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Neuer DIW-Chef für Ausweitung der Eurozone

10.08.2012 | 11:48 |   (DiePresse.com)

Langfristig sollen alle EU-Länder den Euro einführen, sagt Marcel Fratzscher. Er leitet ab Februar 2013 das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung.

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Marcel Fratzscher soll am 1. Februar 2013 die Leitung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) übernehmen. Schon jetzt lässt er aufhorchen. In einem Interview mit der "Financial Times Deutschland" (FTD) spricht er sich nicht nur für den Verbleib der Griechen in der Eurozone aus, sondern auch für deren Erweiterung. "Als überzeugter Europäer wünsche ich mir ganz langfristig einen europäischen Währungsraum mit allen 27 Mitgliedsländern", so der Wirtschaftsforscher.

Die bisherigen Schritte zur Lösung der Euro-Krise gehen Fratzscher noch nicht weit genug. "Die Eurozone wurde ohne politische, fiskalische und Bankenunion gegründet. Langfristig sind diese Schritte aber notwendig, um den Währungsraum krisenfest zu machen", sagte der 41-Jährige im Gespräch mit der "FTD".

Krisenländer werden wettbewerbsfähiger

Besonders wichtig sei es, "eine Ansteckung der Krise auf andere Euro-Staaten zu vermeiden. Das ist eine der größten Gefahren für Italien und Spanien und damit den gesamten Währungsraum", so Fratzscher. "Alle Euro-Südstaaten haben mit strukturellen und haushaltspolitischen Reformen begonnen, um wieder an Wettbewerbsfähigkeit zu gewinnen und die öffentlichen Defizite in den Griff zu bekommen." Nun gehe es darum, alle Maßnahmen rasch umzusetzen. Irland sei auf einem sehr guten Weg. Aber auch Länder wie Spanien, Portugal und auch Griechenland würden international konkurrenzfähiger.

Wirtschaftspolitischer Analyst bei EZB

Fratzscher ist derzeit noch Leiter der Abteilung für internationale wirtschaftspolitische Analysen bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Ökonom ist dabei maßgeblich für die Formulierung von Politikpositionen zuständig. Momentan geht er in seiner Forschung der Frage nach, wie Notenbanken mit Märkten und Öffentlichkeit kommunizieren sollten.

Am Donnerstag beschloss das Kuratorium des Berliner DIW einstimmig, Fratzscher zum neuen Vorstandsvorsitzenden zu berufen. Die Vertragsverhandlungen sollen bald beginnen. Das DIW sorgte zuletzt für Schlagzeilen, weil es Zwangsanleihen für Reiche gefordert hatte (mehr dazu ...).

(Red.)

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16 Kommentare
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Kopfschuss?


Kopfschuss?

Gast: E.T.
10.08.2012 23:46
1 0

Bitte

entmündigt den DIW-Chef.


Das ist völlig realitätsfernes Wunschdenken!

Fratzscher "wünscht" sich einen Euro für alle 27 EU-Staaten, wofür eine "politische, fiskalische und Bankenunion" nötig wäre.
Eine solche Union kann es aber nicht geben, die Wirtschafts- und Finanzpolitik der nördlichen Hartwährungsländer ist mit der auf regelmäßige Währungsabwertungen gegründeten Politik der Südländer völlig unvereinbar!

Das Leugnen dieser Unvereinbarkeit ist auch der eigentliche Grund für die Eurokrise. Man hat den Südländern, im naiven Glauben, dass sie eine "nördliche" Politik machen würden, ungewohnt niedrige Zinssätze für Staatsanleihen ermöglicht. Man hätte aber wissen müssen, dass diese Länder die Staatsverschuldung immer bis zu den gerade noch erträglichen Zinssätzen ausgedehnt haben. Zu hohe Staatschulden wurden dann regelmäßig durch Währungsabwertung entschärft. Dieses Entschärfen geht aber jetzt nicht mehr und jetzt sollen die, die ordentlich gewirtschaftet haben, für die überzogenen Schulden der anderen haften!

