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Verkündungstermin für ESM-Entscheidung bleibt Mittwoch

11.09.2012 | 09:10 |   (DiePresse.com)

Wegen des neuen Eilantrags des CSU-Politikers Gauweiler gibt es keine Verschiebung des Urteils über den Euro-Rettungsschirm ESM.

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Das Bundesverfassungsgericht in Deutschland wird seine Entscheidung zum Euro-Rettungsschirm ESM wie geplant am Mittwoch verkünden. Das teilte das Gericht am Dienstag mit. Der CSU-Politiker Peter Gauweiler hatte Ende vergangener Woche einen neuen Eilantrag gegen den permanenten Rettungsschirm eingereicht und beantragt, den Verkündungstermin gegebenenfalls zu verschieben.

Eine Gerichtssprecherin betonte, dass über Gauweilers Eilantrag noch nicht entschieden wurde. Das Gericht gab lediglich bekannt, dass sich an dem für Mittwoch angesetzten Verkündungstermin nichts ändere. "Weitere Auskünfte können wir derzeit nicht erteilen, weil der Senat seine Beratungen noch fortsetzt", sagte die Gerichtssprecherin am Dienstag.

Gauweiler: ESM stoppen

Hintergrund des neuen Gauweiler-Antrags ist der Beschluss der Europäischen Zentralbank (EZB) von vergangener Woche. Er sieht vor, unter bestimmten Bedingungen unbegrenzt Staatsanleihen von Krisenstaaten zu kaufen.

Nach Meinung Gauweilers ist damit eine "völlig neue Situation" für die Beurteilung des Rettungsschirms entstanden, weil Deutschland letztlich auch die Risiken der EZB mittragen muss.  Deshalb fordert Gauweiler, den Rettungsschirm zu stoppen, bis die EZB ihren Beschluss rückgängig macht. Zudem hatte er beantragt, den für Mittwoch angesetzten Verkündungstermin zu verschieben, falls das Gericht die EZB-Entscheidung sonst nicht berücksichtigen könne.

"Ich gehe davon aus, dass morgen über unseren Antrag mit entschieden wird", sagte Gauweilers Prozessbevollmächtigter Dietrich Murswiek der Nachrichtenagentur dpa. Bei dem Antrag auf Verschiebung habe es sich nur um einen Hilfsantrag gehandelt, falls eine Entscheidung bis Mittwoch nicht möglich sein sollte. "Insofern bedeutet das jetzt noch keine Vorentscheidung", sagte Murswiek.

Zahlreiche Anträge gegen Rettungsschirm

Zahlreiche Beschwerdeführer haben Anträge gegen den Euro-Rettungsschirm in Karlsruhe eingereicht. Neben Gauweiler sind das unter anderem auch die Fraktion der Linken im Bundestag sowie insgesamt rund 37000 Bürger, die sich einer Beschwerde des Vereins "Mehr Demokratie" angeschlossen haben. Sie wollen verhindern, dass Bundespräsident Joachim Gauck den Vertrag über den "Europäischen Stabilitätsmechanismus" (ESM) unterzeichnet und damit der permanente Euro-Rettungsschirm aktiv werden kann. Die Kritiker beanstanden eine mangelnde demokratische Legitimation der Rettungsmaßnahmen.

Deutschland hat als einziges Euro-Land den ESM noch nicht umgesetzt. Er sollte ursprünglich bereits im Juli starten. Der dauerhafte Rettungsschirm kann erst nach Zustimmung der Verfassungsrichter in Kraft treten.

16 Länder haben Vertrag bereits ratifiziert

In den übrigen 16 Euro-Ländern wurde der ESM-Vertrag bereits ratifiziert.  Im Fall einer positiven Entscheidung in Deutschland könnte der ESM bereits im Oktober in Kraft treten. In Österreich hat der Nationalrat Anfang Juli dem ESM und dem Fiskalpakt zugestimmt.

Der ESM mit einem Gesamtvolumen von 700 Milliarden Euro kann erst in Kraft treten, wenn so viele Länder ratifiziert haben, dass mindestens 90 Prozent der ESM-Anteile verfügbar sind. Deutschland alleine steuert einen Anteil von knapp über 27 Prozent (168 Milliarden Euro in Kreditzusagen und 22 Milliarden Euro in bar) bei. Auch in Italien, das rund 18 Prozent des Schutzschirmes stellt, fiel die Entscheidung für den Vertrag erst Mitte Juli. Der ursprünglich geplante Start des ESM im Juli hatte sich deshalb verzögert.

 

(APA/dpa/AFP/Reuters)

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16 Kommentare
Gast: Hans Frömming
12.09.2012 06:48
1 0

Bedingungslose Kapitulation des Bundesverfassungsgerichtes



Nach der Ablehnung des Eilantrages von Mandatar Dr Peter Gauweiler (CSU) steht das Urteil des Bundesverfassungerichts schon fest:
Der ESM wird mit einigen kleineren Scheineinwendungen durchgewinkt. Eine Katastrophe für Deutschland und Europa.

