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Moody's senkt Slowenien-Rating um drei Stufen

03.08.2012 | 06:20 |   (DiePresse.com)

Schlechte Nachrichten für die Eurozone: Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit von Slowenien auf Baa2 herabgestuft.

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Weitere Hiobsbotschaft für den wahrscheinlichen nächsten Euro-Pleitekandidaten Slowenien: Die US-Ratingagentur Moody's hat am heutigen Donnerstag die Kreditwürdigkeit Sloweniens gleich um drei Stufen von A2 auf Baa2 gesenkt, bei weiterhin negativem Ausblick. Als Hauptgrund wurden die faulen Kredite slowenischer Banken in Milliardenhöhe genannt, für die der Steuerzahler geradestehen wird müssen.

Als zweiten Grund für die Herabstufung führt Moody's die jüngst massiv gestiegenen Renditen slowenischer Staatsanleihen an. Die slowenische Regierung habe mit höheren Refinanzierungskosten und einem beschränkten Zugang zu den Finanzmärkten zu kämpfen, während die einheimischen Banken immer stärker auf Liquidität seitens der Europäischen Zentralbank angewiesen seien. Schließlich werde die Budgetsituation durch das schwache Wirtschaftswachstum verschärft.

Drei größten Banken brauchen Kapitalspritze

Konkret bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die drei größten Banken des Landes, Nova Ljubljanska banka (NLB), Nova Kreditna banka Maribor (NKBM) und Abanka Vipa eine staatliche Kapitalspritze im Umfang von zwei bis acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) benötigen werden. Abgesehen davon bekomme die Regierung des Budgetdefizit nicht in den Griff, es dürfte heuer trotz strikter Sparmaßnahmen mit 3,5 Prozent des BIP wieder über der Maastricht-Grenze liegen.

Wirtschaftsexperten rechnen nicht mehr damit, dass Slowenien seine Finanzprobleme aus eigener Kraft in den Griff bekommt. So betonte der angesehene slowenische Ökonom Joze P. Damijan kürzlich, dass Slowenien nur noch die Wahl hat, ob es als Ganzes unter den Euro-Rettungsschirm schlüpft oder nach dem Vorbild Spaniens zunächst nur um EU-Bankenhilfe ansucht. Damijan schätzt die faulen Kredite bei den slowenischen Banken auf sechs bis acht Milliarden Euro. Die Bereinigung dieser Altlasten würde das slowenische Budgetdefizit auf 20 bis 28 Prozent des BIP explodieren lassen, die Renditen slowenischer Staatsanleihen würden dann auf über zwölf Prozent steigen. "Das sind Zinsen, die kein Staat mittelfristig finanzieren kann, erst recht nicht langfristig. Slowenien müsste in diesem Fall nach dem Beispiel Griechenlands, Irlands, Spaniens und Portugals um EU-Hilfe bitten."

>>> KARTE: Die Bonität der EU-Länder

(APA)

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36 Kommentare
 
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Kein Problem

Montenegro wird bald von der EU aufgenommen werden, die richtend dann schon.

Gast: Fprester
03.08.2012 18:30
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Moody's ist nicht allein selig machend

Es gibt noch andere Rating-Agenturen, die nur Insider kennen, deren Ratings aber vermutlich unabhängiger sind als jene der "drei Grossen". Dazu gehört die chinesische Rating-Agentur Dagong oder das Institute of Commons and Economics in Basel. Beide sind bezüglich der Ratings deutlich kritischer als die "Drei Grossen". Letzteres dürfte in Bezug auf Slowenien allerdings auch keine glückliche Hand gehabt haben, wurde doch Slowenien zusammen mit Finnland, Luxemburg und Irland(!) als Einzige im A-Bereich (AAA bis A) eingestuft. Alle anderen Länder, u.a. Deutschland und Österreich landeten bestenfalls im B-Bereich.

aber....

auf der anderen Seite hat der Euro auch noch viel Potenzial zur Abwertung, zB zum Dollar. Der Euro war ja kurz nach seiner Einführung unter der Parität.
Da hat auch keiner von einem schwachen Euro gesprochen.

man muss sich jetzt wirklich

ernsthaft Sorgen, wohin das EU- Dilemma noch hinführt.
Ich verstehe schon, dass man bisher alles unternehmen musste, um den € zu erhalten. Aber unbeschränkte Geldmittel, wie Draghi (EZB) fordert, jedem EU-Land zur Verfügung zu stellen, das kann einfach nicht gutgehen. Das weiß sogar ein 10jähriges Kind.