Dass es so kommen musste, war von Anfang an klar, die "überzeugten Europäer", zu denen sich auch Fratzscher zählt, haben aber immer die Realität geleugnet und dadurch den Euro an den Rand des Abgrundes gebracht!

Wenn dieser Mann Chef des deutschen Wifo wird, ist Schlimmes zu befürchten!


Gast: Gruftmaus
10.08.2012 17:03
2 1

Stimmt

Langfristig sollen alle EU -Länder den Bereuro einführen.
Wohin und wie, bleibt dann jedem selbst überlassen.

Gast: Fprester
10.08.2012 16:24
5 0

Er muss sein Institut finanzieren

Auch dieser Mann muss die Finanzierung seines Instituts sichern. Das geht nur, wenn man Aufträge von der EU und von Deutschland hat. Wer gegen den Euro ist, wird kaum Aufträge erhalten. Soviel zur Neutralität und Wissenschaftlichkeit von Forschungsinstituten.

Geht am Problem vorbei

Meiner Meinung geht die Ganze Vergemeinschaftung von Schulden incl. politische, fiskalische und Bankenunion am Problem vorbei.
Die PIIGS haben zu viel Kredit gekriegt weil Staatsanleihen der EUR Länder per Definition Risikolos sind und von den Banken nicht mit adequatem Eigenkapitalanteil unterlegt werden müssen.
Wer bitte glaubt dass Griechenland nie pleite gehen kann.
Da in der Eurozone das einzelne Land seine Pleite nicht weginflationieren kann, müssten Banken je nach Risiko die jeweiligen Staatsanleihen in einem logischen Risikosystem mit Eigenkapital gegen Zahlungsaufall unterlegen, im Falle Griechenlands mit mehr bei Deutschland mit weniger.

Währe dies schon seit Einführung der Währungsunion so praktiziert worden hätte sich Griechenland nie zu so niedrigem Zins verschulden können. Ergebnis: Der Reformdruck auf die griechische Politik währe schon viel früher viel größer gewesen und Ihre Schuldenberg hätte nie so hoch anwachsen können und wir hätten kein Problem selbst wenn GR pleite geht, weil die Banken die von Ihnen gehaltenen GR Staatsanleihen mit entsprechendem Eigenkapital unterlegt hätten.

Das ist das eigentliche Problem: Staaten können pleite gehen, daher sind Staatsanleihen nicht risikolos und die Aufsichtsbehörden sollten diese Realität nicht versuchen wegzuregulieren.

Gast: 1. Parteiloser
10.08.2012 14:21
7 0

Soll man diesen Wahnsinn ausweiten?

Die harten Daten zur Realität:

1) Ein guter Indikator für eine erfolgte Geldschöpfung ist ja die Bilanzsumme der Notenbank.

http://www.ecb.int/press/pr/wfs/2012/html/index.en.html

22.06.2012: 3.057.892 Mio. Euro
23.12.2011: 2.733.235
23.12.2010: 1.926.154
23.12.2005: 1.019.749
27.12.2002: 832.558

2) Geldmenge M3:
2001:........5.403 Mrd. Euro
2012/03:...9.880 Mrd. Euro (+83%!)

Die meisten Staatsschulden über 10 Billionen Euro! sind noch gar nicht dabei, weil mit über 2 Jahren Laufzeiten platziert.

3) Dazugehörige Gütermengen bei einer realen Betrachtung für den Euroraum:

Produktion in der Eurozone, Basis 2005 = 100%
2001: 96,3%
2002: 96,1%
2003: 96,4%
2004: 98,5%
2005: 100%
2006: 104,2%
2007: 108,3%
2008: 106,5%
2009: 90,8%
2010: 97,5%
2011: 100,5%
Es wurde also ein bereinigtes Wachstum in 10 Jahren von gerade einmal 4,3% geschaffen, das Bevölkerungswachstum war aber +5,6%!
Pro Einwohner gerechnet ist auch die Produktion um mehr als 1% gesunken!

