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Italien: Staat vor Einstieg bei ältester Bank der Welt

21.08.2012 | 14:19 |   (DiePresse.com)

Der Staat übernimmt Medienberichten zufolge einen siebenprozentigen Anteil der schwer angeschlagenen Bank Monte dei Paschi di Siena.

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Der italienische Staat soll noch bis Jahresende in die angeschlagene Bank Monte dei Paschi di Siena (MPS) einsteigen. Dies berichtete die Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" am Dienstag. Einen siebenprozentigen Anteil könnte der Staat an der Bank übernehmen. Die Gerüchte über einen möglichen Einstieg der Republik beim toskanischen Kreditinstitut beflügelten die Aktien der Bank an der Mailänder Börse am Dienstag.

Im Juni hatte Italien angekündigt, die Bank mit einer Finanzhilfe von zwei Milliarden Euro zu stützen. Zudem ersetzte der Staat einen der Bank im Jahr 2009 gewährten Kredit von 1,9 Milliarden Euro durch einen neuen Kredit. Damit belaufen sich die Hilfen für die MPS, die das älteste Geldinstitut der Welt ist, bereits auf insgesamt 3,9 Milliarden Euro. Das vergangene Jahr hatte die Bank wegen der Schuldenkrise mit einem Verlust von knapp 4,7 Milliarden Euro abgeschlossen.

4600 Jobs werden gestrichen

Trotz heftigen Protests der Belegschaft, die bereits drei Tage gestreikt hat, setzt der Großbanker Alessandro Profumo seinen Plan zur Rettung von Monte Paschi di Siena um. Profumo, seit April Präsident der Bank, feilt eifrig an einen drastischen Umstrukturierungsplan, mit dem 4600 Jobs gestrichen und 400 Filialen geschlossen werden müssen. Damit werden zehn Prozent des Personals gekürzt. Insgesamt will Profumo bis 2015 die Ausgaben um 600 Millionen Euro kürzen. In den nächsten drei Jahren soll die Bank 1,5 Millionen Euro mit der Reduzierung seiner Aufsichtsratsmitglieder einsparen. Außerdem soll weniger für externe Berater ausgegeben werden.

„Der Weg ist steil und Italien erlebt eine schwierige Phase, doch wir werden es schaffen. Wir sind in der Lage, unsere Ziele zu erreichen", sagte der Geschäftsführer der Bank Fabrizio Viola. Schon in den nächsten Monaten sollen mehrere Filialen geschlossen werden. "Wir wollen an Effizienz gewinnen und zugleich verstärkt in technologische Innovation investieren. Internet-Banking wird eine immer größere Rolle spielen", meint Viola.

Staatsanleihen wurden Bank zum Verhängnis

Monte Paschi ist die erste Bank des Landes, die seit Ausbruch der Schuldenkrise Staatshilfe beantragte. Das Institut wurde von der Krise unter anderem deshalb stark in Mitleidenschaft gezogen, weil es auf einem Berg italienischer Staatsanleihen im Volumen von 25 Milliarden Euro sitzt, die zuletzt deutlich an Wert verloren haben. Auch Problemkredite machen dem Geldhaus zu schaffen.

(APA)

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1 Kommentare

Laut Zeitungsberichten stand der italienische Staat vor wenigen Wochen kurz vor der Pleite

Jetzt soll der italienische Staat eine Pleitebank retten. Realistischerweise kann daraus nur eine Megapleite entstehen. Sind die Anträge für den Rettungsschirm schon geschrieben?

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