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Unilever: Konsumriese sieht Armut in Europa

27.08.2012 | 18:02 |   (Die Presse)

In den von der Rezession geplagten Ländern Südeuropas ist die Kaufkraft stark geschrumpft. Der Unilever-Konzern will darauf mit Minipackungen reagieren. Die Österreicher sparen indes nicht beim Konsum.

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Wien/JUK/JPS. Wer kauft Waschmittel, das gerade einmal für fünf Wäschen reicht? Eine Packung Shampoo, die nach dem ersten Mal Haare waschen aufgebraucht ist? Die Spanier, sagt der Chef des Konsumgüterriesen Unilever, Jan Zijderveld. „Die Armut kehrt nach Europa zurück. Wenn ein Spanier 17 Euro pro Einkauf ausgibt, dann kann ich ihm kein Waschmittel für die Hälfte seines Budgets verkaufen“, so Zijderveld in der „Financial Times Deutschland“.

Und so will der Konzern, der Markenartikel wie Cif, Coral, Dove oder Maggi herstellt, in den von der Rezession geplagten Ländern Südeuropas künftig dieselbe Strategie wie in asiatischen Schwellenländern fahren: Er schrumpft Packungsgrößen auf x-small. So sollen sich auch jene Menschen, die aufgrund der Krise den Gürtel enger schnallen müssen, weiterhin Markenprodukte leisten können.

Kaufkraft seit jeher niedriger

Ganz neu sei dieses Konzept jedoch nicht, sagt Handelsexperte Andreas Kreutzer vom Berater Kreutzer Fischer & Partner. Denn in Griechenland oder Spanien habe es schon vor der Schuldenkrise Lebensmittel in kleineren Packungen gegeben, da die Kaufkraft dort seit jeher niedriger sei als in Österreich und Deutschland. „In Österreich bekommen sie etwa Kaffee gar nicht in der im Süden üblichen 125-Gramm-Packung.“

Heimische Branchenvertreter vermuten hinter der Verkleinerung der Packungen auch einen anderen Beweggrund: „Mein Rat an die Konsumenten: Man sollte jene Lieferanten eher meiden, die den Packungsinhalt verringern, ohne den Preis zu reduzieren“, sagt WU-Handelsexperte Peter Schnedlitz.

Denn kleinere Artikel sind für den Konsumenten nur dann billiger, wenn der Preis pro Liter oder Kilo niedriger ist. Meist ist dies jedoch umgekehrt. „Kleinere Packungen bedeuten für die Industrie nicht selten Zuwächse bei den Margen“, sagt Kreutzer. Es sei jedoch ohnehin unwahrscheinlich, dass die Minipackungen auch in heimischen Supermarktregalen großflächig Einzug halten. Denn auch wenn hierzulande darüber gestritten wird, ob die Kaufkraft gestiegen oder gesunken ist – je nachdem, mit welcher Inflationsrate gerechnet wird: „Die Österreicher sparen nicht“, sagt Kreutzer.

Das zeigt auch die Konsum-Erhebung 2009/2010 der Statistik Austria. Die Ausgaben eines durchschnittlichen Haushalts für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke sind mit 352 Euro beziehungsweise zwölf Prozent der gesamten Haushaltsausgaben annähernd stabil geblieben. In der Erhebung 2004/2005 belief sich der Anteil auf 13 Prozent. Auch die Ausgaben für Waren für den Haushalt und Körperpflege sind mit 1,1 Prozent beziehungsweise 2,6 Prozent konstant geblieben.

Keine Umsatzverluste im Handel

„Wenn es einen Kaufkraftverlust gab, hat er uns nicht betroffen“, sagt etwa DM-Österreich-Chef Martin Engelmann (siehe Interview unten). So sieht Berater Kreutzer in Österreich auch keine Notwendigkeit für Industrie und Händler, Krisenstrategien wie für Spanien zu entwerfen.

Stark zugelegt haben hierzulande zuletzt jedoch die Eigenmarken der Handelskonzerne. Rewe (Billa, Merkur, Adeg, Penny)  hat mittlerweile einen Eigenmarkenanteil von 20 Prozent, Spar sogar 35 Prozent. Die Rewe-Billigmarke Clever hält bei 340 Artikel, das Spar-Pendant S-Budget bei 370 Produkten. Tendenz steigend.

