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Griechenland: Kampf um Verbleib in der Eurozone

20.08.2012 | 18:25 |   (Die Presse)

Regierungschef Samaras trifft in dieser Woche auf Euro-Group-Chef Juncker, die deutsche Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsidenten Hollande. Sie sollen von der Glaubwürdigkeit des Sparwillens überzeugt werden.

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Athen/Wien/C.g./Ag. Heißer Sommer in Athen: Früher testeten Griechenlands Politiker Mitte August ihre Jachten oder sonnten sich an einem der zahlreichen Strände in der südlichen Sonne. Heuer, im vierten Jahr der griechischen Schuldenkrise, müssen sie darum kämpfen, „am Leben zu bleiben“, wie es Finanzminister Giannis Stournaras vergangenen Sonntag formuliert hat.

Gemeint hat er damit den Verbleib Griechenlands in der Eurozone, vielleicht sogar in der EU. Und Ende dieser Woche wird aus griechischer Sicht eine wichtige Schlacht in diesem Krieg geschlagen. Ministerpräsident Antonis Samaras wird kommenden Freitag Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin besuchen, gleich am Tag darauf Frankreichs Präsidenten Francois Hollande in Paris. Und morgen, Mittwoch, kommt Euro-Group-Chef Jean-Claude Juncker nach Athen. Was wollen die Griechen bei diesen Treffen erreichen, was wollen sie den Gesprächspartnern vorweisen?

In erster Linie will Konservativenchef Samaras Glaubwürdigkeit erringen. Noch im Wahlkampf für den griechischen Urnengang vom 17. Juni hat er dieNeuverhandlung des Kreditvertrags mit den internationalen Gläubigern zum Hauptslogan gemacht. Man erinnert sich auch noch an seine Weigerung, als Oppositionschef das erste Sparpaket im Jahr 2010 mitzutragen. Nun, als Chef einer bankrotten Regierung, hat er eine realistischere Einschätzung erkennen lassen.

 

Schwere Überzeugungsarbeit

Sein erstes Ziel in Berlin wird es daher sein, die Gesprächspartner davon zu überzeugen, dass er es ernst mit der Umsetzung des Spar- und Reformpakets meint, das Griechenland erfüllen muss, um sein Defizit bis 2015 auf unter drei Prozent des BIPs zu drücken.

Aus diesem Grund arbeitet Finanzminister Stournaras seit Ende Juni rastlos an der Schnürung eines 11,5 Milliarden Euro schweren Sparpaketes, das von den Gläubigern gewünscht wird, um eine entsprechende Finanzierungslücke zu schließen.

Aber auch am Montag konnte das Programm nicht präsentiert werden. Zu groß sind die Widerstände der Juniorpartner der sozialistischen Pasok und der linken Dimar in der Koalitionsregierung. Die Koalitionsregierung führe das Land mit „mathematischer Sicherheit in die Katastrophe“, heißt es auch seitens der oppositionellen radikalen Linken Syriza.

Samaras wird sich daher beim Treffen mit Juncker darauf beschränken, die Grundzüge seiner Sparpolitik darzulegen und im Gespräch mit allen drei Gesprächspartnern betonen, dass Griechenland bereit ist, seinen Verpflichtungen Punkt für Punkt nachzukommen.

Keine Rede wird dagegen sein von Neuverhandlungen über ein drittes Hilfspaket, aber auch nicht von einer Streckung des Reformprogramms über 2015 hinaus. Athen hofft auf eine Fristverlängerung der Sparauflagen um mindestens zwei Jahre. Zudem wünscht sich die Regierung einen Zahlungsaufschub für das erste Sparpaket und einen weiteren Schuldenschnitt für Papiere, die in den Händen der Europäischen Zentralbank (EZB) sind. Samaras kann jedoch nicht darauf hoffen, dass ihm dies öffentlich zugesichert wird.

 

Erst Taten, dann Hilfen

Erst Taten, dann – vielleicht – Hilfen wird übrigens auch aus Berlin signalisiert. Es sei nicht zu erwarten, dass bei dem Treffen zwischen Samaras und Merkel an diesem Freitag „die großen Weichen gestellt und die wesentlichen Entscheidungen gefällt werden“, betonte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag. Deutsche Koalitionspolitiker hatten zuletzt wiederholt gefordert, Griechenland soll bei einem Verstoß gegen die Sparauflagen den Euroraum verlassen.

