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Deutschland kritisiert Kurs der EZB: "Inflationsbank"

04.08.2012 | 16:01 |   (DiePresse.com)

Vor allem die CSU setzt EZB-Chef Draghi zunehmend unter Druck. Die EZB dürfe die Schulden nicht durch die Hintertür vergemeinschaften.

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Der Kurs von EZB-Präsident Mario Draghi in der Schuldenkrise stößt in Deutschland zunehmend auf Kritik. Vor allem die CSU attackierte Draghi wegen der grundsätzlichen Bereitschaft der Europäischen Zentralbank (EZB), massiv Anleihen von Euro-Krisenländern zu kaufen. "Die EZB geht einen gefährlichen Weg. Sie darf sich nicht vom Währungshüter zur Inflationsbank entwickeln", sagte der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) der "Bild am Sonntag".

Die EZB steht prinzipiell zum Kauf weiterer Staatsanleihen von Krisenländern wie Spanien und Italien bereit, um die Risikoprämien zu drücken. Allerdings knüpft die EZB daran Bedingungen: Die jeweiligen Länder müssten beim EU-Rettungsfonds einen Antrag auf Hilfen stellen, die Länder müssten dann im Gegenzug Auflagen akzeptieren. Neue Rettungsaktionen der Notenbank sind aber auch im EZB-Rat umstritten. Widerstand kommt vor allem von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann.

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle warnte vor einer Überlastung Deutschlands bei der Euro-Rettung. "Europa kann auch an zu viel Solidarität scheitern, nämlich dann, wenn wir uns überfordern und die Reformbereitschaft der anderen unterfordern", sagte der FDP-Politiker dem "Focus".

Söder: "Keine Hintertür aufmachen"

Söder sagte, die Märkte würden auf Dauer nicht akzeptieren, dass einzelne Staaten zwar kurzfristig Geld bekämen, aber kaum Reformen umsetzten. "Die EZB darf nicht durch die Hintertüre das tun, was wir bei Eurobonds verhindert haben: Nämlich eine Vergemeinschaftung von alten und neuen Schulden, für die am Ende wieder nur die Deutschen aufkommen."

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier bezeichnete die Kritik der CSU am Samstag als "Ungeheuerlichkeit". Draghi tue, was die europäischen Regierungschefs samt der deutschen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erwarteten. "Es war doch Merkels Weigerung, andere Wege zu gehen, die erst den erneuten Weg zu Anleihekäufen der EZB eröffnet hat." Es sei eine Unverschämtheit und schlichte Wählertäuschung, wenn nun Teile der Koalition riefen: "Haltet den Dieb und Draghi meinen." Merkel solle sich von den Vorwürfen der CSU distanzieren.

 

(APA/dpa)

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4 Kommentare

Der Artikel bringt das Problem auf den Punkt...

...in Deutschland und vielen anderen Geberländern sind nämlich sämtliche Parteien von Realitätsverweigerern geführt die mit aller Macht das Erbe unserer Kinder und Enkelkinder an ausländische Minderleister verpfänden wollen.

Selbst wenn es durch demokratische Wahlen zu einem Ende der schwarzgelben Koalition käme würden rot und grün sofort bereit stehen die nächsten Rettungsschirme mit geliehenem Geld aufzuspannen.

Eine ehrliche Alternative wie die FPÖ findet man in kaumeinem Land!

Gast: Gast 2012
04.08.2012 23:39
2 0

die Linken auf dem Holzweg

es ist eigentlich sehr verwunderlich, daß die geplante Schuldenunion gerade bei den Arbeitern nicht sämtliche Alarmglocken schrillen läßt. Inflation, Arbeitsplatzverlust und Wohlstandsabbau sowie Schulden an denen noch unsere Kinder leiden werden sind der Preis den Faymann & Co ihren "Arbeitnehmern" zumuten. Die Linken sind zum Schutzpatron der Banken und Spekulanten mutiert. Entweder sind sie Pharisäer oder wirklich zu dumm um real zu denken!

Scheingefechte

Bei diesem ganzen Hick-Hack handelt es sich lediglich um Scheingefechte.

Es geht ausschließlich darum, den ESM in seiner jetzigen Form durchzuschleusen, wohlwissend, dass der ESM (Artikel 32 Ziffer 9) gar keine Banklizenz benötigt.

Artikel 21 befugt den ESM, unbegrenzte Kredite von Banken oder sog. sonstigen Institutionen, dazu gehört auch die EZB, aufzunehmen.

Man will uns nicht nur für dumm, sondern noch dümmer verkaufen.

SPD-Steinmeier

würde langsam auch bei der SPÖVP + Grünen "gute Figur" machen.

Der Klub der Realitätsverweigerer wird täglich größer. Und damit leider auch der zu erwartende Knall beim Zusammenbruch der "Friedensprojekts EURO-Währungsunion".

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