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EZB: Es wird sehr einsam um Jens Weidmann

31.08.2012 | 18:31 |   (Die Presse)

Der Bundesbankchef wird von Berlin nicht unterstützt – und denkt bereits an einen Rücktritt. Darüber reibt man sich in Südeuropa die Hände.

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Berlin/Gau. Weber, Stark – und bald auch Weidmann? Laut „FAZ“ und „Bild“ denkt der deutsche Bundesbankpräsident nach 16 Monaten im Amt schon an Rücktritt, weil er in der EZB auf verlorenem Posten steht. Aber noch will er standhalten, als letzte Bastion einer Geldpolitik, die sich klar an die Statuten der Europäischen Zentralbank und der Euroverträge hält. Der Streit um die geplanten Anleihekäufe im großen Stil wird ungewohnt offen geführt: Im „Spiegel“ warnte Weidmann, dass eine Staatsfinanzierung durch die Notenbank „süchtig machen kann wie eine Droge“. EZB-Präsident Mario Draghi konterte prompt und prominent, in einem Gastbeitrag auf der Titelseite der „Zeit“.

Um Weidmann herum wird es einsam. Auch EZB-Chefvolkswirt Jörg Asmussen, der zweite Deutsche im Direktorium, fällt ihm in den Rücken. Darüber reibt man sich in Südeuropa die Hände. Für die spanische Wirtschaftszeitung „Cinco Días“ ist der EZB-Chef nun „endlich frei“: Weidmanns Meinung sei nur mehr eine „unter vielen, nicht mehr die geschlossene Haltung des wichtigsten Mitglieds der Eurozone“.

 

Merkel schweigt, Bayern poltert

Keine „geschlossene Haltung“ zeigt freilich schon zuvor die deutsche Politik. Weidmann weiß zwar die Mehrzahl der Ökonomen, die meisten Medien und das Bauchgefühl der Deutschen auf seiner Seite, aber aus Berlin darf er sich keinen Rückhalt erwarten. Kanzlerin Merkel verhält sich im Endkampf ihres Ex-Wirtschaftsberaters auffallend still. Offen unterstützen ihn nur Finanzpolitiker der zweiten Reihe – und Rabauken aus Bayern, wie CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, der Draghi zum „Falschmünzer“ stempelte und dafür scharfe Kritik von allen Seiten erntete.

Die Regierung aber scheint ein doppeltes Spiel zu spielen: Sie beruhigt die Bürger, indem sie eine offensichtliche Haftungsunion durch Eurobonds oder Schuldentilgungsfonds wacker ablehnt. Dass dahinter die EZB ohne großes Aufsehen mit potenziell ähnlichem Effekt agiert, dürfte Merkels Truppe aber nicht unrecht sein. Das werfen zumindest SPD und Grüne der Koalition vor – also ausgerechnet jene Kräfte, die sich für eine politisch gesteuerte Haftungsunion starkmachen. Für die Opposition laufen die EZB-Pläne auf eine unkontrollierte Vergemeinschaftung der Schulden „durch die Hintertür“ hinaus.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.09.2012)

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17 Kommentare

Und was ist mit dem SPÖ bonzen Nowotny?

von dem höhrt man wiedereinmal nichts

ich weiss schon, dass österreich in der EZB nicht gerade viel zu melden hat, aber genau jetzte wäre es einmela zeit der derr gute herr aufhöhrt uns an den süden zu verkaufen, und mit aller härte weidmann den rücken stärkt.

denn fakt ist die EZB hat die PREISSTABILITÄT sicherzustellen mehr nicht.

diese miesen vertragsbrecher rund um draghi gehören allesamt eingesperrt, genauso wie die verräter die da am ESM basteln!!!

Rabauken?

Haben wir die Standarddomaine übernommen?

Gast: Fprester
01.09.2012 13:26
1 1

Es ist traurig

Wenn die ganze Eurozone den Bach hinunter geht, wird der Neid auf die draussen Gebliebenen gross. Bin schon gespannt, wie man Staaten wie Schweden, Polen, Norwegen, Schweiz etc. zwingen wird, die Suppe mitauszulöffeln. Dass diese Länder dafür "bestraft" werden müssen, dass sie ihre eigenen Währungen behalten haben, steht für mich zu 90% ausser Diskussion.

Gast: radius
31.08.2012 23:42
0 2

Merkel, Sie sind eine richtige falsche Kuh, hauen Sie ab mit Schavan, Ihrer Busenfreundin.