Über weitere Hilfsmaßnahmen wird aber ohnehin erst beim Eurogipfel Anfang Oktober, nach Veröffentlichung des griechischen Prüfungsberichts der Gläubigervertreter von EU-Kommission, EZB und IWF, entschieden. „Die Basis für alle Entscheidungen liefert der Bericht der Troika, wenn er denn vorliegt, und zwar keine Teilaspekte, keine Vorveröffentlichungen“, betonte Seibert. Der Bericht wird frühestens im September erwartet. Bis dahin hält sich Griechenland mit kurzfristiger Schuldenaufnahme über Wasser.

 

2,5-Milliarden-Euro-Lücke?

Samaras wird Kanzlerin Merkel zudem darauf hinweisen, wie hart die Maßnahmen die griechische Bevölkerung treffen. Und er wird vor allem auch versuchen, zusätzliche Sparmaßnahmen zu verhindern. Anfang des Sommers war von einer Lücke von etwa 1,5 Milliarden Euro die Rede, für die Finanzierungen gefunden werden müssten, nun sollen es gar 2,5 Milliarden sein.

Auf einen Blick

Diese Woche finden zahlreiche hochrangige Treffen zur Lage in Griechenland statt: Bevor Regierungschef Antonis Samaras am Freitag die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und am Samstag Frankreichs Präsident François Hollande trifft, stimmen Letztere ihre Position bei einem Zwiegespräch am Donnerstag ab.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.08.2012)

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201 Kommentare
 
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helft Griechenland jetzt!

HELFT GRIECHENLAND JETZT !

(-warum nicht so ?? Bitte um Aufklärung oder Infos !!)

An die Europäische Union und die Regierungen ihrer Mitgliedsländer

Den Staatsbürgern Griechenland werden eine Arbeitswoche von 6 Tagen und weitere Gehaltskürzungen angedroht.

Die EU hat es verabsäumt die Kriterien für die Aufnahme Griechenlands in die EU einer ordnungsgemäßen Prüfung zu unterziehen!

Griechenland ist durch jahrzehntelange Misswirtschaft der Regierung und vor allem durch STEUERHINTERZIEHUNG seiner finanzstarken „Mitbürger“, die ihr unversteuertes Vermögen bei ausländischen Banken sowohl der EU-als auch NICHT-EU-Länder anlegten, in die jetzige, nicht zuletzt alle EU-Staaten wirtschaftlich bedrohende Notsituation gekommen.

In diesem Not-und Ausnahmezustand müssen die EU und die Regierungen ihrer Mitgliedsstaaten ihre Banken bindend veranlassen der griechischen Regierung unverzüglich sämtliche Konten von in Griechenland lebenden Staatsbürgern und Unternehmen bekannt zu geben.

Soferne Vorgenannte in der Folge nicht den Nachweis erbringen können diese Gelder ordnungsgemäß versteuert zu haben sind diese mit einer Nachversteuerung von mindestens 30 % !? zu belegen, welche Beträge von den ausländischen Banken entweder direkt an die griechische Regierung überwiesen werden, oder vielleicht besser, als Sicherstellung oder Rückzahlung für die bereits Griechenland gewährten Kredite dienen.

Gast: Lauser
23.08.2012 10:41
0 0

Ist doch schon völlig wurscht....

geht sowieso alles den Bach runter.......

Sie sollen von der Glaubwürdigkeit des Sparwillens überzeugt werden.

das ist gar nicht nötig. Diese Herrschaften werden von der Hochfinanz am Nasenring geführt, und wissen, was sie den Banken schuldig sind. Die Rechnung dafür zahlt das dumme Volk mit massivem Realverlust der Spareinlagen und Sozialabbau. Hauptsache, die Boni fliessen weiter bei Treichl, Stepic & Co....

Gast: na sowas
20.08.2012 19:21
0 2

...

wenn die do kane Cartonns mit Hakennase haben..
her i auf zu posten !!!

Gast: Tut endlich was
20.08.2012 19:02
4 0

Anfang des Sommers sind den Griechen 1,5 Milliarden Euro abgegangen....

