Stark: "EZB bewegt sich außerhalb ihres Mandats"

21.09.2012 | 16:03 |  Von Franz Schellhorn und Nikolaus Jilch (Die Presse)

Aus Sicht des früheren EZB-Chefvolkswirts Stark hat die EZB dem Druck von außen nachgegeben. Im "Presse"-Interview ortet er hohes Inflationspotenzial und hält die europäische Debatte über Sparprogramme für eine semantische Irreführung.

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Die Presse: Sie haben vor knapp einem Jahr Ihren Rücktritt aus der EZB-Führung auch damit begründet, die Regierungen im Euroraum wachrütteln zu wollen. Mit diesem Vorhaben dürften Sie gescheitert sein, oder?

Jürgen Stark: Also ich will meine Person nicht überschätzen. Das Signal, das ich mit meinem Rücktritt an die Europäische Zentralbank und die Politik geben wollte, war: Ihr seid auf dem falschen Weg! Innerhalb weniger Stunden wurde eine wichtige Geschäftsgrundlage der Wirtschafts- und Währungsunion einfach auf die Seite geschoben: Die No-Bail-Out-Klausel (die Verpflichtung der Euroländer, keinen Partnerstaat rauszuboxen, Anm.). Jetzt kann man darüber diskutieren, ob Kredite an ein anderes Euroland ein Bail-Out sind. De jure wohl nicht, aber de facto kann es dazu kommen.

Wann wäre das der Fall?

Im Falle eines zweiten Schuldenschnitts in Griechenland. Von dem wäre dann auch die öffentliche Hand betroffen – und dann haben wir den Transfer. Das wäre ein Bail-Out, ohne jeden Zweifel.

Ihr Rücktritt hat an der Geldpolitik nicht viel geändert. Im Gegenteil: Anfang September hat die EZB bekannt gegeben, unbegrenzt Anleihen europäischer Krisenstaaten aufzukaufen. Hat sie überhaupt ein Mandat dafür?

Auffällig ist, dass sowohl Zentralbanker als auch Politiker erklären, dass das, was die EZB jetzt beabsichtigt zu tun, im Rahmen ihres Mandats ist. Sie bleiben aber die Rechtfertigung schuldig, warum das so ist. Es wäre auch sehr schwer zu erklären. Nach meinem Urteil bewegt sich die EZB mit der Entscheidung von Anfang dieses Monats (künftig unbeschränkt Staatsanleihen europäischer Krisenstaaten aufzukaufen, Anm.) außerhalb ihres Mandats.

Und warum passiert es trotzdem?

Die Zentralbank ist enorm unter Druck. Und da spielt das Mandat keine Rolle, denn der Politik ist das Hemd näher als der Rock. Man schiebt die Verantwortung an die Zentralbank und sagt: „Die können das machen, die können Geld drucken“. Dass dadurch die realwirtschaftlichen Probleme nicht gelöst werden, ist klar. Im Gegenteil: Mit dem weltweiten Fluten der Märkte werden Bedingungen geschaffen, die dazu führen können, dass neue Übertreibungen entstehen.

Sie meinen neue Spekulationsblasen durch das viele billige Geld?

Schauen Sie, was die Ankündigungen von Mario Draghi und Ben Bernanke bewirkt haben (unbeschränkter Ankauf von Staatsschulden bzw. Anleihenkäufe durch die Fed, Anm.): Die Aktienkurse sind weltweit um acht Prozent gestiegen. Ist das gerechtfertigt durch die weltwirtschaftlichen Fundamentaldaten?

Kann die EZB denn je wieder auf den „richtigen Weg“ zurückkehren?

Gemeinsam mit anderen Zentralbanken flutet die EZB heute die Märkte, sodass nicht nur die Frage ist, wie die EZB das Geld wieder zurücknehmen kann. Sondern wie wir die vorhandene Überschussliquidität global wieder absorbieren können. Das geht nicht auf Knopfdruck. Wenn es zu einer Stabilisierung der Weltwirtschaft kommt, ist das Potenzial für Inflation enorm gewachsen.

Viele Ökonomen fürchten aber eine Deflation.

Vor allem jene, die den Druck auf die EZB erhöhen wollen, damit diese die Märkte weiter mit billigen Geld flutet. Die Zentralbanken sind in unserer fragilen „Fiat money“-Geldordnung (Papiergeldsystem, Anm.) aber der einzige Anker für Preisstabilität. Die EZB erklärt per Dekret: dies ist Geld. Die Glaubwürdigkeit dieses Geldes hängt von einer Institution ab: der Zentralbank. Deshalb darf sie nicht weiter überfordert werden.

