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Griechenland: Troika zweifelt an Teilen des Sparpakets

10.09.2012 | 06:27 |   (DiePresse.com)

Die Kontrolleure der Geldgeber haben "Vorbehalte" gegen Athens Sparpläne. Die zusätzlichen Sparerfordernisse betragen angeblich zwei Milliarden Euro.

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Die Troika der internationalen Gläubiger Griechenlands hat am Sonntagabend ihr Treffen mit dem griechischen Finanzminister Ioannis Stournaras beendet. Die Kontrollore äußerten Zweifel an einigen Punkten des Sparprogramms. Vor allem erwartete Einnahmen bei der Bekämpfung der Steuerhinterziehung würden als "nicht sicher eingestuft", sagte ein enger Mitarbeiter von Finanzminister Stournaras. Nach Informationen von griechischen Medien soll es auch Probleme mit Vorschlägen geben, die zu einem schlankeren Staat führen sollen.

Stournaras war mit Vertretern der Geldgeber-Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) zusammengekommen, um über das mehr als 11,5 Milliarden Euro umfassende neue Sparprogramm zu beraten. Ministerpräsident Antonis Samaras sagte, einige Maßnahmen seien "ungerecht und sehr hart". "Dies werden die letzten Kürzungen sein", versprach er seinen Landsleuten.

Wie aus Kreisen des Finanzministeriums verlautete, haben die griechischen Finanzexperten ein Bündel von Maßnahmen im Umfang von etwa 17 Milliarden Euro ausgearbeitet. Die Summe sei mit Absicht größer als das angestrebte Sparpaket von 11,5 Milliarden Euro, falls die Troika einige Maßnahmen als unglaubwürdig oder nicht sicher greifend ablehnt. Genau dies sei eingetreten, hieß es aus Verhandlungskreisen. Medienberichten zufolge soll die Troika die zusätzlichen Sparerfordernisse Athens auf etwa zwei Milliarden Euro beziffert haben. Um die Vorgaben zu erreichen, hätten sie Stellenkürzungen im Beamtenapparat vorgeschlagen, was aber für Griechenland einem Tabubruch gleichkäme.

Koalitionsstreit ums Sparpaket

Regierungschef Samaras wird sich am Montag mit der Troika treffen. Das neue Sparprogramm soll nach Angaben aus dem Finanzministerium spätestens am Freitag stehen. Die griechischen Koalitionsparteien streiten jedoch weiter über eine gemeinsame Linie. Vor allem die beiden linken Koalitionspartner fürchten den politischen Preis, den sie zahlen müssen, falls wieder Pensionisten und Arbeitnehmer die Hauptlasten tragen. Das wurde am Sonntagabend in Athen aus Kreisen der drei Regierungsparteien bekannt.

"Wir werden uns am kommenden Mittwoch wieder treffen", sagte der Vorsitzende des kleineren Koalitionspartners, Fotis Kouvelis (Demokratische Linke), im griechischen Fernsehen. Der Chef der Sozialisten, Evangelos Venizelos, forderte einen längeren Zeitraum für die Erfüllung der Sparauflagen. "Das Volk hat Grenzen, die nicht überschritten werden können. Wir brauchen dringend Wachstumsmaßnahmen", sagte Venizelos.

"Wir können nicht mehr"

Samaras warnte am Wochenende vor einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone. Dann würde das Land "finanziell sterben", sagte er. Der konservative Ministerpräsident kann in diesem Punkt auf seine deutsche Amtskollegin Angela Merkel zählen. Die Bundeskanzlerin ist nach Informationen des "Spiegels" zu der Überzeugung gelangt, dass Griechenland im Herbst auf keinen Fall den Euro aufgeben dürfe. "Wir müssen eine Lösung finden", soll sie vergangene Woche im kleinen Kreis gesagt haben. Die Kanzlerin und ihre Berater befürchteten, ein Ausscheiden Athens könne einen ähnlichen Domino-Effekt auslösen wie die Pleite der Lehman-Bank 2008.

In Griechenland mobilisierten die Opposition und die Gewerkschaften am Samstagabend in der Hafenstadt Thessaloniki Zehntausende Menschen gegen das Sparpaket. Die Demonstranten warfen Samaras und seiner Regierungskoalition vor, "den Befehlen der Geldgeber-Troika zu gehorchen und das Land und seine Menschen in die Katastrophe zu führen". "Es reicht. Wir können nicht mehr", skandierten die Menschen.

