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Griechenland bekommt mehr Zeit, aber kein neues Geld

14.09.2012 | 18:47 |   (Die Presse)

Finanzministerin Maria Fekter sieht nach der EZB- und ESM-Entscheidung zwar "Europa stabilisiert", die Lage in Spanien, Portugal und Italien bleibt aber nach wie vor bedrohlich.

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Nikosia/Wb/Ag. Die Finanzminister der Europartner haben den Druck auf Griechenland reduziert. „Falls das Defizit schlechter ausfällt wegen der schlechten Wirtschaftsentwicklung, könnte es etwas mehr Zeit geben, aber nicht mehr Geld“, sagte der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager am Rande des Treffens der EU-Finanzminister am Freitag in Nikosia. Auch Finanzministerin Maria Fekter bestätigte diese Haltung: „Wir werden den Griechen die Zeit geben, die sie brauchen.“ Ein neues oder aufgestocktes Hilfspaket werde es aber keinesfalls geben.

Für die griechische Regierung ist das eine gute Nachricht, da sich die Troika aus Vertretern der EU-Kommission, der EZB und des IWF zuletzt skeptisch zur Haushaltssanierung geäußert hatte. Es wurde bereits damit gerechnet, dass Griechenland die Auszahlung der nächsten Hilfstranche in der Höhe von 31 Milliarden Euro verweigert wird. Der niederländische Finanzminister wies allerdings darauf hin, dass Athen lediglich bei der Erreichung des geplanten Defizits mehr Zeit erhalte, nicht für die Umsetzung seiner Reformen. Die DreiParteien-Koalition in Athen muss deshalb eine rasche Einigung über Sanierungsmaßnahmen wie etwa die Erhöhung des Pensionseintrittsalters auf 67 Jahre oder den Abbau von Staatsbediensteten finden. Mitte der Woche war eine Verhandlungsrunde der Koalitionspartner gescheitert.

Das Entgegenkommen der Europartner dürfte mit der derzeitigen Entspannung auf den Märkten zusammenhängen. Fekter betonte in Nikosia, sie sehe nach dem EZB-Beschluss zum Ankauf von Staatsanleihen und dem Ja des deutschen Verfassungsgerichts zum permanenten Euro-Rettungsschirm ESM eine signifikante Entspannung. „Europa ist stabilisiert.“

Die Finanzminister berieten allerdings auch über die Lage in Spanien, Portugal und Italien, die nach wie vor problematisch bleibt. Nachrichten, wonach EZB und IWF bereits eine 300 Milliarden schwere Hilfe für Madrid vorbereiteten, wurden nicht bestätigt. Aufgrund der gesunkenen Zinsen rechnen Diplomaten auch nicht damit, dass Spanien rasch unter den Euro-Rettungsschirm schlüpft. Madrid bekam bereits im Juli von den Europartnern ein Bankenhilfspaket in der Höhe von bis zu 100 Milliarden Euro. In Nikosia berieten die Finanzminister, wie viel dieses Geldes nun tatsächlich notwendig ist. Der Chef der Euro-Gruppe, der luxemburgische Regierungschef Jean-Claude Juncker, wies darauf hin, dass die Restrukturierung der spanischen Banken im November abgeschlossen sein könnte. Er behauptete am Rande des Treffens, dass Spanien zur Sanierung des Staatshaushalts bereits weitere Reformen zugesagt habe.

Für Portugal, das ebenfalls mit der Sanierung seines Staatshaushalts ringt, wird ebenso wie im Fall Griechenland eine Fristverlängerung für die Erreichung der Schuldenziele erwogen.

 

Deutsche kontrollieren ESM

Einen Etappensieg konnte Deutschland bei der Einflussnahme auf den neuen Eurorettungsschirm ESM erringen. Denn im Kontrollorgan des Stabilitätsmechanismus werden zwei Deutsche einziehen. Der Europäische Rechnungshof wird sein deutsches Mitglied Harald Noack entsenden. Darüber hinaus wird auch die deutsche Bundesbank durch einen eigenen Vertreter im fünfköpfigen Kontrollorgan vertreten sein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.09.2012)

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38 Kommentare
 
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guteGeschäfte-Fekter

hat recht: die Lage ist stabil bedrohlich - die EU-Fanatiker Glühen - und wir Brennen.