...jetzt sind es auf einmal sogar 2,5 Milliarden....
Denen müsste man doch mal die Buchhaltung aus der Hand nehmen und vneutralen Gesellschaften übergeben, bevor man da noch mehrere Milliarden Euro in den griechischen Sand setzt. Oder so einen Art Konkursverwalter einsetzen, der alles und alle kontrolliert.

Gast: sphings
20.08.2012 18:52
10 0

das grösste problem

hätte gelöst werden können solange es noch klein war!

Nur wenn Griechenland von der Euro-Zwangsjacke befreit wird und seine Währung gegenüber den anderen Europäern abwerten kann, wird dieses Problem gelöst werden!


6 0

Inzwischen weiß doch jeder,

dass die Verträge zur gemeinsamen Währung Mist sind und dass selbst diese nicht eingehalten werden. Nur: niemand von den Politikern will der Erste sein, der die Wahrheit sagt und den Ausstieg oder Rausschmiss einzelner Staaten offen fordert. Die Steuerzahler werden zahlen, zahlen und zahlen, bis einmal jemand wie bei "Des Kaisers neue Kleider" ausspricht, was sowieso jeder sieht.

Gast: Baumer K
20.08.2012 18:42
3 0

Schwere Überzeugungsarbeit

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht ........

Wie oft haben die Griechen schon gelogen?

Alltag in Griechenland

da sieht man wo unser Geld landet. Nicht bei denen, die es brauchen, sondern hier wird eine Schere geöffnet, die den "Normalverbrauchern" das letzte Geld stiehlt und es den Großunternehmen zusteckt. Was da an korruptem Verhalten vor sich geht, ist Wahnsinn pur:http://www.griechenland-blog.gr/2012/produkte-in-griechenland-bis-zu-297-prozent-teurer/9289/

Gast: Tax Refugees
20.08.2012 18:03
1 1

In Athens Kassa klafft ein neues Milliardenloch

Vielleicht sollten wir's mit Schweizer Banken stopfen?

Antworten Gast: General Schnitzelsemmel
21.08.2012 10:08
1 0

Re: In Athens Kassa klafft ein neues Milliardenloch

Vielleicht sollten wir's mit verantwortlichen Bankmanagern und Politikern stopfen - oder deren Privatvermögen?

Gast: IO
20.08.2012 15:30
9 0

Rotschwarz hat uns an die EU und Euromafia verkauft.

Hoffentlich sehen es jetzt wenigstens alle - wenn auch zu spät.

Antworten Gast: Moderndenkender
20.08.2012 19:38
1 2

Re: Rotschwarz hat uns an die EU und Euromafia verkauft.

NEIN, stimmt nicht !! Es gab zum EU-Beitritt eine Volksabstimmung, die mit ca. 60% fuer einen Beitritt entschieden wurde. Hier hat das Volk entschieden.

Die damalige Werbung der Politiker fuer die EU steht auf einem anderen Blatt.

Antworten Gast: wer wenn nicht er
20.08.2012 18:06
0 4

Re: Rotschwarz hat uns an die EU und Euromafia verkauft.

Sehe ich genau anders:

Weil wir den EUR haben kann der Süden nicht schon wieder einfach abwerten und so den schwarzen Peter dem Norden zuschieben, wie dies auch bei den schweren Krisen der 1970er und 1980er der Fall war.

Das überbordende Exportwunder Nord- und Mitteleuropas ist nur durch die Schwäche des Südens möglich (konkret: durch den vom Süden niedrig gehaltenen EUR-Kurs).

Ein Nord-EUR wäre längst so wie der schweizer Franken massiv nach oben gegangen und würde entweder der heimischen Industrie schwer schaden, oder müsste (so wie es eben die Schweizer tun) durch massive Südwährungskäufe künstlich geschwächt werden...

Gast: Na, sowas!
20.08.2012 14:37
5 0

Ob das System hat?

Jedes Monat wird ein neues "Loch" entdeckt.

Vierteljährlich kommen dann die einschlägigen Meldungen vom baldigen Bankrott.

Die Politiker in GR beschließen zwar viel, setzen aber nichts um! Im Notfall gibt es Wahlen, um Zeit zu schinden. Oder man droht den Gläubigern mit Weltuntergang.