Die Eigenmarken seien jedoch nicht entwickelt worden, um einem gestiegenen Kundenbedürfnis nach billigen Produkten Rechnung zu tragen, sagt Kreutzer. Sondern um sich besser vom harten Wettbewerb abzugrenzen. „Der Anteil der Produkte im Preiseinstiegssegment, den die Österreicher kaufen, ist nicht signifikant gestiegen.“ Es seien nur billige Industrieartikel durch billige und stark beworbene Eigenmarken des Handels ersetzt worden.

Auf einen Blick
Der Konsumgüterkonzern Unilever sieht die Armut in Europa einkehren. In Spanien will Konzernchef Jan Zijderveld kleineren Geldbörsen mit geschrumpften Packungsgrößen, etwa Waschpulver für fünf Maschinen, Rechnung tragen. Für Österreich dürften derartige Pläne nicht gelten, glauben Handelsexperten. Der Konsum hält sich stabil. Billige Handelsmarken gewinnen zwar an Bedeutung, sind jedoch kein Indiz, dass die Österreicher weniger Geld für Alltagsgüter ausgeben.

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339 Kommentare
 
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"Warum können wir Lebensmittel nicht wie Apple-Produkte verkaufen"?

Eine Nacht lang anstellen für ein Achterl Waschmittel, oder wie meint er das?

oh. Waschmittel ist ja kein Lebensmittel.

Ersetzen Sie es bitte durch Apfelsaft.

Solange es..

verpflichtende Preisangaben pro Einheit (Kg, L..) gibt, kann's mir egal sein.

Gast: Gruftmaus
28.08.2012 10:20
0 0

bitte

Wann druckt die Presse endlich Lebensmittelmarken in ihr Blatt ?
Vor allem bittet die Vereinigung der Gruftmäuse um div. Milchprodukte. (muß nicht in schwarzen Packerln sein)
DAAANKE !

DM wieder zurük!

Der Euro hat niemanden gut getan!

Gast: Danksagung
28.08.2012 09:17
0 0

Verantwortliche müssen zur Rechenschaft gezogen werden

Europa wurde in den letzten Jahren von den Regierungen derart heruntergewirtschaftet, dass mittlereile >50 Mio Arbeitslose und ein negatives Wirtschaftswachstum einen katastrophalen Ausblick für die nächsten Jahre verbleiben

Gast: Freiwild Konsument
28.08.2012 09:09
0 1

Durch teurere Kleinpackungen,

die primär die (laut einer jüngst hier publizierten UBS-Studie) am meisten kaufkraftverlierenden, kaum Steuern zahlenden Kleinverdiener und Sozialhilfenempfänger kaufen, kassieren über das auf diese Weise vom Staat künstlich hoch gehaltene Kaufbudget der "Armen" indirekt die Multis & deren meist superreiche Shareholder einen wesentlichen Teil der staatlichen Alimentierung der "Armen", zu deren Finanzierung laufend die Steuern & Zwangsabgaben für die Mittelschicht erhöht sowie deren staatliche Leistungen laufend gekürzt werden, wobei zusätzlich vom Staat Kostenüberwälzung auf die Mittelschicht samt schleichender Inflation inklusive Wertverlust von deren Sparvermögen betrieben wird. Unter Komplizität des Staates (SPÖ+ÖVP) plündern so die US-Konzerne indirekt massiv die europäische Mittelschicht, was ein Skandal ist!

Im Zeitlauf wird so die europäische Mittelschicht durch Verarmung zwangsverproletarisiert!

Diese giermotivierte, profitsüchtige neue Praktik der Multis ist ein Skandal!

Am besten man begeht als Gegenwehr Kaufbqykott bzw. kauft nur preisgünstigere Großpackungen (soferne dafür noch das verfügbare Budget reicht). Und wählt FPÖ statt ÖVP, SPÖ und dem neoliberalen Stronach.

