Die griechische Koalitionsregierung ringt weiter um die von den internationalen Gläubigern geforderten Sparmaßnahmen. Am Montag unterbreitete sie der Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) ihre Sparvorschläge. Griechenland muss das Paket am Freitag auch den Euro-Finanzministern vorlegen.
Griechenland soll ein Sparpaket im Umfang von 11,5 Milliarden Euro vorlegen, die Maßnahmen sind allerdings auch innerhalb der Athener Koalition umstritten. Regierungschef Antonis Samaras traf am Montag die beiden deutschen Troika-Experten Matthias Mors für die EU und Klaus Masuch für die EZB sowie den Dänen Poul Thomsen für den IWF.
"Wir versuchen, die Troika zu überzeugen"
Finanzminister Giannis Stournaras erklärte nach dem Treffen: "Die Maßnahmen sind schwierig, und wir versuchen, die Troika davon zu überzeugen, dass unsere Argumente korrekt sind. Nach Angaben aus Kreisen des Finanzministeriums sind die Gläubiger "mit den Maßnahmen zur Reform des Staates nicht einverstanden, und sie bestehen auf der Entlassung weiterer Staatsangestellter".
Die Troika-Delegation war am Freitag in Griechenland eingetroffen, um bis Anfang Oktober zu prüfen, ob das von der Staatspleite bedrohte Land tatsächlich die nächste Kredittranche in Höhe von 31,5 Milliarden Euro erhält. Voraussetzung dafür sind die Einsparungen von mindestens 11,5 Milliarden Euro. Für den Fall, dass die Prüfer zu einem negativen Ergebnis kommen, drohen die Gläubiger mit einem Ende der Zahlungen, Athen wäre dann pleite.
Samaras trifft EZB
Samaras wird am Dienstag in Frankfurt am Main zu Gesprächen mit EZB-Chef Mario Draghi erwartet. Der französische Finanzminister Pierre Moscovici reist am Donnerstag nach Athen. Am Tag darauf soll Griechenland den Angaben aus dem griechischen Finanzministerium zufolge den Sparplan beim Treffen der Eurogruppe in Zyperns Hauptstadt Nikosia vorstellen. Athen muss demnach einen "vollständigen Plan" vorlegen, "unabhängig davon, ob eine Einigung mit der Troika erreicht worden ist oder nicht".
Bei einem Treffen zwischen Samaras von der konservativen Partei Nea Dimokratia und den Spitzen seiner Regierungskoalition hatte es am späten Sonntagabend keinen Durchbruch im Ringen um das Sparpaket gegeben. Offen sind Medienberichten zufolge noch Einsparungen in Höhe von 2,5 bis drei Milliarden Euro. Für Mittwoch wurde eine neue Runde angesetzt.
(APA/AFP)
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