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Euro-Vater Issing rechnet mit EZB ab

10.08.2012 | 18:26 |  KARL GAULHOFER (Die Presse)

Ein Falke setzt zum späten Flug an: Der erste EZB-Chefvolkswirt macht im Ruhestand Furore, weil er den Euro preist und zugleich die Rettungspolitik scharf kritisiert.

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Berlin. Im Tennisklub macht es Otmar Issing gar nicht froh, dass er ständig auf den Euro angesprochen wird. „Ich ziehe meine Turnschuhe nach dem Spiel ganz schnell aus und gehe“, erzählt der erstaunlich rüstige 76-Jährige mit einem Seufzer. Die Sorgen der Bürger verfolgen den ersten Chefvolkswirt im Frankfurter EZB-Tower bis in die Pension. Dabei ist er von früher gewohnt, dass die weisen Worte der Ökonomen selten auf fruchtbaren Boden fallen.

Als der Währungswächter aus Würzburg einmal in einem Vortrag faktenreich erklärte, dass der Euro kein Teuro ist, resignierte er angesichts der ungläubigen Blicke aus dem Publikum: „Ich sehe schon, Sie glauben mir nicht – und meine Frau tut es auch nicht“. Eine Mainzer Lokalzeitung titelte tags darauf: „Frau Issing ist nicht alleine“.

Heute aber hört jeder, ob Freund oder Feind der Einheitswährung, aufmerksam zu, wenn der deutsche Gründervater des Euro das Wort ergreift. Als er am Donnerstag sein Manifest „Wie wir den Euro retten und Europa stärken“ vorstellte, scherzte Issing im Blitzlichtgewitter der Fotografen, er komme sich vor „wie ein Olympiasieger“. Lange hat er geschwiegen. Denn 2006, nach dem Ende seines achtjährigen Mandats, hatte er sich „geschworen, die Geldpolitik der EZB niemals zu kritisieren“.

 

Euro half durch die Finanzkrise

Warum aber tut er es nun doch, in vielen Gastkommentaren und nun in einem transkribierten langen Interview? Das liegt am Kern seiner Kritik: Was heute in Frankfurt entschieden wird, habe mit Geldpolitik nichts mehr zu tun.

Denn „eine Notenbank ist nicht dazu da, Staaten zu retten“. Er hält die Rettungsstrategien für grundfalsch und gefährlich, umso mehr nach den jüngsten Ankündigungen von EZB-Präsident Mario Draghi, „mit allen Mitteln“ gegen die Krise zu kämpfen.

So klagen viele Euro-Skeptiker. Viele von ihnen wären insgeheim wohl heilfroh, wenn der Währungsraum bald scheitert, wenn Mark, Gulden und Schilling wiederauferstehen – aus welchem Trümmerhaufen auch immer. Issing aber kann man solche Motive nicht unterstellen, denn er nimmt sein missratenes Kind in Schutz.

Der Euro habe bisher für Stabilität und für niedrige Inflationsraten gesorgt, niedriger als zu Zeiten der Mark. Und es sei gar nicht auszudenken, sagte der Doyen unter den deutschen Geldtheoretikern zur FAZ, was mit einer D-Mark passiert wäre, über die eine Finanzkrise wie 2008 hereingebrochen wäre: eine massive Aufwertung und ein Massensterben mittelständischer Unternehmen, die eine solche abrupte Erhöhung ihrer Exportpreise nicht überlebt hätten – so wie schon 1992, als die Lira in kurzer Zeit um 30 Prozent gegenüber der Mark abwertete. Solche fatalen Verwerfungen könnten nur in einem sehr großen und damit in sich robusten Währungsraum verhindert werden.

Wer so analysiert, dem nimmt man gerne ab, dass ihm eine gedeihliche Zukunft des Euro am Herzen liegt. Nur sind die Rezepte des früheren Oberfalken im EZB-Rat, dem die Stabilität des Geldwertes über alles geht, ganz andere als jene, die in Brüssel und Frankfurt propagiert werden. Er will zurück zu den Wurzeln, zum Bailout-Verbot: „Spanien und Italien sollen ihre Probleme selbst lösen, schließlich sind sie auch dort verursacht worden“.

