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Kritik an Draghi: "Feuerteufel, nicht Feuerwehrmann"

07.08.2012 | 15:00 |   (DiePresse.com)

Mangelnde Abstimmung und Schweigen zu Entscheidungen der Zentralbank lassen an der Glaubwürdigkeit des EZB-Chefs zweifeln.

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EZB-Präsident Mario Draghi hatte am letzten Donnerstag im Juli in London vollmundig erklärt, dass die EZB im Rahmen ihres Mandats bereit sei, alles zum Erhalt des Euro Notwendige zu tun und alle sollten glauben, dass es ausreichen werde. Draghi hatte diese Worte mit großer Überzeugung transportiert, so dass daran anknüpfend große Erwartungen in die August-Sitzung der EZB in Frankfurt gesetzt wurden. Doch diese wurden letztlich nicht erfüllt. Denn die Londoner Ankündigung war mit den Kollegen vom EZB-Rat anscheinend nicht abgestimmt, so dass Draghi kräftig zurückrudern musste.

Zu diesem Schluss kommt der emeritierte US-Wirtschaftsprofessor Melvyn Krauss in der "FTD". Nicht, dass der EZB-Chef bei der Pressekonferenz nach dem EZB-Rat in Frankfurt etwas Falsches sagte. Denn er tat genau das, was er tun sollte: die Politiker der Krisenländer dazu drängen, das Richtige zu tun. Nur die Londoner Ankündigung und die Frankfurter Worte passten nicht zusammen. Nach einer Schocksekunde, in der ihm das klar wurde, deutete dann auch Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy an, seine Regierung werde sich möglicherweise doch um das an Bedingungen geknüpfte EFSF-Geld bemühen. 

"EZB verkommt zur Spielbank"

Mario Draghi liegt mit seinem Führungsstil auf einer anderen Linie als sein Vorgänger Jean-Claude Trichet, der umfassende Konsultationen mit seinen EZB-Ratskollegen für eine Selbstverständlichkeit hielt. Diese wollen einen solchen Alleingang ihres Vorsitzenden nicht noch einmal dulden.

Auch die gemeinsame Entscheidung der EZB, Griechenland eine Aufstockung ihrer Kurzfrist-Anleihen (ELA) um weitere vier Milliarden Euro zu genehmigen, sorgte für Empörung. Und als hätte Draghi nicht ohnehin genügend Probleme, wird er als EZB-Chef auch für diesen Deal verantwortlich gemacht. CSU-Politiker Hans Michelbach sieht im Gespräch mit dem Handelsblatt die EZB unter Draghis Führung gar zur Spielbank verkommen. Die zurückhaltende Kommunikationsform der Zentralbank lässt Michelbach auch vermuten, dass es noch mehr risikobehaftete Geheimgeschäfte gebe, über die Politik und Bürger im Unklaren gelassen werden.

"Super Mario will Feuerwehrmann spielen"

Harsche Kritik in der Angelegenheit äußerte auch FDP-Finanzexperte Frank Schäffler. Mit Blick auf den EZB-Chef sagte Schäffler Handelsblatt Online: "Super Mario will Feuerwehrmann spielen, ist aber tatsächlich der Feuerteufel." Das Geld, das Athen bis zur Auszahlung der nächsten Hilfstranche in Höhe von 31 Milliarden Euro im September über Wasser halten soll, nannte Schäffler ein "perpetuum mobile", mit dem man vielleicht einige Woche Zeit gewinnen könne. "Aber die Konkursverschleppung Griechenlands zerstört das Vertrauen in den Euro", warnte der FDP-Politiker.

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22 Kommentare

Operative Hektik ...

... ersetzt geistige Windstille.

Gast: Fleming
08.08.2012 06:52
1 0

..absurd...

die Eu besetzt Schlüsselstellen mit Kandidaten aus Problem- bzw Schuldenländern...das ist absurd..
solange ein Mitgliedsstaat nicht die Mindestkriterien
der Gemeinschaft erfüllt, kann er keine Vertreter in wichtige Ämter entsenden,...

und ein weiteres Problem liegt auch darin, dass sich die Mitgliedsstaaten gegenseitig "beklauen", indem sie Steuerflüchtlinge aus Eu Staaten bereitwillig aufnehmen, und ihnen Bankkonten bzw. Immobilienbesitz erlauben.
Früher nannte man so etwas Hochverrat, aber der scheint in der EU ja an der Tagesordnung .

In keinem anderen Land der Welt wäre so etwas möglich, aber in der EU sitzen die größten Feinde mitten drin, im warmen Nest , und bringen einen ganzen Kontinent an den Abgrund.

