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Pläne für EU-Bankenaufsicht ab 2013 vor dem Aus

15.09.2012 | 18:48 |   (DiePresse.com)

Heftiger Widerstand gegen die Pläne in ihrer jetzigen Form kam von Nicht-Euro-Ländern. Aber auch das Euro-Krisenland Spanien hat Bedenken.

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Die Pläne der EU-Kommission für eine einheitliche europäische Bankenaufsicht schon ab Beginn des kommenden Jahres stehen vor dem Aus. Ein Start schon am 1. Jänner 2013, "das wird nicht möglich sein", sagte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Samstag in Nikosia nach einem Treffen der EU-Finanzminister. Heftiger Widerstand gegen die Pläne in ihrer jetzigen Form kam von Nicht-Euro-Ländern.

"Wir wollen schnell eine gute Lösung zustande bringen", versicherte Schäuble. Aber bereits in der ersten Debatte sei klar geworden, dass ein Start der neuen Aufsicht schon ab Jahresbeginn 2013 unrealistisch sei. Der zuständige EU-Kommissar Michel Barnier hat vom EU-Gipfel im Juni den Auftrag bekommen, Pläne für eine einheitliche Bankenaufsicht vorzulegen. Sie soll verhindern, dass etwa durch laxe nationale Aufsicht mitverursachte Probleme von Banken den gesamten europäischen Finanzsektor ins Wanken bringen.

Barnier schlägt nun vor, dass die neue Aufsicht bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angesiedelt wird und schon am 1. Jänner ihre Arbeit aufnimmt. Schrittweise sollen ihre Befugnisse erweitert werden, bis unter ihrer Verantwortung alle 6000 Banken der Eurozone nach den gleichen Regeln überwacht werden - in wichtigen Fällen von der EZB selbst, bei kleinen Banken etwa durch die nationalen Behörden. Schäuble will, dass nur die für das gesamte Finanzsystem wichtigen Banken direkt auf europäische Ebene überwacht werden.

Als weitere Knackpunkte der Verhandlungen nannte Schäuble das Verhältnis der neuen Kontrolleure zur bereits bestehenden und für die Bankenregulierung in der gesamten EU zuständigen Europäischen Bankenaufsicht EBA sowie die Beziehung zwischen den 17 Euro-Ländern und den zehn Nicht-Euro-Ländern in der EU. Die einheitliche Überwachung soll zwar nur für die Banken der Eurozone verpflichtend sein, die restlichen EU-Mitglieder müssen den Vorschlägen in ihrer jetzigen Form aber zustimmen.

"Es gibt eine große Zahl von Ländern, die nicht Mitglieder der Eurozone sind, und diese Lösung nicht akzeptabel finden", sagte der Finanzminister des Nicht-Euro-Landes Schweden, Anders Borg. EU-Länder außerhalb der Währungsunion befürchten Folgen für ihre Banken durch eine neue mächtige Aufsichtsbehörde sowie eine Schwächung der EBA. Borg warnte zudem vor Verstößen gegen die EU-Verträge, wenn die Mitgliedsländer der unabhängigen EZB Regeln und Struktur der neuen Aufsicht vorschreiben. Barnier räumte ein "juristisches Problem" ein und kündigte eine Verbesserung seiner Vorschläge an.

Wie lang der Weg bis zu einer Einigung ist, zeigen aber auch die Bedenken des Krisenlandes Spanien. Die neue Aufsicht ist eine Voraussetzung dafür, dass der künftige Euro-Rettungsfonds ESM in Zukunft angeschlagene Banken auch direkt mit Finanzspritzen helfen kann. Darauf hofft besonders die Regierung in Madrid, der ihr maroder Bankensektor schwer zu schaffen macht. "Es gibt eine Reihe von Schwierigkeiten", sagte jedoch der spanische Finanzminister Luis de Guindos in Nikosia. Der Fahrplan zur Umsetzung der Bankenaufsicht sei daher "ambitioniert".

Kämpferisch zeigte sich hingegen Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici. "Einige unserer Partner sind der Ansicht, dass wir langsamer vorgehen müssen, ich denke aber, dass wir ambitioniert sein müssen", sagte er. "Wir dürfen nicht Effizienz und Schnelligkeit einander entgegensetzen."

(APA)

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13 Kommentare

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Gast: HB4242
15.09.2012 17:54
2 0

Was nützt die ganze Aufsicht wenn nicht einmal die Regeln dazu geklärt sind ....


1 0

ich

hätte gerne keine Beratung, sondern BERECHNUNG:
Kosten EU - per / anno in EURO
Leistung(produktiv) p/ a in Euro
(Gurken und LUmpenkrümmungen können bewertet -in minus-Euro- werden.

