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Athen rechnet fest mit weiteren Finanzhilfen

09.08.2012 | 14:11 |   (DiePresse.com)

Die Griechen zeigen sich zuversichtlich, dass sie die nächste Tranche der Hilfszahlungen erhalten werden. Die Eurozone entscheidet am 8. Oktober.

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riechenland rechnet fest mit der nächsten Tranche internationaler Finanzhilfen Mitte September - unmittelbar nach dem Bericht der Troika aus Internationalem Währungsfonds, Europäischer Union und Europäischer Zentralbank. Die Experten würden Anfang September in Athen zurückerwartet und Mitte des Monats ihren Bericht über die Fortschritte Griechenlands bei der Bekämpfung der Schuldenkrise abschließen, sagte Vize-Finanzminister Christos Staikouras am Donnerstag. Er erwarte, dass der Bericht positiv ausfalle und die nächste Hilfstranche dann ausgezahlt werde. Die Liquiditätslücke in diesem Monat will die Regierung mit der Ausgabe von Geldmarktpapieren im Volumen von zusätzlich vier Milliarden Euro schließen.

Die Finanzminister der Eurozone werden nach derzeitigem Zeitplan wohl am 8. Oktober über weitere Finanzhilfe für Griechenland beraten. Das bestätigte ein EU-Diplomat am Donnerstag in Brüssel. Zuvor hatte das "Wall Street Journal" über den Termin berichtet. Die Auszahlung der nächsten Tranche in Höhe von 31,2 Milliarden Euro war ursprünglich für den August vorgesehen.

40000 Beamte freisetzen

Zu den Sparplänen der griechische Regierung gehört auch, dass bis zu 40.000 Stellen im öffentlichen Dienst gestrichen werden sollen. Das sagten mehrere Regierungsvertreter am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Auch Zehntausende Zeitarbeiter sollen gehen. "Durch diese Maßnahme wird es keine drastischen und raschen Einsparungen geben, aber es wird die Glaubwürdigkeit in all unsere Reformanstrengungen stärken", sagte ein Regierungsvertreter. Der Plan der sozialistischen Vorgängerregierung hatte vergangenes Jahr vorgesehen, schrittweise 30.000 der 700.000 Staatsbediensteten loszuwerden. Sie sollten ein Jahr lang 40 Prozent ihres Gehaltes weiter beziehen und danach entlassen werden. Tatsächlich gingen aber nur 6500, vorwiegend in den Ruhestand.

Für Löhne, Vorsorgeleistungen und Pensionen wendet der Staat etwa zwei Drittel seiner Ausgaben von 82 Milliarden Euro im Jahr auf, Zinszahlungen nicht mitgerechnet. Er muss 11,5 Milliarden Euro sparen. Andernfalls könnten die internationalen Geldgeber keine Hilfen mehr überwiesen, womit dem Land die Pleite drohen würde.

Industrie gibt Hoffnung

Erstmals gibt es auch für die am Boden liegende griechische Wirtschaft einen kleinen Hoffnungsschimmer. Die Produktion lag im Juni nach über drei Jahren stetigen Schrumpfens erstmals wieder über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Unternehmen stellten 0,3 Prozent mehr her als im Vorjahresmonat, teilte das Statistikamt Elstat am Donnerstag in Athen mit. Im Mai hatte es noch ein Minus von 2,8 Prozent gegeben, im ersten Halbjahr sogar von 4,8 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat gab es mit 4,0 Prozent den zweiten Anstieg in Folge.

Das Tempo dürfte aber kaum ausreichen, um für eine Trendwende am Arbeitsmarkt zu sorgen. Die Arbeitslosenquote stieg im Mai auf ein Rekordhoch von 23,1 Prozent nach 22,6 Prozent im April. Sie ist damit mehr als doppelt so hoch wie im Schnitt der Euro-Zone.

Die Industrie steuert etwa 15 Prozent zur Wirtschaftsleistung Griechenlands bei. Das in einer schweren Rezession steckende Euro-Land lebt vor allem von Dienstleistungsbranchen wie dem Tourismus. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2012 das fünfte Jahr in Folge schrumpfen. Die Denkfabrik IOBE sagt ein Minus von 6,7 Prozent voraus.

(APA/Reuters)

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3 Kommentare
Gast: naklua
10.08.2012 11:27
0 0

so ists

Griechenland rechnet fest mit der nächsten Tranche!?
Eher die Gläubiger rechnen fest mit der nächsten Geldüberweisung!

Gast: 1. Parteiloser
09.08.2012 19:40
0 0

Wer rechnet schon mit dem eigenen Bankrott?

Es ist doch eindeutig, dass es nur 2 Optionen gibt. Entweder Griechenland weitern durchfüttern oder Griechenland in den Bankrott gehen lassen. Dieses Land ist schon lange nicht mehr alleine Lebensfähig.

Der Bankrott würde den Geldgebern, heute fast ausschließlich den Steuerzahlern in den anderen Eurostaaten, plötzlich um die 200 Mrd. Euro kosten. Dazu kommen noch die Kosten um Griechenland die notwendigen Zuwendungen zum Überleben zu geben (Medikamente, etc.).

Die Finanzhilfen werden auch laufende Milliarden brauchen und das noch für sehr, sehr viele Jahre, weil ein Sanierung aussichtslos ist. Das konnten die Europäer mit den vielen Nichtsparpaketen in den letzten 3 Jahren lernen. Wahrscheinlich geht es um min. 30 Mrd. Euro pro Jahr, jedes Jahr aufs Neue, immer wieder und immer wieder. Wird am Ende min. das Gleiche kosten wie der Bankrott.

Unglaublich ist, dass die Verbrecher, die korrupten Politiker und Beamten, nicht gefasst wurden. Dieser gewaltige Schaden wurde ja von Menschen angerichtet und diese Menschen werden nicht zur Verantwortung gezogen. Das kann die Gesellschaft nur zerstören. Bei diesem Aspekt der Betrachtung haben in der ganze EU das gleiche Problem, nur noch nicht so ausgeprägt wie in GR. Die EZB hat ein noch viel größeres Verbrechen an den Europäern vor und keiner hindert diese Verbrecher an der Verbrechensbegehung. EFSF / ESM / EU Förderungen, etc. alles nur Wirtschaftsverbrechen an den Europäern.

Gast: Fleckerl Maria
09.08.2012 17:56
0 0

Athen rechnet fest mit weiteren Finanzhilfen.......

.....also ich sehe da kein Hinderniss, der Pot ist noch prächtig gefüllt!

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