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Slowenien ist der Pleite näher als Ungarn

10.08.2012 | 18:26 |   (Die Presse)

Der einstige Musterschüler der EU ist in Bedrängnis. Großbanken und Staat büßen Bonität ein. Das Land löst Ungarn als Sorgenkind der EU in Osteuropa ab.

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Wien/Ljubljana/Auer/Ag. Slowenien steht mit dem Rücken zur Wand. Nachdem mit Fitch auch die dritte große Ratingagentur die Kreditwürdigkeit des Landes abgestuft hat, rechnen Analysten damit, dass Slowenien bald unter den Rettungsschirm der EU schlüpfen wird. Auch an den Börsen wird der schlechteren Lage des Landes bereits Rechnung getragen: Erstmals müssen Investoren mehr dafür bezahlen, wenn sie sich gegen eine Staatspleite der Slowenen versichern wollen, als wenn sie die Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit Ungarns bannen wollen. Bisher war Budapest das größte EU-Sorgenkind in Osteuropa.

 

Staatsschulden verdoppelt

Sloweniens Absturz kam schnell. In den ersten Jahren nach dem EU-Beitritt 2004 galt Slowenien als Vorzeigeschüler. Als erstes neues Mitgliedsland sollte es den Euro einführen, die Wirtschaft blühte, allem voran die Baubranche – angetrieben von Bankkrediten.

Mit dem Ausbruch der Krise im Jahr 2008 kam der Motor abrupt zum Stillstand. Zurück blieben ein Haufen fauler Kredite und zwei Großbanken, die sich in arger Schieflage befinden. Schätzungen der Zentralbank in Ljubljana zufolge sind 18 Prozent der Darlehen ausfallsgefährdet. Allein die beiden teilstaatlichen Systembanken Nova Ljubljanska Banka und Nova Kreditna Banka Maribor brauchen 1,5 Mrd. Euro an frischem Kapital, schreibt Fitch. In Summe müsste das Land 2,8 Mrd. Euro in die Hand nehmen, um das marode Bankensystem zu stützen.

Geld, das Slowenien nicht hat und sich auch nicht mehr ohne Weiteres besorgen kann. Im Jahr 2007 lagen die Staatsschulden bei 22 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, heute bei fast 48 Prozent. Pumpt Slowenien tatsächlich 2,8 Mrd. Euro in den Bankensektor, klettert die Staatsschuld bis 2014 auf 63 Prozent – was die Zahlungsfähigkeit des Landes weiter verschlechtern würde.

Entsprechend unwillig sind internationale Investoren, wenn sich das Land am Kapitalmarkt weiter Geld leihen will. Mittlerweile muss Slowenien für seine Staatsanleihen Renditen von bis zu sieben Prozent bieten – so hoch waren die Renditen etwa in Portugal, Irland und Griechenland, bevor die Länder um EU-Hilfe bitten mussten.

 

Zweite Rezession in drei Jahren

Davon will die Regierung in Ljubljana vorerst offiziell nichts wissen. Der konservative Ministerpräsident Janez Jansa stellte ein Hilfsgesuch vor wenigen Wochen zwar in den Raum, ruderte danach aber rasch zurück. Der Haushalt sei stabil, Slowenien werde das Problem mit seinen Banken alleine lösen, lautet seitdem die offizielle Botschaft der Regierung. Was fehlt, ist allerdings ein Silberstreif am Horizont, der nicht nur aus Worten besteht. Von der Wirtschaft kommt die Entlastung jedenfalls nicht. Das Land steht vor der zweiten Rezession in drei Jahren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2012)

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17 Kommentare
Gast: Ein Slowene
13.08.2012 09:08
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Stammtischparolen

Ich weis auch nicht, dass sich die Österreicher so weit aus dem Fenster lehnen und so tun, als ob lediglich die bösen Osteuropäer arrogant und überheblich wären und Felix Austria wohl Null Probleme hätte. Kein anderes Land hat so sehr von der Ostöffnung profitiert wie Österreich. Hier so zu tun, als ob es einen nichts angeht ist höchst scheinheilig und total arrogant!
Sicher haben die Slow. Fehler gemacht, als sie nicht gleich zu Beginn der Krise 2008 die Banken saniert haben. Aber lächerlich ist zu behaupten das Land wäre schon quasi stehend K.O. Das Defizit wird dieses Jahr bei ca. 3-4 % liegen, der Haushalt ist finanziert und ein Sparpaket von ca. 700 Mio € ist auf den Weg gebracht (hoch für ein kleines Land wie Slow.). Zudem wird hier wohl auch vergessen, dass Slow. bisher auch an jeder Rettungsaktion der PIGS beteiligt war und garantieren muss. Erst informieren und dann kritisieren. Ansonsten verkommen die Beiträge zu Stammtischfloskeln.