Gast: Gabriela Guellil
15.09.2012 17:44
3 0

Die EU-Finanzminister schlendern mit Finanzministerin Fekter

durch die Innenstadt von Nikosia.
Fekter "Schaut euch mal diese Preise an: Eine Hose 8 Euro, ein Mantel 15 Euro und ein ganzer Anzug 20 Euro! Da sieht man deutlich den Erfolg unserer Wirtschaftspolitik!" Schäuble erblasst über soviel Sachkunde: "Maria - das ist ein Schaufenster der chemischen Reinigung."

Antworten Gast: phj
15.09.2012 19:35
1 0

Re: Die EU-Finanzminister schlendern mit Finanzministerin Fekter

Bravo.

Gast: phj
15.09.2012 17:26
6 0

Was geschieht dann mit der FMA ?

Werden die dann in die Dienste der EZB gestellt?
Oder wird die FMA dann in einen anderen EU-Staat tätig, abseits von innerpolitischer Einflussnahme.
Vielleicht kontrollieren dann die griechischen Bankenaufsichtsorgane die österreichischen Banken.


Gast: waltarius 111
15.09.2012 17:16
3 0

TAGTRÄUMER(IN)

FED IRRWEG wird kopiert; nach der Deflation kommt die HYPERINFLATION.

Die U.S.A. sind nun an einem Punkt, an dem sich die Schulden drastisch erhöhen müssen, damit das Land einfach nur stillsteht. Wie alle Schneeballsysteme wird auch dieses ein Ende haben – und zwar sehr bald.

Der Dollar wird dramatisch abstürzen und seinen Status als Währungsreserve verlieren. Dadurch wird die U.S. Regierung ihre Defizite nicht mehr begleichen können – auf keinem Markt. Dieser Prozess wird zu endlosem Gelddrucken, kollabierenden Staats-anleihen und einem wertlosen Dollar in einem hyperinflationären schwarzen Loch führen.

Die schwache, vorherrschende Deflation ist nur ein Vorbote der Hyperinflation. Die Angst vor einem deflationären Zusammensturz zwingt die Regierungen dazu Geld zu drucken. Dies führt zum Währungskollaps der in der Historie immer eine Hyperinflation verursachte.

0 5

EU-Finanzminister beraten einheitliche Bankenaufsicht

nachdem die lokalen Finanzaufsichten sichtlich allesamt samt NB völlig versagt hatten, will man dies nun mit MinisterInnen versuchen ?!

Wievieler verzweifelte Versuche bedarf es denn noch, um all den angeblich Systemrelavanten Bankstern das Handwerk legen zu dürfen, bevor es das Volk eines Tages tun wird müssen ?!

Leider sind die meisten Bürger zu faul, endlich ihre Finanzen selbst regeln zu wollen und auf Konten samt Sparbücher (welche längst Minusposten sind) verzichten zu wollen.

Nur deshalb lebt die Benkenwelt immer noch bestens, und darf Forderungen aller Art stellen !!!

Gast: Lehrling
15.09.2012 14:49
3 3

EU-Finanzminister beraten einheitliche Bankenaufsicht

Heute habe ich beim Spar für einen mit Marmelade gefüllte Krapfen 13, 80 Schilling bezahlt.

Antworten Gast: währungsrechner
15.09.2012 20:07
1 0

Re: EU-Finanzminister beraten einheitliche Bankenaufsicht

bis 20:06
drei rote stricherl für einen bruttopreis?

1 1

Re: EU-Finanzminister beraten einheitliche Bankenaufsicht

interessant, dass Spar noch Schilling annimmt.

Gast: prison planet
15.09.2012 14:11
3 2

Interessant, die Eile.


In Deutschland möchte Schäuble grad durchgreifen, denn bisher haben sich die Banken anscheinend selber kontrolliert und die "Kontrollbehörde" finanziert.

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/banken/0,2828,854121,00.html

Man möchte gar nicht wissen, wie das bei uns ist.

Und "Aufsichtsbehörde" klingt ja gut, ist aber auch nur ein Wieselwort, denn damit geht wieder ein Stück nationaler Einflussnahme an eine supranationale Institution, wo wir keinen Einfluss haben, wie die schalten und walten. Unsere Frau Minister findet das positiv. Man kann gar ned so viel essen,....

Gast: radius
15.09.2012 14:00
3 2

Sag einmal, hat diese Frau alle Tassen im Schrank?

Dienen die sich alle nur mehr der Mafia an?

Man kann gar nicht so viel essen, wie man ko... möchte.

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