Die Europäische Zentralbank bekommt 40 zusätzliche Mitarbeiter für ihren Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise. Der Zentralbankrat hat den Stellenausbau laut einem Bericht der "Welt" bereits im Juli genehmigt - allerdings ohne den Beschluss öffentlich zu machen. Zuvor hatte die EZB-Gewerkschaft Ipso in einem Brief an Notenbankchef Mario Draghi Alarm geschlagen: Die Zentralbank sei nicht in der Lage, ihre Aufgaben zu erfüllen. Es gebe ein"ernstes potenzielles operatives Risiko". Dieses bestehe aber weiterhin, sagen Mitarbeiter: Die neuen Stellen seien nur ein "Tropfen auf den heißen Stein", zitiert die "Welt" aus Belegschaftskreisen.
Viele stünden am Rande eines Burn-outs, schließt die EZB-Gewerkschaft aus einer Umfrage unter mehr als 700 Mitarbeitern. Vorsitzende Marius Mager schrieb an Draghi, dass "die EZB nicht angemessen mit Personal ausgestattet ist, um ihre gegenwärtigen Aufgaben zu erfüllen, von künftigen, immer wichtigeren Aufgaben ganz zu schweige".
Groß angelegtes Anleihen-Kaufprogramm?
Derzeit wird heftig spekuliert, was diese zukünftigen Aufgaben sein könnten. So könnte der Ankauf von Staatsanleihen kriselnder Länder nie dagewesene Dimensionen erreichen (mehr dazu ...). Außerdem soll eine zentrale Bankenaufsicht bei der EZB angesiedelt werden.
Dem "Welt"-Bericht zufolge sollen die Hälfte der 40 neuen Arbeitsplätze in der Abteilung für volkswirtschaftliche Analyse geschaffen werden. Dort wird geprüft, wie gut die Mitglieder der Währungsunion noch dastehen. Die nationalen Notenbank hatten stets ein Interesse daran gehabt, die Zentrale möglichst klein zu halten, schreibt die Zeitung. Doch in der Euro-Krise stößt diese Strategie an ihre Grenzen.
(Red./APA/AFP)
Inflation, Hyperinflation oder Deflation?Mag. Zareh Mossessian, Trainer der Wiener Börse Akademie
AAA bis RamschSo kreditwürdig sind EU-Länder und USA