19.06.2013 13:01 Merkliste 0

Monti: "Italiens Wirtschaft wird 2013 wieder wachsen"

11.09.2012 | 06:20 |   (DiePresse.com)

Italiens Regierungschef gibt sich überzeugt, dass die "unangemessen hohen Zinsen" auf Staatsanleihen sinken werden. Derzeit befindet sich Italien in einer Rezession.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Italiens Ministerpräsident Mario Monti sagt für 2013 ein Wirtschaftswachstum voraus. Dies sei auf sinkende Zinsen für das Land zurückzuführen, sagte er im Interview mit dem TV-Sender CNBC. "Grund für dieses Wachstum werden sinkende Zinsen sein, weil die unangemessen hohen Zinsen auf italienische Staatsanleihen noch nicht die besseren Fundamentaldaten der italienischen Wirtschaft und der Staatsfinanzen widerspiegeln."

Eine genaue Prognose für 2013 nannte Monti nicht. Italien befindet sich derzeit in einer Rezession. Die Wirtschaft schrumpfte von April bis Juni bereits das vierte Quartal in Folge. Experten gehen davon aus, dass Italiens Bruttoinlandsprodukt 2012 zwischen zwei und 2,4 Prozent sinken wird.

Italien könnte einer der Profiteure des Anleihenkaufprogramms der Europäischen Zentralbank sein. Die EZB hatte am Donnerstag ein Programm zum Ankauf von Staatsanleihen angekündigt, mit dem die Refinanzierungskosten kriselnder Euro-Staaten gesenkt werden sollen. Bedingung für die Teilnahme ist, dass die Länder mit den Euro-Rettungsschirmen verbundene Reformauflagen akzeptieren. Der italienische Wirtschaftsminister Vittorio Grilli hatte am Samstag erklärt, die Regierung in Rom habe nicht die Absicht, sich um das Angebot der Europäischen Zentralbank zu bemühen.

(APA/reuters)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

17 Kommentare
Gast: noch einer
11.09.2012 13:07
0 0

Nur meine Meinung

Monti wurde vom Volk nicht gewählt
und hat folglich keine Entscheidungsbefugnis

und die Bevölkerung ist keine Bank !

1 0

In Italien ...


... laufen 2013 Staatsanleihen im Wert von 232 Mrd Euro aus (Spanien: 120 Mrd).

Mein Tipp:

EMS hilft mit nur ein paar Milliarden (um viel Pulver trocken zu halten).

Die EZB kauft von "Dealer-Banken" den Rest (müssen zwischengeschaltet werden, EZB darf nur am Sekundärmarkt kaufen).

Die "Dealer-Banken" machen mit ein paar Klicks ein nettes Körberlgeld (läuft auch bei der FED so).

Re: In Italien ...

Wette dagegen;-)
Der Kauf am Sekundarmarkt ändert an den durch den Staat zu zahlenden Zinsen ja überhaupt nichts. Diese sind aber - wie immer behauptet wird - "unfair".
Also wird die EZB direkt kaufen, um die Zinsen zu drücken. Oder der ESM oder sonst irgendein seltsames Konstrukt, das für die Aushebelung von Vertragstreue aufgestellt werden muss.
Die Haftungsunion ist längst Realität.

0 0

Re: Re: In Italien ...


Wette angenommen!

Die "Dealer-Bank" hat ja nur die Funktion, den rechtlichen Schein zu wahren.

Die "Dealer-Bank" (z.B. die UniCredit) kauft vom ital. Staat 4%-er und reicht sie mit einer kleinen Schamfrist an die EZB weiter (kassiert Gebühren, Spesen).

So wird's bei allen Euro-Krisen-Ländern laufen.

Die Zinsen dafür kassiert dann die EZB.

Die Gewinne der EZB werden explodieren.

EZB-Gewinnausschüttung entsprechend den Anteilen der Euro-Länder an der EZB (Ö: 2,8%).

Schlussendlich werden alle Schulden der Euro-Länder bei der EZB landen und via Gewinnausschüttung dorthin wieder zurückkehren;-).

Dann wird wahr, was FM Fekter sagte: "Für Ö sogar ein Geschäft".

Vorausgesetzt, wir sind euroraummäßig unterdurchschnittlich verschuldet.

Re: Re: Re: In Italien ...

