21.05.2013 02:58 Merkliste 0

Merkel: "Kanadas Weg ist Lösung der Eurokrise"

16.08.2012 | 06:44 |   (DiePresse.com)

Bei ihrem Besuch in Kanada lobte die deutsche Kanzlerin die Einhaltung der strikten Haushaltsdisziplin. In Europa will sie weiterhin an einer gemeinsamen Währung festhalten.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sieht in der strikten Budgetdisziplin der kanadischen Regierung verbunden mit einem klaren Wachstumskurs ein Vorbild für die Lösung der Eurokrise. Sie glaube, "dass der Weg Kanadas - große Haushaltsdisziplin, mit sehr großer Konzentration auf Wachstum und Überwindung der Krise, und nicht auf Pump zu leben, ein Beispiel dafür sein kann, wie (...) die Probleme angegangen werden", sagte Merkel am Mittwochabend zum Auftakt ihres Kanada-Besuchs. "Und das halte ich auch für die richtige Lösung in Europa."

Merkel betonte, sie werde dem kanadischen Premierminister Stephen Harper von dem "unseren politischen Willen" berichten, "in Europa zusammenzustehen für eine gemeinsame Währung". Harper drängt Deutschland seit langem, eine führende Rolle bei der Lösung der Schuldenkrise einzunehmen. Den Euro-Staaten wirft er vor, selbst nicht genug gegen die Krise zu tun. Kanada hat sich von der Weltfinanzkrise gut erholt und nimmt nach den Wirtschaftsdaten einen Spitzenplatz unter den führenden Industrienationen ein.

Freihandelsabkommen vor Abschluss?

Merkel sagte Harper zu, sich auf europäischer Ebene für einen schnellen Abschluss der seit 2009 laufenden Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada einzusetzen. Dabei geht es um den Abbau von Handelsschranken, der nach Einschätzung der Kanadier ihrem Land Zigtausende neue Arbeitsplätze bringen könnte. Die deutsche Seite war hier unmittelbar vor der Reise Merkels auf die Bremse getreten: Auf kanadischer Seite seien Nachbesserungen vor allem bei Fragen des geistigen Eigentums, bei öffentlichen Aufträgen und im Dienstleistungsbereich nötig. Geplant ist eine Unterzeichnung des Abkommens bis Ende des Jahres.

Die Kanzlerin unterstrich, sie wolle sich für eine Vertiefung der Beziehungen beider Länder in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft einsetzen. Gerade auf dem Rohstoffsektor und bei den erneuerbaren Energien "haben wir noch viel Spielraum, unsere Beziehungen zu intensivieren". Bei den erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz sollen nach dem Willen der deutschen Regierung vor allem kleine und mittlere Unternehmen gefördert werden.

Es ist der erste bilaterale Besuch Merkels im zweitgrößten Staat der Erde. Kanada ist reich an Rohstoffen. Auf der Rangliste der größten Erdgasförderländer liegt es hinter den USA und Russland auf Platz drei. Bei der Erdölförderung liegt Kanada weltweit auf Platz sechs - vor allem wegen riesiger Vorkommen an Ölsanden. Deren Ausbeutung bringt allerdings Umweltprobleme wie etwa Wasserverschmutzung mit sich.

(APA/dpa)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

60 Kommentare
 
12
0 0

Hmm,

"Kanada hat sich von der Weltfinanzkrise gut erholt und nimmt nach den Wirtschaftsdaten einen Spitzenplatz unter den führenden Industrienationen ein."

Da sollte die Merkel wohl auch auf die Ausbeutung der Bodenschätze in Deutschland schauen.

1 0

die kanadier haben auch ein wunderbares punktesystem für einwanderungswillige.


da hätten unsere gründesaströsen die hellste freude damit.

Gast: Lala80
16.08.2012 19:53
2 0

OK, wenn schon, denn schon!

Wenn die Merkel die Haushaltsdisziplin der Kanadier haben will, dann will ich aber auch die Einwanderungspolitik Kanadas. Einige der Finanzprobleme gäbe es dann nämlich nicht mehr.

Antworten Gast: Bitte realistisch bleiben
16.08.2012 20:31
1 0

Re: OK, wenn schon, denn schon!

Da musst du dich an die österreichische Regierung wenden, Frau Merkel ist nicht für dieses Land hier zuständig.

Antworten Antworten Gast: Lala80
16.08.2012 20:43
1 0

Re: Re: OK, wenn schon, denn schon!

Geh bitte. Wenn die Merkel "Muh" sagt, springen alle. Auch unsere Kasperlpolitiker.

Antworten Antworten Antworten Gast: Bitte realistisch "und sachlich" bleiben
16.08.2012 21:19
1 0

Re: Re: Re: OK, wenn schon, denn schon!

Trotzdem hat sie kein Hoheitsrecht über Österreich, schon gar nicht was die Einwanderung betrifft. Das wird sie auch null interessieren, das kannst du mir glauben.