Alles verlässt sich auf Deutschland, aber ich denke, die haben schon sehr viel gegen diese Krise geleistet.
Mich würde es nicht wundern, wenn die deutsche Bevölkerung selbst ihren EU-Austritt fordern würde, auch wenn die Konsequenzen nicht absehbar sind.
Die Schweiz verkraftet ja auch einen Kurs von 1:1,20. Das hätte ja auch kein Ökonom für möglich gehalten. Seien wir uns doch ehrlich. Jede Maßnahme ist ein "Blindflug" mit ungewissem Ende. Nur eines wissen wir alle: Geld ausgeben, das man nicht hat, hat noch nie funktioniert!


Lustig wid´s erst wenn alle 17 unter dem Rettungsschirm sind !!


Antworten Gast: _warum_
03.08.2012 14:50
0 0

Re: Lustig wid´s erst wenn alle 17 unter dem Rettungsschirm sind !!

...genau. dann zieht ein ertrinkender den anderen ertrinkenden aus dem wasser...

Gast: _warum_
03.08.2012 11:58
3 1

...und schon hats den nächste Musterschüler der EU erwischt...



...bin schon gespannt, wie der nächste Musterschüler der EU-Beitrittskandidaten heißen wird.

Vielleicht Kroatien, Serbien, Mazedonien, Bosnien, Albanien, Türkei, Ukraine...


Gast: urbi et euro
03.08.2012 11:25
4 1

Wer hat eigentlich wirklich von der EU bisher profitiert?

- ich meine ausser den Bankbesitzern?

(und bitte erwähnen Sie jetzt nicht "alle - wegen dem Euro als gemeinsame Währung"...)

Re: Wer hat eigentlich wirklich von der EU bisher profitiert?

Von der EU (27 Mitgliedsländer) doch praktisch alle, von der EURO-Zone (17 Mitglieder) hauptsächlich der Club Med.

Antworten Antworten Gast: donso
03.08.2012 12:28
3 1

...

Es können in der Wirtschaft mit dem vorhandenen Geldsystem nicht "praktisch alle" gleichmässig profitieren.
Auch in Ihrem genannten Club Med können nicht "praktisch alle" gleichmässig profitiert haben, auch wenn Geld umverteilt wurde- zB von den Nettozahlern wie Deutschland, Österreich in den Süden, auch D, Ö zB südliche Länder und Banken retten durften und dürfen, so fliesst das Geld nicht über jeden, vor allem aber bleibt (!) das Geld nicht bei jedem.

So haben die jungen Leute sicher nicht am meisten profitiert, dies beweisen dort die Arbeitslosenzahlen bei jungen Leuten, auch diverse Massenproteste.

Am meisten können in unserem Geldsystem nur Banken, vor allem aber Bankbesitzer, profitieren, da Geld immer bei Zentralbanken entsteht und über normale Banken fliesst. Es gilt: Egal wie groß die Skalierung ist, dies ändert an den Grundgesetzen nichts-> auch ohne EU hätten Banken mit unserem Geldsystem dank der Politikergesetze am meisten profitiert, mit der EU aber konnten diese noch mehr profitieren-> die Skalierung ist größer, die Grundsätze (Geldsystemlogik) bleiben aber die selben, da die Gesetze auch in der EU das Geldsystem an sich nicht ändern.

Die EU-Erweiterung hat den Bankbesitzern am meisten gebracht, da viel Geld über Projekte und Investitionen umverteilt wurde, bei der Geldschöpfung (neues Geld=Schulden) u.jeder Transaktion Banken nun einmal verdienen.Zudem besitzen Bankbesitzer auch große Unternehmen, Stiftungen, die von EU- Projekten massiv profitiert haben.