Auch die EZB behauptet, dass Inflationsängste völlig unbegründet sind.

Die EZB sagt ja auch, dass der Ankauf von Staatsanleihen wieder „sterilisiert“ werden könne. Also, dass das frische Geld dem Markt an einer anderen Stelle entzogen wird. Ob das gelingt, ist eine andere Frage. Ich kann nicht einfach an den Markt gehen und sagen, nächsten Dienstag wollen wir 80 Milliarden Euro aus dem Markt ziehen. Da müssen auch die Marktteilnehmer mitspielen. Wenn sie aber die Liquidität lieber horten, bleibt sie bei den Banken.

Solange das Geld zwischen Banken und EZB zirkuliert, gibt es ja nicht wirklich ein Problem. 

Richtig, dann geht die Liquidität nicht in den Wirtschaftskreislauf. Inflation kann sich aber auch über veränderte Inflationserwartungen entwickeln. Die Frage ist also, was erwartet die Öffentlichkeit?

Einer aktuellen Umfrage zufolge fürchtet sich die Bevölkerung in Österreich am meisten vor steigenden Lebenshaltungskosten.

Das ist die Unsicherheit, die eng mit der Frage nach dem Vertrauen in die Zentralbanken verknüpft ist. Mario Draghi hat gesagt, alles zu tun, um den Euro zu retten. Aber es geht hier doch gar nicht um die Rettung des Euro. Wir haben es mit Problemen einzelner Länder zu tun. Und sollte ein Land ausscheiden, ist das nicht das Ende des Euro.

War den Entscheidungsträgern bei der Euro-Einführung denn nicht klar, dass einige Mitgliedsländer auch in Staatsbankrott gehen könnten?

Doch, aber es gab die implizite Annahme, dass dies nicht geschehen wird. Weil man nur Länder in die Währungsunion aufnehmen wollte, die sich dafür qualifiziert haben. Mit einer verantwortungsvollen Politik, die nachgewiesen hat, dass das jeweilige Land nicht in finanzielle Schwierigkeiten kommen wird. Aber wir sind – ich kann das ja sagen – mit zu vielen Ländern in diese Währungsunion gegangen.

War man zu naiv, oder hat man von den Mitgliedern zu viel gefordert?

Die europäischen Finanzminister trafen sich am 31. Dezember 1998, um den Start des Euro zu feiern. Am 1. Jänner 1999 gingen sie nach Hause und führten dieselbe Politik weiter, als hätte sich nichts geändert. Es hatte sich aber etwas geändert: Es gab plötzlich eine Institution in Frankfurt, die sich um die Währung kümmerte. Und damit war klar, dass schlechte Haushaltspolitik nicht mehr über die Abwertung der nationalen Währung zu korrigieren ist.

Wird die Währungsunion an diesem Missverständnis zerbrechen?

Also diese Panik, dass die Währungsunion zerbrechen könnte, ist absoluter Unsinn. Die Regierungen haben erkannt, dass ihnen die Wiederherstellung der Haushaltsdisziplin niemand abnehmen kann. Die Märkte achten viel stärker darauf, ob Staaten in fünf Jahren ihre Schulden noch bedienen können. Für Länder, die unsolide wirtschaften, wird es dementsprechend teurer. Zur Konsolidierung gibt es also keine Alternative. Und der Weg führt nur über strukturelle Reformen. Das ist schmerzhaft, muss aber sein.

Genau das wird von zahlreichen Politikern und Ökonomen bezweifelt. Sie sagen, mit dem Sparen werde das schwache Wachstum ganz abgewürgt.

Aber es wird doch nirgendwo gespart! Das ist eine semantische Irreführung. Die Nettoneuverschuldung steigt. Schwächer als vorher, aber sie steigt.

Ist die Währungsunion in ihrer angedachten Form bereits gescheitert?

Es kommt aber drauf an, was Sie darunter verstehen. In ihrer ursprünglichen Form ist die Währungsunion nie umgesetzt worden. Ist ein Konzept gescheitert, wenn es nie umgesetzt wird? Sind die Maastricht-Kriterien gescheitert, wenn sie nie eingehalten werden?

