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Fischer zu Ausschluss-Möglichkeit aus Euro skeptisch

02.09.2012 | 09:11 |   (DiePresse.com)

Ein Philosophie-Wechsel zur EU als "Durchhaus" wäre "sehr problematisch", so der Bundespräsident. Griechenland soll auch in der Euro-Zone bleiben.

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Bundespräsident Heinz Fischer äußert sich zurückhaltend zu der von Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) gewünschten Schaffung einer Möglichkeit zum Ausschluss einzelner Staaten aus der Euro-Zone: Wenn man beim nächsten Konvent neben vielen anderen Regelungen auch eine Möglichkeit zu einem Austritt vorsehen würde, dann wäre dagegen "im Prinzip nichts einzuwenden", meinte Fischer im Interview mit der Austria Presse Agentur (APA). Wenn man damit jedoch einen "Philosophie-Wechsel" vornehmen würde, in dem die EU als "Durchhaus" gesehen wird, "wo man eintritt und wieder austritt", dann wäre das nach Ansicht des Bundespräsidenten "sehr problematisch".

Die Philosophie der EU sei es, den Integrationsprozess als "irreversibel" zu betrachten. Das sei auch der Grund dafür, dass eine Ausschluss-Möglichkeit im jetzigen Vertragswerk nicht enthalten ist, argumentiert Fischer. Für ihn ist Stabilität ein entscheidender Faktor. Eine Ausschluss-Möglichkeit könnte "ein negatives Signal" in die Richtung sein, dass die EU nicht auf Dauer konzipiert ist, sondern ein Ein- und Austritt nach jedem Regierungswechsel ermöglicht werden soll.

"Beachtliche Opfer" der Griechen

Um die Frage zu beantworten, ob man Griechenland mehr Zeit geben sollte, um die Auflagen zu erfüllen, müsse man den Bericht der Troika abwarten, meint der Bundespräsident. Ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone "würde uns jedenfalls vor enorm schwierige Probleme stellen". Der Bundespräsident verweist einerseits darauf, dass das griechische Volk in den letzten drei Jahren "wirklich beachtliche Opfer" erbracht habe. Andererseits dürfte man einen Austritt "nicht auf die leichte Schulter nehmen", weil er "eine Vielzahl an äußerst problematischen Konsequenzen hätte, die man nicht leichtfertig eintreten lassen darf".

Derzeit könnten zwar verantwortungsvolle Politiker "keine Garantien" abgeben, das Ziel müsse es aber sein, die Komplettheit der Euro-Zone aufrecht zu erhalten. Man müsse verhindern, dass es Spekulanten gelingt, ein Land "herauszubrechen", weil sich im Falle eines "erfolgreichen Jagdzuges auf das schwächste Glied in der Kette" die Frage stellen würde, welches Land das nächste Ziel wäre.

Österreich ist "gut aufgestellt"

Der Bundespräsident ist zuversichtlich, dass es gelingt, die Krise mit vereinten Kräften einzudämmen. Das gelte auch für Österreich, das sich unter jenen Ländern befinde, die "gut aufgestellt" sind. Für Fischer besteht die Chance, dass man "in zwei bis drei Jahren mit größerer Sicherheit sagen kann, wir sind über dem Berg". Man könne zwar keine Garantien und Versprechungen "gegen jedwede Verschlechterung" abgeben, aber Europa ist nach Ansicht des Bundespräsidenten "stärker, als es manche darstellen".

Fischer anerkennt, dass jetzt "sehr ernsthaft" an Instrumenten zur Bekämpfung der Krise gearbeitet werde. Als Beispiel führt er den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) an. Es müssten aber weitere Instrumente geschaffen werden, etwa eine verstärkte europaweite Kontrolle der Banken und ein europaweites Bankeninsolvenzrecht. Auch die Diskussion über die Rolle der Europäischen Zentralbank (EZB) müsse zu einem vernünftigen Ergebnis führen.

(APA)

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20 Kommentare

Parteiisch, inkompetent und unverantworlich handelnd


dieser BP.
Irreversibel...das haben alle Machthaber bis jetzt geglaubt und doch ...wo sind sie jetzt?

Politische Entscheidungen sind immer reversibel, Herr Fischer !

1 0

Exakt

Jedes Lüfthen, dass einen Sesselkleber eventuell dazu zwingt für 2 Sekunden aufzustehen und etwas zu tun...wäre SEHR problematisch!!!

Gast: spartacus
02.09.2012 18:03
2 0

Österreich ist "gut aufgestellt"

Dank ESM Knebelung werden wir bald selbst um Hilfe ansuchen müssen. Fischer hat mit der Unterschrift zu diesem Knebelungsvertrag ohne Volksabstimmung die Demokratie ad absurdum geführt.

Gast: friedenoderbankenmrd.
02.09.2012 17:33
1 0

was haben die sozialisten und die banken- und finanzmärkte mit europa vor. sozialabbau, keine pension oder sogar altersarmut nach. 40vers.jahren, massive jugend- und altersarbeitslosigkeit usw.. diese negative eu-u.eurozonenentwicklung einfach nur negieren oder schönreden ist schon ziemlich brutal


Im Vertrag von Maastricht war die Verfahrensweise bei Zahlungsunfähigkeit eines Mitgliedstaates geregelt.

siehe

http://www.conwutatio.at/index.php?option=com_content&view=article&id=63:geldschwemme-ezb&catid=5:europaeische-politik

Punkt II /4

Also liebe Leute lasst Euch von den Rechts- und Vertragsbrüchen, die begangen wurden von den "Eliten", nicht in die Irre führen.