Re: ...

Ich würde das so sehen:

Am meisten von der Schuldenmacherei hat die Politik profitiert. Denn die hat sich damit Reformen erspart und relativ bequem, ohne jegliche Einschnitte, die eigenen Machtpositionen gesichert.

Dann folgen die Kreditgeber, welche von der Politik mit dem Zusatz "Staatsschulden bedürfen keiner Sicherheiten" abgesichert, hier den bequemsten Weg der Kreditvergabe beschritten haben.

Heute stößt diese Allianz, u.a. auch wegen unterschiedlicher Volumen und Geschwindigkeiten dieser Version des gegenseitigen profitierens, in den ersten Ländern (Club Med, Frankreich) in der Praxis an entsprechende Grenzen.

Und was heute sehen, vor allem von den Vertretern des Club Med plus Frankreich, ist jedoch nicht der Versuch das System zu ändern, sondern dessen Volumen nochmals zu vergrößern. Um a) einerseits die Partner Kreditgeber nicht zu vergraulen und damit b), selbst noch einige Jährchen so weiter machen zu können wie bisher.

Antworten Gast: Euro Musketier
03.08.2012 11:50
3 0

...

Der Euro ist ein Gemeinschaftsprojekt. Dies wurde oft erwähnt.

Der Gedanke dahinter:
Alle dürfen für Wenige zahlen:

Alle für einen. Einer bekommt alles.

In Slovenija

hat ja auch die Haider-Hypo mit faulen Krediten ihr Unwesen getrieben,aber noch ärger in Kroatien mit Immobilien und Krediten.

Gast: Hutbürger
03.08.2012 10:32
5 1

so viel zum "Musterschüler"...

das Projekt "EU" ist ein einziges Trauerspiel.

Re: das Projekt "EU" ist ein einziges Trauerspiel.

Bitte wenigstens bei den Hauptthemen noch differenzieren.

Nicht die EU (27 Mitglieder) ist das eigentliche Trauerspiel, sondern die Teilnehmer am EURO-Währungsverbund (17 Mitglieder), welche sich nicht an die dafür vereinbarten Regeln (Maastrichtverträge) gehalten haben und weiter nicht halten wollen.

Antworten Antworten Gast: Hutbürger
03.08.2012 13:29
3 0

ja, sicher doch.

Da haben wir ja noch Großbritannien mit seinem AAA-Rating - es darf gelacht werden.

Re: ja, sicher doch.

Während außerhalb der EU selbstverständlich alle Staaten der Welt felsenfeste Finanzen und untadelige Bonität haben. Daher ist das niedrige Rating ganz eindeutig die Schuld der EU, die ja auch so extrem viel Einfluss auf die Budgets ihrer Mitglieder hat.

Ortstafelkonflikt

Nur noch ein wenig abwarten, auch der Ortstafelkonflikt wird bald gelöst sein: Die Schilder für "Marburg" und "Laibach" werden derzeit gerade gedruckt.

Es ist irgenwie belustigend!

Der Euroraum geht in Raten pleite und die Bürger schauen ruhig zu! Man möchte fast sagen, dass die EU an Gaffarn zugrunde geht!

Antworten Gast: donso
03.08.2012 12:50
3 0

Was können die Bürger denn machen? Seien wir uns einmal ehrlich. Allein in Österreich- wie viele können in der Situation wirklich etwas ändern?

- dies sind die Volksvertreter im Nationalrat und der Bundesregierung (per Gesetz) und dies sind die Bankbesitzer (Geldschöpfungsmacht), die dank der feigen Politiker eigentlich am meisten Macht haben. Auch Medienbesitzer (zB Krone) haben viel Macht. Die Bankbesitzer profitieren von der EU und auch von Problemen in der EU, denn auch, wenn jemand nicht zahlen kann, profitieren Banken, denn dann greifen diese auf Vermögen günstig zu- dies gilt im Kleinen wie auch im Großen.
Die meisten Leute der Masse geben nahezu das selbe wieder, was Massenmedien nennen, ohne zu hinterfragen. Die Massenmedien selbst haben Besitzer- freie Presse gibt es ohnehin keine, denn jeder Journalist schreibt im Rahmen der gewollten "Freiheit" der Zeitungsbesitzer. Diese geben den Rahmen der "Freiheit" folglich vor.
Die Masse hat ja bisher zu wenig Informationen und Wissen, um etwas nachhaltig (!!!) zu ändern.
Viele interessieren sich nicht für Themen- man kontrolliert die Masse am einfachsten, wenn diese sich mit unwichtigen Sachen befasst(->siehe zB TV Programm). Manche denken: man kann nichts ändern. Andere denken naiv und gutgläubig, dass "die Oberen" schon alles richtig^^ machen.

