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"Österreich wirft auch kein Bundesland raus"

28.08.2012 | 16:06 |   (DiePresse.com)

Industriellen-Präsident Kapsch bezeichnet die EU als Chancengemeinschaft. Zugleich warnt er vor einer Entwicklung vom Sozial- zum Versorgungsstaat.

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Industriellen-Präsident Georg Kapsch hat zur Eröffnung der Wirtschaftsgespräche beim Forum Alpbach Europa als Chancen- und Schicksalsgemeinschaft beschworen. Europa solle so gesehen werden wie Österreich mit seinen Bundesländern. "Da käme auch niemand auf die Idee, eines rauszuwerfen".

In Kapsch' Augen müssten auch die Menschen in Griechenland eine Aussicht darauf haben, einen entsprechenden Nachlass ihrer Schulden zu bekommen, wenn sie sich bemühten. Zugleich erteilte er Entwicklungen vom "Sozialstaat" hin zum "Versorgungsstaat" eine Absage. Dem Thema "Zukunft des Sozialstaats in Europa" war der Auftakt der Wirtschafts-Session des Forums gewidmet - zumal die EU gerade ihre Transfersysteme neu diskutiert.

"Wir brauchen andere Systeme"

Für IHS-Chef Christian Keuschnigg ist eine der Basisaufgaben des Sozialstaats die Vorsorge und Absicherung des Alters, ebenso wie die Umverteilung. Das sei auch eine ist Frage der Preise. Wenn eine Versicherung nicht korrekt bepreist sei, gebe es immer Quersubventionen. Auch in der Alterssicherung sei man gegenwärtig leider nicht der Kostenwahrheit verpflichtet.

Während der Sozialstaat laut Kapsch Wohlfahrtsgewinne produzieren könne, würden diese vom "Versorgungsstaat" gerade zerstört. Das vor 70 Jahren entwickelte versicherungsbasierte System, das permanent von Bundeszuschüssen gefüttert werde, passe nicht mehr in eine extrem globalisierte Welt. "Wir brauchen andere Systeme, um wettbewerbsfähig zu sein."

Wirtschaftswachstum löst nicht Budgetprobleme

"Unser Sozialsystem hat strukturelle Schwächen, das sieht man in den Budgets", meinte Kapsch. Die Schwächen seien systembedingt und durch die Finanzkrise nur verschärft worden, nicht aber deswegen entstanden. Nötig sei ein stabiles System bei Pensionen, Gesundheit und Pflege sowie im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Um dies leistbar zu machen, müsse man mit den Kosten runter. Das beste Sozialsystem helfe nichts, wenn es keine Jobs gebe.

"Wir brauchen Wirtschaftswachstum, aber das Vertrauen, dass Wirtschaftswachstum unsere Budgetprobleme löst, ist trügerisch", glaubt Kapsch. Die Wirtschaft brauche klare Spielregeln und mehr Freiräume als in der Vergangenheit anstelle eines Regulierungswahns.

"Standortfaktor Sozialpolitik"

IHS-Experte Keuschnigg sprach vom "Standortfaktor Sozialpolitik". Hohe Lohnkosten seien Treiber von Auslagerungen von Produktionsstätten. Dem könne nur mit Produktivitätssteigerung und Innovation begegnet werden. Im Süden Europas zeige sich, wie weit ein rigider Arbeitsmarkt den Strukturwandel blockiere.

Europa könne sich zumindest programmatisch zugutehalten, dass es keinen zweiten Grundrechtskatalog in der Welt gebe, der so viele Bestimmungen zu sozialer Gerechtigkeit habe, sagte der neue "Alpbach-Präsident" Franz Fischler. "Kaum eine Verfassung in der Welt hat das Gleichgewicht zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialverantwortung so klar als Ziel festgeschrieben." Allerdings: "So gut wir im Programmatischen sind, so sehr ist die Umsetzung die Frage."

(APA)

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38 Kommentare
 
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Gast: Kapital TrafficCom AG
29.08.2012 12:49
0 0

Liebe Presse

publiziert bitte die EU-Fördermillionen die er seit 2009 bis dato erhalten hat.