Gast: Erstaunter
16.08.2012 19:30
1 0

Es ist immer und überall dasselbe:

Der arme Süden / der reiche Norden.
Kann mir mal jemand erklären, warum das so ist?

Antworten Gast: Mr Guest
17.08.2012 03:30
0 0

Markt Logik

Das ist ganz einfach:Tritt der Süden aus
der EU aus dann ist der Norden Arm und
der Süden reich.

Antworten Gast: EU-Sekretärin
16.08.2012 19:59
0 0

Re: Es ist immer und überall dasselbe:

Fehlender Sonnenschein kann Raffgier bei Führungskräften auslösen.

Antworten Antworten Gast: DHR
16.08.2012 21:21
0 0

Re: Re: Es ist immer und überall dasselbe:

Dann muss ja Raffgier was ganz außerordentlich Positives sein, wenn sie dazu führt, dass diese dem Volk mehr Wohlstand und Wirtschaftskraft beschert. Da kann ich nur dafür plädieren, diese nachzuahmen.

Antworten Antworten Gast: Ein noch Erstaunterer
16.08.2012 20:34
0 0

Re: Re: Es ist immer und überall dasselbe:

Interessant. Dabei soll ja gerade der Sonnenschein im Süden diese von Ihnen zitierte "Raffgier" bei vielen Griechen ausgelöst haben und somit Griechenland in den Bankrott geführt haben.
Ich denke, Sie haben da was missverstanden, verdreht mitbekommen oder sind dazu aufgefordert worden zu schreiben was Sie geschrieben haben.
Darf ich raten?: EU-Sekretärin eines griechischen EU-Parlamentariers?

Gast: Ackermanns Nachlass
16.08.2012 19:15
3 0

Merkel: "Kanadas Weg ist Lösung der Eurokrise"

Jetzt dreht sie bald durch.

Antworten Gast: SVV
16.08.2012 20:35
1 1

Re: Merkel: "Kanadas Weg ist Lösung der Eurokrise"

Warum?

schon mal in kanada gewesen?

abseits der ballungszentren haben 3. welt länder eine bessere infrastruktur....


Antworten Antworten Antworten Gast: hillbilly
19.08.2012 10:12
0 0

Re: schon mal in kanada gewesen?

abseits bessere Infrastruktur - ist das so in Flake ?


Gast: LegendIn
16.08.2012 16:58
6 0

Kanada leidet übrigens auch nicht unter massiver Unterschichten-Zuwanderung

Gut dass mit Merkel zumindest EIN europäischer Spitzenpolitiker seinen Verstand halbwegs beisammen hat!

Man muss den Südstaaten einfach den Geldhahn zudrehen: Reformen oder Bankrott.

Sonst ersäuft demnächst auch der Retter mitsamt den Rettungskandidaten.

Gast: over the sea
16.08.2012 16:25
1 5

Merkel hat die Wirtschaft zerstört

Erst führt sie Europa in die Rezession und dann glaubt sie noch immer an das falsche Rezept. Wie blöd kann man denn noch sein??? Die Löhne müßen endlich wieder steigen und den Konsum ankurbeln!

0 0

"müßen"


ich lege ihnen in den mund, dass sie das von "muße" herleiten. und dann glaube ich ganz bestimmt zu wissen, wo sie ihre politische heimat haben.

Antworten Gast: Brummer
16.08.2012 17:10
5 1

Re: Merkel hat die Wirtschaft zerstört

Wie blöd kann man noch sein, ausgerechnet Frau Merkel die Schuld an einer Rezession in den Schuldenmacher-Staaten der EU zu geben, die jahrzehntelang über ihre Verhältnisse gelebt haben, Steuerdisziplin nur vom Hörensagen kennen, die Korruption ungehindert ausufern ließen und Wählerstimmen mit unfinanzierbaren
Privilegien der Beamtenklasse erkauften? Daß die fleissigen Deutschen - und mit ihnen auch noch einige andere Nationen - die Nase voll haben davon , nur als Zahlmeister in einer rot gefärbten Umverteilungs-EUDSSR zu fungieren und sich dann auch noch dafür beschimpfen zu lassen,
ist nur für marxistisch indoktrinierte Gehirne nicht zu begreifen.


Antworten Antworten Gast: BKA MKA
16.08.2012 19:33
0 0

Re: Re: Merkel hat die Wirtschaft zerstört

"So blöd" kann man ganz einfach sein, wenn man alles mit noch mehr Schulden bewältigen will und somit noch mehr im Sumpf versinkt und das nicht einmal behirnt. Over the Sea dürfte so einer sein, wenn er das ernst meint, was er da geschrieben hat.

Gast: Fprester
16.08.2012 16:13
3 0

Merkel hat es immer noch nicht begriffen

Der Euro hat ein fundamentales Konstruktionsproblem. Die unterschiedlichen Mentalitäten innerhalb des Euroraums verursachen nun mal zunehmende Leistungsbilanzunterschiede, die sich "dank" des Euro nicht mehr durch Auf- und Abwertungen lösen lassen. Ich warte gespannt auf die Reaktion Frankreichs, das seine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Deutschland und anderen Ländern in rascher Folge verliert. Dies bildet für den Euro die viel grössere Sprengkraft als die Schuldenberge.