Im Vertrag von Maastricht war die Verfahrensweise bei Zahlungsunfähigkeit eines Mitgliedstaates geregelt.

siehe

http://www.conwutatio.at/index.php?option=com_content&view=article&id=63:geldschwemme-ezb&catid=5:europaeische-politik

Punkt II /4

Also liebe Leute lasst Euch von den Rechts- und Vertragsbrüchen, die begangen wurden von den "Eliten", nicht in die Irre führen.

5 0

Wenn der das Maul aufmacht ...

... dann für Propaganda. Fischer hat das Ansehen des Amtes unter Null gedrückt.

Anscheinend wird die Gefahr unterschätzt, dass marode Staaten, die sich an die Vereinbarungen nicht halten, die ganze Eurozone gefährden

http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/481935_Panikmache-Euro.html

Gast: Hutbürger
02.09.2012 13:01
6 0

"Für ihn ist Stabilität ein entscheidender Faktor"

Fischer redet zu diesem Zeitpunkt noch von "Stabilität" in der EU?? - Paralleluniversum??

In die Eurozone kann man durch Betrug kommen,

mit statistischen Betrügereien á la Griechenland, aber wem das einmal gelungen ist, der ist für alle Ewigkeit Mitglied ??
Die Geschichte aller Währungen und aller Münzunionen zeigt aber, dass keine Währung Ewigkeitswert hat. Daher wird sich auch die Eurozone noch verändern, wachsen, schrumpfen, oder vielleicht sogar ganz auflösen!

Das Sozigeschwätz alle müssen im Euro bleiben ist mittlerweile unerträglich!

Es wird Zeit endlich mal über Alternativen zu reden, und hörts mit derAngstmache auf!

Gast: Its over
02.09.2012 10:39
8 0

Wen interessiert noch

was der will oder wo er skeptisch ist. Dieser feine Herr, ist die personifizierte Unglaubwürdigkeit. Den sein Wort hat vielleich noch bei seinen letzten EU hörigen Parteigenossen einen gewissen Stellenwert, aber in breiten Kreisen der Bevölkerung wird nicht einmal ein lukerter Cent mehr darauf gegeben.

Wahnsinn, diese Verkennung der Sachlage

Man lese sich als Ausgleich diesen wirklich gelungenen Gastkommentar von Prof. streissler durch: http://diepresse.com/home/wirtschaft/1285400/index.do

Leider wird so jemand in österreich nie Bundespräsident...

Unwissenheit

zeichnet unseren - unnötigen - Hrn. Präsidenten zum Xten Male aus. Seine Meinung interessiert doch keinen mehr, zu oft hat er schon gezeigt, daß er bei den Wichtigsten Themen gegen das Volk ist und sich noch wichtiger bei den unwichtigen Thema macht. Paßt leider zum übrigen Bild der politischen Landschaft in Österreich. 0 Ahnung, permant Entscheidungen gegen das Volk und doch dauernd das Maul offen. Es wird Zeit, diese Mäuler zu stopfen und zum Schweigen zu bringen.

Gast: Jaklin P
02.09.2012 10:18
6 0

Seine Worte sind wie immer

Entbehrlich!

Aber wenigstens legt er sich nach sorgfältigster Abwägung aller Fakten nie fest.

Fischer hat mit seinem Statement eindrücklich eines der großen Probleme der Euro-Zone dargelegt: zu viele Unwissende reden und entscheiden hier mit


Es ist ja nicht nur in Österreich so, dass Leute, die ihren ganzen beruflichen Werdegang einer Partei verdanken und ohne diese nie in ihre Funktionen gekommen wären, plötzlich so komplexe Materien wie eine gemeinsame Währungsunion verstehen sollen. Auch in anderen Ländern haben wir Politiker, die wenig bis nichts von ökonomischen Zusammenhängen verstehen, aber um so mehr politisch mitentscheiden.

Der große Helmut Schmidt hat erst unlängst in einem Interview sinngemäß gemeint, dass keiner die Eurokrise wirklich im Griff hat und nur ganz wenige (er nannte u. a. Merkel und Junker, aber natürlich keinen unserer Österreichischen Politiker) eine Ahnung haben.

So gilt wohl auch hier der Satz: zu viele Köche verderben den Brei. Um so mehr, wenn kaum einer von ihnen kochen kann.

Die Philosophie der EU sei es, den Integrationsprozess als "irreversibel" zu betrachten.


Die angeblich unerlaubte Lostrennung des agrarischen Südens war der Vorwand des industrialisierten Nordens für seinen Überfall auf die Sezessionsstaten im amerikanischen Bürgerkrieg.

Nicht die Sklavenfrage. In der Union waren 3 Sklavenhalterstaaten.

Dieses angebliche Verbot der Lostrennung hat den Norden allerdings nicht gehindert, den unterlegenen Süden nach dem Krieg auszuschließen.

Warum erinnert mich das so an unsere heutige Politik? Weil damals in den USA die Banken die gesamte Macht an sich gerissen haben.

Müssen wir dankbar sein, dass sie es diesmal ohne Blutvergießen machen?

Herr Fischer,

es wäre doch schön und nett, wenn Sie aus Solidarität, gleich einmal auf die Hälfte Ihres Bezugs beispielsweise zugunsten der leidenden Griechen verzichten würden, dann wären Ihre Worte auch glaubhaft!

Wenn Fischer

nich blind unterschreibt - ist er halt skeptisch.

Sie wahren da bei

das rein Lügen und rein Erpressen der EU sagen sie den Menschen endlich die WAHRHEIT !!!

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