Interessante Theorie. Sie lassen jedoch ein Detail ausser Acht:
Die "D.-Bank" (wie Sie sie nennen) hält die Anleihe ja in der Länge der angespr. Frist. Sie zahlt 0,75% und bekommt 4%. Die Zinsdifferenz steht keiner Leistung gegenüber, d.h. sie entspricht keinem Gegenwert, wie einer Dienstleistung oder einem Produkt.
Somit fliesst diese Differenz laufend aus dem Wirtschaftskreislauf ab und müsste über echtes Wachstum abgedeckt sein.

Was mich wieder zum Schluss bringt, dass es (da ausreichende Strukturreformen, d.h. Sparen am sinnvollen Platz, nicht stattfinden) fast zwangsweise zu einer direkten Staatsfinanzierung kommen muss. Wobei ich mich nicht auf das Kürzel (sei´s EZB, sei´s ESM) festlegen will.

0 0

Re: Re: Re: Re: In Italien ...


Die Dealer-Bank hält die Anleihen z.B. einen Tag. Danach übernimmt, wie abgesprochen, die EZB und kassiert bis zum Fälligkeitsende die Zinsen (egal ob direkt oder indirekt gekauft).

Über die nächsten Jahre werden die Anleihen der Euro-Problemstaaten bei der EZB landen; plus die Zinsen dafür.

Diese Zinsen erhöhen den Gewinn der EZB. Der Gewinn der EZB wird an die Eigner der EZB ausgeschüttet. Die Banken gehen, bis auf die Spesen/Gebühren beim "Bäumchen Wechsle Dich" Spiel, leer aus.

Die Zinsen würden so den Zinszahlern (=Steuerzahler) wieder voll rückerstattet, wobei bei dieser Variante die AAA-Euro-Staaten bevorzugt würden.

Die Gefahren, in Ihrem letzten Absatz angedeutet, sind natürlich vorhanden und können nicht weg diskutiert werden.

0 0

Re: Korrektur "Schlussendlich werden alle Schulden der Euro-Länder bei der EZB landen und via Gewinnausschüttung dorthin wieder zurückkehren;-)."


Schlussendlich werden alle Schulden der Euro-Länder bei der EZB landen UND DIE ZINSEN DAFÜR via Gewinnausschüttung dorthin wieder zurückkehren;-).

Kopfschütteln

Ich verstehe das Gebaren der europäischen Politikerkaste nicht mehr. Da wird von der österreichischen Finanzministerin ein hypothetischer, völlig unsicherer Betrag aus einem lediglich möglichen Abgeltungsabkommen mit der CH ins Budget 2013 eingepreist und der italienische Premier rechnet für selbiges Jahr mit einem Wachstum mit der (wiederum völlig hypothetischen) Begründung, die Zinsen auf Staatsanleihen würden - aufgrund der Spar- und Reformbemühungen - demnächst sinken.

All dies ist keine seriöse Politik, sondern Augenwischerei und letztlich Spiel mit dem Feuer - in jeglicher Hinsicht.

Re: Kopfschütteln

Gut zusammengefasst.
Kennen Sie Privatpersonen, die sich in einer Schuldenspirale befinden? Die argumentieren genau gleich, d.h. planen angebliche Einnahmen der Zukunft in ihre heutige Finanzplanung ein. Und vor allem: Rechnen sich reich, indem sie das mit Einnahmen machen, deren Eintreffen völlig in den Sternen stehen.
Aus einer Schuldenspirale kommen diese Leute dann auch tatsächlich nur raus, wenn sie ihr Problem realisieren und praktisch Gegenmassnahmen ergreifen.

Die Aufblähung der öffentlichen Verwaltungskosten in IT geben nicht den Eindruck, das Problem wäre verstanden worden.

Fazit: Die EZB wird im nächsten Schritt direkt am Primärmarkt einkaufen gehen (indirekt tut sie das über die praktisch unbeschränkte Kreditvergabe an Banken), um die tatsächlich zu bezahlenden Zinsen runterzuhandeln.
Der Eingriff am Sekundarmarkt drückt ja nur die Rendite und signalisiert: Wir kaufen Euch im Ernstfall raus.

Re: Re: Kopfschütteln

Sehr geehrter C.C.