Gast: Die Geriatriker
15.09.2012 14:58
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Finanzministerin Maria Fekter sieht nach der EZB- und ESM-Entscheidung zwar "Europa stabilisiert", die Lage in Spanien, Portugal und Italien bleibt aber nach wie vor bedrohlich.

Im Alter werden viele Menschen schrullig.

Auch ein wenig verwirrend.

30(1): "Der Prüfungsausschuss setzt sich aus fünf Mitgliedern zusammen, die vom Gouverneursrat
aufgrund ihres Sachverstands im Bereich der Rechnungsprüfung und der Finanzen ernannt werden,
und weist zwei – auf Rotationsbasis einander abwechselnde - Mitglieder der obersten Rechnungs-kontrollbehörden der ESM-Mitglieder und ein Mitglied vom Europäischen Rechnungshof auf."

Da einer der beiden von Europ. Rechnungshof kommt, sitzt er auch nicht ständig im Prüfungsausschuss. Und da es den Gouverneursrat noch nicht gibt, ist´s ja wohl verfrüht zu behaupten, der Prüfungsausschuss sei schon ernannt worden.
Ausser natürlich, man pfeift jetzt schon drauf.

Gast: ftrd
15.09.2012 12:27
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mehr Zeit

Und schon wieder wurde eine Bedingung aufgeweicht, und es wird so weitergehen.

Irgendwann werden sich diese zunächst leichten Lösungen noch gewaltig rächen, am liebsten würde ich dafür dann Fekter und Konsorten ins Gefängnis bringen.

EU

welche länder nehmen nur raus, zahlen aber nix ein

eu, europa uns gehts gut

sklaventreiber geld eintreiber das ist europa

zahlt eigentlich auch england dänemark, norwegen, finnland und und und
oder nur frankreich, deutschland und wir blöden österreicher...

wer ist wirklich EU ??? wer ist dabei

Gast: falscher Ansatz
15.09.2012 11:29
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Gelddrucken alleine ist zu wenig -


Mit QE3 der FED wird in den USA das große Finale eingeleitet. Bald wird auch der Letzte kapieren, dass man mit Gelddrucken allein die Welt nicht retten kann. Wie alle Schneeballsysteme wird auch dieses ein Ende haben – und zwar sehr bald.

Ein zweites >paralleles< Geldschöpfungssystem, das als Menschenrecht jedem Staatsbürger ein ausreichendes und leistungsloses GRUNDEINKOMMEN sichert könnte neben des weltweiten VERBOTES des ZinsesZins die Rettung aus dem gegenwärtigen Dilemma bedeuten.
Es bedarf nur des Willens und des Konsenses das Monopol der privaten Geldschöpfung und den Zinswucher abzustellen.

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/10821-fed-drucken-bis-zum-untergang

http://divinecosmos.com/start-here/davids-blog/1023-financial-tyranny

was Du heute kannst besorgen..

Der Patient liegt im Sterben. Die lebensrettende Operation (Ausgabenkürzungen, nicht Steuererhöhungen) - machen wir später. Ist ja noch genug Zeit...

Gast: jö-schau
15.09.2012 10:34
2 0

Die Troika samt Finanzminister-Urlaubstreff

hätte man glatt sparen können. Es kam genau so wie es hier sehr oft beschrieben wurde: Griechenland bekommt sein Geld!
Die von der Troika geforderten Reformen wurden nicht umgesetzt!

Ein neues Hilfpaket hat Griechenland nicht beantragt oder gewollt. Wenn das unseren Finanzministern in der EU noch immer nicht aufgefallen ist, sollte man diese nochmals in die Schule schicken.

Keine sinnvolle Politik, entzweite Völker, rechtlose Bürger - es lebe die neue Feudalherrschaft !
Armes Europa, nur Lug und Trug und Gaunerei.

Warum

bekommen sie überhaupt Geld, wenn es "mehr Zeit" auch tut??

Re: Warum

Die drucken sich das fehlende Geld längst selber über ein Notfallprogramm. Das sie "nur" Zeit bekommen ist eher nicht richtig, sondern ein Belügen der Bürger in Europa.

Gast: Heinrich Heine
15.09.2012 09:53
2 1

Fekter

Ich habe die Fekter einmal geschätzt. Jetzt fühle ich mich von ihr nur vera.......

Gast: Heinrich Heine
15.09.2012 09:51
1 0

Nicht mehr Geld für Griechen. Das ist ein sehr witziger Witz.

