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"Verbraucher sparen weniger als während Lehman-Pleite"

28.08.2012 | 08:18 |   (DiePresse.com)

Das Barometer für das Konsumklima verharrt bei 5,9 Punkten. Die Sparneigung der Deutschen ist auf tiefstem Niveau seit der Wiedervereinigung.

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Die Deutschen sind nach Erkenntnissen von Marktforschern immer weniger bereit, Geld auf die hohe Kante zu legen. Als Folge von Finanz- und Euroschuldenkrise sei die Sparneigung der Deutschen inzwischen auf den niedrigsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung gesunken, berichtet der GfK-Marktforscher Rolf Bürkl in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Nürnberg. "Inzwischen hat die Sparneigung der Verbraucher sogar das Niveau während der Pleite der US-Bank Lehmann-Brothers unterschritten", sagte Bürkl.

Auf die Frage der Marktforscher "Halten Sie es derzeit für ratsam, zu sparen?" antworteten seit der Finanzkrise 2008/2009 immer mehr Bundesbürger mit "Nein". Sei der aus den Antworten errechnete Wert noch vor der Lehmann-Pleite im Jahr 2008 bei plus 25 Punkten gelegen, so sei er inzwischen auf minus 26 abgesackt.

Konsumklima stabil

Die deutschen Verbraucher lassen sich von Eurokrise und Konjunkturschwäche die Kauflaune kaum verderben. Das für September berechnete GfK-Konsumklima-Barometer bleibt wie von Experten erwartet stabil bei 5,9 Punkten, wie die Nürnberger Marktforscher mitteilten. Die Neigung zum Kauf teurer Güter wie Möbel oder Autos war im August trotz zunehmender Furcht vor einer Konjunkturflaute weitgehend intakt.

Hauptgründe für die geringe Sparneigung sieht Bürkl unter anderem in der Verunsicherung der Verbraucher über die Euro-Schuldenkrise. Viele von ihnen fürchteten um die Stabilität des Euro. "Es fehlt das Vertrauen in die Finanzmärkte." Zudem machten die derzeit geringen Zinsen das Sparen unattraktiv. "Die Zinsen gleichen ja nicht einmal mehr die Inflationsrate aus."

Schwindende Sparneigung bedeutet nach Bürkls Einschätzung aber nicht unbedingt, dass Bundesbürger ihr bisher auf Spar- oder Tagesgeldkonten geparktes Geld abheben, um es in den Konsum zu stecken. "Hier findet vielmehr eine Umschichtung statt: Statt ihr Geld in klassischer Weise zu sparen, stecken sie es immer häufiger in Immobilien, Gold, wertvollen Schmuck oder auch Aktien. In gewisser Weise findet bei der Geldanlage eine Umschichtung statt", erläuterte der Marktforscher.

Konjunkturskepsis wächst

Die wachsende Konjunkturskepsis dürfte laut GfK-Umfrage mit dafür verantwortlich sein, dass auch die Einkommenserwartungen der Konsumenten nachgaben. Das Minus von 4,7 Punkten ist bereits der zweite Rückgang in Folge. Mit 31,6 Zählern weist das Barometer nach Ansicht der Konsumforscher jedoch nach wie vor ein "überaus gutes Niveau" auf.

Das derzeit stabile Konsumklima sei "in erster Linie" der rückläufigen Sparneigung zu verdanken, die positiv auf das Konsumklima wirkt, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Negativ macht sich hingegen die zunehmende Konjunkturskepsis bemerkbar: Bereits zum dritten Mal in Folge erhielt die Erwartung der deutschen Konsumenten an die Wirtschaftsentwicklung einen deutliche Dämpfer. Das Barometer verlor im August 13,3 Punkte und fiel auf minus 18,9 Zähler. Die Rezession in einigen Ländern der Eurozone lasse die deutschen Konsumenten zunehmend eine Ansteckungsgefahr befürchten.

 

 

(APA/Reuters)

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7 Kommentare

Dafür gibt es wohl einige Gründe:

Die Preise sind gestiegen, die Lohnerhöhungen dagegen recht gering ausgefallen, es bleibt einfach viel weniger übrig; den Menschen wird zunehmend bewußt, daß Geld einen veränderlichen Wert hat und daß der Totalverlust durchaus möglich ist; der nur mehr geringfügige Zinsertrag, der zudem noch erheblich besteuert wird, macht Sparen zudem uninteressant; diejenigen, die noch viel Geld haben, investieren zur Zeit lieber in Sachwerte; letztlich hat das Vertrauen in die Banken mittlerweile so sehr gelitten, daß immer mehr Sparer "aus Sicherheitsgründen" einen Teil des Geldes lieber zu Hause lassen.

nur so eine Idee...

... schon mal darüber nachgedacht, ob es bei den Durchschnittsfamilien möglich ist, dass schlichtweg weniger da ist um es sparen zu können?


no na

bei 1 - 2 % zinsen zahlt sich sparen eigentlich gar nicht mehr aus, außer daß man sich einen sicherheitspolster aufbaut.

geld lieber ausgeben, solange es noch etwas wert ist ^^

Gast: Halbwissen
28.08.2012 10:53
0 0

Kann Geld weggesteckt werden ?

Wenn jemand eine Immobilie oder Gold etc. kauft, so muß auch jemand verkaufen.
Also ist das Geld nicht weg, sondern es wechselt den Besitzer.
Und was macht dieser mit dem Geld wenn es doch jeder loswerden will ?

1 0

Den letzten beissen die Hunde

Gold (kleinteilig in Münzen ist noch Mwst. frei und legal - nicht mehr lange), Immobilien, Kunst, Waffen, Clopapier & Wasser - und wenn möglich eine Anbaufläche die auch bewehrt werden kann.

so, so, es gibt also doch eine eurokrise?!?!

man erinnert sich aber noch sehr gut an die gewaltige propagandalawine vor 1999, als wir von verantwortungslosen politikern in den euro hineingelogen wurden:
der euro sein die beste währung aller zeiten. hinterwäldler, der nicht daran glaubt und das nicht sieht, usw...
wer waren denn diese nieten von politikern und währungsexperten?

Gast: Hans im Glück
28.08.2012 08:39
4 0

Crack up boom ... Katastrophenhausse

Nur weg mit dem Geld.

Wer zuletzt den schwarzen Peter hat, der hat alles Verloren.

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