RA Däubler-Gmelin (SPD) vor ESM-Urteil:
„Wir erhoffen uns klare Feststellung über Haftungshöhe“.

Vor dem heutigen Verfassungsgerichtsurteil hat die frühere Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin die Verfassungsbeschwerde von 37 000 Bürgern gegen den Euro-Rettungsschirm ESM gerechtfertigt.
„Ich vertrete als Rechtsanwältin über 37 000 Bürger, die Verfassungsbeschwerde eingelegt haben, weil sie auch weiterhin einen Bundestag wählen wollen, der in der zentralen Frage, was mit Steuern und dem Haushalt passiert, gestalten, kontrollieren und entscheiden kann“, sagte Däubler-Gmelin der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“). „Der ESM nimmt sehr viele Befugnisse zu EU-Institutionen, zur EU-Kommission, dem EU-Rat und der Europäischen Zentralbank“, sagte die SPD-Politikerin.„Wir erhoffen uns, dass die Richter klare Feststellungen über die Begrenzung der Haftungshöhe und über die Beteiligung des Parlaments treffen. Beides ist bisher schwammig und in den Parlamentsrechten europarechtlich nicht wirksam“, sagte Däubler-Gmelin.

http://www.mmnews.de/index.php/politik/10805-bverfg-bedingungslose-kapitulation

Gast: Erika aus Chile
11.09.2012 20:47
1 0

Verkündungstermin für ESM-Entscheidung bleibt Mittwoch???.....

....ui, das wird ja richtig spannend....da kann man noch gar nicht erahnen, WIE sie entscheiden werden!
be.es: das ist fast so spannend wie Fussball!

Wer für den ESM-Unfug ist, soll auch dafür bezahlen.


Antworten Gast: Peter Weingartner
11.09.2012 21:13
1 0

Re: Wer für den ESM-Unfug ist, soll auch dafür bezahlen.

Zahlenspiele(vereinfacht):
öst. Staatshaushalt: ca 65-70 Mrd
öst. jährliches Defizit: ? 10-20 Mrd (wer weiiss das schon ..)
Gesamtdefizit Öst: mind 200 Mrd
Haftungen: 80 Mrd
aber: wir sind reich! ja an Schulden,auf Pump zu leben..unsere Kinder werden dafür dankbar sein
dazu kommen weitere Mrd -Verpflichtungen (defacto dann unbegrenzt)
wer soll das bezahlen?
man hat den Eindruck: die Politiker sind nicht mehr in der Lage die Folgen ihrer leichtfertigen Zusagen abzuschätzen!
wichtig: die Gewinne werden privatisiert und verschwinden ausser Landes
wichtig: die Verluste werden sozialisiert,also auf alle Dummis verteilt(arbeitende Bevölkerung)
am Ende: Grundsicherung und Einheitspension für die breite Masse..bravo

Sulik hat Recht

Eine irrwitzige Situation hat sich für viele Teilnehmer der Eurozone ergeben.
Zuerst beschließen und ratifizieren sie -durchwegs vorbei am Volk -den ESM-Vertrag in ihren Parlamenten. Und nun soll ausgerechnet jenes Land, welches seit 67 Jahren noch immer ohne eigene Verfassung lebt, mit einem
von den West-Alliierten bestimmten Grundgesetz jenen Wahnsinn stoppen, der von diesen vorangetrieben wird?
Die gegebenen Wechsel der Nationalstaaten sind bereits unterschrieben und morgen werden sie nur mehr akzeptiert!
Für ein Stoppen dieses ruinösen Ausverkaufs ist es nun zu spät. Dazu hätte es objektiv aufgeklärter Bürger/Innen in Europa bedurft. Die Medien haben dies - im Auftrag und Interesse wessen auch immer - vorsorglich zu verhindern gewusst.

Eine sehenswerte Rede des slowakischen Abgeordneten Sulik zum ESM mit deutschen Untertiteln:

http://www.youtube.com/watch?v=6Nva_51lQ6M&list=FLFKOoGKhVGPqGNSN4-NIsXA&index=2&feature=plpp_video

Gast: Nostradamus
11.09.2012 18:08
3 0

Verkündigungstermin ESM-Vertrag bleibt....