Lachen Sie sich dick ins Fäustchen. Am Ende werden Sie trotzdem verlieren.

raus aus dem euro

rein in gold & silber - weil das kann man nicht drucken

diese irren

Re: raus aus dem euro

Weder Gold und Silber, noch Grund und Boden, haben den russischen Kulaken geholfen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kulaken

Re: Re: raus aus dem euro

Danke. Wieder was gelernt;-)

wenn die letzte Bastion

aus der EZB demontiert wird, ist der Weg wirklich frei für die Goldman Sachs Brüder Monti, Draghi und co...zuerst die Inflation und dann kommt die Versklavung des Volkes!

Genießt die Krise,

was danach kommt wird fürchterlich! Egal was Griechen auch immer sagen, das Geld ist weg.

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Re: Genießt die Krise,

Bitte, das stimmt! Was kann man denn schon machen als Einzelner in einem Meer von Wahnsinnigen, die ihren eigenen Untergang herbeiwählen.

Auf eines freue ich mich trotzdem. Wenn ich dann einige der stoischen SPÖVP-Wähler frage, ob es ihnen jetzt leichter ist, wenn sie ihr Geld zum Tapezieren verwenden können!
Ist ja im Grunde genommen genauso wie bei den EU-Jublern, die bei der Abstimmung auch geglaubt haben, wenn sie dafür sind, dann können sie sich den Ederer-Tausender jedes Monat bei der Post abholen.

Gast: Gut informiert
31.08.2012 21:41
1 4

Merkel go home

nach der Deutschen Bank soll jetzt auch bei der Bu Bank jemand Chef werden, der Deutschland verraet. Sarazin hat Recht. Die Deutschen schaffen sich von selber ab.

Bald werden wir die Sklaven sein. Nichts wie weg aus diesem Sch....dreck.

Antworten Gast: Bademeisterin
01.09.2012 12:52
1 0

Re: Merkel go home

Bingo, voll ins Schwarze getroffen......

Gast: Novaris
31.08.2012 20:39
5 1

Schuldenfalle

Weidmann fordert die Einhaltung von vertraglichen Vereinbarungen aber würde das jetzt mit allen Konsequenzen geschehen, wäre der EURO wohl kurzfristig am Ende.
Die Politik ist weitestgehend handlungsunfähig und da bleibt nur die EZB mit Anleihekäufen.
Den vielen Fehlern wird nun ein weiterer Fehler hinzugefügt mit dem Ergebnis der Inflationierung des EURO.
Deutschland sitzt in der Schuldenfalle, aus der es kein Entrinnen gibt.

1 0

Re: Schuldenfalle

So ist es!
Es gäbe für Deutschland im Grunde nur einen theoretischen Weg aus dieser Falle. Eine eigene Währung und nur Guthaben von deutschen Staatsbürgern werden in diese neue Währung umgetauscht. Ab einem gewissen Zeitpunkt, der allerdings sehr kurz bemessen ist, muß diese dann alleiniges Zahlungsmittel in Deutschland sein.
Dann können die den Euro inflationieren wie sie wollen. Klar, daß dann die Schulden der Euro-Sünder abzuschreiben sind. Das ist schmerzhaft. Aber immer noch gescheiter, wenn es dann wieder in vernünftigen Bahnen weitergeht!

Gast: Schlauberger
31.08.2012 20:15
4 4

ClubMed übernimmt


Undurchsichtig, welches Spiel Deutschland spielt.

Wir als Beiwagerl haben nix zu reden, aber viel zu blechen, so wie sich das abzeichnet.
Schadensbegrenzung ist gefragt, bevor sie uns komplett eintunken.

Leider ist nur der Stronach vernünftig, und pfeift auf das Geschwafel von Nowotny et al.


Re: ClubMed übernimmt

"Undurchsichtig, welches Spiel Deutschland spielt".

Wenn man sich von den Nebelgranaten, die z.Zt. von verschiedenen Seiten geworfen werden, irritieren läßt, mag es vielleicht undurchsichtig sein.

Dabei liegen die Fakten glasklar auf dem Tisch. Alles wartet auf den Start des ESM. Sobald dieser gestartet ist, wird zum großen Halali auf die Volksvermögen der Länder geblasen, bei denen es noch etwas zu holen gibt.

Dies geschieht in der Form, dass der ESM unbegrenzte Kredite bei der EZB aufnehmen wird. Das heißt, dass wir durch Inflation enteignet werden.

Der deutsche wie auch der österreichische Bundestag hat für die Ausplünderung des Volkes grünes Licht gegeben. Man hat uns bewußt verraten und verkauft.

Hier ein interessanter Artikel, der dies deutlich macht:

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/esm-verfuegt-de-facto-ueber-banklizenz-bundestag-gab-euro-rettern-blankoscheck/7068358.html

Wir sitzen alle im selben Boot.


schaut so aus als würde der Club-med die Schlacht gewinnen und somit ALLE (inklusive Club-Med)

den Krieg verlieren.

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