23.05.2013 20:14 Merkliste 0

Nowotny: "Zurück zum Schilling wäre Wahnsinn"

31.08.2012 | 10:26 |   (DiePresse.com)

Notenbankchef Ewald Nowotny warnt die Politik in der Schuldenkrise vor Populismus und rät zu Geduld. Anleihenkäufe der EZB am Primärmarkt hält er für problematisch.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Ein Austritt aus der Eurozone wäre für Notenbankchef Ewald Nowotny nicht haltbar. "Jeder Österreicher, jede Österreicherin sieht ein, dass es absurd wäre, zum Schilling zurückzukehren und damit die Wechselkursbindung aufzugeben. Das wäre Wahnsinn", sagt das EZB-Ratsmitglied in einem Interview im Ö1-Morgenjournal.

Auch bei einer Pressekonferenz des Forum Alpbach äußert er sich ähnlich zu diesem Thema. Nach Forderungen zur Wiedereinführung des Schilling, Rausschmiss der Griechen und all den sonstigen emotionalen Äußerungen, rät er den Politikern zu mehr Verantwortungsbewusstsein. Sie sollten durchdenken, was die Folgen seien. Nowotny ist auch überzeugt, dass selbst "Frank Stronach im praktischen Leben durchaus die Vorteile eines vernünftigen Wechselkursregimes schätzt".

ESM soll rasch in Kraft treten

Auf die Frage, ob er Anleihenkäufe der EZB für sinnvoll erachte, reagiert der Nationalbankchef ähnlich: "Ich warne davor, das zu so einer plakativen, vielleicht sogar ideologischen Diskussion zu machen." Käufe am Primärmarkt hält Nowotny für problematisch. Wichtig sei jetzt ein rasches Inkrafttreten des ESM. Die (zeitaufwändige) Legitimisierung des Rettungsschirmes durch die einzelnen Mitgliedsstaaten sei zwar wichtig, trotzdem habe eine rasch handelnde Finanzpolitik wie jene der USA auch Vorteile. Überhaupt rät er zu mehr Geduld. Man sähe in einzelnen Krisen-Staaten ja bereits Fortschritte.

(APA/ Reuters)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

300 Kommentare
 
1 2 3 4 5 6 7

Na, wenn der Nowotny was sagt, gilt immer das Gegenteil

und das deckt sich auch mit dem Eindruck: Der Euro ist ein Wahnsinn...

Antworten Gast: Wolfgang S
31.08.2012 11:44
3 1

Re: Na, wenn der Nowotny was sagt, gilt immer das Gegenteil


Ja - ich wüsste auch nur allzu gerne was die Schaumayer sagen würde.

2 9

Re: Na, wenn der Nowotny was sagt, gilt immer das Gegenteil

Der Euro an sich ist nicht das Problem. Das Problem ist das Schuldenmachen. Aber das ist bereits gelaufen.

Die PIIGS Länder können auch mit Reduktion ihrer, in den letzten Jahren, massiv ausgeweiteten Kosten die Wettbewerbsfähigkeit wieder erlangen.

Antworten Gast: Hans im Glück
31.08.2012 11:01
4 1

Re: Na, wenn der Nowotny was sagt, gilt immer das Gegenteil

Der EUR mit ESM ist Wahnsinn hoch zwei.

=> Ê + ESM = (Wahnsinn)²

Das Kürzel € kann man nicht mehr verwennden, da der EUR bereits einen Rettungsschirm hat. Wir brauchen ein neues Zeichen mit Dach, so etwa wie in der obigen Formel: Ê.

Da eigentlich er Ê bereits Wahnsinn ist kann man die Formel weiter vereinfachen.

Ê + ESM = (Ê)²

Somit ist die Entwicklung ziemlich bedenklich:

€ => Ê => (Ê)²

Wir brauchen eindeutig ein neues ASCII-Zeichen für den EUR.

Gast: Markus Trullus
31.08.2012 10:46
5 19

Leider hat er da recht, zur Missmut vieler Poster

Also Novotny ist nicht "mein Freind", aber hier scheint er richtig zu liegen. Alle, die den Austritt aus dem Euro und den Schillig wieder haben wollen, haben
* erstens die Umstellung gar nicht behirt. Das geht gar nicht- man denke nur an Geheimhaltung zur Unterbindung der Spekulaton einerseits und der langen Vorbereitungszeit andererseits. Und keine der "abgeschirmten geheimen" Stellen hält dicht. Keine!!!!
* zweitens die Folgen dessen nicht beachtet.