Man könnte das Scheitern auch daran festmachen, dass die Bevölkerung nicht jenen Euro bekommen hat, den man ihr versprochen hat.

Also Entschuldigung: Der Euro, den man der Bevölkerung versprochen hat, ist doch erreicht worden. Eine Inflationsrate in den ersten zehn Jahren mit etwa zwei Prozent, das kann sich doch sehen lassen. Und das waren nicht nur Schönwetterperioden. Zudem sind alle Schocks gut aufgefangen worden.

Aber?

Aber ich mache eine Zäsur im Jahr 2010: Bis dahin ist alles gut gelaufen. Dann hat die EZB begonnen, sich in eine neue Rolle zu begeben – in Panik zu verfallen. Sie hat dem Druck von außen nachgegeben. Insbesondere jenen, die gesagt haben: „Ihr Europäer, ihr müsst über dieses zweite Maiwochenende 2010 eine Entscheidung treffen und viel Geld in die Hand nehmen“ (um Griechenland mit „einmaligen“ Finanzhilfen vor der Pleite zu retten, Anm.). Und das hat jetzt Schule gemacht.

Mit „Druck von außen“ meinen Sie jenen aus den USA?

Ich meine den Druck von außerhalb Europas.

Großer Druck wird mittlerweile ja auch innerhalb der EZB ausgeübt. Dort fallen die Beschlüsse neuerdings immer geschlossen gegen Deutschland.

Ich glaube, man darf die Argumente, die von Jens Weidmann (Präsident der Deutschen Bundesbank, Anm.) vorgebracht werden, nicht lächerlich machen. Die Art und Weise, wie seine Position von der Führung der EZB in der Öffentlichkeit kommentiert wurde, hat die Grenze der Fairness überschritten. Hier läuft die EZB Gefahr, wichtige Teile der europäischen Öffentlichkeit nicht Ernst zu nehmen.

Wie lange kann sich denn Deutschland seinen Widerstand noch leisten?

Das Bundesverfassungsgericht hat in einer Textziffer gesagt, dass der Ankauf von Staatspapieren gegen das Verbot der Staatsfinanzierung durch die Notenbank verstößt. Das bringt die Deutsche Bundesbank in einen Konflikt. Das ist eine sehr diffizile Situation.

Wieso? Im Brechen von Recht hat man inzwischen doch eine gewisse Routine entwickelt.

Das wird von vielen Europarechtlern zwar bestritten, aber es gibt eine andere Gruppe von Verfassungsjuristen, die von einem fortgesetzten kollektiven Rechtsbruch sprechen. Und das würde ich als Nichtjurist auch so sehen: Es gibt einen fortgesetzten kollektiven Rechtsbruch.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.09.2012)

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62 Kommentare
 
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Hyperinflation unausweichlich

Stark meint, es führt kein Weg vorbei an Sparprogrammen. Gleichzeitig sehen wir aber, dass schon beim geringsten Versuch zu sparen die Wirtschaft völlig zusammenbricht.

Es ist also klar, dass die Schulden nie reduziert werden, da dies politisch nicht durchsetzbar ist.

Schlussfolgerung: es wird weiter Geld gedruckt werden bis zum unausweichlichen Finale: Hyperinflation -- wer jetzt sein Geld noch nicht in reale Werte getauscht hat sollte sich an einen weisen Spruch erinnern: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben"

Antworten Gast: Bänkster
24.09.2012 10:49
1 0

Hyperinflation- nicht sicher

der Zusammenbruch kann auch deflationär passieren mit folgendem systemischen Default, "globalem" Schuldenschnitt und folgender Währungsreform bzw. einer neuer globalen "Währungsordnung".

BIS DAHIN aber (Zeitrahmen ungewiss) wird "per Dekret" von Notenbanken Geld (aus dem Nichts) in den Markt gepumpt werden - SOLANGE ES GEHT !

Wie lange das noch funktionieren kann, weiß keiner, aber dass es nicht gut gehen wird, ist augenscheinlich und mathematisch unausweichlich.

Wenn es so weit ist, dann hat man besser Nachhaltiges (Grund & Boden, Gold, selbst genutzte Immobilie, noch besser: anonym gekauftes Gold & Silber).

Sparen per Papiergeld bleibt aber bis dahin eine denkbar schlechte Idee, wenn man seine Kaufkraft und Erspartes konservieren will.


Gast: Huihui
23.09.2012 19:16
2 0

Rücktritte sind gut für gesteigerte Wachsamkeit!

