Zypern kann sich nach den Worten von Notenbankchef Panicos Demetriades womöglich erst in vier oder fünf Jahren wieder an den Kapitalmarkt wagen. "Ein Dreijahresprogramm wird möglicherweise nicht reichen, auch wenn wir das hoffen", sagte Demetriades dem "Handelsblatt". "Es könnte vier oder fünf Jahre dauern."
Zypern fordert auch eine direkte Rekapitalisierung seiner Banken aus dem Euro-Rettungsfonds. "Es wäre sehr wichtig für uns, dass der ESM unsere Banken ab Jänner 2013 direkt rekapitalisiert", sagte der Gouverneur.
Verhandlungen im Oktober abgeschlossen
Der Inselstaat hatte Ende Juni in der Euro-Gruppe einen Antrag auf Hilfe aus dem Euro-Rettungsschirm gestellt. Das Land wird im Gegensatz zu Spanien voll unter den Schirm schlüpfen. Das bedeutet, dass Zypern nicht nur seine Banken restrukturieren muss, sondern auch auch Spar- und Reformauflagen zu erfüllen hat.
Die Verhandlungen mit den Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds über ein Kreditpaket werden Demetriades zufolge "hoffentlich im Oktober" beendet sein. "Wir brauchen so schnell wie möglich Unterstützung vom ESM, damit wir unsere Banken rekapitalisieren und stabilisieren können."
Dem rezessionsgeplagten Euro-Land machen die hohen Verluste der Banken zu schaffen, die eng mit griechischen Geldhäusern verbunden sind und hart vom Schuldenverzicht der privaten Gläubiger Griechenlands im Frühjahr getroffen wurden.
(APA/Reuters)

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