Die Republik wäre Freiwild für alle Spekulanten, und wir wären massivst Fremdgesteuert, von wegen "endlich frei"! Große Globale Unternehmen würden unsere Wirtschaft schnellstens "in die Knie " zwingen, und bald wären wir eine Kolonie irgend eines Überseestaates (China?) Und dann bitte nicht plärren: wieso hat uns das damals niemand gesagt? Ich sage das jetzt: Hier! Und ein bisschen was von der Sache versteh ich schon...
Aber dass die Sache mit Banken, Euro etc reformbedürftig sind, keine Frage....

ja, mit eigener Währung wären wir Freiwild und fremdgesteuert ...

... genau so wie die Schweiz, Schweden, Dänemark, Norwegen, Tschechien.
Allesamt Wahnsinnige, wirtschaftliche Loser und Sanierungsfälle, ganz im Gegenteil zu Griechenland, Portugal, Irland, ...

0 7

Re: Leider hat er da recht, zur Missmut vieler Poster

Sich zu überlegen, was die Konsequenzen sind ist für FPÖ-Anhänger nicht im geringsten notwendig. Sie mach es wie Strache, nein schreien reicht, zumindest in der Opposition.
Als die FPÖ in der Regierung war, hat sie nicht ein einziges Mal nein zu etwas gesagt. Dabei hatte haider sicher mehr Intellekt und ein besseres Standing als Strache.
Bisher konnte noch niemand schlüssig erklären, was im Falle eines Euro-Autrittes mit den exportorientierten Unternehmen in Österreich passieren würde und wie man Spekulanten davon abhalten könnte, Ö von seinem"überflüssigen" Geld zubefreien...

Re: Re: Leider hat er da recht, zur Missmut vieler Poster

Bitte um Anleitung: Wie "spekuliere" ich gegen ein Land, das seine Schulden lfd. abbaut. Denn dass das Grundvoraussetzung ist, ist wohl ohnehin klar. Wie geht das - und warum passiert´s bei anderen Ländern nicht?
Bitte am Beispiel SEK erklären.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, mir ist exakt wurscht, wie meine Währung heisst. Aber es ist völliger Unsinn, uns irgendwelche Spekulationen anzudichten, wenn soetwas nicht belegt werden kann. Da nimmt den Rest der Argumentation auch keiner mehr ernst.

0 0

Re: Re: Re: Leider hat er da recht, zur Missmut vieler Poster

Gegen ein Land in dem Sinn kann man nicht spekulieren, gegen seine Währung hingegen sehr wohl. Das ist seit Soros´ Umgang mit England hinlänglich bekannt. England hat damals eine Gutteil seiner Goldreserven aufgelöst um den Pfund zu stützen. Ausgang der Geschichte ist hinlänglich bekannt...Ich kann es mir beim SEK nur deshalb vorstellen, dass es funktioniert, weil letztendlich die EU einspringen würde, ginge es um das Eingemachte. Ist das Risiko zu groß, gehen es Spekulanten nicht ein.
Ich verstehe Sie nicht falsch, ich finde es sehr spannend so ein Thema kontrovers, aber sachlich zu diskutieren. Ich bin auch gerne bereit jede andere Meinung zu respektieren, so lange derjenige erklären kann, wie sie zustande kommt.

Geh bitte, glauben´s wirklich ein halbwegs Gebildter...


....glaubt an diese Angst-und Panikmache.

Die größte Gefahr sind die Eurokraten.

Die wollen mit dem Euro via Schuldenunion eine politische Union errichten.

Koste was es wolle.

Da wird manipuliert zum Exzess.


0 8

Re: Geh bitte, glauben´s wirklich ein halbwegs Gebildter...