Axel Weber, Jürgen Stark sind zurückgetreten. Schade, dass sich Jens Weidmann, der deren Rücktritten folgen wollte, von Angela M. zum Gegenteil hat überreden lassen, weil Politiker solche Niederlagen en masse benötigen, um endlich wenigstens ein Auge aufzubekommen – nach jahrzehntelangem Schlaf.

Es ist gut,

dass Herr Stark nicht mehr Mitglied der EZB ist und hier nur noch seine private Meinung äussert. Die deutschen Stabilitätsfalken verstehen offensichtlich nicht, dass es auch um soziale Aspekte geht und nicht nur um das Geld der Vermögenden. Eine überproportionale Inflation ist für eine immer grösser werdende Schicht seit Jahren Realität: Die Inflation findet in Form der sinkenden Einkommen statt, für Menschen in dieser Situation hat sich das Leben schon lange unleistbar verteuert. Würden wir Herrn Stark folgen, wird es noch signifikat mehr Niedriglohnempfänger und Armut geben, nur Leute wie Eben Herr Stark sichern sich so ihren Lebensstandard.


Antworten Gast: Reflector
22.09.2012 22:47
1 0

Re: Es ist gut,

Unglaublich, dass man so viel Widersprüchliches in einen einzigen Kommentar abgeben kann.

Gast: so ist das also
22.09.2012 18:21
1 0

"Die EZB erklärt per Dekret: dies ist Geld."

"Die Zentralbanken sind in unserer fragilen „Fiat money“-Geldordnung (Papiergeldsystem, Anm.) aber der einzige Anker für Preisstabilität. Die EZB erklärt per Dekret: dies ist Geld. Die Glaubwürdigkeit dieses Geldes hängt von einer Institution ab: der Zentralbank."

- dann macht die EZB die Gesetze und sagt, was gesetzliches Geld ist und was nicht?
Dachte bis jetzt, dass dies die demokratisch gewählte Gesetzgebung macht.

Aber naja. Der EZB-Chefvolkswirt wird schon wissen, wie es wirklich läuft..

Gast: EFF EFF
22.09.2012 16:59
0 0

Kunstpreise für Kunstprodukte

Die EZB könnte auch direkt gratis Chips für verarmte doch priveligierte Spielsüchtige im Börsenkasino ausgeben.
Wie Herr Stark dem Leser einen fiktiven Goldpreis schmackhaft machen möchte, beweist den Banker in ihm. Überbewertetes Gold ist genauso wertlos wie Papiergeld.
Wenn die Finanzwelt sich wirklich ein seriöses Image zulegen möchte, wie in den letzten Wochen vielfach publiziert, müssen Banker damit aufhören Luftnummern als handfeste Ware zu verkaufen.

Antworten Gast: Bänkster
24.09.2012 10:27
0 0

zum Schmunzeln Ihr Beitrag, denn

Stark hat in keinem Satz "GOLD" erwähnt.

Falls Sie Ihre Bemerkung auf diesen Satz von Stark...

"....Die Zentralbanken sind in unserer fragilen „Fiat money“-Geldordnung (Papiergeldsystem, Anm.) aber der einzige Anker für Preisstabilität. Die EZB erklärt per Dekret: dies ist Geld."

... beziehen, dann ist es IHRE Interpretation, dass dies für Gold spricht ;))

PS: Gold ist niemals "genauso" wie Papiergeld. Gold braucht keinen Politiker und keinen Notenbänker und keinen Bänker, um werthaltig zu sein und zu bleiben. Gold hatte über 3000 Jahre immer einen (wechselnden) wert, wurde aber noch nie wertlos.

Hunderte, wenn nicht tausende Papier- und andere Kunstwährungen (geschaffen von Politikern "per Dekret") sind unterdessen untergegangen - und alle anderen noch lebenden Papierwährungen wurden seit ihrer Schaffung massiv entwertet.

Ich würde ja gerne wieder an unsere Währung glauben, aber bei diesen Politikern, Notenbänkern und Bänkstern, die dieses Finanzmonster geschaffen haben, welches langsam und zunehmend dem Mittelstand per Inflation die Kaufkraft stiehlt - und das bei einem bis auf weiteres stagnieredendem wirtschaftlichem Umfeld... neee

bis auf weiteres bleibe ich und spare weiterhin in Gold. Sobald ich überschüssige Euros habe, werden diese nicht für 0,5 bis max 2 % bei einer Zockerbank gespart sondern in die beste Währung der Welt getauscht: Gold.