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Kein anderes Land hat so sehr von der Ostöffnung profitiert wie Österreich.

Ach bitte nennen Sie uns doch nur ein Beispiel, wo das zutrifft!

Und kommen Sie jetzt nicht mit den guten Geschäften der Banken, da ist bei weitem noch nicht das hereingekommen, was investiert wurde. Da wird zwar dauernd davon gefaselt, daß dies alles Investitionen für die Zukunft sind. Aber was das eigentlich sein soll, weiß sowieso kein Schwein. Außerdem kann sich von uns da keiner eine Scheibe abschneiden!

Und die sogenannte "verlängerte Werkbank" ist großteils auch nicht vom feinsten. Da hapert es meistens an dem Sprachproblem. Es wird zwar immer beteuert, daß man Englisch kann, aber was da dann an Verständigung hängen bleibt, ist großteils zu vergessen. Letztendlich kann man dann die Arbeit selbst machen.

Die einzigen, die möglicherweise profitiert haben, sind ein paar Großgrundbesitzer in Rumänien. Aber die können sie an den Fingern einer Hand ablesen. Das als Beispiel herzunehmen, daß ganz Österreich davon profitiert hat, ist bestenfalls ein schlechter Witz!

Antworten Antworten Gast: Ein Slowene
14.08.2012 11:05
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Re: Kein anderes Land hat so sehr von der Ostöffnung profitiert wie Österreich.

Also es scheint mir, dass Sie nicht sehr viel mit Osteuropa zu tun haben oder selten vor Ort sind. Sie verallgemeinern ein bisschen viel, wenn man das schlechte Englisch und die fehlende Ausbildung anführt. Die finden Sie überall in Europa, wenn Sie nur danach suchen. Die Vorteile der öst. Firmen hingegen sind in Form vom Exporten in die Ländern manifestiert. Zudem werden zig Dienstleistungen exportiert. Supermärkte, Baumärkte, Entsorgungsunternehmen, Telekom, Lebensmittelexporte, Fleischereibetriebe, Molkereien, usw. Wenn Sie die Namen nicht kennen, dann waren Sie nicht dort. Manchmal kommt man sich vor wie in öst. Städten bzw. Gewerbegebieten.

Banken. Ohne Osteuropa gäbe es kaum noch eine öst. Bank, weil der Heimatmarkt viel zu klein ist. Das ROI liegt in Österreich bei 0.13% in Osteuropa bei knapp 1%. Diese Zahlen sind von den Banken und ob Sie persönlich was davon haben ist ja nicht gefragt, sondern es geht um Österreich...

Informieren Sie sich vielleicht ein bisschen mehr, wobei ich überzeugt bin, dass sich Ihre Meinung selbst dann (wider besseren Wissens) nicht ändert.

http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/77162/Osteuropa_Goldgrube-fuer-Oesterreich

Gast: Kaerntnerbeobachter
11.08.2012 17:50
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Unterkaernten

Warum soll Unterkaernten besser sein als Oberkaernten? Die Sozialisten haben ja in beiden die Macht. Und die Menschen schauen durch die Finger.

Antworten Gast: Häää?
11.08.2012 21:32
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Re: Unterkaernten

In Kärnten regiert seit Jahren eine rechts(radikale) Partei. In Slowenien seite einiger Zeit ein konservatives Bündnis. Wo sehen Sie hier Sozialisten???

Antworten Antworten Gast: Kaerntnerbeobachter
12.08.2012 11:49
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Re: Re: Unterkaernten

Ich habe gesagt "HABEN DIE MACHT", nicht "regiert". Da ist ein grosser Unterschied...

