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Monti warnt vor "psychologischer Auflösung" Europas

05.08.2012 | 16:07 |   (DiePresse.com)

Der Euro dürfe nicht zu einem Faktor des Auseinanderdriftens werden, sagt Italiens Premierminister Mario Monti. Athen und die Troika vereinbaren ein Sparpaket.

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Die anhaltende Euro-Krise gefährdet nach Einschätzung von Italiens Premierminister Mario Monti den Zusammenhalt in Europa. "Die Spannungen, die in den letzten Jahren die Euro-Zone begleiten, tragen bereits die Züge einer psychologischen Auflösung Europas", sagte Monti dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" laut Vorbericht vom Sonntag. Wenn die gemeinsame Währung zu einem Faktor des europäischen Auseinanderdriftens werde, "dann sind die Grundlagen des Projekts Europa zerstört".

Monti empfahl den Regierungschefs der EU, sich ihre Handlungsfreiheit auch gegenüber den eigenen Parlamenten zu bewahren: "Wenn sich Regierungen vollständig durch die Entscheidungen ihrer Parlamente binden ließen, ohne einen eigenen Verhandlungsspielraum zu bewahren, wäre das Auseinanderbrechen Europas wahrscheinlicher als eine engere Integration."

Lob für Draghi

Der italienische Premier begrüßte zudem die Presseerklärung des Chefs der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi vom Donnerstag. Wie Draghi spreche er schon lange davon, dass der Markt für Staatsanleihen in der Euro-Zone "schwer gestört" sei. Er forderte die Euro-Partner zum Handeln auf: "Diese Probleme müssen jetzt schnell gelöst werden." Der Italiener Draghi hatte gesagt, die Zentralbank werde "in den nächsten Wochen" die Bedingungen von Maßnahmen wie den erneuten Aufkauf staatlicher Schuldscheine diskutieren.

Troika beendet Besuch in Griechenland

Die Vertreter der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) haben am Sonntag ihre Inspektion in Griechenland beendet. Die griechische Regierung hat sich mit ihren internationalen Kreditgebern auf die Eckpunkte eines weiteren, 11,5 Milliarden Euro schweren Sparpakets geeinigt. "Die Gespräche sind gut gelaufen, und wir sind gut vorangekommen. Wir machen nun eine Pause und werden Anfang September zurückkehren", so Poul Thomsen, der Chef der Delegation des IWF.

In der offiziellen Erklärung der Geldgeber hieß es, man sei sich mit den Griechen einig darüber geworden, dass noch größere Anstrengungen nötig seien, um die Sparziele zu erreichen. Der Plan sieht vor, dass 2013 und 2014 gut 11,5 Milliarden Euro eingespart werden. Die Details sollen der griechischen Bevölkerung Anfang September präsentiert werden. Die Zeitung "To Vima" berichtete von "schockierenden Kürzungen".

"Wir müssen Anfang September alles unter Dach und Fach haben, damit wir es der Eurogruppe präsentieren können", sagte ein hoher Mitarbeiter des griechischen Finanzministerium der Deutschen Presse-Agentur dpa. Dann soll die Troika feststellen, inwieweit Athen seine Sparbemühungen tatsächlich umsetzt. Daraufhin könnte es Grünes Licht für weitere Finanzhilfen geben.

Der Zeitung "Ethnos" sagte der griechische Finanzminister Giannis Stournaras, die kommenden Wochen seien "entscheidend für das Überleben des Landes". Zwar hätten die Griechen schon "große Opfer" gebracht. Wenn die zugesagten neuen Kürzungen nicht umgesetzt würden, drohten dem Land aber der Bankrott und der Austritt aus der Eurozone.

Das neue Sparprogramm sieht nach übereinstimmenden Informationen griechischer Medien eine weitere Verschlankung des Staates und erhebliche Einschnitte vor. Vorgesehen sind unter anderem Kürzungen bei den Gehältern der Staatsbediensteten und Angestellten staatlicher Unternehmen (2 Mrd. Euro) sowie Kürzungen bei Renten (2,6 Mrd. Euro) und Einsparungen bei Verteidigung sowie Bildung.