Amerika schnürt ein neues Marschallpaket für Europa ein!

Die Amerikaner wollen aber diesmal Landforderungen geltend machen. So ein kleines Fleckchen am Alpenrand stellen sie sich vor!

Gast: niq
28.08.2012 08:08
0 1

€X-Reichtum

dieser Artikel trifft genau den Nerv.
Der Schwind€l hat längst uns alle verarmen lassen, dieselben €xperten die jetzt plötzlich die kleineren Packungsgrößen konstatieren haben uns vor vor 10 Jahren den großen €-Reichtum prognostiziert.
Der R€ichtum geht um in €uropa. Es "reicht".

der hauptverursacher der armut ist die ezb

die durch irrsinnige geldmengenausweitung monetaere inflation verursacht und jeden tag, jede stunde, jede minute daran arbeitet die kaufkraft des volks zu stehlen

Ein brauchbarer Indikator - besser als die gefälschten Statistiken

Gefälschte Statistiken bezüglich der Inflation, gefälschte Statistiken bezüglich der Verteilung der Vermögen, gefälschte Statistiken bezüglich der wachsenden oder schrumpfenden Einkommen.
Es mag, wie der Artikel zeigt, sicherlich viele Aspekte geben, eines ist jedoch gewiss, dass bei den nicht privilegierten Schichten Armut durchaus wieder ein Thema wird. Dass dies bei Unilever Berücksichtigung findet sagt wohl mehr als alle oben angeführten Statistiken. Übrigens, nicht nur die "armen" südlichen Länder sind davon betroffen. Auch in Deutschland etwa gibt es solche Probleme: Etwa bei den Fußabstreifern "Hartz 4-Empfänger". Zukünftig ebenfalls bei jenen mit privater Rentenvorsorge: Riester-Rente. Uvm. Aber all das darf es im hochgelobten Kapitalismus mit seiner freien Marktwirtschaft nicht geben.

Antworten Gast: TheDude
28.08.2012 10:09
0 0

Re: Ein brauchbarer Indikator - besser als die gefälschten Statistiken

Dass in Österreich eine zu freie Marktwirtschaft herrscht, halte ich für schlecht (bzw nicht) recherchierten Blödsinn (Politik und Staat geben hier den Ton an, nicht der Markt).
Aber, dass die Abzocke von Konzernen mehr über die wirtschaftliche Lage Europas sagt als wissenschaftliche Studien ist wirklich eine beeindruckender Blödsinn!

Zwei Dinge sollten mittlerweile dem letzten Almöhi klar geworden sein:

Mit Europa geht es rasant nach unten.
Multinationale Konzerne sind keine gemeinnützigen Einrichtungen.

Die Minipackungen dienen einzig und allein dazu, die Produkte teurer zu machen

Die Verpackungsindustrie und damit die Entsorgungsbetriebe wirds auch freuen.

Schön, damit haben alle, außer dem Konsumenten einen Nutzen davon.

Vergessen wir nicht den Staat, dessen Teil wir ja auch sind, der wieder durch gestiegene Preise mehr Steuern einnimmt-das war dann aber auch schon der "Nutzen" für alle.

Üblicherweise

werden die Packungen verkleinert, um Preiserhöhungen zu verschleiern. Beispiel: Bei der Euroeinführung/Geldform - Kaffeemilch Tetrapackerln mit 1/4 Liter wurde auf 200ml verkleinert. Das ist eine Preiserhöhung von 20%. Der Preis für die kleinere Packung bleibt nämlich gleich bzw. steigt er sogar noch an. Griechische Oliven - das Glas ist in den letzten Jahren sehr geschrumpft usw. Die Packungen werden immer kleiner und wers für ein Rezept braucht, der muss nun gar zwei davon kaufen.

Das sind alles indirekte Preiserhöhungen und Politik/Medien sind dabei sogar noch behilflich. Die EU hat das beliebige Ändern der Packungen gestattet und die Medien betreiben wie auch im obigen Artikel Desinformation. Die Packungen werden nicht verkleinert, um sich auf die neue Armut einzustellen, sondern um noch mehr abzuzocken.