Einer der wirtschaftlich bis drei zählen kann weiß, das ein Austritt völlig hirnrissig ist, und dass es ebenso schwachsinnig wäre den Euro aufzugeben...
Abgesehen davon wäre eine politische Union derzeit wohl die beste Variante, in der globalen Wirtschaft zu bestehen und hätte zudem den Charme, dass die dillettantischen Nationalpolitiker entmachtet würden.

na klar, und die Finnen sind ja auch ....


...nach ihrer Diktion hirnrissig.

Erkundigen sie sich lieber mal, was auf der Welt abläuft, so z.B.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/07/06/finnland-droht-%E2%80%9Ewir-sind-auf-einen-euro-austritt-vorbereitet/

Re: Leider hat er da recht, zur Missmut vieler Poster

Nun, dann spekulieren Sie mal gegen die (z.B.) SEK... Die sollen ja eine ganz schlimme Wirtschaftslage haben, seit sie sich entschieden haben, ihre Währungspolitik selbst zu kontrollieren. Ganz arg fremdgesteuert, diese Schweden.

Bitte nicht bös sein, aber ich kann das "Freiwild für Spekulanten" nicht mehr hören. Jeder Staat, der auf Geld von aussen angewiesen ist, weil er seine Finanzen nicht unter Kontrolle hat (wie auch AT), wird sich abhängig machen.
Mit der gemeinsamen Währung (und v.a. dem ESM) haben wir nicht nur unsere hochgefährliche Lage an der Backe sondern auch noch die Probleme jener, die gleich noch schlechter dastehen.

Antworten Antworten Gast: Halbwissen
31.08.2012 12:17
0 3

Re: Re: Leider hat er da recht, zur Missmut vieler Poster

Ich wusste nicht, das Schweden den Euro hatte und dann ausgetreten ist !

Noch nie dabei gewesen zu sein und austreten ist nämlich ein erheblicher Unterschied !
Oder haftet Schweden für irgendetwas ?
Muß Schweden seine Währung an den Euro binden wie die Schweiz ( Schweiz druckt so viel Geld wie kein anderes Land / kommt da noch ein Problem auf die Schweiz zu ? ) ?
etc.
etc.

Re: Re: Re: Leider hat er da recht, zur Missmut vieler Poster

Verstehe. Das Problem ist also die Haftung. Da scheint es ja eine gute Idee zu sein, dieses Problem mittels ESM zu lösen.
Finden Sie das besonders logisch?

Natürlich ist´s was anderes, wenn man gar nie dabei war. Aber einen Fehler zu korrigieren, indem man´s dabei belässt, geht halt auch nicht.

Wie auch immer - eigentlich wollte ich ja darauf hinweisen, dass das Grundproblem "Überschuldung" heisst und nicht "Währung". Mögen die EUR-Spekulanten glücklich sein. Ich bin jedenfalls keiner;-)

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Halbwissen
31.08.2012 13:25
0 0

Re: Re: Re: Re: Leider hat er da recht, zur Missmut vieler Poster

Manche Fehler können leider gar nicht korrigiert werden !

Man kann höchstens das beste aus der Sch..... machen .

Das Problem ist nicht nur die Haftung.
Das Hauptbroblem sehe ich an den Überkapazitäten wenn ein Nordeuro um 50 Prozent plus gegen den Dollar und allen anderen Währungen SCHLAGARTIG aufwertet. Vor allem das schlagartige ist das Problem.


Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: universe
31.08.2012 14:46
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Leider hat er da recht, zur Missmut vieler Poster

Ein Nordeuro würde kaum oder nur leicht gegenüber dem Dollar aufwerten (vielleicht 10%).
Ein Südeuro würde schlagartig gegen den Dollar abwerten.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Halbwissen
31.08.2012 15:07
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Leider hat er da recht, zur Missmut vieler Poster

Das glauben Sie doch nicht wirklich ?

Nordeuro plus 50 Prozent. Bis es alles abwürgt, denn Deutschland hat schon eine Exportquote von über 50 Prozent von BIP, und erst dann ( wenn die halbe Bevölkerung Arbeitslos ist ) kann er auf Ihre 10 Prozent oder so sinken.

Südeuro minus 50 Prozent. Export explotiert und weiters ??? - keine Ahnung.

Banken müssen auf beiden Seiten gestützt werden.

Antworten Antworten Gast: Master of the Universe
31.08.2012 11:29
1 1

Bitte nicht bös sein...

