Der ehemalige Chef der griechischen ATE-Bank, Theodoros Pantalakis, steht im Kreuzfeuer der Kritik. Einem Bericht der "Financial Times" (FT) zufolge soll er acht Millionen Euro in Sicherheit gebracht haben, indem er sich eine Luxusimmobilie in London kaufte. Das Brisante daran: Die Transaktion soll nur wenige Monate vor dem Zusammenbruch der ATE-Bank - die zu 90 Prozent dem Staat gehört - abgeschlossen worden sein. Pantalakis weist alle Vorwürfe zurück, steuerrechtlich sei ihm nichts vorzuwerfen. Mehr wollte er nicht sagen, da er gerade im Urlaub sei.
Pantalakis Immobilienkauf verärgert offenbar sogar Kollegen: "Niemand hat behauptet, Herr Pantalakis hat das Geld illegal ins Ausland geschafft. Aber es gibt ein moralisches Problem, da er in der Krise Chef einer großen staatlichen Bank war", sagte ein Banker, der anonym bleiben wollte.
Die Staatsanwaltschaft in Athen teilte am Montag mit, sie prüfe, ob es Hinweise auf Steuerhinterziehung oder Geldwäsche gebe.
Britische Immobilien als sicherer Hafen
Dutzende reiche Griechen - darunter Politiker, Reeder und Bankiers - investierten in den vergangenen drei Jahren ihr Privatvermögen in Immobilien in London, berichtet die "FT". Zentralbankgouverneur George Provopoulos erklärte, dass alle Details zu solchen Transaktionen an die Steuerbehörden weitergegebenen wurden.
Pantalakis führte die ATE-Bank drei Jahre lang. Ende Juli wurde verkündet, dass das Insitut in zwei Teile zerschlagen wird. Der gesunde Teil wird von der Piräus-Bank übernommen, damit sollen Spareinlagen gerettet werden. Für den anderen Teil der Bank, vor allem Hypotheken auf Agrarland, werde eine "rechtliche Lösung" gefunden. Die 1929 gegründete Landwirtschaftsbank fiel in den Jahren 2010 und 2011 zweimal durch europaweite Bankenstresstests. Sie hat hoch defizitäre Tochterunternehmen etwa in der Zucker- und Tabakbranche. Landesweit betreibt sie rund 500 Filialen.
Pantalakis vor Untersuchungsausschuss
Ende August soll Pantalakis laut "FT"-Bericht zur ATE-Bank in einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss befragt werden. Der Grund: Mitarbeiter sollen schlecht abgesicherte Kredite in Höhe von 150 Millionen Euro an die einstigen Großparteien PASOK und Nea Dimokratia vergeben haben. Außerdem soll der Ex-Bankchef bei der Privatisierung von Unternehmen versagt haben, die von der ATE-Bank kontrolliert wurden.
(Red./APA/AFP)
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