Die US-Ratingagentur Moody's hat den Ausblick für die Kreditwürdigkeit der Europäischen Union von "stabil" auf "negativ" gesenkt. Der negative Ausblick trage den verschlechterten Perspektiven der führenden EU-Mitgliedsstaaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Niederlande Rechnung, teilte die Ratingagentur am Montag zur Begründung mit.
Moody's schloss nicht aus, dass die EU mittelfristig ihre Top-Bonitätsbestnote "Aaa" einbüßen könnte. Bisher würden jedoch die wichtigsten Kriterien für das Triple-A-Rating noch erfüllt: eine konsolidierende Haushaltspolitik sowie die Kreditwürdigkeit und gegenseitige Unterstützung der 27 Mitgliedsstaaten.
Warnschuss
Die Spitzen-Bewertung "AAA" für die EU behielt Moody's zwar bei. Trotzdem könnte der Warnschuss den Druck auf die Europäische Zentralbank erhöhen, bei ihrer Sitzung am Donnerstag einen detaillierten Plan zur Bekämpfung der europäischen Schuldenkrise vorzulegen.
Im Juli hatte Moody's die Top-Note für die Bonität Deutschlands, der Niederlande und Luxemburgs bestätigt, nahm aber den Ausblick von "stabil" auf "negativ" zurück. Die vier EU-Staaten schultern zusammen 45 Prozent des EU-Budgets, erklärte die Agentur. Als Grund nannte sie wachsende Unsicherheiten rund um ein mögliches Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone. Damit würden die Risiken für Italien und Spanien steigen. Hinzu komme das Risiko zunehmender Vergemeinschaftungen von Haftungen und Krisenhilfen im Währungsraum.
(APA/AFP)

AAA bis RamschSo kreditwürdig sind EU-Länder und USA