 

Erfolg schläferte die Skepsis ein

Fragt sich nur, warum er nicht als Aktiver deutlicher warnte, als die Wettbewerbsfähigkeit zwischen Süd und Nord gefährlich auseinanderdriftete? Als letzter Chefvolkswirt der Bundesbank stand er dem Euro-Projekt durchaus skeptisch gegenüber. Es ging ihm alles zu schnell, mit zu vielen zu heterogenen Ländern. Ein „mutiges Experiment“, lautete damals seine Formel. Übersetzt aus der diplomatischen Sprache der Notenbanker bedeutet das so viel wie: ein brandgefährliches Hasardspiel.

Dem Vorschlag, den unbequemen Störenfried zur EZB zu verschieben, folgte Kanzler Kohl deshalb nur widerwillig: „Issing? Hat der jemals etwas Gutes über den Euro gesagt?“. Doch gerade das Erbe der deutschen Stabilitätskultur, das der Skeptiker ins Gepäck packte, trug nicht wenig zum Vertrauen bei, das die Märkte der neuen Währung rasch entgegenbrachten. Das schläferte wohl auch den kritischen Geist Issings ein, der sich alsbald auch selbst lobte, wenn er von einem „großen Erfolg“ des Euro sprach. So viel gibt er heute zu: Er habe die Krise vorausgesehen, aber ihre Dimensionen deutlich unterschätzt.

Deshalb nimmt der passionierte Leichtathlet, der auch seine akademische Karriere im Eilschritt absolvierte, in der Pension noch einmal Anlauf. Kanzlerin Merkel setzte ihn auf dem Höhepunkt der Finanzkrise an die Spitze einer Expertengruppe, die Vorschläge für eine Reform der Finanzmärkte entwarf. Und nun verstärkt er ganz offiziell das Lager der Gegner der Euro-Rettungspolitik – als einer, der über den Verdacht der Brandstiftung erhaben ist.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2012)

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26 Kommentare
 
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was spricht eigentlich gegen einen Austritt von Staaten die den Euro ruinieren. nehmen wir an Griechenland tritt aus den Euro aus. stärkt oder schwächt das den Euro?
natürlich stärkt das den Euro da ein schwaches Land die Eurozone verlässt. bei Firmen die nicht erfolgreich sind stößt man die nicht rentierenden Geschäftsfelder ab um den Rest der Firma erfolgreicher zu machen. wieso sollte das in einer Währungsunion nicht funktionieren.
na weil es gegen jeden Grundsatz der Politiker spricht.
Politiker sind nicht lernfähig. sie laufen gegen eine Mauer, liegen am Boden, stehen auf und laufen wieder gegen die Mauer. vielleicht wär es besser zu versuchen die Mauer zu umgehen oder darüber hinwegzuklettern als ständig wieder dagegen zu laufen...

Dass die Euroerfinder dann zugeben müssten, dass die Aufnahme Griechenlands ein schwerer Fehler war, ist das einzige, was gegen einen Austritt Griechenlands spricht!

Meist wird als Argument gegen den Euroaustritt Griechenlands angeführt, dass die Gläubigerbanken dann die ungeheure Milliardensumme, die Griechenland schuldet, in ihren Büchern abschreiben müssten, wodurch neue Bankenrettungen nötig würden.

Einerseits ist aber ein Euroaustritt nicht zwingend mit einem Schuldenschnitt verbunden, und andererseits sind diese Forderungenn sowieso wertlos, denn Griechenland wird das niemals bezahlen können!

Die Banken, die griechische Anleihen halten, sind also sowieso pleite und die Staaten, die sich an den diversen Rettungsschirmen beteiligt haben, auch!

Die ganze EU ist nur mehr ein Potemkinsches Dorf, und je länger man die Wahrheit verschleiert, umso größer wird der unvermeidliche Schaden für alle!

