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Eurokrise: Kommt die EZB-Bazooka?

20.08.2012 | 17:48 |   (Die Presse)

Die Europäische Zentralbank bezeichnet Berichte über fixe Zinsziele als „absolut irreführend“ und ärgert sich über Zwischenrufe aus Deutschland. Die EZB will am 6. September über die Zinsziele entscheiden.

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Wien/Frankfurt/Red./Ag. Ein Bericht des deutschen Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, wonach die Europäische Zentralbank fixe Zinsziele für Staatsanleihen plant, sorgt zwischen Frankfurt und Berlin für gehörigen Wirbel. Die Meldung sei „absolut irreführend“, ließ die EZB wissen. Man könne nicht über Entscheidungen berichten, bevor sie getroffen würden.

Ungewohnt direkt äußerte sich ein Sprecher der Notenbank am Montag auch in Richtung Berlin: Es sei „falsch, über die Form künftiger EZB-Interventionen zu spekulieren“. Zuvor hatte ein Sprecher des deutschen Finanzministeriums betont, zwar nichts von den kolportierten EZB-Plänen zu wissen. Jedoch sei ein solches Instrument „rein abstrakt gesprochen sehr problembelastet“.

Dem „Spiegel“ zufolge will die EZB am 6. September über die Zinsziele entscheiden. Der Euro rutschte am Montag leicht gegenüber dem Dollar ab. Die Rentenmärkte reagierten deutlicher auf den möglichen Einsatz der EZB-„Bazooka“: Die Renditen zehnjähriger spanischer Staatsanleihen fielen von 6,5 auf unter 6,3 Prozent. So bestätigt sich auch die Einschätzung von Experten, dass bereits die Ankündigung der EZB, Staatsanleihen zu kaufen, für Entspannung auf den Märkten sorgen könnte. Investoren würden sich davor fürchten, gegen die unbegrenzte „Feuerkraft“ der Notenbank zu spekulieren.

Asmussen stützt Draghis Kurs

EZB-Chef Mario Draghi hatte bereits an Auflagen geknüpfte Anleihenkäufe ins Spiel gebracht, eine Zinsdeckelung aber mit keinem Wort erwähnt. Auch nach Ansicht des deutschen EZB-Direktoriumsmitglieds Jörg Asmussen sollten sich die Schuldenländer an Bedingungen halten, wenn sie Hilfen der EZB in Anspruch nehmen wollen.

Hoffnungen auf neue Anleihenkäufe nährte am Montag selbst die sonst so auf Stabilität bedachte deutsche Bundesbank. „Das Volumen (der Käufe, Anm.) könnte unbegrenzt, soll in jedem Fall aber ausreichend sein“, hieß es in ihrem aktuellen Monatsbericht.

Jedoch machte die Bundesbank auch auf grundsätzliche Bedenken aufmerksam: „Staatsanleihekäufe des Eurosystems sind kritisch zu bewerten.“ Nach Ansicht der Bundesbank wird damit die Grenze zwischen Geld- und Fiskalpolitik zu sehr verwischt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.08.2012)

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6 Kommentare
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Die Börsen haben bereits

QE3 und die EZB Bazooka eingepreist. Die Enttäuschung im September (Herbst) wird groß sein.

Wenn dann auch noch Israel den Iran angreift, dann haben wir schnell einen Ölpreis von 200 $ - nicht beim Brent, sondern beim WTI.
Was das für die Weltwirtschaft bedeutet, kann man erahnen.
Dann wird das Gelddrucken aber so richtig lustig losgehen.


Gast: little_brother_is_watching_you_too!
20.08.2012 21:47
0 0

bazooka

ich kann diese blödsinnigen und infantilen bezeichnungen nicht mehr hören bzw. lesen!
wir sind keine kleinen kinder!

Gast: Hutbürger
20.08.2012 19:53
4 0

EZB-Bazooka

Die Zukunft unserer Enkel ist schon verpfändet worden. Haut man jetzt auch die Zukunft der Ur- und Ururenkel auf den Putz?

Gast: ahfina.net
20.08.2012 19:45
6 0

zinsziel

was kommt den jetzt von der EZB? wie kann mehr Geld von den erfolgreichen Industriestaaten geholt werden, ohne das es der Bürger mitbekommt und - ohne neuerliche steuererhöhungen?

schritt 1: die unterschiedlich hohen zinsen auf staatsanleihen werden so angepasst, das deutschland, österreich statt 0 - 2 % zinsen auf ihre ausgegebenen staatsanleihen - dann - 3 bis 4,5 % bezahlen (und die staaten wie griechenland, spanien, italien bezahlen dann statt 6 bis 7 % auch nur 3 bis 4,5 % !!) ::: und das wird als sozial gerecht verkauft

schritt 2: durch diese angleichung (max. höchstgrenze !! und/oder mind. Untergrenze "gg") werden die industriestaaten wie D und Ö zur Kasse gebeten, denn diese Zinszahlungen gehen direkt an die EZB oder einen neuen Fonds zur Stützung finanziell schwachen staaten.

am ende bezahlt der bürger durch die daraus resultierende inflation, das sind steigenden Preise in jeder kategorie.

vielen dank an alle politiker.

meine prognose: immer wenn sich die politik in die wirtschaft einmischte, ging es bergab.

die wirtschaft besteht aus menschen und es gibt auf und abs. wenn die geldmenge gleich bleibt, erholt sich die wirtschaft schneller. (siehe geschichte !!)

kommt aber immer mehr geld in die wirtschaft, muss es ausgegeben werden. die herstellung der realgüter kommt mit der neu geschaffenen geldmenge nicht mehr mit. ergo: der preis steigt..

danke liebe politiker... bitte lernt erst mal geschichte über wirtschaft, bevor ihr entscheidungen trefft.. danke.

Gast: Hans im Glück
20.08.2012 19:33
7 0

Na sowas, der mit der prallen Brieftasche will nicht mitspielen... :-)

Was für ein Spielverderber, oder?

0 0

Re: Na sowas, der mit der prallen Brieftasche will nicht mitspielen... :-)

wer soll denn das sein, "der mit der prallen brieftasche"? also ich sehe nur schuldner, knapp vor der pleite!

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