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Euro-"Vater" Issing warnt EZB vor erneuten Anleihekäufen

09.08.2012 | 14:50 |   (DiePresse.com)

Die EZB möchte die Risikoprämien für hoch verschuldete Euro-Staaten sollen drücken. Damit mache sie sich zum Gefangenen der Politik, sagt Issing.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Bereitschaft bekräftigt, wieder Staatsanleihen zu kaufen. "Die Kurse der Staatsanleihen einiger Länder enthalten außergewöhnlich hohe Risikoprämien, und die Wirksamkeit der Geldpolitik wird durch die Fragmentierung der Finanzmärkte beeinträchtigt", hieß es am Donnerstag im EZB-Monatsbericht. Risikoprämien, die auf ein Auseinanderbrechen der Eurozone abzielten, seien nicht akzeptabel.

Es müsse ihnen "grundlegend begegnet werden". Der Euro sei "irreversibel."

Früherer EZB-Chefvolkswirt dagegen

Gegen erneute Staatsanleihenkäufe hat sich der frühere EZB-Chefvolkswirt, Otmar Issing, ausgesprochen. "Das macht die Notenbank endgültig zum Gefangenen der Politik", sagte Issing am Donnerstag in Frankfurt. Es sei zwar grundsätzlich vernünftig von EZB-Chef Mario Draghi, die Bondkäufe an Hilferufe und Reformvorhaben von Schuldenstaaten zu knüpfen. Doch bringe der EZB-Chef die Notenbank damit zugleich unter enormen Handlungsdruck, wenn die Schuldenländer tatsächlich einen Antrag stellten. Dann sei es kaum noch möglich, "Nein zu sagen".

Mit den umstrittenen Anleihekäufen will die Notenbank die Risikoprämien für hoch verschuldete Euro-Staaten wie Spanien oder Italien drücken, die sich seit Monaten nur mit großer Mühe an den Märkten frisches Geld besorgen können. Die Notenbank knüpft ihre Hilfe jedoch an Bedingungen: Notwendige Voraussetzungen seien, dass die Regierungen ihre Verpflichtungen einhalten und die Rettungsfonds EFSF und ESM "ihre Aufgaben erfüllen".

EZB-Programm seit März auf Eis gelegt

Draghi hatte am vergangenen Donnerstag angekündigt, dass die Notenbank auf dem Anleihemarkt wieder aktiv werden könnte. Die EZB hatte im Mai 2010 gegen deutschen Widerstand ein Kaufprogramm für Bonds aufgelegt. Aktuell hat sie Staatspapiere im Wert von 211,5 Milliarden Euro in der Bilanz. Das Programm ruht seit Mitte März.

Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone bleibt nach Einschätzung der Währungshüter schwach. Inflationsgefahren sieht die EZB nicht. Die Inflationsrate sollte im Jahresverlauf 2012 weiter zurückgehen und 2013 unter der Marke von zwei Prozent liegen.

(APA/dpa)

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9 Kommentare
Gast: 1. Parteiloser
09.08.2012 19:38
2 0

Anleihenkäufe, auch die indirekten, sind ein Wirtschaftsverbrechen!

Diese EZB hat kein Mandat zur Finanzierung von Staaten durch Geldschöpfung. Genau das hat die EZB aber wieder vor!

Nach der Volkswirtschaftslehre ist das so:
Inflation bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre einen andauernden Anstieg des Verhältnisses von Geldmenge zu Gütermenge, d. h. pro Gütereinheit steigt die Anzahl der Geldeinheiten. Folge hiervon ist ein Anstieg des Preisniveaus.

Damit ist es ein Vorhaben, welches den vielen Sparern in Europa, auch Lebensversicherten und Pensionsversicherten, die Ersparnisse rauben wird. Es wäre ein Wirtschaftsverbrechen den Sparern.

Es ist aber auch ein Vorhaben, welches die Kaufkraft der Menschen erheblich beschädigen würde, weil die Realeinkommen weiter fallen würden. Damit ist es ein Wirtschaftsverbrechen an allen berufstätigen Menschen in Europa.

Die EZB hat das aber auch schon früher gemacht und vielen Pensionsversicherten deren Ersparnisse geklaut!

Die Begründungen der EZB sind auch nur krank:
- Die hohen Risikoprämien kommen alleine durch das hohe Risiko der Staaten, eben weil deren Staatsausgaben viel zu hoch sind. Es sind gesunde Prämien um die Korrekturen auch zu bekommen und dürfen daher auf keine Fall verhindert werden.

- Der Euro ist irreversibel stimmt doch auch nur, wenn der Euro seinen Wert behält. Mit einer Geldschöpfung durch die EZB würde der Euro ja nur seinen Wert verlieren. Die EZB würde sich beim Kaputtmachen beteiligen!

Diese kranken Planwirtschafter runinieren alles!

Re: Anleihenkäufe, auch die indirekten, sind ein Wirtschaftsverbrechen!

Sie hängen zu sehr an der Theorie und zu wenig an der Psychologie. Die momentanen Nachrichten geben der EZB recht: allein die Ankündigung stoppt die Spekulation auf Anleihen, ohne dass auch nur eine Anleihe von der EZB gekauft werden muss. Es geht um das Schaffen von Vertrauen, nicht um Geldvermehrung und Inflationsangst. Man muss verstehen, dass genau durch diese Vorhehensweise der EZB verhindert wird, dass die EZB Anleihen kaufen muss.
Inflation ist im Übrigen vor allem eine Frage der Angebotsverkürzung, das können Sie bei Lebensmitteln in Kürze beobachten. Geldvermehrung muss erst beim Verbraucher, d.h. in der Wirtschaft ankommen, das ist aber genau das Problem, was derzeit nicht klappt. Deshalb fürchtet die EZB auch nicht die Inflation. Also ganz so simpel ist das mit den Lehrsätzen der VWL nicht.