Gast: Styriate
11.08.2012 19:13
1 0

Staatsverschuldung und Zahlungsbilanz - da ist das Problem

In seinem neuen Buch, Europa braucht den Euro nicht" arbeitet Thilo Sarrazin auch klar heraus, dass nicht die Höhe der Staatsverschuldung per se das wirkliche Problem ist sondern, wenn es sich mit einem anhaltenden Zahlungsbilanzdefitzit paart, ein Land mehr an Güter und Dienstleistungen von anderen beansprucht als es selbst "produziert". Die 200+% Staatsverschuldung in Japan sind reine Binnen-Staatsverschuldung, der Staat bei seinen Staatsbürgern. Und weil das Land einen Zahlungsbilanzüberschuss hat kratzt das niemanden, der Yen ist stabil und niemand spekuliertt gegen ihn mit Staatschuldpapieren..

Und die USA? Die erzwingen ganz einfach (militärisch und politisch, siehe Überfall auf den Irak und inszenierte "Demokratisierung" in Libyen, damit Gaddafi nicht Gold mit den riesigen Petro-Dollarguthabhen in USA, FR, IT ~150 Mrd $ kauft, jüngst wieder) dass die ganze Welt für die Papier-Dollars brav Güter und Dienstleistungen in die USA liefert wie die Nahoststaaten und andere...

Re: Staatsverschuldung und Zahlungsbilanz - da ist das Problem

Zu Sarrazins o.a. Buch möchte ich sagen:

Das Buch ist über die Maßen detailreich und deshalb nicht leicht zu lesen. Von den zahlreichen Thesen Sarrazins sind die meisten so, dass man uneingeschränkt zustimmen muss. Einige sind zumindest diskussionswürdig, keine einzige habe ich gefunden, die man von vornherein als falsch bezeichnen könnte.
Auch hat sich Sarrazin immer sehr vorsichtig ausgedrückt und z. B dort, wo etwas offensichtlich unerreichbar ist, die Wendung: "sehe ich heute noch nicht" verwendet, um ja niemanden zu verletzen.

Ich verstehe überhaupt nicht, weshalb Sarrazin so heftig beschimpft wurde, ohne sich auch nur im Geringsten mit dem Inhalt des Buches auseinanderzusetzen. Wahrscheinlich haben es die Beschimpfer auch gar nicht gelesen, weil es ihnen viel zu anstrengend war.

Offenbar hatte man einfach ein Vorurteil gegen Sarrazin, das hemmungslos ausgelebt wurde!

Wie Issing den Euro retten will, erfährt man leider nicht!

Dabei wäre das so wichtig! Die EU-Kommission und die anderen Eurokraten haben ja keine blasse Ahnung, wie das gehen könnte, ihre "Rettungsschirme" retten ja nichts, sondern kaufen nur Zeit, in der dann wahrscheinlich ein Wunder geschehen soll!

Der einzige, mir bekannte Weg, den Euro zu retten, ist die faulen Glieder zu amputieren, damit er sich wieder erholen kann. Das wollen seine Erfinder aber partout nicht wahrhaben, also wird der sichere Euro-Untergang weiter nur hinausgeschoben, aber nicht verhindert!

Gast: Angespeister
11.08.2012 15:33
0 0

Goldman-Sachs-Oldie


Auch Issing ist mit Goldman-Sachs im Bunde

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/karriere/0,2828,442737,00.html

Zitat
Wer so analysiert, dem nimmt man gerne ab, dass ihm eine gedeihliche Zukunft des Euro am Herzen liegt.
-----------------

Na, das kann man auch anders sehen.



Petition für eine Europäische Verfassung der Bürger und Bürgerinnen

Bitte unterschreibt die Petition für eine Europäische Verfassung der Bürger und Bürgerinnen:

www.moveument.org/de

weil Europa es wert ist!

Danke!