(APA/dpa/AFP)

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32 Kommentare
 
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Gast: Bonn
10.09.2012 19:31
0 0

Zukunft

Das sind Ausreden. Griechenland kann weiter sparen. Es wird nur nicht an der richtigen Stellen gespart. Die Reeder sollen endlich Steuern zahlen.
So kann auch gespart werden. Die Regierung will nicht.

Dass die nur "an Teilen"

des Sparpaketes zweifeln zeigt, dass auch sie völlig inkompetent sind.

Gast: Ralfph
10.09.2012 12:31
0 0

Straffrei

Laut us gerichten wird gegen goldman sachs Keine!!! Anklage erhoben...

400 Mio hat das GS gekostet...


...die zahlen das aus der Portokassa.

"Zweifeln an den Griechen?"

Wo die doch immer nur die absolute Wahrheit gesagt haben....

Gast: zzz
10.09.2012 12:11
2 0

und trotzdem bekommens unser Steuergeld

dann ist wieder 1-2 Monate Ruhe, danach heißt es wieder es gibt nur weitere Geld wenn.....
und dann geht es wieder von vorne los.
Diese Spirale wird nur nach einer Pleite der EU-Zahlerstaaten unterbrochen, spätestens dann gibt es endlich die Entschuldung via Währungscrash. Und der wird uns allen sehr weh tun....

2 0

Der Knackpunkt

"Um die Vorgaben zu erreichen, hätten sie Stellenkürzungen im Beamtenapparat vorgeschlagen, was aber für Griechenland einem Tabubruch gleichkäme.
"

Wieviel tausende Beamten wollten die Griechen bisher schon abbauen? In der Realität sind es dann wieder ein paar Tausend mehr geworden. Jetzt versprechen sie diesen Abbau nicht einmal mehr, kein Wunder hat sich doch die EZB nun zum hemmungslosen Gelddrucken bereit erklärt, da erlahmt blitzartig sogar der vorgespielte hellenische Reformeifer.
Dabei wäre das genau der Knackpunkt. Griechenland hat einen überbordenden Staatsapparat (mit 1,1 Mio Bediensteten und üppigen Gehältern), der jeglichen Reformeifer im Keim erstickt. Jeder Euro Hilfsgeld den wir dort hinschicken ist verloren. Da hilft nur noch ein Bankrott um dieses Fass ohne Boden endlich zu verschließen.

"...zweifelt..."

Das Zweifeln an den Zahlen Griechenlands kommt eh nur um ein Jahrzehnt zu spät!

Re: "...zweifelt..."

Alles Lüge um Zeit zu schinden! Das Land ist und bleibt Pleite!

0 0

Was soll das schon wieder heißen?

Nachdem bisher alles beschönigt wurde, weil Griechenland um jeden Preis dabei bleiben muss, verstehe ich jetzt daß alles in Butter ist...
Wenn es nur GR wäre.: in Spanien warten noch Altlasten der Kommunen und Provinzen, vergessen wir auch nicht die Target Geschichte... Wir können nur noch hoffen daß morgen der Verfassungsschutz in D richtig entscheidet. Was man bim massiven Druck bezweifeln kann.

Das kommt einem Österreicher

sicher ziemlich bekannt vor:
"... hätten sie Stellenkürzungen im Beamtenapparat vorgeschlagen, was aber für Griechenland einem Tabubruch gleichkäme."

Da kürzt man doch lieber die Gehälter der Privatangestellten, Pensionisten, etc.? Kommt einem Österreicher ebenfalls bekannt vor, wenn hier auch eine geänderte Form der Kürzung, nämlich über immere höhere Steuern und Abgaben, gepflegt wird. In Summe läuft's aber auf das idente Ergebnis hinaus.

4 0

zweifelt

schon WIEDER - und wir ZAHLEN schon wieder : wie oft noch diese Verarschung?

ab jetzt tickt die Uhr

bis wir kein Geld mehr haben.

Warum sollen die Griechen noch sparen?....