Was man machen könnte ist: Poltiker werden und etwas ändern oder Poltiker von eigenen Meinungen überzeugen, Medien gründen und so die Öffentlichkeit mit Wissen versorgen. Oder Banken (möglichst mit einem besseren Geschäftsmodell) gründen. Am leichtesten wäre aus meiner Sicht Medien gründen und Politiker werden.

Re: Es ist irgenwie belustigend!

Da haben Sie´s wohl auf den Punkt gebracht.
So wie die Politik weder vorwärts (wesentlich stärkere - auch haushaltspolitische - Integration) noch rückwärts (Beendigung des Experiments) geht, tut´s auch die Masse nicht.
Also entweder raus aus dem Euro und rein in andere "Werte" oder Konsens über die Notwendigkeit einer Gesamtanstrengung über die haushaltstechnische Umstrukturierung aller Länder (was *nicht* heisst: Sparen, bis das Wasser in den Augen steht. Sondern: Sinnvoller Einsatz der vorhandenen Mittel).

9 0

Re: Es ist irgenwie belustigend!

Das ist doch leicht erklärt! Der Großteil der Menschen weiß nicht, daß in absehbarer Zeit ihre Barschaft nichts mehr wert ist und vertraut unverdrossen den Schalmaienklängen der Politiker. Und die Politiker wissen auch nichts gescheiteres vorzuschlagen, als daß der, der noch was hat, zahlen soll bis er schwarz wird. Auch ein Zeichen, daß die mit ihrem Latein am Ende sind!

steht alles so im drehbuch

der illuminati.

Antworten Gast: hmm
03.08.2012 10:07
6 2

Re: steht alles so im drehbuch

... tja, ob es wirklich ein "Drehbuch" war/ist? Schwer abzuschätzen.

Allerdings: Das Herausbrechen Sloweniens aus dem jugoslawischen Staatsverband und damit dessen endgültige wirtschaftliche Paralysierung war schon eine "gekonnte Leistung"!

Sehr Vieles dieser recht absonderlichen "Freiheitskämpfe" und "sanften Revolutionen" in Europa waren vermutlich in Wirklichkeit geschickte Inszenierungen wo mit relativ geringem Mitteleinsatz Enormes erreicht worden ist.

Vorwiegend wurden all diese Schweinereien durch die Medienmacht ermöglicht.

Die Ratingagenturen bestehen ebenso vorwiegend aus rotzfrechen Pimpeln - zumeist auch noch dominiert von Leuten einer gewissen Abstammung ... - die von irgendwelchen Leuten vorgeschoben werden.

Nur, ist es denn schwer "Faules" aufzudecken? Wir wollen doch in Wirklichkeit gar nicht sehen wie "faul" - und das in jeglicher Facette dieses schillernden Begriffs - wir bereits geworden sind ...

zumeist auch noch dominiert von Leuten einer gewissen Abstammung

Welcher "Abstammung" sind die tonangebenden Personen in Rating Agenturen? Und in welchem Zusammenhang steht das mit der Tatsache, dass wir es für gut befinden, unsere täglichen Ausgaben auf Pump zu finanzieren?

Gast: Wahrheitssucher
03.08.2012 09:25
3 4

Wieso schafft es Europa

nicht, diesen kriminellen Ratingagenturen etwas Europäisches entgegenzusetzen? Diese für die Wall Street tätigen Agenturen verursachen der europäischen Wirtschaft immensen Schaden, und die Europäer schauen zu, ohne etwas zu unternehmen...

 
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