Gast: Angespeister
11.08.2012 10:02
3 0

Die Wurzeln des Übels anpacken


Und die liegen im derzeitigen Geldsystem.

http://de.wikipedia.org/wiki/Banking-Theorie

Zitat
Während der Staat diese Prozesse monetär nicht mehr unter Kontrolle hat, muss er in solchen Krisen gleichwohl, um einen Systemkollaps zu verhindern, die allfälligen Verluste der Banken tragen und sich für ihren Bestand verbürgen. Dies macht fiskalische und budgetäre Bemühungen des Staates zunichte. Wirtschaft und Gesellschaft in der Breite haben die Kosten und Folgelasten zu tragen. Da zugleich viele Banken nicht damit aufgehört haben, Managern und Mitarbeitern exorbitante Boni zu zahlen, hat dies nachdrückliche Forderungen nach ‚mehr Kontrolle‘ und ‚strengerer Regulierung‘ der Banken auf den Plan gerufen, darunter auch viele Vorschläge an die Politik, die Banking-Theorien nicht länger zur Grundlage ihres Handelns zu machen.
-------------------

Es wäre Zeit, dass die Medien nicht kritiklos die Profiteure des Systems ihre Sprechblasen absondern lassen.

Immer mehr Ökonomen fordern ein Ende der Vergemeinschaftung der Schulden und dass sich die EZB zu ihrer eigentlichen Aufgabe "Geldwertstabilität" bekennt

http://www.wienerzeitung.at/wzo/meinungen/gastkommentare/475558_milliardengrab_eurorettung.html

Gast: So 'n Scheiß!
11.08.2012 02:37
2 0

Issing alles schief gelaufen?

Aber schuldig sind die anderen! Tja: Issing das die Möglichkeit?

Herr Issing fürchtet sich nachträglich,

was mit einer DM in der Krise passiert wäre? Wahrscheinlich dasselbe wie mit dem Schweizer Franken. Kalte Güsse härten ab, das müßte er doch aus jahrzehnte langer DM-Erfahrung wissen. Das bringt auch billige Zinsen. Die Warmbader im Süden haben sich nur mit regelmäßigen Abwertungen helfen können und zahlten deshalb hohe Zinsen. Und wie diese Zinsen, bei Eintritt in den Euro halbiert wurden, haben sie eben ihre Schulden verdoppelt....W.

8 1

Re: Herr Issing fürchtet sich nachträglich,

Vielleicht noch eine kleine Ergänzung.
Es wird dauernd darauf hingewiesen, daß es zu D-Mark-Zeiten schon höhere Inflationsmarken gab als jetzt im Euro. Da wird aber dann geflissentlich vergessen, daß es damals auch immer wieder Lohnausgleich für die Inflation gab, währenddem wir jetzt einen echten Wertverlust bei den Löhnen und sonstigen Einkommen bei den unselbständig Beschäftigten haben. Vom Wertverlust auf Sparkonten will ich gleich gar nicht schreiben, denn sonst kommt mir die Galle hoch. Und das alles weil in einigen Staaten Politiker werkeln, die kein Verantwortungsgefühl haben und sich von den anderen aufpäppeln lassen wollen. Das wird dann mit o.a. Verlusten der "kleinen Leute" finanziert!

Bravo Euro! kann man da nur sagen!

Antworten Antworten Gast: Gast541
12.08.2012 11:13
1 0

Re: Re: Herr Issing fürchtet sich nachträglich,

Den Inflationsausgleich gab es eben sehr selten, das ist ja eine wesentliche Komponente der Hartwährungspolitik.

Wenn es in einem Hartwährungsland zu höheren Inflationsraten und Außenhandelsdefizit kommt, dann werden einerseits die Kreditzinsen erhöht (während die Sparzinsen niedrig bleiben) und andererseits bleiben die Lohnabschlüsse unter der Inflationsrate.

Hauptprofiteur ist der öffentliche Dienst, Hauptfinanziers sind die Arbeiter und Angestellten in der Privatwirtschaft.

Das alles hat nichts mit dem Euro zu tun, sonder fing in Österreich bereits 1947 an...

Es gibt auch ein Konzept wie die Staaten ihre Schulden selbst managen können.