Gast: ein gast
08.08.2012 03:26
0 0

das ist amüsant, dass sich die regierungspartei(!) FDP über fehlendes handeln beschwert!

zum thema "löschen oder schüren eines feuers" sollte sich die FDP lieber zurückhalten!

sie ist nämlich treffenderweise am allerbesten darin, wasser zu predigen und wein zu trinken (tatsächlich würde wirklich zum einsatz kommendes wasser das feuer ja löschen, wein hingegen wird hier wohl kaum zweckdienlich sein!)
"liebe" FDP, so wie ihr könnte man bestenfalls als oppositionspartei gegen die griechenland-rettungsgaunerei glaubwürdig agieren -
mir ist sehr wohl klar, dass nicht einmal ihr FDP-figuren es für glaubwürdig haltet, so wie ihr zuerst große sprüche zu klopfen, dass es gewisse fehlentwicklungen bei dieser in wahrheit völlig verkorksten euro-währungsunion gibt und im nächsten moment wenn es wirklich um die tatsächliche entscheidung geht - bei der abstimmung im parlament nämlich - sofort wieder umzufallen und zum erbärmlichen steigbügelhalter für die sogenannte union zusammenzuschrumpfen!!!

ich frage noch einmal:
glaubt ihr FDP-..., dass ihr für irgend jemanden glaubwürdig seid???

mich wundert es jedenfalls nicht mehr, dass ihr einen ständigen verzweifelten kampf um das sein oder nicht-sein in den diversen landtagen führt!!!

es gilt leider und gerade in bezug auf den euro nur allzu drastisch, was ein österreichischer regierungspolitiker seinerzeit über das handeln eben von regierungspolitikern gesagt hat:

"man muss den leuten nur das GEFÜHL geben!"
(in wahrheit kann man als politiker sowieso irgend etwas beschließen, was auch immer einem so einfällt!!!)

Gast: Gast2
07.08.2012 17:23
0 1

Draghi ist nichts zu neiden....

Er ist das Hassobjekt aller - und das aus völlig entgegengesetzten Gründen.

Für die angelsächsische Welt und Südeuropa trägt er eine große Mitschuld für die Verschärfung der Krise weil er angeblich die eigenen Länder finanziell austrocken lässt und sie nicht vor spekulativen Überreaktionen schützt (wie die FED in den USA).

Für die germanische Welt ist er das Hassobjekt weil er angeblich die Südländer mit Geld flutet und sie nicht hart genug rannimmt.

Wie er's macht, macht er's falsch.

Antworten Gast: friedenstauberl
07.08.2012 18:38
0 0

Re: Draghi ist nichts zu neiden....

jeder "fremden" meinung wird als erstes mal die phöse, phöse nestbeschmutzung alias destruktivität unterstellt.
(eine armseelige frechheit?)
und sei sie logisch oder mathematisch klassisch modellierbar (mit daten, die schon mal ma(pa)ssierten), bzw. zur darstellung des gemeinwohls "ist viel zu opportun".

heiligenbildchen werden wie immer einfach wirkungslos bleiben?

mahlzeit!

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Re: Draghi ist nichts zu neiden....


Mein Mitleid mit Draghi hält sich in Grenzen. Und ist die EZB nicht schon pleite?

"Dragh" - hier hat man den Bock zum Gärtner gemacht!

Andernorts wettet man bereits darauf, wie lange es den Euro noch geben wird - 18 Monate im Durchschnitt. Diese Währung ist keine Bohne mehr wert.

EZB der nächste Pleitekandidat?

Wenn die giftigen Papiere nicht eingelöst werden, dann müssen die Aktionäre der EZB, z. B. Österreich Geld nachschießen, was zu einer beachtlichen Lücke führen wird. Dies bedeutet das massive Belastungen auf die Österreicher und Österreicherinnen zukommen werden.

http://regionaut.meinbezirk.at/schoenkirchen-reyersdorf/wirtschaft/milliardengrab-eurorettung-d228001.html

Antworten Gast: xxxyyyzzz
07.08.2012 16:59
0 2

Re: EZB der nächste Pleitekandidat?

Und da ist er wieder der Selbstdarsteller, der hier zum 1.020 Mal seinen eigenen Kommentar verlinkt.

Da könnt der Scheuch ...

... noch einiges lernen ...

Irre ich mich,

... oder hat Draghi diese Aussage einige Tage vor der Ausgabe von italienischen Staatsanleihen gemacht, die dadurch (natürlich rein zufällig) mit niedrigeren Zinsen als erwartet ausgegeben werden konnten.
Wenn das ein Angestellter eines Unternehmens macht (Beeinflussung von Wertpapieren) hat er am nächsten Tag eine Hausdurchsuchung und steht vor dem Richter.
Ein weiteres Beispiel dafür, dass sich die Eliten an keine wir immer gearteten Spielregeln halten (der Scheuch ist dagegen ein Kleinwürstel).

Antworten Gast: Gast2
07.08.2012 17:34
0 3

Re: Irre ich mich,

Es ist im Interesse von uns allen dass Italien nicht komplett absäuft.

Also falls es Absicht war - so What?

Re: Re: Irre ich mich,

Zuerst sollen sie Süd-Tirol zurück geben.