Angeblich - so auch Montis Aussagen - sollen die italienischen Reformbemühungen ja bereits ihre (positiven) Wirkungen entfalten. Das Exempel blieb er aber schuldig, denn wie Sie richtigerweise ansprechen stiegen die öffentlichen Ausgaben, sowie die Verwaltungskosten (!) Wie dies möglich ist, ist mir schleierhaft, denn angeblich wurde der Staatsapparat ja erheblich verkleinert. Wo fallen diese Zusatzkosten an? Nun wird neuerdings versucht, durch staatsorganisatorische Reformen (Zusammenlegung kleinerer Provinzen und auch Regionen: Abruzzen und Molise) neues Sparpotential zu entfalten.

Habe ich Sie (zwischen den Zeilen) richtig verstanden: Sie behaupten, dass Montis Aussage darauf zurückzuführen ist, dass er nämlich (mit Sicherheit) weiss, dass die EZB italienische Staatsanleihen aufkaufen wird und somit die Zinslast sinkt?

Re: Re: Re: Kopfschütteln

Was Hr. Monti weiss oder nicht, kann ich natürlich nicht sagen;-) Meine Annahme ist eigentlich:

Schritt 1: Währungsunion, wobei gegenseitige Schuldenübernahme natürlich nur auszuschliessen ist, wenn etwaige Höherverschuldung *immer* von echtem Wirtschaftswachstum abgedeckt ist.

Schritt 2: Umgehung der Schuldenregeln (pikanterweise durch D). Damit Signal gegeben, dass die Regel verfallen ist.

Schritt 3: Aus eigener Schuld in Not geratene Wirtschaftszweige werden gemeinschaftlich "gerettet". Damit pflanzen sich vom Markt als wirtschaftlich untauglich erklärte Geschäftsmodelle fort. Signal: Unwirtschaftliche Vorgänge werden von der Allgemeinheit gefördert.

Schritt 4: Die durch 1&2 an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit verschuldete Haushalte kommen durch 3 (Auslöser, nicht Ursache) an die Kippe. Dennoch werden 1-3 weiter durchgezogen (Aufkäufe am Sekundarmarkt).

Schritt 5 (meine Annahme) ergibt sich logisch. Irgendwann wird jemand feststellen, dass Schritt 4 die Zinslast nicht senkt, da Käufe am Sekundarmarkt nur die Rendite direkt beeinflussen. Da bisher keine (ausreichenden) Strukturreformen durchgeführt wurden (Beispiel IT bzgl. Verwaltungskosten, in AT lässt sih das am lfd. Budgetvollzug ablesen) gibt es keinen Grund anzunehmen, dass es Besserung geben wird.
Dann muss die Staatsfinanzierung zentral erfolgen (s. FED). Über welches 3-Buchstaben-Kürzel (ESM/EZB etc.) das erfolgt, ist völlig nebensächlich.

Re: Re: Re: Re: Kopfschütteln

Sehr geehrter H.,

ich habe Ihren Beitrag an dieser Stelle gelesen und auch beantwortet. Das Verschwinden von Beidem lässt sich wohl nur dadurch erklären, dass die Praxis der Löschung von Beiträgen inzwischen ein wenig überhand nimmt und jetzt offenbar wahllos i.S.v. zufällig erfolgt.
Wollen wir als Optimisten annehmen.

Re: Re: Re: Re: Re: Kopfschütteln

Ich bin bestürzt und habe den redaktionellen Fauxpas soeben erst bemerkt, entschuldigen Sie die Unannehmlichkeit ;-)

Leider habe ich Ihre Antwort nicht gesehen, wären Sie so freundlich? Meine Frage war ja, ob Sie sich ausmalen können, weshalb die italienischen Verwaltungsausgaben trotz (angeblicher) Sparbemühungen in diesem Bereich (Entlassung von Staatsangestellten, etc.) angestiegen sind.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Kopfschütteln

Kurz: Keine Ahnung;-) Ich wäre nicht überrascht, würden Sie die "italienschen Verhältnisse" besser beurteilen können als ich.
Als Österreicher würde ich vermuten, dass die notwendigen Strukturreformen in der öff. Verwaltung gar nicht erst angegangen wurden - aus Rücksicht auf jene Wählerschaft, ohne die sich nichts gewinnen lässt. Oder dass der Apparat so schwerfällig ist, dass sich Änderungen nur in Zeitlupe abspielen können. Ähnlich wie ein Wendemanöver eines Öltankers.
Will man Optimist sein, könnte man annehmen, das alle notwendigen Reformen eingeleitet wurden. Und diese - wie jede Investition - ersteinmal zu höheren Kosten führen.
Aber wie gesagt - alles nur Vermutung meinerseits.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Kopfschütteln