„Spanien und Italien sollen ihre Probleme selbst lösen, schließlich sind sie auch dort verursacht worden“

Richtig, aber wie sollen sie ihre Probleme selbst lösen können, wenn ihnen die Problemlösung von unzulässiger und zuständiger Stelle (EZB, ESM, etc.) regelrecht aufgedrängt werden?

Die beste Lösung EU-weit wäre eine solidarische Umschuldung - die Trennung der Staatsfinanzen von den Finanzmärkten. (Die Schulden-Zinsen unterstützen in diesem Modell die Realwirtschaft).

Zuerst müssten Staatsbürgerbanken (SBB) gegründet werden. Die Bürger dürfen dann von ihrer SBB einen zweckgebundenen "Notenbankkredit" mit 1 % Zinsen aufnehmen zum Kauf von Staatsanleihen mit 3 % Zinsen. Der Spread von 2 % (ca. 500 Euro pro Kopf/ a) dürfte nur ausbezahlt werden, wenn keine Neuverschuldung vorliegt. Die solidarische Umschuldung brächte eine Entflechtung der Staatsfinanzen und würde einen Schuldenschnitt bei 60 % des BIP - und somit einen Neubeginn bei Maastricht - möglich machen.

Konzept:
http://oekonetik.info/umschuldung

PS: Wer die Maastricht-Kriterien nicht schafft fliegt raus - was nach einer solidarischen Umschuldung keinen volkswirtschaftlichen Stress machen würde.


Re: Es gibt auch ein Konzept wie die Staaten ihre Schulden selbst managen können.

Warum nicht die Problem dort lösen, wo sie sind?

In Spanien ersticken die Betriebe unter der Last der Abfertigungen, und die Arbeitnehmer können durch diese "Geld-Kette" nicht ein besseres Jobangebot annehmen, weil sie dann Jahresgehälter verlieren. Ansonsten bräuchte die mehr Effizienz in der Produktion, und endlich ein Umdenken bei: "Ich kaufe eine Wohnung, weil die wird mehr wert und dann verkaufe ich sie wieder. Vermieten muss ich sie dazwischen nicht."

In Italien sollten sie endlich die Korruption in Griff bekommen und das Steuersystem leistungsfähig machen. Bei denen fehlt wirklich nicht viel, um die Deutschen zu überholen, aber mit dem Sand im Getriebe, wird sich wohl nie eine schnelle Runde ausgehen.

Gemerkt, dass dafür keine neue Finanzierungsidee notwendig ist, sondern einfach billiges Hirnschmalz und etwas Arbeit.

Ich finde die Finanzierungskonzepte auch immer interessant, aber sie führen zu noch mehr in die Abhängigkeit von Schulden.

Schweden hat es in den 90ern richtig gemacht. Die haben sich überlegt, wo die Probleme liegen, haben sie behoben (schlankerer Beamtenapparat, umverteilung von Alt auf Jung, Entlastung der Jungen, mehr Forschung) und nach 4 Jahre, waren sie aus allem raus, und der Premier wurde wiedergewählt. Die habe bis 2015 das Ziel, die Staatschulden von 30 auf 15 Prozent zu bekommen. Ganz ohne neue Quelle.

Antworten Antworten Gast: Niveus
11.08.2012 10:22
0 0

Re: Re: Es gibt auch ein Konzept wie die Staaten ihre Schulden selbst managen können.

Durch die solidarische Umschuldung in noch mehr Abhängigkeit?

Das können Sie wohl nicht ernst meinen.

Antworten Gast: Analyst 829
10.08.2012 22:13
2 0

Re: Es gibt auch ein Konzept wie die Staaten ihre Schulden selbst managen können.

Im Fall von Spanien muss man sagen, dass dort der Sozialismus gar nicht so tief in den Köpfen verwurzelt ist, wie in anderen südlichen Staaten Europas!