Die EU will zwei Schienen, für die wir als Euro-Länder voll haften, fahren, nämlich ESM (Haftung/Geld zur Vermeidung von Bankpleiten) und EZB für Staatspapiere (was natürlich Staaten wie Banken entlastet). Defakto indiskutabel und führt unweigerlich in den Ruin von allen Euro-Ländern (Pyramidenspiel a la Madoff). Da mittlerweile seit Unterschriften auf ESM bereits weitere Länder bankrott/notleidend (Spanien, Slowenien, gefolgt wahrscheinlich von Italien und Frankreich) sind, müssen wir auch (laut ESM-Vertrag) noch die Haftungen/Geldzahlungen von diesen übernehmen. Wie soll sich das alles ausgehen? Euro-Länder sind daher heute bereits bankrott, was unweigerlich zu einer Währungsreform (rapide Abwertung unserer Sparguthaben und gleichzeitig Entschuldung der Länder) führen muss. Bei der letzten Krise (Anm.: 30er Jahre) war allerdings auch noch Krieg dazwischen.

Gast: 93423
11.09.2012 14:44
5 0

morgen wirds sich herausstellen..

freiheit oder sklaverei

Gast: ein klares ja!
11.09.2012 11:47
7 0

keiner von denen

will ein JFK sein!

13 0

Der ESM

ist in der Praxis eigentlich schon nicht mehr erforderlich, wenn die EZB sowieso direkt Staatsanleihen ohne Wert zu Dumpingzinsen kauft. Bei beiden Varianten haften die EURO-Länder dafür.

Die Straße zur Schuldenunion über die bisherigen Rettungsschirme hat damit zusätzlich 2 parallele Autobahnen erhalten. Welche davon in nächster Zukunft feierlich eröffnet und dem (Geld-) Verkehr übergeben wird, werden wir in Kürze sehen.

Gast: Was weiter.
11.09.2012 10:42
9 0

Morgen wird's wohl so weit sein.


Man kann davon ausgehen, dass ESM mit ein paar "ja, aber..." durchgewunken wird, also in Kraft tritt.

Dann ist binnen 14 Tagen die erste Tranche zu zahlen. Nur, was machen jene Länder, die das Geld ja nicht haben, sondern um Hilfe angesucht haben?

Das müssen dann anteilsmäßig die verbleibenden schultern, richtig?

Wie würde sich das auf unseren Beitrag auswirken?

Wie würde sich das auf unseren Beitrag auswirken?

Verteilungsschlüssel ist im ESM-Vertrag gut nachzulesen. Würde im worst-case der Beitrag von Griechenland, Zypern, Portugal, Spanien, Italien und Slowenien entfallen, wäre das ca. 36% der Gesamtsumme. Unser Anteil (gesamt 20Mrd.) stiege dann also um weitere 7.

Natürlich nur bis zu einer etwaigen Kapitalerhöhung (die natürlich sofort fällig wäre, wenn o.a. worst-case eintritt). Unser aktueller Anteil: 2,78% stiege ohne die o.a. Länder auf knapp unter 4%.

Noch ist der ESM

nicht installiert, schon geht das Geschrei nach neuen Milliardenhilfen los. Das kann ja "heiter" werden: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/09/11/iwf-verlangt-erstes-geld-vom-esm-irlands-banken-brauchen-24-milliarden-euro/

Goldman-Sachs Herbstbericht 2012:.....


...... Das Bundesverfassungsgericht wird am 12. September den ESM durchwinken.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/09/07/goldman-sachs-verfassungsrichter-in-karlsruhe-werden-esm-zustimmen/

Antworten Gast: Valery
11.09.2012 10:25
0 2

Re: Goldman-Sachs Herbstbericht 2012:.....

Ja, das glaube ich auch. Alles andere wäre auch eine Katastrophe. The "Point of no Return" ist bei weitem überschritten. Es gibt kein zurück mehr. Gut oder Schlecht? Wer weiß dies schon, aber so ist es nun einmal.

Antworten Antworten Gast: gast55
11.09.2012 16:11
2 0

Re: Re: Goldman-Sachs Herbstbericht 2012:.....

das sollte aber schon klar sein, ein system, welches auf dem zinseszins beruht und dadurch ein wirtschaftswachstum von jährlich 3% fordert, um die zinseszinsen bedienen zu können, kann in einer begrenzten welt nur in den untergang führen, sowohl ökonomisch, als auch ökologisch

de zins und zinseszins ist wie ein krebsgeschwür

unser wirtschaftssystem funktioniert, nach dem prinzip des reiskorns auf dem schachbrett, wobei auf jedem feld zum vorhergehenden verdoppelt wird, da kommen dann auf dem 64 spielfeld 2hoch63 reiskörner raus, das sind 9,22E18 reiskörner, das derzeitige wirtschaftssystem unterscheidet sich nur insofern von dem "spiel", als dass der sprung von einem aufs andere spielfeld einigen jahren in unserem system entsprechen

Eine seriöse Regierung....


....müßte die Karten auf den Tisch legen und Plan A mit Plan B abwägen.

Aber solange alles alternativlos ist und anstelle von Fakten, Drohungen und Warnungen präsentiert werden, muß man sehr, sehr skeptisch sein.

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