(APA/dpa)

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254 Kommentare
 
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Gast: Gast 2012
06.08.2012 18:15
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ein antidemokratischer, abgehobener EU-Politiker

wie Monti tut in seinem Wahn alles um nicht nur den Euro sondern auch die EU zu torpedieren!

Gast: Bänkster
06.08.2012 11:27
0 1

Die Überschrift hätte auch lauten können:

Nicht gewählter Technokrat Monti will parlamentarische Demokratie aushebeln.

Allerdings: gewählt wäre immer noch Berlusconi !

Österreich, Deutschland, Italien, Griechenland...?

Was haben alle gemeinsam?

Dass der Wähler bestenfalls nur nach dem geringsten Übel wählen kann !

Gast: advo
06.08.2012 10:32
1 0

Währung

Der Euro hat in der Meinung der Bevölkerung bereits ausgedient, weil es nicht Aufgabe der Länder sein kann die tatsächlichen Währungsungleichgewichte und Budgedefizite anderer Länder durch ständige Kredit- und Haftungsübernahmen auszugleichen.
Beim ESM wird bereits dafür die Hand gereicht, dies ist aber immer noch zu wenig, die übrigen Länder sollen unbegrenzt herangezogen werden! Die Schlussfolgerung daraus ist, ohne Euro wird es besser gehen!
Verschiedene Länder werden sich damit abfinden müssen eine eigenverantwortliche Budget- und Wirtschaftspolitik zu machen!!

Gast: ökonomie
06.08.2012 09:54
1 0

Geld her oder drohende Auflösung

Was Monti meint ist dass die europäischen Financiers - also in erster Linie die mittel- und nordeuropäischen Länder sich entweder zu Gunsten von Italien etc. weiter verschulden oder aber Europa in seiner derzeitigen Form sei am Ende. Europa in seiner derzeitigen Form ist am Ende die Finanzspritzen von wem auch immer lösen das Problem nicht sie prolongieren es und die eigentlichen Problemfelder wie Produktivitätssteigerung, fiskalische Ordnung etc. werden verschoben und verschoben bis Europa als Ganzes in Scherben liegt. Montis Drohung ist eine mit leeren Händen und wir haben ja mit Draghi seinen Freund den Bock zum Gärtner gemacht und unser Vertreter dort hat sich in die Reihe der Lemminge eingereiht.

Ein Goldman Sachs Agent

Der sich nie einer Wahl gestellt hat und trotzdem Premierminister ist, will also den Parlamentarismus in seinem Land abschaffen um noch effizienter Plündern zu dürfen.
Was, so frage ich, sollen wir dereinst mit dieser Nomenklatura machen?

Gast: modskue
06.08.2012 06:42
0 0

Klar, dass der Monti das sagt!

Er will eben, dass alle die horrenden Schulden seines Landes bezahlen!
Und die Aussage zu den Parlamenten ist einfach lächerlich! Wie sollte eine Regierung gegen das eigene Parlament regieren? Das wäre doch Diktatur!

Und nebenbei, haben die Italiener denn die anderen gefragt ob sie soviel Schulden machen dürfen? Nein! Ach ja, der Berlusconi, ja, der hat immer gegen die Parlamente regiert, und kräftig zu Italiens Schuldenberg beigetragen.

Nun, sie sollen halt schauen wie sie das regeln können, aber ohne uns, denn ich verbitte mir "weise Ratschläge" aus Südeuropa!

Was die Griechen betrifft, welche Fortschritte gibt es denn da?
Wo sind die Privatisierungen, der Abbau des Staatsapparates, der Finanzverwaltung, der Infrastruktur, und so weiter? Gibt es da nun Mehreinnahmen? Also ich glaube nicht, ergo keine Gelder mehr. Dann wollen wir schauen ob die EU zerbricht.

