsrechts..."? Ich frage nur, weil´s genau das sein wird, was ihn natürlich unschuldig machen wird;-)

Re: Re: Bitte um Information

Haken schon gefunden;-)
"...hat die Oesterreichische Nationalbank mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln dahin zu wirken, das Ziel der Preisstabilität zu gewährleisten"

Ein Ziel kann man aber nicht gewährleisten. Bestenfalls, dass man alles unternimmt, es zu erreichen. Oder an der Erreichung mitzuwirken. Oder sonstwas.
Sehen Sie - und schon ist alles Rechtens;-)

Ich weiss - das ist nicht mehr lustig. Aber ich lache lieber als dass ich drüber weine, wie in diesem Land mit dem offenkundigen Sinn von Bestimmungen umgegangen wird.

DER ESM-Vertrag ist 1000x ärger als Kärnten.


Antworten Gast: 1. Parteiloser
03.08.2012 14:04
0 0

Re: DER ESM-Vertrag ist 1000x ärger als Kärnten.

Hihi, da hat wer Angst um seinen schönen Ruhegenuss. Da hat eine Lehrerin, welche ja traditionell eine Geringleistung für die Gesellschaft erbracht hat, ein gutes Gespür für die kommenden persönlichen Verluste.

Diese Angst ist aber sehr berechtigt, weil sich der Ruhegenuss schon bald in einer kleinen Volkspension auflösen wird!

Muahahahahaha!

Antworten Gast: Maxx
03.08.2012 12:38
4 1

Re: DER ESM-Vertrag ist 1000x ärger als Kärnten.

das ist eben die Irrationalität der Wähler. Ein beliebiges hochgepuschtes Thema (wie zb die Menschenkette gegen Graf, wo dann im Nachhinein gar nichts dran war, oder die Parkpickerln) schlägt locker ein Thema bei dem es um die finanzielle Zukunft der nächsten Generationen plus Erhaltung der Demokratie geht.

Wo war der österreichische Vertreter?

Weshalb hat der österreichische Vertreter nicht mit seinem Amtskollegen aus Deutschland ebenfall dagegen gestimmt?

Eine Zustimmung bedeutet eindeutig die Vernichtung des österreichischen Volksvermögens, da wir für jede, durch die EZB, unsinnig gekaufte Anleihe haften!!

Uns wird niemand aus der Haftung entlassen.

Deutschland hat erst letztes Jahr die letzte Rate für die Wiedergutmachung für den ersten Weltkrieg beglichen!!!

Re: Wo war der österreichische Vertreter?


Die EZB (wir) haftet noch für viel mehr.

googeln Sie einmal "target2" und schauen Sie sich an, wie das läuft !!

Re: Re: Wo war der österreichische Vertreter?

Und da man hier nichts drüber schreiben darf, muss auch wieder jeder, den´s interessiert, die Suchmaschine bemühen: Emergency Liquidity Assistance (kurz: ELA). Auch lustig, was da noch so alles über kurz oder lang bei der EZB (dem Steuerzahler) landen wird.

Re: Re: Re: Wo war der österreichische Vertreter?

Wie wahr......

Re: Re: Wo war der österreichische Vertreter?

Soeben gegoogelt. Aber demnach hat Österreich sogar einen negativen Saldo. D natürlich mit Abstand den positivsten.

Gast: smilefile
03.08.2012 11:27
4 0


Antworten Gast: @smilefile
03.08.2012 12:03
2 3

Re: Der Norden arbeitet,- und muss für den Süden bezahlen??

Naja, "Arbeiten" ist nicht der richtige Ausdruck.

Körperlich, stundenmässig dürften die SüdEUropäer auch nicht weniger arbeiten als die NordEUropäer.

Es dreht sich nur um die Entwicklung der Industrie und die daraus resultierende Produktivität.

Im Süden müssen viele Tätigkeiten händisch gemacht werden die im Norden automatisiert sind.

Auch sind ja die offiziellen Wirtschaftszahlen nicht 1:1 zu vergleichen, weil ein grosser Teil der Wirtschaft im Süden "inoffziell", also sschwarz abläuft.
Der Wohlstand gemessen an den offiziell bezahlten Steuern, die offiziellen Einkommen können daher auch nicht einfach so miteinander verglichen werden!

Ein Grieche der offiziell 30% weniger verdient, hat vielleicht dann in REalität das gleiche Einkommen.

Dazu kommt noch die völlig andere Erwerbsstruktur im Süden:
viele KLeinbetriebe, ein Übermass an persönlichen Dienstleistungen - wo nicht viel hängenbleibt...

Es fehlen eben Konzerne und Betriebe die am Weltmarkt reüssieren könnten.

Aber mit "Arbeiten" allein kann man das nicht erklären; wir haben eben die Produktion und Verteilung der Güter perfektioniert, im Süden ist alles langsamer und ineffektiver.

Das kann man z. B. auch daraus ersehen, dass Photovoltaik finanziell gleich ertragreich in Mitteleuropa ist als in SüdEUropa, weil dort die höheren FInanzierungskosten - auch durch geringere Effektivität, Korruption, etc. - die Sonnenvorteile von 25% in Spanien, Griechenland wieder auffressen...

Gast: ökonomie
03.08.2012 11:27
9 0

Forderung nach sofortiger Abberufung von Nowotny aus EZB Diretkorium

Einzig der deutsche Bundesbankpräsident hält sich noch an die Direktiven der EZB alle anderen und hier insbesondere auch unser Herr Gouverneur kümmern sich einen Deut darum. Darum dringend die Forderung nach Abberufung von Herrn Nowotny vom seinem Posten bei der OENB aber vor allem auch aus allen Gremien der EZB und das mit sofortiger Wirkung.

Gast: Angespeister
03.08.2012 11:16
4 1

Noch eine Nebelkerze



http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE87201D20120803

Man reibt sich die Augen. Offenbar sind sich nicht einmal Experten im Klaren, welche Wirkungen ESM entfalten kann.

Eines geht aber klar hervor: ESM agiert im rechtsfreien Raum, abseits jeglicher Kontrolle.

Ein Mirakel, wie man so etwas billigen kann.

Da im Vertrag steht, dass der ESM Eigentum erwerben (wozu?) kann und verkaufen, klingt das nach eine Selbstbedienungsladen sondergleichen.


 
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