Bleibt der Konsum gleich, so werden dann einfach mehr Packungen gekauft. Das könnte man nur damit ausgleichen, dass man die halbe Woche auf das Produkt verzichtet. Also entweder wird die Kasse leer oder die Leute müssen hungern. Der Mittelstand wird weiter abgezockt - die Ärmeren müssen verzichten. Sie schauen jetzt nur, wieviel sie noch rausholen können. Wo liegt der Punkt, dass die Menschen den Konsum verweigern und somit wesentlich mehr Angebot als Nachfrage herrscht? Ähnliches spielt sich ja mit dem Benzinpreis ab.

Lebensmittel und Energie werden teurer. Aber gerade das ist etwas, was alle BRAUCHEN. So ist dies auch eine indirekte Erhöhung der Massensteuern.

Gast: Europäerverarmungskonzept Euro
27.08.2012 23:04
4 2

ESM-verursachte Strategie: Die Konzern-Paläste plündern die Teuro-Kleinhäusler mit umgerechnet teureren Kleinpackungen, ev. auch billigeren Inhalts

Unilevers Strategie ist die preismäßige Renditemaximierung durch hohe mengenmäßige Wachstumsraten infolge hoher Marktpenetration von billigeren aber nicht (!) preisgünstigeren Kleinpackungen, die an die Masse der nicht rechnen könnenden Centfuchser verkauft werden. Zielgruppe ist das Konsumentensegment mit wenig Kaufkraft, das sich nurmehr Minipackungen leisten kann. Entwickelt wurde dieses "Bottom of the Pyramid"-Konzept an der University of Michigan vom Marketingprofessor C.K. Prahalad, einem Inder, unter Mitwirkung von Stuart L. Hart zur Eroberung der von den US-Konzernen bisher vernachlässigten, aber in Summe enormen Kaufkraft der 1 Milliarde an Slumbewohnern mit Minibudgets. Erprobt wurde dieses Marketingkonzept bisher in den Megacities der Dritten Welt und der Schwellenländer. Als Theoriekonzept erfolgversprechend, erwies sich die Praxis als steiniger Weg.

Um Unilevers Renditeprobleme zu sanieren, soll damit nun die üppige Sozialhilfe EUropas zugunsten der Shareholder-Milliardäre abgesaugt werden. Im Endeffekt wird damit der bald noch höhere Steuern zahlen müssende Lastesel Mittelschicht geplündert.

“Low-income markets present a prodigious opportunity for the world’s wealthiest companies – to seek their fortunes and bring prosperity to the aspiring poor.”
-- C.K. Prahalad and Stuart L. Hart: "The Fortune at the Bottom of the Pyramid", in: Strategy + Business, January 2002

http://en.wikipedia.org/wiki/Bottom_of_the_pyramid

US-Konzerne agieren somit als EU-Hyänen!

Antworten Gast: grösso
28.08.2012 07:53
0 0

Re: ESM-verursachte Strategie: Die Konzern-Paläste plündern die Teuro-Kleinhäusler mit umgerechnet teureren Kleinpackungen, ev. auch billigeren Inhalts

Sie fassen das gut zusammen, so ist es.

Wobei man der Angelegenheit auch positive Seiten abgewinnen könnte: so werden Slums allmählich in den volkswirtschaftlichen Organismus integriert, der erste Schritt zur Besserung ihrer Lebensbedingungen - sie sind nicht mehr "outcast". Es gibt Untersuchungen, die zeigen, daß die Slums durch die Kleinstrukturen ihrer (bescheidenen) Wirtschaft Krisen deutlich stabiler (Gänsefüßchen) überstehen.

Man kann Slums städtebaulich-soziologisch durchaus als "Städte in Gründung" verstehen, und so scheinen sie sich auch zu entwickeln. Wo Menschen sind, kommt Wirtschaft. V. a. in Südamerika ist man längst dazu übergegangen, Slums nicht mehr "zu beseitigen", sondern allmählich (Infrastruktur etc.) von unten her zu "sanieren".

Und da sind auch Händlerstrukturen notwendig, um die Preisbildung und die Versorgung zu stabilisieren.

