In einer für die italienische Zeitung "Il Giornale" typischen Art hat das Blatt aus dem Medienimperium von Silvio Berlusconi die Äußerungen von EZB-Chef Mario Draghi zur Rettung des Euro kommentiert. "Heil Angela", heißt es auf der Titelseite unter einem Foto. Es zeigt die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, wie sie die rechte Hand hebt.
"Das Nein Merkels und Deutschlands lässt uns und Europa in die Knie gehen", so "Il Giornale". Und der Leitartikel meint: "Gewonnen hat Deutschland, verloren haben Italien, Europa, der Euro." Italien liege nicht mehr in Europa, sondern im "Vierten Reich". Draghi habe sich Merkels Willen beugen müssen, gehöre somit zu den Verlierern. "Il Giornale" ist in Besitz von Paolo Berlusconi, Bruder des ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi.
Im Jänner erst machte "Il Giornale" mit dem Schock-Titel "Wir haben Schettino, ihr habt Auschwitz" auf. "Die Wochenzeitung Der Spiegel", schrieb Chefredakteur Alessando Sallusti damals im Leitartikel, "wirft den Italienern vor, feige zu sein. Sie seien außerdem keine Rasse. Die Deutschen sind das aber wohl. Und sie haben es bewiesen. Mit Hitler." Der Artikel war eine Reaktion auf eine Kolumne "von Spiegel"-Autor Jan Fleischhauer, der den Untergang des Schiffs Costa Concordia und die Fahrerflucht des italienischen Kapitäns mit den "Geburtsfehlern" des Euro verglich.
(Ag./sh.)

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