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
10.08.2012 14:35
0 0

Re: Re: Anleihenkäufe, auch die indirekten, sind ein Wirtschaftsverbrechen!

Die harten Daten zur Realität:

1) Ein guter Indikator für eine erfolgte Geldschöpfung ist ja die Bilanzsumme der Notenbank.

http://www.ecb.int/press/pr/wfs/2012/html/index.en.html

22.06.2012: 3.057.892 Mio. Euro
23.12.2011: 2.733.235
23.12.2010: 1.926.154
23.12.2005: 1.019.749
27.12.2002: 832.558

2) Geldmenge M3:
2001:........5.403 Mrd. Euro
2012/03:...9.880 Mrd. Euro (+83%!)

Die meisten Staatsschulden über 10 Billionen Euro! sind noch gar nicht dabei, weil mit über 2 Jahren Laufzeiten platziert.

3) Dazugehörige Gütermengen bei einer realen Betrachtung für den Euroraum:

Produktion in der Eurozone, Basis 2005 = 100%
2001: 96,3%
2002: 96,1%
2003: 96,4%
2004: 98,5%
2005: 100%
2006: 104,2%
2007: 108,3%
2008: 106,5%
2009: 90,8%
2010: 97,5%
2011: 100,5%
Es wurde also ein bereinigtes Wachstum in 10 Jahren von gerade einmal 4,3% geschaffen, das Bevölkerungswachstum war aber +5,6%!
Pro Einwohner gerechnet ist auch die Produktion um mehr als 1% gesunken!

Die Daten zum Baugewerbe
2001: 95,7%
2002: 96,4%
2003: 97,4%
2004: 97,6%
2005: 100%
2006: 103,4%
2007: 105,1%
2008: 99,7%
2009: 91,9%
2010: 84,5%
2011: 86,5%
Die Bauleistung pro Einwohner ist um fast 20% gesunken!

Die Angebotsverkürzung haben wir doch, wenn die Eurozone die eigene Leistung betrachtet!

Diese traurige Realität können Sie mit Psychologie, Vertrauen oder anderen Theorien niemals ausheben, auch nicht im Ansatz erklären.

Gast: kshg 36
09.08.2012 18:29
1 0

Unbegründeter Verdacht ?

Offensichtlich sind Finanzhaie bestrebt ihre Gewinne aus der verschuldung der staaten mit allen mitteln abzusichern.

Goldman's monti und Draghi stehen daher im nicht unbegründeten Verdacht, insgeheim die Intersessen der Finanzhaie zu verfolgen.

Könnte das nicht strafrechtlich relevant sein:
“Organisierte Kriminalität ist die von Gewinn- oder Machtstreben bestimmte planmäßige Begehung von Straftaten, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit von erheblicher Bedeutung sind, wenn mehr als zwei Beteiligte auf längere oder unbestimmte Dauer arbeitsteilig unter Verwendung gewerblicher oder geschäftsähnlicher Strukturen, unter Einflussnahme auf Politik, Massenmedien, öffentliche Verwaltung, Justiz oder Wirtschaft zusammenwirken.”


Gast: frag mal
09.08.2012 17:08
2 0

EZB - ESM


Im Grunde ging es beim ESM doch darum, Anleihen von maroden Staaten aufzukaufen, wenn die Zinslast zu hoch wird, weil die EZB das angeblich nicht darf, aber dennoch gemacht hat.

Die EZB ist ein Organ der EU, eine supranationale Institution, die über nationalem Recht steht.

ESM ist ebenfalls eine supranationale Institution, aber ausserhalb der EU.

Eigentlich ist es eine Augenauswischerei, wer da jetzt die Anleihen kauft - das Ziel ist dasselbe.

Würde die EZB sagen, ab dem Prozentsatz X greifen wir ein, und es auch tut, wären die "Märkte" doch auch sofort "beruhigt". Die Schweizer nageln den Franken ja auch bei 1,20 fest.

Stattdessen wird die ganze Zeit herumgeeiert, die Investoren besorgen sich beinahe geschenktes Geld von der EZB und kassieren die ganze Zeit über 6, 7%.

Was mich interessiert hätte: die EZB als EU - Organ, liefert Gewinne wohl an "die EU"?

Der ESM ist nun kein EU - Organ, und vergemeinschaftet das Risiko auf alle.

EZB - Gewinne ins EU-Kröpfchen,
ESM - Schulden ins Steuerzahler-Töpfchen?

Ist das der Sinn der Sache? Könnte das sein?

Kann das jemand aufklären?

Gast: Johan Meltini
09.08.2012 16:47
0 1

Issing

jaja Issing, die 40 Jahre alten Patentrezepte mantrartig wiederholen. Zum Glück sind diese BuBa Leute in der EZB immer unwichtiger geworden.

Gast: Karstenkk
09.08.2012 15:34
0 0

ESM ist ggf. etwas umstritten...

Und was ist, wenn der ESM dreifach verfassungswidrig ist? Dann gibt es das Geld so? Ist das wieder eine Art der Erpressung?

Gast: unbeteiligter
09.08.2012 15:24
1 1

Man sollte Draghi sofort festnehmen und ...

anklagen - das was derzeit mit Griechenland geheim an Finanzholfen gedealt wird reicht dazu aus ., nur schauen alle- einschließlich Merkel-weg , weil allen der Durchblick fehtl

Tod der EU !

PS: Warum wird eigentlich die Wahrheit wegzensuriert, wenn man doch frei und unabhängig ist .....

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