Portugal wird in diesem Jahr drei Milliarden Euro weniger an Steuern einnehmen als zunächst veranschlagt. Das für 2012 festgelegte Haushaltsdefizit-Ziel von 4,5 Prozent des BIP wird das Land ohne zusätzliche Sparmaßnahmen nicht mehr erreichen. Das erklärte das Finanzministerium in Lissabon der Zeitung "Público".
Im März rechnete die Regierung noch mit einer Zunahme der Steuereinnahmen um 2,6 Prozent. Die Wirtschaftszeitung "Diario Económico" schätzt, dass die Einnahmen um drei Milliarden Euro sinken werden.
Die Auflagen des 78 Milliarden Euro schweren Hilfspakets von EU, EZB und IWF sehen für 2012 außerdem eine Ausgaben-Reduktion von 1,7 Prozent vor. Dieses Ziel werde man laut dem Finanzministerium erreichen.
Gutes Ergebnis 2011 wegen Einmaleffekten
Portugal hängt seit 2011 am internationalen Finanztropf. Mit einem Haushaltsdefizit von 4,2 Prozent des BIP konnte das ärmste Land Westeuropas 2011 sein Sparziel deutlich übertreffen. Dazu wurden Ausgaben gekürzt und viele Steuern angehoben. Das sehr gute Ergebnis war aber nur möglich, weil der Staat sich von den vier größten Banken des Landes sechs Milliarden Euro aus Pensionskassen auszahlen ließ.
(APA/ Reuters)

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