....nachdem die EZB unbegrenzt Staatsanleihen der maroden Pleitestaaten am Sekundärmarkt aufkauft.

Die Griechen bekommen Geld ohne Auflagen und die Finanzmärkte machen satte Gewinne.

Die ganze Umverteilung hat erst dann ein Ende, wenn die "Nordländer" und somit auch Österreich ausgeblutet sind.

...

ich bin für noch ein sparpaket... Goldman braucht ja seine 400 Millionen im Jahr, für die Schwindelei die zum Euro Beitritt geführt hat!
war das eigentlich nicht schwerer betrug von mehreren Seiten?
wieviel Jahre würde ich wohl bekommen wenn ich so etwas im leben machen würde?
Schaden? wieviel Milliarden?
normalerweise könnte Goldan Sucks Zahlen und dann gleich in in Insolvenz gehen!!!

Re: ...


Richtig, wo bleibt die Strafanzeige und die Schadenersatzforderungen an die Goldmänner?

Hängen wohl Zuviele drinnen...


Ist doch völlig egal ob die Troika zweifelt!

Die kriegen das Geld sowiso!

Gast: *** Mark Poller ***
10.09.2012 08:09
9 0

Ein kleines GREXIT-QUIZ:


Ein paar spezielle Fragen zu Griechenland:

Wieviel verdient ein griechischer Busfahrer (staatsangestellt) monatlich?

a 1.200,-
b 2.600.-
c 4.000,-

Wie viele Griechen haben sich jahrelang Sozialgelder für Invaliide erschlichen?

a 700
b 12.000
c 190.000

Wie viele Staatsbedienstete bezahlt der griechische Staat?

a 270.000
b 610.000
c 1.100.000

In wie vielen Fällen hat Griechenland bis 2004 falsche Zahlen an das EUROSTAT gemeldet?

a 4-mal
b 8-mal
c 11-mal

Raten sie mal!

Tipp: Antwort c ist bei jeder Frage heiß....!

Re: Ein kleines GREXIT-QUIZ:

als Ergänzung:

Wie viel verdient ein griechischer Lokführer ?

a 1.800,-
b 2.500,-
c 5.000,-

Re: Ein kleines GREXIT-QUIZ:

kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen...
immer "c" die richtige Antwort?

es reicht.....!!!!!

Es reicht, wir können (eigentlich) und wollen nicht mehr!
Für die Zukunft unsere Kinder, Studenten, Pensionisten, für die Zukunft Österreichs!
Leider haben wir Hampelmänner an der Staatsspitze sitzen.

Re: es reicht.....!!!!!

Österreichs Haftung für die Hypo Kärnten ist ein Verbrechen, die übersteigt bereits die Griechenlandhilfe!

2 0

Re: Re: es reicht.....!!!!!

Dort ist zumindest ein Ende in Sichtweite,
in der EU ist es erst der Beginn!

Re: Re: es reicht.....!!!!!

@Sochard
Eben.
Da brauchen wir nicht auch noch Griechenland-Haftungen zusätzlich !!

Re: Re: es reicht.....!!!!!


Bedanken Sie sich bei Pröll und Raffeisen!

Außerdem haften wir mit dem ESM unlimitiert, das ist wohl nicht mehr zu toppen!


Gast: der mann aus la mancha
10.09.2012 06:57
9 1

wir wurden alle in die Euro-Falle gelockt

Keiner wusste genau wie die Schose laufen wird. Inzwischen wissen wir es, sie läuft abwärts. Und wenn dann die Geschichte vollkommen aus dem Ruder gelaufen ist, erklärt uns die Politprominenz: „Wir haben alle über unsere Verhältnisse gelebt“. Verstehe, horte schon den letzten Rest meines gesunden Hausverstandes im hintersten Winkel meiner angeborenen Hohlraumintelligenz um die faule Pflaume EUROdesaster auf einen klaren Nenner zu bringen. Ich weiß, was ich überhaupt nicht verstehe, wird uns in die Staatspleite reißen. Heißt ESM nicht Europäischer Sicherheits Mechanchinusmus? Bei Jauch (ARD/21:45) haben gestern ein paar obergscheite Typen darüber diskutiert, wie´s weitergehen soll. Habe genau hingehört. Mein Fazit: Der Niedergang ist programmiert!!!

 
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