Das pleitebedrohte Griechenland will mit Sonderwirtschaftszonen private Investoren anlocken und so das Wachstum ankurbeln. Die Regierung habe bereits bei der Europäischen Kommission die Zustimmung für Sonderkonditionen in bestimmten Gebieten beantragt, teilte Entwicklungshilfeminister Costis Hatzidakis am Dienstag mit. Ziel sei es, um Investoren mit niedrigeren Abgaben und weniger Bürokratie zu werben. Gültige Arbeitsgesetze müssten allerdings vollständig respektiert werden, betonte Hatzidakis.
Griechenland hat die Mindestlöhne bereits drastisch gekürzt, um damit gegen die Rekordarbeitslosigkeit vorzugehen. Vor allem China setzte in der Vergangenheit auf Sonderwirtschaftszonen und lockte damit erfolgreich Kapitalgeber an.
Griechen bringen Geld wieder zur Bank
Indes haben Verbraucher und Unternehmen erstmals seit einigen Monaten wieder mehr Geld bei griechischen Banken angelegt. Ihre Einlagen erhöhten sich im Juli um rund zwei Prozent auf 159,4 Milliarden Euro, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Daten der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht. Das ist aber immer noch ein Drittel unter dem Niveau von Ende 2009. Noch im Juni waren die Bankeinlagen um fünf Prozent gefallen, ebenso in den Monaten davor. Grund dafür waren Spekulationen über ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone. Dies hätte bei einem Sieg der Spargegner bei der Parlamentswahl gedroht, bei der sich aber die Befürworter des Reformkurses durchsetzten.
Im ebenfalls krisengeplagten Spanien ziehen Verbraucher und Firmen dagegen weiter Geld von ihren Banken ab. Ihre Einlagen schrumpften um fast fünf Prozent auf 1,509 Billionen Euro. In Irland legten sie dagegen um ein Prozent zu, während sie in Portugal nahezu unverändert blieben.
Griechenland verkauft Flugzeug der Regierung
Im Kampf gegen die Krise will Griechenland außerdem eines seiner drei Regierungsflugzeuge verkaufen. Der Erlös aus dem Verkauf der mit 13 Sitzplätzen ausgestatteten Embraer-Maschine aus brasilianischer Produktion solle dem Militär zu Gute kommen, teilte die Regierung am Montag mit. Ein zweiter Embraer-Jet solle der Armee zu Trainingszwecken zur Verfügung gestellt werden, und auch die dritte Regierungsmaschine, eine Gulfstream aus US-Produktion, solle künftig gemeinsam mit der Luftwaffe genutzt werden, um Kosten zu sparen.
Das hoch verschuldete Griechenland wird derzeit mit Milliardenhilfen der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds unterstützt. Das seit März laufende zweite Hilfsprogramm hat ein Volumen von 130 Milliarden Euro. Eine neue Tranche von knapp 31,5 Milliarden Euro, ohne der Griechenland die Staatspleite droht, soll nach einer neuen Prüfung der Sparbemühungen des Landes ausgezahlt werden. Das Land muss dafür noch Sparanstrengungen im Umfang von mindestens 11,5 Milliarden Euro für die kommenden beiden Jahre beschließen. Den internationalen Geldgebern wird aus Athen vorgeworfen, mit den Sparauflagen die Rezession weiter zu verschärfen.
(APA/Reuters/AFP)

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