Spanien (hat nur relativ geringe Staatsschulden gemessen am BIP viel weniger als Deutschland und Österreich) wurde ganz offensichtlich absichtlich falsch von Töchtern von Banken, die mit der FED zusammenarbeiten geratet! Die Probleme die Spanien hat, wurden tatsächlich vom Euro verursacht, die Peseta wäre nicht angegriffen worden, da sie völlig uninteressant war, aber weil Spanien den Euro hat, hat man seitens der Amerikaner, die enorme Marktanteile beim Reservewährungsmarkt (1000 Mrd. Reservewährung bei 2 % Inflation bedeuten für die jeweilige Zentralbank 20 Mrd. zusätzlichen Gewinn pro JAHR) verloren haben, Spanien willkürlich heruntergeratet!

Die DM hatte etwa 10 % Marktanteil am Reservewährungsmarkt. Der Euro hat etwa 30 % obwohl zum Euro keine Reservewährungen dazukamen außer die DM! Das kostete die FED schon etwa 400 Mrd. Euro. Die kann da nicht zuschauen und hat eben versucht via falscher Ratings, Verkauf von ungedeckten US-Staatsanleihen, US-Hypotheken u. s. w. Europa zu schädigen. Bei der SNB hat sich die FED die Finger verbrannt, da man die Reserven der SNB weit unterschätze (mehr Reserven als EZB und FED gemeinsam!) und nun glaubt, die EZB (geringere Reserven als die SNB) knacken zu können.

Die EZB MUSS wegen FALSCHER Ratings unterbewertete spanische Anleihen kaufen. Zn. runter auf 2 %, Anleihen 50 % mehr wert!

Wer glaubt noch an den Euro?

Der Euro war nie stabil, er hat, im Gegenteil, die Instabiltät gefördert! Die Nachteile der Europäischen Währungsunion (EWU) – stagnierendes Wachstum, erhöhte Arbeitslosigkeit, Ungleichgewichte, Strukturschwächen, Blasenbildungen, übermäßige Staatsverschuldung, Sparzwang, nicht funktionierende Stabilitätsmechanismen, löchrige Rettungsschirme, Staatsschuldenfinanzierung durch die EZB, unverhältnismäßige Kreditausweitung, Inflationsgefahren, Bankenpleiten durch uneinbringlich gewordene Kredite – sind inzwischen so offensichtlich geworden, daß sie auch Herrn Issing einleuchten sollten. Dem Urteil des Präsidenten der Tschechischen Republik, Vaclav Klaus, international anerkannter Nationalökonom, Währungs- und Finanzfachmann, „the Euro-Zone has failed“ wird heute kaum noch widersprochen. Das ökonomische Gesetz: „Staat und Währung dürfen nicht getrennt werden", sollte auch Herr Issing kennen. Der Euro ist nicht zu retten, die "Rückkehr zu den Wurzeln" (der Bundesbankprinzipien) Illusion! Heute läuft alles auf eine Fiskalunion (Gemeinschaftskasse!) und Schuldenunion hinaus, die aber wird von den Völkern vehement abgelehnt.
"Heute wird die Europa-Idee so verbissen verteidigt wie noch vor 25 Jahren die Idee des Sozialismus. Und sie wird genauso enden" (Henryk M. Broder, Welt online, 9.08.12)


Antworten Gast: Stanem Prval
11.08.2012 11:13
0 0

Klaus ist ein alter Kommunist,

mit nationalen Wurzeln bei Benes. Dass der sich über das Scheitern des Euro und der Europäischen Einigung freut, wundert keinen.

Re: Wer glaubt noch an den Euro?

1. Klaus ist ein studierter Kommunismus-Wirtschaftler, der nicht einmal bemerkt, dass Temelin dem Staat mehr als 4Mrd. Euro pro Jahr kostet. Soviel zu anerkannt. Er ist ein Populist, der im Amt bleiben muss, damit er nicht vor Gericht kommt.

2. Staat und Währung müssen immer getrennt sein. Wenn nicht, kann der Staat über die Währung die Bürger enteignen, was ein No-Go ist.