Immer wenn die Politiker eine unbequeme Nachricht überbringen, sagen sie es zuerst in Form einer Verneinung. Dies ist demnach die erste Ankündigung, dass die Griechen noch mehr Geld bekommen.

Ich frage mich immer wieder, wie schafft es so ein kleines Völkchen, so viel Geld zu versenken, dass das ganze Europa ins Wanken kommt? Irgend etwas stimmt da nicht. Ich glaube, wir wissen längst nicht die ganze Wahrheit.

Ein Blick in unsere Zukunft

Hier ein Kommentar von einem Euro-Kritiker der ersten Stunde, der schon vor 10 Jahren die dramatische Entwicklung prophezeit hat.

Bei dem Szenario, dass er nun vorhersagt, kann einem angst und bange werden. Und wieder wird er Recht behalten.

http://www.youtube.com/watch?v=99Q_Va8WFaA

zeit ist geld

schon vergessen?

Gast: zzz
15.09.2012 09:16
4 0

kein neues Geld?

die nehmen auch gebrauchte Scheine.

5 milionen lichtjahre

spâter zahlen sie es zurück die griechen.

Re: 5 milionen lichtjahre

Lichtjahre ist eine Entfernung

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Wie soll das gehen?

Wie soll das gehen? GR hat doch geringere Staatseinnahmen als Staatsausgaben (1) für Gehälter, Erhaltungsinvestitionen, Soziales usw.
Und trotz des dreistelligen Milliarden-Schuldenerlasses ist auch noch ein Teil der Schulden da, der "zu bedienen" ist (2), wozu überwiegend das versprochene und bereits geflossene Geld der EZ Partner dient. -

Wenn also jetzt für die Konsolidierungsmassnahmen, die zu (1) und (2) eine ausgeglichene Bilanz erreichen soll, mehr Zeit gegeben werden soll, also noch längere Zeit als vorgesehen die Ausgaben die Einnahmen übersteigen:
Wieso ist dann nicht mehr Geld der Partner nötig?

Gast: Austrianer
15.09.2012 08:24
2 0

ESM beschlossen und schon gibts neue Regeln. Was zu erwarten war.


Das nenne ich mal dreist

Zitat: Griechenland bekommt mehr Zeit, aber kein neues Geld

Fiktive Meldung in zwei Wochen: Erneut Geld an Griechenland geflossen!

Die fiktive Rechtfertigung: "Es war immer die rede von neues Geld, nicht aber von den alten Scheinen"

/ Sakasmus off

Gast: Bilderbergers Albtraum
15.09.2012 08:03
1 0

Hurra Simbabwe

Ja, Ja, und nächste Woche ist halt wieder alles ganz anders.
Natürlich hat kein Mensch mit dieser dann folgenden Entwicklung rechnen können.
Diese Leute sind einfach nur noch unerträglich.
Das totale und radikale erzeugen von Geld, kann doch wohl nur auf die Empfehlung eines externen Beraters der Nationalbank von Simbabwe zurückgehen.
Nichts ist stabil und sicher ausser der Vernichtung unserer Sparguthaben !!

Gast: Zyni
15.09.2012 05:07
1 0

Was haben Sie nicht über Hans Werner Sinn

anfangs gelästert. Stichwort: Target II Finanzierung, Und nun wurde dieses Problem von allen stillschweigend anerkannt. Ich glaube, die die da in die Kamera grinsen, haben wenig bis Null Ahnung, welche volkswirtschaftliche Konsequenzen welche Notenbankoperationen in Wirklichkeit haben.

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„Wir werden den Griechen die Zeit geben, die sie brauchen.“

Zeit wofür?

Ein Land praktisch ohne exportfähiger Güter, ohne Produktion oder Serviceindustrie, fehlendem Kataster / Grundbuch, völliger Gesetzlosigkeit im Steuerwesen und irrem Beamtenapparat Zeit zu geben heißt, unser Geld zu verbrennen - ohne das es auch nur ein wenig warm wird.


Gast: 10zi
14.09.2012 23:25
0 0

seids ihr kindisch..


glaubts ihr kommts damit durch, wir haben Internet ihr Komiker

Hinweis für Interessierte: "Warum ein Schuldenschnitt die bessere Lösung ist."

Kommentar der inernational renommierten Professoren Ulrich Hege und Harald Rau, in der Internetausgabe der FAZ./Wirtschaftsteil vom 14.9.2012.
Kühl-sachliche Analyse der (falschen) Politik bei ESM und vor allem EZB.

 
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