...aber wie wär's z.B. mit einer Einschätzung zur Währungspolitik - um nicht zu sagen zur defacto Kopplung des Schweizer Franken [sic!] an den Euro?


Re: Bitte nicht bös sein...

SEK = schwedische Krone. Keine Ahnung, warum Sie die Fluchtwährung CHF rausholen.
Keine Angst, ein Nordeuro hätte schon aufgrund der Überschuldung nicht dieselben Probleme.

Antworten Gast: Halbwissen
31.08.2012 11:06
3 5

Re: Leider hat er da recht, zur Missmut vieler Poster

Ich gebe Ihnen recht !

Österreich würde bei einer Rückkehr zum Schilling zusammenbrechen.

Wenn Österreich beim Euro bleibt, so wird allerdings die wertschöpfende Bevölkerung von Österreich zusammenbrechen.

Österreich ist in einer ausweglosen Zwickmühle !

Antworten Antworten Gast: SanMan
31.08.2012 12:42
1 0

Re: Re: Leider hat er da recht, zur Missmut vieler Poster

Österreich als kleines Land wird vermutlich nur abwarten können, was Deutschland tut und mitziehen. Ich könnte mir vorstellen, dass es darauf herauskommt. Denn ich stimme zu, dass Ö (man bedenke: Transitland) in der Klemme ist.

Gast: nahdran
31.08.2012 10:38
18 3

Zurück zum Schilling

Sehr geehrter Herr Nowotny!
Ich bin Österreicher und will zurück zum Schilling!

Gast: falsch verteilt
31.08.2012 10:33
20 1

HAHAHA unser KONTRAINDIKATOR spricht!

Nimmt den noch irgendjemand ernst?

Er ist der höchstbezahlte Staatskabarettist Österreichs.

Antworten Gast: Halbwissen
31.08.2012 10:58
0 1

Re: HAHAHA unser KONTRAINDIKATOR spricht!

Als Kontraindikator nehme ich ihn sogar sehr ernst !

 
1 2 3 4 5 6 7

Eurokrise - Die Begriffe

  • Was ist die Eurokrise? Ein Rückblick auf die Ursachen mehr...

    EFSF Der Rettungsschirm und wie er funktioniert mehr...

    Hebel für EFSF Wie man aus sehr viel Geld noch viel mehr Geld macht. mehr ...

    EFSM Der Mechanismus für Finanzstabilisierung und seine Aufgaben mehr...

    ESM Der Europäische Stabilitätsmechanismus soll 2013 den EFSF-Fonds ablösen. mehr ...

    Eurobonds Was gemeinsame EU-Anleihen bezwecken und wie sie funktionieren sollen. mehr ...

    EZB Die EZB ist Hüterin des Euro und soll eine geringe Inflation garantieren. Zumindest bis jetzt. mehr ...

    Waffen der EZB Was die "Bazooka" ist und welche anderen Waffen die Zentralbank hat. mehr ...

    IWF Der IWF ist die Finanzfeuerwehr der Vereinten Nationen und massiv an den Hilfsaktionen in Europa beteiligt. mehr ...

    Ratingagenturen Die wichtigsten Agenturen und deren Bewertungen. mehr ...

    SPIV Das Special Purpose Investment Vehicle soll die Finanzierung in Euroländern erleichtern. mehr ...

    Troika Die Troika ist eine Gruppe von Experten von EZB, IWF und EU-Kommission. mehr ...

    G20 Die 20 größten Wirtschaftsmächte repräsentieren zwei Drittel der Weltbevölkerung. mehr ...

    PSI Beim Private Sector Involvement geht es um die Beteiligung des Privatsektors an der Krisenlösung. mehr ...

    CDS Kreditausfallsversicherungen werden unter anderem dann fällig, wenn ein Land pleite ist. mehr ...

    Sekundärmarkt Der Sekundärmarkt ist der Markt, auf dem die bereits in Umlauf befindlichen Wertpapiere gehandelt werden. mehr ...

    OMT OMT ist die Abkürzung für Outright Monetary Transactions. Dahinter verbirgt sich das von der EZB am 6.September 2012 beschlossene neue Kaufprogramm von Staatsanleihen der Krisenländer. mehr ...