Gast: Himmel, Hölle usw.
07.08.2012 16:35
2 0

Kritik an Draghi: "Feuerteufel, nicht Feuerwehrmann"

Bei all den ganzen Euro-Krisen Artikeln und der Wortwahl, die einen Kampf um Himmel um Hölle benennen (andere Schlagzeilen zu Monti: Monti warnt: "Dann wird der Euro zur Hölle fahren"), der Information, dass Monti internationaler Berater von Goldman Sachs ( und Coca Cola^^, also von allen mit Geld käuflich -> http://de.wikipedia.org/wiki/Mario_Monti ) ist, dem Wissen das Goldman Sachs' Lloyd Blankfein der Bankier Gottes ist (-> Vatikans Banker, "Gott auf Erden" ist der Papst ) und auch dass die EU-Verfassung unter der Statue des Papstes Innozenz X. am 29. Oktober 2004 in der Sala degli Orazi e Curiazi im römischen Kapitol, dem genauen Zentrum des alten Roms – in der selben Halle, in der 1957 die Römischen Verträge unterzeichnet wurden, geschaffen wurde, könnte man meinen, die EU ist ein Projekt von ideologischen Nachfahren des (heiligen) römischen Reiches, des Vatikans bzw. des Papstes.

Antworten Gast: Himmel, Hölle usw.
07.08.2012 18:03
1 0

Re: Kritik an Draghi: "Feuerteufel, nicht Feuerwehrmann"

Korrektur: Es ging ja um Draghi, nicht Monti. ;-)
Aber der Sinn ist der selbe- Draghi hat ja auch Goldman Sachs Bezug, war dessen Vizepräsident 2004-2005.

"Monti promovierte bei Nobelpreisträger ­Robert Solow und Stanley Fischer, dem späteren Chef der israelischen Zentralbank, bei dem sich zwei Jahre später auch US-Notenbankchef Ben Bernanke den Doktortitel abverdiente. Beide eint die Philosophie des moderaten Keynesianismus. (...)Dort sorgte er unter zehn verschiedenen Regierungen für die Privatisierung der alten Italia AG, regelte mit der «Legge Draghi» das M&A-Recht und schaffte das Kunststück, die schwache Lira als Gründungsmitglied in die Währungsunion zu führen"
Auszug aus: http://www.bilanz.ch/machtnetz/machtnetz-von-mario-draghi-der-deutsche-italiener

- ungefähr wie diese schwache Lira dabei in den Euro gekommen ist, kann man sich wohl vorstellen, wenn man weiss, wie Goldman Sachs die Griechen in die Euro Zone gebracht hat. Dass der italienische Staat und dessen Wirtschaft, wie auch Griechenland im Euro Probleme machen würden, müsste ohnehin eigentlich schon von vornherein logisch und somit einplanbar gewesen sein.

Von 2006 bis 2011 war Draghi Gouverneur der Banca d’Italia, der italienischen Zentralbank, die wiederum nicht staatlich, sondern privat ist, was ihn wieder mit Bernanke und dessen FED verbindet.
Kurz: Egal ob Draghi oder Monti - Eigentlich hängen alle Akteure ohnehin mehrfach zusammen und agieren nach relativ dem selben Plan.

Wer ist eigentlich der Statthalter von Don Draghi und Don Monti.....i


....in Österreich?

Gast: Raffzahn Schani
07.08.2012 15:54
7 0

Goldman - boys


Vielleicht kommt ja mal jemand auf die Idee, dass die Goldman Sachs - boys, die Griechenland in den € geschummelt, und dann die Griechen selber gehörig über den Tisch gezogen haben, nicht wirklich im Sinne Europas handeln?

Was, wenn der EZB - Chef ausspricht, der € sei unhaltbar?

http://money.cnn.com/2012/05/31/investing/ecb-draghi/index.htm

Wo doch "die Märkte" so sensibel sind?

Bloomberg hat auf Herausgabe der Akten zu Griechenland geklagt, Draghi war Europa - Chef von Goldman Sachs.

Und da dämmert niemand was?

8 0

Ach wie schön war es als diese faschistoide, verantwortungslose, Umverteilungs, Regulierungs, Bespitzelungs, Versklavungs, und Schuldenunion unsere Politiker noch nicht so Korrumpiert hat!


Gast: code brocken
07.08.2012 15:40
2 0

ich empfehle hierzu

"Als Mario den Bust-Out lernte" sagt eh alles:
http://www.youtube.com/watch?v=Tu8L3N-87mA

und die ÖVP spielt natürlich brav mit...

erzählt doch etwas neues.

das draghi nur heiße luft ausstösst ist selbst dem maurermichl, der sonst mit politik nichts am hut hat, klar gewesen.

ebenso ist es höchst fahrlässig was diese politiker hier abziehen. keine kommunikation miteinander nur kommunikation über zeitungen und interviews. das dies mehr schaden als nutzen stiftet ist ihnen wohl nicht klar.

monti hätte sich damals über die fekter garnicht so aufblasen brauchen, den schließlich macht er mit seinen interviews nichts anderes.

11 0

draghi

er steht doch im Sold Italiens, also wird er alles versuchen, Geld aus den Nettozahlern zu pressen um es den südlichen Lügnerstaaten rüber zu schieben.

Antworten Gast: Gast2
07.08.2012 17:26
0 1

Re: draghi

Hörts doch mit der Hassrethorik auf!


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