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Deutschland verdient Geld beim Schuldenmachen

13.08.2012 | 14:16 |   (DiePresse.com)

Investoren nehmen beim Kauf von halbjährigen Staatsanleihen eine Rendite von minus 0,0499 Prozent in Kauf. Spaniens und Italiens Zinsen steigen an.

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Während die Zinsen für Italien und Spanien weiter steigen, hat Deutschland erneut von seinem Status als sicherer Geld-Hafen profitiert: Die Auktion von Bundesschatzanweisungen mit sechsmonatiger Laufzeit spülte eine Prämie von 3,77 Milliarden Euro in die Staatskassen, teilte die mit dem Schuldenmanagement des Bundes betraute Finanzagentur am Montag mit. Die Investoren nahmen dafür eine Rendite von durchschnittlich minus 0,0499 Prozent in Kauf, um in den Besitz der als ausfallsicher geltenden Papiere zu kommen. Im Juli lag sie bei minus 0,0344 Prozent.

Für 10-Jahresanleihen bezahlt Deutschland im Moment 1,39 Prozent. Zum Vergleich: Österreichs Anleihen sind mit 1,92 Prozent verzinst, Tendenz leicht sinkend.

OECD und Silva für Anleihenkäufe durch EZB

Die Zinsen der Euro-Sorgenkinder Griechenland und Portugal sind ebenfalls gesunken, allerdings auf hohem Niveau: statt rund 28 Prozent im Juli muss Griechenland nun rund 24 Prozent für 10-jährige Anleihen bezahlen, Portugals Zinsen fallen von gut 11 auf rund 10 Prozent. Der portugiesische Präsident Anibal Cavaco Silva hat zuletzt die Europäische Zentralbank dazu aufgerufen, zur Stärkung der Euro-Zone so schnell wie möglich mit dem Kauf von Staatsanleihen der hoch verschuldeten Euro-Staaten Portugal und Irland zu beginnen. Auch OECD-Generalsekretär Angel Gurria sprach sich am Samstag gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung für den Kauf von unter Druck geratenen Staatspapieren durch die EZB aus.

Besonders Spanien und Italien leiden unter dem wachsenden Misstrauen der Finanzmärkte. Spanien liegt mit 6,93 Prozent knapp unter der kritischen 7-Prozent-Marke, Italien bezahlt für 10-Jahresanleihen im Moment 5,97 Prozent.

(APA/ Reuters)

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2 Kommentare

Deutschland wird solange beim Schuldenmachen verdienen bis die Vergemeinschaftung der Schulden eine gewisse Höhe erreicht und dann wird auch Deutschland deutlich mehr zahlen müssen.

Auch die maroden Staaten konnten sich zu Beginn der Euroeinführung zu niedrigen Zinsen finanzieren bis deren Schuldenberg auf eine Höhe angewachsen war, dass der Markt die Risikoprämien diktieren konnte.

http://regionaut.meinbezirk.at/schoenkirchen-reyersdorf/wirtschaft/grexit-folgen-fuer-oesterreich-d237908.html

Nur der Vollständigkeit halber:

Ok, der Artikel kommt von der APA. Aber bitte nicht alles einfach so übernehmen.
Die Behauptung, Österreichs Anleihen seien zu 1,92% verzinst ist irreführend, da suggeriert wird, dass die gesamte Verschuldung des Bundes pro Jahr nicht mehr als eben genau das kosten würde.
Es handelt sich jedoch um die Sekundarmarkt-Rendite(!) der letzten begebenen 10-jährigen Anleihe. Für diese zahlen wir (nur noch) 1,95% Zinsen(!). Die davorliegenden (und noch immer langfristig laufenden) Anleihen sind jedoch allesamt mit mehr als 3% (tw. 4%) verzinst.
Der Staat zahlt Zinsen, nicht Rendite (ausser, er stockt auf, dann wird´s komplizierter).

Und ohne Schwarzmalen zu wollen: Die negativen Auswirkungen zu niedriger Kreditbelastung zeigt sich grade im Süden. Wer glaubt, dass sich das hier anders auswirken wird, könnte ggfs. eine Überraschung erleben.

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