Gast: Verwunderliche Experten
11.08.2012 17:12
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Und da kommen sie erst jetzt drauf, die Kapazunder?


meiner Meinung nach gehört kein Osteuropäisches Land in die EU

weder Polen, noch Tschechen, Slowaken schon "garnicht" Slowenen und alles andere südlich und östlich davon in die EU

das sind keine Mitteleuropäer, sollen doch bitte einen eigenen "Verein" aufmachen ... und sich selbst finanzieren


Antworten Gast: EUJEbeobachter
12.08.2012 16:01
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Re: meiner Meinung nach gehört kein Osteuropäisches Land in die EU

Richtig. Westlich von Slovenien liegen lediglich Tirol & Vorarlberg.

Gast: Wasserlaeufer
11.08.2012 12:17
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Mich wundert das nicht,

weil seit Jahrzehnten haben die Slowenen
keine anderen Sorgen als serbokroatische
Ortstafeln in Oesterreich aufzustellen. ;-)

Ob das viele deutsche Touristen nach Slowenien bringt bleibt anzuzweifeln.

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Re: Mich wundert das nicht,

Dieses Verhalten ist leicht erklärbar. Ordentliches Wirtschaften verlangt Sachverstand und Fleiß. Bei Politikern eher Mangelware. Zumindest verbergen sie geschickt derlei Eigenschaften.

Da sind natürlich Bosheitsakte gegenüber anderen Ländern viel komoder. Da braucht man nicht viel Denkarbeit, lediglich den Hang zur "normalen" politischen Arbeit. Außerdem wird die Befriedigung der Schadenfreude bei so manchem Wähler angeregt und das bringt auch noch Stimmen. Na dann....!

Gast: Slowenenkenner
11.08.2012 11:49
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Arrogant

ist die richtige Bezeichnung für die Slowenen und die Kroaten sind nicht so viel anderes und sind genauso pleite wie Slowenien. Wenn Kroatien jetzt in die EU aufgenommen wird, kann keiner sich ausreden, dass man das nicht gewußt hätte

genau dieses Szenario

wird sich in der EU noch weiter verschärfen, wenn allen bereits jetzt schon maroden Ländern weiterhin unbeschränktes Geld von der EZB (zur Lösung deren Geldmangels) zur Verfügung gestellt werden sollte.
Frau Merkel: bitte bleiben Sie konsequent!
Griechenland, Portugal, Spanien, Italien , Zypern und Slowenien! Die besten Beispiele dafür, dass diese Länder bzw Regierungen nicht wirtschaften können. Geld ausgeben, das man nicht hat, kann jeder!
Wer würde schon für die Schulden seines Nachbarn bürgen. Ich nicht einmal für die meines besten Freundes, der mir 10 Jahre lang erklärt hat, wie gut es ihm geht! Heute "Privatkonkurs"!

Übermut kommt vor dem Fall

Arrogantes Land, arrogante Leute die sich maßlos überschätzten. Jetzt werden sie auf ihre Normalgröße zurückgestutzt.

Und wer wird letztlich wieder dafür bezahlen? Richtig.
Vom jetzigen Euroraum wird (hoffentlich) nicht mehr viel übrig bleiben.

Re: Übermut kommt vor dem Fall

Sagt ein arroganter Schnösel aus einem Land, das ungefähr doppelt so hoch veschuldet ist, und genau die gleichen Probleme hat.

Die Österreicher sind um keinen Deut besser als die Slowenen. Sie haben nur das Glück, dass Banker extrem irrational sind, und noch nicht nachgerechnet haben, was in AT wirklich los ist (ÖBB-Schulden, Kärnten, NÖ, Leasing-Verträge für Öffis in Wien, ...).

Antworten Antworten Gast: laforscherl
11.08.2012 15:30
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Re: Re: Übermut kommt vor dem Fall

Genau die gleichen Probleme? Seit wann steht Österreich davor, unter den Rettungsschirm zu müssen?

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Sagt ein arroganter Schnösel aus einem Land,

Sie scheinen ziemlich vorschnell mit persönlichen Bewertungen zu sein!
Daß uns das Wasser bis zum Hals steht, zweifelt hier ja niemand an. Was Saif meinte, ist doch lediglich, daß sich die Slowenen überschätzen und eben nicht die schlechte Lage erkennen, in der sie stecken.

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