Gast: Nepomuk
29.08.2012 09:48
0 0

Der Märchenerzähler von der Industriellenvereinigung


Wie es wirklich ist:
Der Industriekonzern Kapsch nimmt nur junge, neue Mitarbeiter auf.

Zuerst einmal muß bei Kapsch ein Umdenken stattfinden.
Vorher braucht der neue IV-Präserl keine Märchen über Pensionsalter und Facharbeitskräftemangel verbreiten.

Erst wenn die österr. Wirtschaft aufhört, ältere Arbeitnehmer zu Trotteln zu erklären, kann man über Änderungen im Pensionssystem diskutieren.





Gast: kapscherl
29.08.2012 08:17
0 0

wieviele 60+ jährige beschäftigt Herr Kapsch

in seinem Unternehmen?

Gast: keineersatzzeiten
29.08.2012 08:15
0 0

die männlichen Pensionisten in meinem Umfeld

sind ausnahmslos vor dem 60 Lebensjahr in den "wohlverdienten" Ruhestand getreten.
Wie haben die 45 Beitragsjahre geschafft ?

Gast: sozisforbanker
28.08.2012 21:17
1 0

es geht um faire gesamtbeitragszeiten u. gesamtbeitragsleistungen und um ein einheitliches, faires u flexible asvg pensionsversicherungslösung. faymann u. hundstorfer von der SPÖ werden dies niemals zustandebringen;


Zynismus oder Ahnungslosigkeit...

Es ÍST die Industrie, welche Mitarbeiter jenseits der 40 auf die Abschusslisten setzt. Hat dieser Komiker überhaupt eine Ahnung, wie es jenseits der Vorstands- und Aufsichtsratsetagen in den Unternehmen heutzutage zugeht?

Besonders bizarr freilich das Kap'sche Räsonieren über den "Versorgerstaat", ist nicht gerade Kapsch ein Unternehmen, das sich im staatsnahen Bereich mästet? Der gewöhnliche ASVG Sklave sieht sich immer öster einem "Entsorger-" statt einem "Versorgerstaat" gegenüber.

Gast: grauslicheeinstellung
28.08.2012 19:45
1 0

bei dem was die industrie ..

.. an arbeitsplätzen für ihre lohnsklaven zur verfügung stellt braucht man ein licht am ende des tunnels, sprich: die schinderqual des modernen führungsstils in modernen kapitalistischen unternehmen braucht einen ausweg, damit nicht noch mehr arbeitnehmer amok laufen

Klassenkampf

langsam wird es wieder Zeit für einen echten Klassenkampf - die Fronten werden klar sichtbar

Antworten Gast: Eisbär 4711
29.08.2012 09:00
0 0

Re: Klassenkampf

Ja, das ist bereits Gebot der Stunde !! Machen wirt endlich kaputt was uns versucht kaputt zu machen !

Gast: Bello
28.08.2012 19:32
2 0

Wieder so ein Hirnloser!

Dieser Herr dürfte nicht ganz dicht im Kopf sein! Typische Sprüche eines großen Unternehmers. Ich zum Beispiel zahle jetzt schon 42 Jahre Pensionsbeitrag und dann muss ich so ein sch….. hier von so einem dummen Menschen lesen. So ein Blödsinn sollte man überhaupt nicht hier veröffentlichen, denn es ist schade um die Zeilen und verärgert die Menschen!!!

4 0

und die Kinder sollen künftig von

Leihmüttern in armen Ländern ausgetragen und aufgezogen werden, damit ja keine Frau der hiesigen Wirtschaft entgeht usw

Gast: hunter666
28.08.2012 18:58
6 0

Herrn IV-Chef Georg Kaps

sollte man die Einkommessteuer verdoppeln!

Re: Herrn IV-Chef Georg Kaps

Hollande hat heute für die 'Reichen' 75% vorgeschlagen, die CSU jubelt ; )

Antworten Antworten Gast: HB4242
28.08.2012 19:32
1 0

Re: Re: Herrn IV-Chef Georg Kaps

was populäres vorschlagen kann man ja ...