Während die aber "nach oben" kommen, gehen wir "nach unten" - und treffen uns nun in ähnlichen Markterscheinungen. Wie eben Produktlosen, die sich an der Liquidität orientieren, nicht mehr primär an der Preisgünstigkeit.

0 0

Re: ESM-verursachte Strategie: Die Konzern-Paläste plündern die Teuro-Kleinhäusler mit umgerechnet teureren Kleinpackungen, ev. auch billigeren Inhalts

Richtig, es ist schoengefaerbter kampf um den letzten groschen. Wer sich keine ganze schachtel leisten kann oder willl der zahlt vielleicht fuer ein einzelstueck... mehr sogar da die erste zigarette, der erste lolli, der erste schluck wasser im augenblick der begierde kostbarer ist als weitere. Kauft billig in masse,lagert und konserviert.

2 0

Die Großkonzerne reagieren kaufmännisch völlig korrekt und logisch auf die Fehler der Politik.


Denn sie haben keinen rechtlosen Göd, der bei Fehlentscheidungen in die Tasche greift und die Rechnungen glattstellt - so wie in der Politik üblich.

Gast: nochnichtgenugabgezockt
27.08.2012 20:56
8 1

alleine die eu und die garantien für die eurobankenzockereien könnten den österreichern bis zu 80 mrd. euro und den europäern bis 2,2billionen kosten(ORF) der soziale wohlstand in europa wird durch die bankenlobbyeu eingestampft.


Die Industrie glaubt nicht, dass die konsumenten Dum sind!

Sie weiss es!

Antworten Gast: ahsoo
27.08.2012 21:49
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Re: Die Industrie glaubt nicht, dass die konsumenten Dum sind!

So viele Sascha Dums gibt es (nicht nur in Aachen)? Hab ich nicht gewusst...

Noch kleiner?!

Und ich habe jetzt schon das Gefühl, bei manchen Produkten mehr für die Verpackung als für den Inhalt zu bezahlen.

2 0

Re: Noch kleiner?!

Sie meinen Faymann?

Gast: grösso
27.08.2012 19:49
2 1

Testmärkte Slums

Vor zwei, drei Jahren gab es eine Studie, die sich zum Geheimtip entwickelt hat, ich glaube aus der Schweiz: Man hat die Slums als Märkte entdeckt. Von denen es zwar immer heißt, daß dort niemand Geld hat - aber diese Studie hat gezeigt: Stimmt gar nicht! Es wird nur anders gekauft, weil die Kauf- und damit die Preispolitik (oft gerade DURCH diese soziale Ächtung) - sich zum einen an der geringen Liquidität, zum anderen an der Unterversorgung orientiert.

Der Tenor war also, daß zunehmend Konzerne diese Märkte aufarbeiteten, weil sie geringere absolute Verkaufspreise, aber zu weit besseren Spannen erzielen konnten. Wie überall gilt nur, schnell zu sein. Wenn das mal alle machen, herrscht dort derselbe Preiskampf wie überall sonst, und jedes Unternehmen muß ans Äußerste mit seiner Kalkulation gehen.

Unilever, die ja auch schon lange mit der Rentabilität kämpfen, war da gleich dabei. Und übertragen diese Strategie nun (möglicherweise) auf Europa. Wenn ich mich nicht irre, war doch erst jüngst ein Bericht in der FAZ, daß der Konzern in der Bredouille ist? Dann wären solche Überlegungen sowieso nur noch logisch - man stärkt die Felder, wo es noch mehr zu verdienen gibt.

Antworten Gast: niq
28.08.2012 08:21
0 0

Re: Testmärkte Slums

Ihre Kommentare treffen exact den Punkt.
In den USA gibt es ähnliche Erscheinungen, da werden z.B. mit Zwischenfinanzierungen für Leute ohne Bankverbindung Erträge erzielt dass man mit den Ohren wackelt (z.B. Payday loans).

Schon seit einiger Zeit ist es auch in Österreich legal für Slumadressen höhere Versicherungsprämien zu verlangen.

Als nächstes kommt dann der Slum-Browser auch zu uns.

 
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