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Athen plant die Streckung des Sparprogramms

27.08.2012 | 16:18 |   (APA)

Die Fristverlängerung des 11,5-Milliarden-Sparprogramms soll weitere 20 Milliarden Euro kosten. Athen arbeitet an einem Finanzierungsplan, der in Kürze in Berlin und Paris präsentiert werden soll.

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Griechenland arbeitet an Finanzierungsplänen, die eine Fristverlängerung des 11,5-Milliarden-Sparprogramms um zwei Jahre auch ohne ein neues Rettungsprogramm ermöglicht könnten. Es wird davon ausgegangen, dass eine solche Streckung etwa weitere 20 Milliarden Euro kosten würde.

Drei Optionen kommen für die Finanzierung in Frage: Zunächst könnte Athen zwei Jahre später anfangen, seine Verpflichtungen vom ersten Rettungsprogramm in Höhe von 110 Milliarden Euro zurückzuzahlen. Parallel dazu könnte die Rekapitalisierung der griechischen Banken nicht mehr den Schulden des Staates zugerechnet werden. Schließlich denkt Athen auch an eine Aufstockung des Höchstbetrages, den das Land an neuen Schulden machen dürfte. Dies müsste allerdings noch von der Troika genehmigt werden.

Griechenland will Berlin und Paris Pläne vorlegen

Der griechische Finanzminister Ioannis Stournaras plant, nach Berlin und Paris zu reisen um seinen Kollegen Wolfgang Schäuble und Pierre Moscovici diese Pläne zu präsentieren. Zwar versichert Athen, das Sparprogramm werde in die Tat umgesetzt. Das Land brauche jedoch eine Abschwächung der harten Maßnahmen, damit sie "besser verdaut werden können", sagte ein Mitarbeiter des Finanzministeriums am Montag.

Eine Anpassung der Fristen ist im bereits verabschiedeten Rettungsprogramm vorgesehen. Dies ist möglich, wenn die Rezession die von der Troika berechneten 4,8 Prozent vom BIP übertrifft. Allerdings hat die genannte Passage keinen rechtsverbindlichen Status. Schätzungen nach wird die Wirtschaftsleistung Griechenlands dieses Jahr um sieben Prozent schrumpfen.

Exportbemühungen zeigen Erfolg

Die zur Abwechslung guten Nachtrichten aus der griechischen Exportwirtschaft könnten den Bestrebungen zur Verlängerung der Frist zugute kommen. Im ersten Halbjahr 2012 verkaufte Griechenland Waren im Wert von 8,2 Milliarden Euro ins Ausland. Das sind 4,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor und sogar 19,3 Prozent mehr als 2010. Weil das Land wegen der seit Jahren andauernden Rezession massiv weniger Waren im Ausland einkauft, schrumpft zugleich das Handelsdefizit deutlich.

(APA/dpa)

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1 Kommentare

"Finanzierungsplan" ?

Jetzt wird´s grotesk. Es fehlen also 11,5Mrd, für die ein Finanzierungsplan gesucht wird. Nichts leichter als das. Es bieten sich an:

a) Offene Kredite später (dann aber ganz, ganz sicher) zurückzahlen.
b) Wegrechnen übernommener Garantien.
c) Mehr Kredit aufnehmen.

Klingt alles unheimlich kreativ, läuft jedoch immer auf dasselbe raus: Ich hab kein Geld, wer leiht mir was?

Bitte mich nicht misszuverstehen. Die Griechen sind in einer grauslichen Lage. Dass das aber nicht reicht, uns ein erstes warnendes Beispiel dafür zu geben, wohin Überschuldung führt, wird mich bis zum Ende wundern.

Wenigstens haben dann auch wir eine Frage, die wir unseren Enkerln beantworten dürfen.

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