... ob es auch dann so kommt ist eine ganz andere Geschichte ...

Gast: HB4242
28.08.2012 18:48
4 1

Seit wann ...

... ist der Kapsch für die Pensionen in Österreich zuständig ???

Wir der jetzt auch schon von der Finanzelite bezahlt !

Antworten Gast: Gscheiterln
28.08.2012 21:03
1 0

Re: Seit wann ...

Die Industriellen-Vereinigung glaubt doch schon seit Jahren, dass sie nicht nur mitbestimmen, sondern überall bestimmen können ! Das kenne ich persönlich zur Genüge !!! Und den allergrössten Zorn bekomme, wenn es heisst, Pensionsalter rauf und genau diese Firmen sind es dann, die die über 50-Jährigen aus dem Job drängen, weil Jüngere billiger sind. Das passt doch alles nicht zusammen !

Gast: Johann S
28.08.2012 18:29
8 2

Dieser

Herr sendet aus seinem Elfenbeinturm,allerhand seltsame Sprüche aus.

Gast: schluckspecht
28.08.2012 18:24
5 2

Wer derart schwachsinnige Vergleiche anstellt, zeigt seine intellektuellen cLimits auf.

Derartige Lichtgestalten an der Spitze der IV machen die dortige Personalnot deutlich transparent.

Kapsch bezeichnet die EU als Chancengemeinschaft

die Große Chance den kleinen Leuten im großen Stil das letzte Geld aus den Taschen zu ziehen, und sowas aus dem Mund eines Großindustriellen EU-Profiteurs, oh Wunder!!!

Gast: lebed
28.08.2012 18:09
2 1

KLeute wie Kapsch, die von der Arbeitskraft (Ausbeutung genann)

von anderen leben, haben natürlich was zu verlieren.

Klar dass die für den EURO sind - dei negativen begleiterscheinungen haben die ausgelagert, u.a. an ndie Steuerzahler.

Aus deren Sicht alles paletti...

Ich sehe jedenfalls nicht ein dass WIR solidarisch mit völlig fremden Ländern sein sollen die tausende km weit weg sind, eine völlig andere Kultur und Arbeitsauffassung haben, und auch mit denen uns historisch faktisch nichts verbindet.

Der grössere Schaden wird durch den ClubMed-EURO angerichtet, weil zentral,-und nordeuropäische Länder wohl kaukm bereit sein werden beim Med-EURO mitzutun...

Somit spaltet der EURO nicht nur die jetzigen EURO-länder, sondern sorgt für eine Hemmung einer weitergehenden Vereinigung der ähnlichen Mittel,-Nordeuropäischen Länder!

Gast: Brummer
28.08.2012 18:02
7 1

Schwacher Vergleich

von Herrn Kapsch! Kennt er ein österreichisches
Bundesland mit derart katastrophalem Steueraufkommen und Pensionsbetrug an allen Ecken und Enden, wie im EU-Staat Griechenland üblich?
Wenn nicht, dann sollte er besser den Mund halten!

1 2

Als Kärntner würde ich jetzt Schweißausbrüche bekommen.

Wer sagt denn,
dass wir nicht ein Bundesland vor die Tür setzen können?

Gast: Die EU ist unser Untergang....
28.08.2012 17:39
8 1

Der hat uns gerade noch gefehlt......


Antworten Gast: So ist es
28.08.2012 21:04
0 0

Re: Der hat uns gerade noch gefehlt......

Auf den habe ich gerade noch gewartet !

Gast: phj
28.08.2012 17:36
7 0

Eine seiner Aufgaben sollte sein

darauf zu achten, daß die Industrie Lehrlinge gewissenhaft ausbildet zu guten Facharbeitern, damit endlich der Ruf nach ausländischen
( billigen ) Facharbeitern aufhört.

Gast: Der Notar
28.08.2012 17:31
2 0

Dümmlicher Vergleich

Bundesland - Bundesstaat USA - monatliche Glattstellung der FED Salden und Transformation in Kreditnahme. Target II Herumschusterei undenkbar. Das Kapsche Modell scheiterte Anfang der 1820er Jahre durch die Pleite der USA.

 
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