Man hätte NIE Steuergeld in den Süden schicken dürfen, denn man wird systematisch belogen und bedroht.

Unsere Politiker dürfen sich schon auf die nächsten Wahlen freuen, denn den Diebstahl von Steuergeld können sie weder verbergen, noch wird ihn die Bevölkerung je verzeihen!!!

na und?

auf die paar Milliarden kommt's auch nicht mehr an!

Gast: Gausterer M
20.08.2012 14:15
7 1

Während in den Nordstaaten

Fleissige und tüchtige Arbeiter dem Burn Out entgegenschwitzen, liegen sie in den Olivenstaaten im Schatten der Bäume und warten auf die nächste Geldspritze, auch Tranche genannt, aus Brüssel.

Gast: 3OO
20.08.2012 14:05
5 0

Nichts wurde umgesetzt seitens Griechenland !!

haben die griechen seit dem man ihre wahre finanzielle situation aufgedeckt bzw. erkannt hat (na ihr anstudierten hascherln aus brüssel die haben euch schön geprellt beim eurobeitritt !! aber macht ja nix,ihr habts sicher viel daraus gelernt das ihr dann in der (früh) pension brauchen könnts,nur bitte gebts euer talent nicht an eure kinderln u. enkerln weiter!!) irgendetwas erfüllt oder irgendetwas erreicht das zur besserung ihrer finanziellen situation beigetragen hätte,haben sie einen einzigen punkt erfülllt der ihnen aufgetragen wurde in gegenleistung von den hilfsmilliarden ??? diese milliarden wird kein geberland wiedersehen,nicht einmal nichts wird zurückbezahlt werden,jeden tag neue hiobsbotschaften u. eben keine einzige besserung oder kein einziger erfolg ist zu verbuchen seitens griechenland aber ihr verantwortlichen politiker zieht daraus keine konsequenzen ,deshalb muss ich unter die gürtellinie u. frage euch ---> sind "wir" nicht mehr ganz dicht, wie lange lassen die nettozahler sich noch vorführen ??!

Gast: betadonna
20.08.2012 14:04
5 0

auf, auf ihr lieben österreicher, euer geld wird im süden gebraucht!!

bitte alles brav an spövp überweisen..

es werden nur ein paar hundert millionen für unsere grenzgenialen politiker abgezweigt, der rest hilft den armen im süden aus ihrer ganz sicher nicht selbstverschuldeten lage..

Kann doch nicht anders sein............

..............bei den Korrupten und faulen Beamten-Politiker!

Siehe Wiener Rathaus oder gar nach Brüssel!!

Gast: Umverteilung Jetzt
20.08.2012 13:47
3 9

Diese

harten zeiten verlangen von Uns das wir noch enger zusammenrücken.

Wir MÜssen unseren europäischen Mitbürgern noch mehr helfen den nur gemeinsam können wir aus der Krise kommen.

Bin MIr sicher das Dr. faymann und sein neuer starker partner Hollande schon intelligente und hilfreiche Pläne in der schublade haben wie man die Griechen mehr helfen kann.

Jetzt dürfen wir nich abspringen sondern müssen gemeinsam für europa sein.

8 0

Nicht nur Faymann und Hollande,..

sondern bei uns auch die Grünen und auch der Spindel Miche wissen wie es geht.
Und zur Brüsseler Intelligenzelite hab ich auch allerhöchstes VertrauenWir müssen den anderen so lange helfen,bis wir selbst nichts mehr haben,das ist wahres Gutmenschentum

4 1

Re: Diese

ironie?

Re: Re: Diese

zwangsläufig. oder der poster ist politiker. oder kann man auch ohne parteibuch so deppert sein?

Gast: da schau her
20.08.2012 13:41
6 0

Tschüs, Euro?


Die Niederländer haben auch keine Lust mehr

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/08/20/sozialdemokraten-in-den-niederlanden-wollen-aus-dem-euro-aussteigen/

Nach Finnland denkt nun auch Holland laut über einen Ausstieg nach.

Was wäre eigentlich so schlimm, nationale Währungen und Euro zu belassen, mit dem Euro als Verrechnungseinheit?

 
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