Gast: Fleming
06.08.2012 01:43
3 1

Scheideweg

als bloße Wirtschaftsunion, wo wenige Profiteure die Masse ausbeuten und dann das Geld in Offshore Anlagen stecken, so wird Europa sicherlich nicht überleben,...und das ist auch gut so.
und als Bürokraten-und Kontrollinstanz braucht sie auch niemand, so unfrei wie EU Europäer ist kaum jemand auf diesem Globus.

Also wozu dann das Projekt Europa?? Für Frieden,
Freiheit, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte---das wäre eine Vision.
Aber dazu sind die Nationalstaaten und ihre feigen Politiker und Bürger zu dumm und zu degeneriert.

Gast: Lukas
05.08.2012 23:27
1 1

die Frechheiten des Herrn Monti

sind starker Tabak. Die Regierungen müssen ihre Parlamente "erziehen" und handlungsfrei sein. Wenn solche Antidemokraten in der EU regieren, dann ist es besser die EU lieber heute als morgen aufzulösen. An diese Kasperln auch noch Geld verschenken ist ein Verbrechen!

Und wie Löst man als Insasse ein Gefängnis auf?


2 0

Montis Brille

Die Deutschen (und Österreich) profitieren, weil die armen Italienier mit ihren hohen Zinsen die niedrigen Zinsen der Deutschen subventionieren, sagt er. Die Schizophrenie der großen Welt des einbehaltenen Geldes anderer Leute ist grenzenlos.

Gast: klaus3
05.08.2012 20:04
2 0

moralapostel

monti soll sich lieber um die Finanzen seines Landes kümmern und keine Zerstörungstheorien verbreiten

Wieder ein Bericht zum Anfüttern der EU-Phobiker

Hat denn kein einziger dieser Superposter, die am liebsten das Ende des EURO gestern als morgen sehen würden, kapiert, dass mit der Umstellung auf Drachme, Lira, Peseta, Escudo etc. kein einziger Cent an Schulden weniger da ist? Was hilft das Bejammern des ungerechtfertigten Euro-Beitritts Griechenlands? Ja, das war ein Verbrechen. Doch könnte man hinter den meisten Kommentatoren einen Flagellanten vermuten! Das Weinen um vergossene Milch hilft nichts.

Selbstverständlich sind die Schulden dann weg

Weginflationiert. Das war der Gang der Dinge - immer schon.
Außerdem denke ich, geht es den Leuten weniger darum den Euro abzuschaffen, als diese Nomenklatura zu beseitigen. Die wenigsten haben aber bis heute realisiert, dass dies einer Revolution bedarf. Aber gewiss kommt auch diese Erkenntnis noch...

Re: Wieder ein Bericht zum Anfüttern der EU-Phobiker

Nun, was ist also die Lösung? Weitermachen wie bisher? Funktioniert offenbar nicht so gut.
Hr. Monti spricht nur an, was ohnehin alle wissen: Die sinnlosen Transfers ohne die Schaffung der Rahmenbedingungen treiben einen Keil zwischen Nord und Süd.
Die Not der Stümper ist so gross, dass sie ein Problem mit Parlamenten bekommen.
Soweit die Faktenlage.
So, wie die Dinge stehen, muss jeder Einzelne das Beste daraus machen. Sie dürfen auf die Wertbeständigkeit des EUR wetten. Drüber zu schimpfen, dass es andere nicht tun, wird auch nicht viel helfen.

Vom Weitermachen wie bisher hab ich nicht geschrieben

Nur die Zerstörung des EURO - und dieser wird in zahllosen Postings das Wort geredet - ist keine Lösung. Selbstverständlich darf die EZB nicht zur Gelddruckmaschine mutieren. Selbstverständlich ist KEIN Geld mehr nach zu schiessen. Es genügt, sprich es kostet uns noch genug Geld, wenn wir unsere Banken (nicht die BAWAG, nicht die BA) wegen wertlos gewordener Staatsanleihen von GR,... - soweit wir sie überhaupt noch brauchen (Österreich ist bekanntlich "overbanked") - retten oder im Insolvenzfall die Einlagensicherung schlagend wird.