3. Zur Instabilität des Euro: Er hat seit seinem Start mit 1:1 auf den Dollar mehr als 30 Prozent zugelegt. Ja das ist instabil. Nur das ist eine Schwäche des Dollars und nicht die Schuld des Euros.

4. Die Schuldenunion ist im kommen, aber nur weil kein einziger unserer Politiker den Anstand oder den Mut hat zu Sagen was Sache ist. Der Euro zwingt die Verschwenderischen (alle, auch die Bürgerlichen) zum Sparen, was sehr gut ist. Das jetzt als Schwäche des Euros zu deuten, ist falsch. In Wahrheit ist es eine Stärke, die halt nur keiner Wahrhaben will, schon gar nicht die Völker.

5. steigende Arbeitslosigkeit: Daran bin ich Schuld, und meine IT-Kollegen und die Automatsierungstechniker. Ein fauler aber kreativer Haufen von uns ersetzt viele, viele Arbeiter. (ich und meine 16 Kollegen habe gerade vor 2 Wochen 600 Menschen arbeitslos gemacht, wenn nicht ich, hätte es ein anderer getan).

6. Strukturschwachen: Den Euro für die Schwäche des Burgenlandes, des Waldviertels oder Griechenland die Schuld zu geben, kann falscher nicht sein.

7. Ein vereintes Europa gehört verteidigt!

Antworten Antworten Gast: Hardliner 1
11.08.2012 16:33
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Re: Re: Wer glaubt noch an den Euro?

Der Euro ist für Deutschland, Österreich, Holland und Finnland zu schwach und für Italien, Spanien, Portugal und Griechenland zu stark. Solche Divergenzen entstehen, wenn man Staaten mit völlig unterschiedlicher Wirtschaftskraft in ein Währungskorsett zwingt. Vor der Euro-Zeit ist der Wert der D-Mark und des Schillings immer wieder gestiegen, gegenüber nahezu allen wichtigen Währungen wie Dollar, Pfund, Franc oder Lira. Ging es uns in dieser Zeit schlechter als heute?

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2. Staat und Währung müssen immer getrennt sein. Wenn nicht, kann der Staat über die Währung die Bürger enteignen, was ein No-Go ist.

Sie haben offensichtlich nicht mitbekommen, was in der EZB eigentlich passiert.

Dort haben die Vertreter der ehemaligen Weichwährungsländer die Mehrheit und die setzen jetzt auf Kosten der anderen die Finanzierung ihrer Staaten durch. Der Wahnsinn pur!
Ihre Aufzählung wäre dann zulässig, wenn sich alle beteiligten Länder vorschriftsmäßig verhalten würden. Nur das tun sie nicht! Ganz im Gegenteil, da werden u.a. Vorteile herausgeschunden, die mehr Schaden anrichten als sie dem eigentlichen Verursacher bringen!

Re: Wer glaubt noch an den Euro?

"die Schuldenunion aber wird von den Völkern vehement abgelehnt."

Gerade das Gegenteil ist richtig.
D,NL und FI wehren sich. AT anscheinend nicht, der Rest sind natürlich glühende Anhänger, weil ihre Schulden andere zahlen ohne selber groß unpopuläre Reformen einleiten zu müssen.

Antworten Antworten Gast: Hardliner 1
11.08.2012 16:27
2 0

Re: Re: Wer glaubt noch an den Euro?

Warum Faymann so scharf darauf ist, österreichisches Steuergeld den Pleitestaaten im Süden nachzuwerfen, erschließt sich mir nicht. Hat Faymann nicht die Interessen der Österreicher im Blick, sondern die Interessen der "Sozialistischen Internationale"?

Re: Re: Wer glaubt noch an den Euro?

AT wehrt sich nicht, weil wir in 5 Jahren mehr als 100 Prozent Schulden haben.

Wir rutschen auf der Hitliste der nächsten Schirmkandidaten schon ganz weit nach vorne.

Und eins kommt noch: Die ÖBB-Schulden sind da nirgends drin. Mit denen sind wir schon 2013 bankrott.

 
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