Vielen Dank. Ich kenne die "italienischen Verhältnisse" durchaus einigermassen, die oben gestellte Frage hat jedoch wohl mehr einen "ökonomischen Touch", insofern habe ich natürlich sofort an Sie gedacht ;-)

Ihre Erklärungsversuche scheinen mir einzuleuchten. So wie ich die Italiener und die italienische Elite und Verwaltung kenne, scheint mir Punkt 1 (keine Reformen) wahrscheinlich, allerdings habe ich gemeint, dass Brüssel vermehrt auch in Italien den "Detektiven" spielt (?)

Werter Kollege, wir sollten einmal mit der Redaktion auf ein Bier gehen. Wir scheinen ihr doch erhebliche Mühe zu bereiten: Diese ständigen, ewig langen Antworten und Gegenantworten. Logisch, möchte man da als Redaktor die ganze Sache einfach löschen ;-)

Ich grüsse Sie.

Gast: Christ.kind
11.09.2012 09:17
1 0

"Italiens Wirtschaft wird 2013 wieder wachsen"

Und der Storch bringt die Kinder.

Interessant wäre ja einmal zu erfahren, wie denn diese Reformauflagen im Detail aussehen.

Man will ja Investoren anlocken, und die haben ja bestimmte Vorstellungen, wie alles zu sein hat.
Leider ein mediales Stiefkind, doch der IWF vertritt ja diese Ideen

http://de.wikipedia.org/wiki/Multilaterales_Investitionsabkommen
" target="_blank">http://de.wikipedia.org/wiki/Multilaterales_Investitionsabkommen


Müssen die Staaten, die "gerettet" werden wollen, etwas in dieser Richtung unterzeichnen? Damit würden sie sich quasi selbst entmündigen.
Leider wissen wir nix genaues, aber da der Einmarsch der Troika gar so unbeliebt ist, wirds wohl einen Grund haben..

Gast: Hans im Glück
11.09.2012 07:55
1 1

Ja, sie werden ein großartiges Negativwachstum haben.


Eurokrise - Die Begriffe

  • Was ist die Eurokrise? Ein Rückblick auf die Ursachen mehr...

    EFSF Der Rettungsschirm und wie er funktioniert mehr...

    Hebel für EFSF Wie man aus sehr viel Geld noch viel mehr Geld macht. mehr ...

    EFSM Der Mechanismus für Finanzstabilisierung und seine Aufgaben mehr...

    ESM Der Europäische Stabilitätsmechanismus soll 2013 den EFSF-Fonds ablösen. mehr ...

    Eurobonds Was gemeinsame EU-Anleihen bezwecken und wie sie funktionieren sollen. mehr ...

    EZB Die EZB ist Hüterin des Euro und soll eine geringe Inflation garantieren. Zumindest bis jetzt. mehr ...

    Waffen der EZB Was die "Bazooka" ist und welche anderen Waffen die Zentralbank hat. mehr ...

    IWF Der IWF ist die Finanzfeuerwehr der Vereinten Nationen und massiv an den Hilfsaktionen in Europa beteiligt. mehr ...

    Ratingagenturen Die wichtigsten Agenturen und deren Bewertungen. mehr ...

    SPIV Das Special Purpose Investment Vehicle soll die Finanzierung in Euroländern erleichtern. mehr ...

    Troika Die Troika ist eine Gruppe von Experten von EZB, IWF und EU-Kommission. mehr ...

    G20 Die 20 größten Wirtschaftsmächte repräsentieren zwei Drittel der Weltbevölkerung. mehr ...

    PSI Beim Private Sector Involvement geht es um die Beteiligung des Privatsektors an der Krisenlösung. mehr ...

    CDS Kreditausfallsversicherungen werden unter anderem dann fällig, wenn ein Land pleite ist. mehr ...

    Sekundärmarkt Der Sekundärmarkt ist der Markt, auf dem die bereits in Umlauf befindlichen Wertpapiere gehandelt werden. mehr ...

    OMT OMT ist die Abkürzung für Outright Monetary Transactions. Dahinter verbirgt sich das von der EZB am 6.September 2012 beschlossene neue Kaufprogramm von Staatsanleihen der Krisenländer. mehr ...