Antworten Gast: kpt
05.08.2012 20:35
4 4

Re: Wieder ein Bericht zum Anfüttern der EU-Phobiker

"....kein einziger Cent an Schulden weniger da". Ja und? Das ist klar. Aber wenn wir wie gehabt weitermachen, werden die Schulden IMMER GRÖSSER! Das bisher für die Euro-Krise verprasste Geld ist sowieso schon weg, das bekommen wir auf keinen Fall mehr zurück. Der Verlust kann aber praktisch ins Unermessliche weiter steigen, wie bei einem Kasino-Besucher, der ständig Geld verliert, bereits ein Vermögen verspielt hat und sagt, er müsse weiterspielen, um das Verlorene wieder zurückzugewinnen. Das klappt nie.

Antworten Gast: Idefix1
05.08.2012 18:55
6 4

Den Euro aufs Auge gedrückt bekommen

....kein einziger Cent an Schulden weniger da ist.

Klar, aber dem WEITEREN Treiben wird mit dem Ende des Euro (nicht nur in Österreich) ein Ende gesetzt.

Und vergiß nicht, nicht nur wir Österreicher hatten damals den Euro aufs Auge gedrückt bekommen!
Der Unmut ist somit auch in dieser Hinsicht verständlich.

Im Unterschied zu den Schweden und Dänen, welche darüber befragt wurden, bekanntlich den Euro mehrheitlich ablehnten und entgegen allen Unkenrufen zum Trotz wirtschaftlich bestens dastehen. Vor allem die Schweden, deren eigene "kleine" Währung NICHT an den Euro gebunden ist.

Antworten Antworten Gast: K W F
05.08.2012 20:58
3 2

Re: Den Euro aufs Auge gedrückt bekommen

Klugschwätzer!
Die Schweden sind die größten Nettozahler, noch vor den Deutschen - und tragen somit die meiste finanzielle Last in der EU. So oder so. Du bestätigt, was Klaus Brandhuber beschreibt: Ihr seid lauter "Superposter" mit null Ahnung.

Antworten Antworten Antworten Gast: Idefix1
06.08.2012 07:11
1 3

Äpfel mit Birnen verwechseln

Vor lauter Frust/Aufregung ahnt KWF nicht, dass er Euro und Nettozahlerstatus verwechselt.

Wenn man sich ansieht, wie die EU-Granden

auch mit unserem Geld versorgt werden, dann kann ich nur hoffen, dass dieser EU-Zauber bald ein Ende hat. Dann soll die EU halt auseinanderbrechen, Herr Monti, aber wir können nicht laufend für die Sünder im Süden gerade stehen und noch dazu den Luxus der EU-Granden mitfinanzieren. So geht es nicht! http://www.spiegel.de/politik/ausland/eu-beamte-muessen-auch-in-der-schuldenkrise-nicht-sparen-a-847459.html
Das muss man lesen, damit man weiß wo auch unser Geld landet. Das stellen sich einem die Haare einzeln auf. Das reinste Paradies auf Erden und wir zahlen und zahlen.......

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Vom "Haus der Nationen" zum "Irrenhaus der Nationen".


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Ich habe festgestellt das der Monti nicht gewählt wurde.

Und dieses Faktum wurde hier soeben gelöscht. Ja wo sind wir denn eigentlich? Ist die Mind Police jetzt auch schon bei DerPresse?

Antworten Gast: K W F
05.08.2012 21:00
1 3

Re: Ich habe festgestellt das der Monti nicht gewählt wurde.

Augen auf und Hirn einschalten und erst dann posten, dannn würdest du hier nicht solch einen Unsinn verzapfen.

Re: Ich habe festgestellt das der Monti nicht gewählt wurde.

Is eh alles da...

Re: Re: Ich habe festgestellt das der Monti nicht gewählt wurde.

Das war komisch... da, pfutsch, wieder da...

Re: Ich habe festgestellt das der Monti nicht gewählt wurde.


Regen Sie sich ab! Immer diese unhaltbaren Zensurvorwürfe an die Presse.

Scrollen Sie etwas nach unten und Sie finden Ihr ursprüngliches Posting.

 
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