Gast: Fronheim M
16.08.2012 15:38
7 1

Kanada hat nicht nur eine strikte Haushaltsdisziplin

Sondern auch eine strikte und geordnete Zuwanderungsdisziplin.

Sozialschmarotzer und integrationsverweigerer wie man sie zu tausenden in der EU findet, hätten in Kanada keine Chance!

Merkel hat völlig recht!

Antworten Gast: b745
16.08.2012 16:23
1 5

Re: Kanada hat nicht nur eine strikte Haushaltsdisziplin

leute wie dich müssen wir doch auch ertragen

Re: Re: Kanada hat nicht nur eine strikte Haushaltsdisziplin

Versuch es mal in einem anderen Land, anderes Forum ist zuwenig!!

Kanzlerinnen kitzelt man nicht - damit Sie den Euro nicht verliert

Sind Sie schon mal so richtig gekitzelt worden? Ach ich sags euch, was das für eine Hetz ist. Wem dem anderen vor lauter Kudern alles aus den Händen fehlt und wenn er vor lauter Luftschnappern keinen Ton mehr herausbekommt. Uns dieser kundert und kudert, bis da die letzte Träne verflossen ist oder solange bis der strenge Nachbar vor der Türe steht.

Aber, genau deswegen hat beim kitzeln auch niemand ein Ei in den Händen, das würde nur aus der Hand fallen. Auch der Euro würde auf und davon rollen.

Aus diesem Grund sollte eine Kanzlerin nie gekitzelt werden, damit Sie den Euro auch ganz toll in ihren Händen festhalten kann. Das wäre ein Bild - die Kanzlerin im Kanzlerbüro - lachend mit zerzausten Haaren und vor lautem Kudern am Ende Ihrer Kräfte. Und das bevor Sie einen Staatsbesuch empfängt. Nein, das geht wirklich zu weit.

Deswegen verzichtet Sie auch auf jeden Spaß, damit sie den Euro ganz fest halten kann. So wie eine Raubkatze ihre Beute. Denn sie weiß wie Faymann, dass nur der Euro uns Wohlstand und Frieden sichern kann.

Nun ist sie sogar nach Kanada geflogen um weitere Impulse zu bekommen, wie sie an den Euro festhalten kann. Nun hat Sie - neben Faymann, auch noch eine Lösung gefunden. Gut, dass auch sie beim nächsten Gipfeltreffen mal einige Ideen einbringen werden kann.

Gast: b745
16.08.2012 13:41
5 3

merkel treibt uns alle in den ruin

ohne sie wären die griechen längst pleite un nicht mehr in der eu und wir würden hunderte milliarden gespart haben aber frau deutsche bank musste ja ihre banken versorgen auf unsere kosten

 
12

Eurokrise - Die Begriffe

  • Was ist die Eurokrise? Ein Rückblick auf die Ursachen mehr...

    EFSF Der Rettungsschirm und wie er funktioniert mehr...

    Hebel für EFSF Wie man aus sehr viel Geld noch viel mehr Geld macht. mehr ...

    EFSM Der Mechanismus für Finanzstabilisierung und seine Aufgaben mehr...

    ESM Der Europäische Stabilitätsmechanismus soll 2013 den EFSF-Fonds ablösen. mehr ...

    Eurobonds Was gemeinsame EU-Anleihen bezwecken und wie sie funktionieren sollen. mehr ...

    EZB Die EZB ist Hüterin des Euro und soll eine geringe Inflation garantieren. Zumindest bis jetzt. mehr ...

    Waffen der EZB Was die "Bazooka" ist und welche anderen Waffen die Zentralbank hat. mehr ...

    IWF Der IWF ist die Finanzfeuerwehr der Vereinten Nationen und massiv an den Hilfsaktionen in Europa beteiligt. mehr ...

    Ratingagenturen Die wichtigsten Agenturen und deren Bewertungen. mehr ...

    SPIV Das Special Purpose Investment Vehicle soll die Finanzierung in Euroländern erleichtern. mehr ...

    Troika Die Troika ist eine Gruppe von Experten von EZB, IWF und EU-Kommission. mehr ...

    G20 Die 20 größten Wirtschaftsmächte repräsentieren zwei Drittel der Weltbevölkerung. mehr ...

    PSI Beim Private Sector Involvement geht es um die Beteiligung des Privatsektors an der Krisenlösung. mehr ...

    CDS Kreditausfallsversicherungen werden unter anderem dann fällig, wenn ein Land pleite ist. mehr ...

    Sekundärmarkt Der Sekundärmarkt ist der Markt, auf dem die bereits in Umlauf befindlichen Wertpapiere gehandelt werden. mehr ...

    OMT OMT ist die Abkürzung für Outright Monetary Transactions. Dahinter verbirgt sich das von der EZB am 6.September 2012 beschlossene neue Kaufprogramm von Staatsanleihen der Krisenländer. mehr ...