Die Daten zum Baugewerbe
2001: 95,7%
2002: 96,4%
2003: 97,4%
2004: 97,6%
2005: 100%
2006: 103,4%
2007: 105,1%
2008: 99,7%
2009: 91,9%
2010: 84,5%
2011: 86,5%
Die Bauleistung pro Einwohner ist um fast 20% gesunken!

Der Euro, auch die EU, bringen keine Leistung zru Versorgung der Gesellschaft, bringen also auch keinen Dienst für die Gesellschaft. Eine Ausweitung dieses nutzlosen Wahnsinns würde dann ja nur eine leistungslose Gesellschaft provozieren, welche sich dann immer schlechter versorgen kann!

Dumm und Sinnlos!

Was soll einer, der bei der EZB auf der Gehaltsliste steht

auch anderes sagen. Soll er sagen, dass der Euro eine Missgeburt war oder dass er lieber erst gar nicht hätte "erfunden" werden dürfen? Wessen Lied ich singe, dessen Brot ich esse. Natürlich sieht er den Euro in einer aussichtslosen Situation, muss jedoch in einem Interview das abstreiten. Aber er tut das nicht als Verteidiger, sondern als Angreifer, denn Angriff ist bekanntlich die beste Verteidigung. Dass er Fakten ignoriert ist in diesem Fall nicht absurd, sondern Taktik. Ob diese allerdings in seinem Sinn aufgehen wird, das wird man sehen. Schaut man in die Krisenländer, dann erkennt man auf den ersten Blick, dass sowohl die Politik als auch die Mainstream-Medien falsche Informationen liefern. Doch das geschieht ganz im Sinn des Herrn Fratzscher. Primär gilt doch, dass die Bevölkerung nur mit Halbwahrheiten versorgt werden darf.

Hoppla,

da kommt doch tatsächlich jemanddrauf, dass in Kürze die Einzahler in den 17 EURO.Ländern für die "Solidarität" mit den Krisenländern zu wenig werden könnten.

Und welch einfache Lösung, nach mehr Einzahlern (plus die 10 restlichen EU-Mitglieder) zu rufen. Das ganze garniert mit den Standard-Schlagworten der letzten Jahre. Und schon ist man in der Zeitung.

Die Verzweiflung der retter wird leider immer sichtbarer.

Geht er in seiner Forschung der Frage nach, wie Notenbanken mit Märkten und Öffentlichkeit kommunizieren sollten

Forscher? Also wenn der als Forscher bezeichnet werden darf, dann ist HC Strache für mich der größte Forscher in der Gegenwart!

Re: Geht er in seiner Forschung der Frage nach, wie Notenbanken mit Märkten und Öffentlichkeit kommunizieren sollten

Bitte nicht drüber lustig machen. Es gibt auch schon erste konkrete Forschungsergebnisse:

- Kommunikation gegenüber dem Markt: Wir hängen so viele Nullen an, wie nötig, um Euch zu beruhigen.

- Kommunikation gegenüber der Öffentlichkeit: Das wird ein gutes Geschäft!

Als überzeugter Europäer wünsche ich mir ganz langfristig einen europäischen Währungsraum mit allen 27 Mitgliedsländern

Na wenigstens versucht er gar nicht, inhaltlich zu argumentieren.

Antworten Gast: HB4242
10.08.2012 13:38
7 0

Re: Als überzeugter Europäer wünsche ich mir ganz langfristig einen europäischen Währungsraum mit allen 27 Mitgliedsländern

.... und als überzeugter Österreicher wünsche ich mir, dass die Zahl der Vollkoffer, die ständig in den Medien präsent sind, endlich mal abnimmt ....

6 1

und

Norwegen etc werden herzlichen Dank sagen.

Re: und

norwegen ist nicht EU mitglied....

Gast: Hans im Glück
10.08.2012 11:52
5 0

Na dann... Gute Nacht!!!

Bekommt der alles vom Bundeskanzleramt vorgekaut?

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