"Räuberbande"

Der eigentliche Skandal ist, dass der permanente Rechtsbruch durch den Bundesgerichtshof in Karlsruhe auch noch "Im Namen des Volkes" gedeckt wird! Dazu der heutige Kommentar bei Unterberger:
http://www.andreas-unterberger.at/2012/09/im-namen-des-volkes-karlsruhe-hat-die-esm-klagen-abgewiesen/

Auf den Tag genau vor einem Jahr hat Benedikt XVI. in seiner Rede vor dem Deutschen Bundesstag ausgeführt: "Dem Recht zu dienen und der Herrschafts des Unrechts zu wehren bleibt die grundlegende Aufgabe des Politikers: „Nimm das Recht weg – was ist dann der Staat noch anderes als eine große Räuberbande. Wir Deutsche wissen es aus eigener Erfahrung..., wir haben erlebt, daß Macht von Recht getrennt wurde und daß der Staat zum Instrument der Rechtszerstörung wurde – zu einer sehr gut organisierten Räuberbande, die die ganze Welt bedrohen und an den Rand des Abgrunds treiben konnte“.

Jetzt mutierte die ganze EU zu einer Räuberbande, ohne Verfassung, ohne Recht, gedeckt von Höchstgerichten, Regierungen und parlamentarischen Mehrheiten!

Antworten Gast: DER ADVOKAT
22.09.2012 18:42
1 1

Re: "Räuberbande"

Darauf, den Andreas UNTERBERGER als Fach- Kompetenz in Sachen NATIONALÖKONOMIE zu zitieren, sollten Sie nach meiner Meinung doch besser verzichten,weil:
1.Der Mann bis heute ein unbelehrbarer NEO-CON ist, obwohl der Neo-Konservatismus aus der Ära des G.W.BUSH kreiert von den Richard PERLES und WOLFOWITZEN längst abgetan und erledigt ist!
2.Und, weil Unterberger maßgeblich am kontinuierlichen Niedergang der PRESSE beteiligt war, und,
3.Weil der Mann obwohl parteilich protegiert nicht einmal in der Lage war das Regierungsorgan die Wr.ZEITUNG kommerziel erfolgreich zu führen, und ergo dessen auch dort gefeuert worden ist!!
FAZIT: Der ist als fachlich kompetenter Mann und Vorzeige-Beispiel-GÄNZLICH UNGEEIGNET, außer in einem Spott-Gesang!

Re: Re: "Räuberbande"

Verehrter Advokat!
Sie haben den Link wohl nicht aufgemacht? Unterberger wurde nicht zitiert!

Antworten Gast: EFF EFF
22.09.2012 16:43
0 1

Re: "Räuberbande"

Wenn der Papst per se seine Schäflein als Räuber cancelt, kann er mir gerne gestohlen bleiben.

Und wer klagt beim EuGH?....


....Niemand!!!

Weil in dieser EU Rechtsbruch systemimmanent ist.

Gast: Analyst 829
22.09.2012 14:16
0 0

Einem Foul ohne Schiedrichter muss ein Gegenfoul folgen sonst wird es unfair!

Es ist ja alles gut und schön was Stark von sich gibt. Natürlich passt die momentane Art der Geldschöpfung nicht wirklich zu den Statuten der EZB, wo eigentlich ein Euro die Zentralbank nur verlassen dürfte, wenn zwei Euro dafür an Sicherheit hereinkommen plus 9 % Bankensicherheit für Kursschwankungen plus 1 % Sicherheit der nationalen Notenbank.

Aber es gibt eben keinen Schiedrichter am globalen Währungsmarkt. Wenn die (noch immer) größte Reservewährung der Welt, $, einfach gegen Staatsanleihen 1 : 1 ausgegeben wird, dann wird eben Spanien, das viel höhere Zinsen zahlen musste, da es sich am echten Markt refinanziern musste, aus dem boomenden südamerikanschen Markt über den Zinssatz künstlich hinausgedrängt.

Da darf meiner Meinung nach die EZB zum Gegenfoul greifen und ebenso spanische Staatsanleihen kaufen und dabei auch noch ein kräftiges Körberlgeld einfahren.

Nur aber um Reformen hinauszuzögern, wie im Fall von Italien oder der meiner Meinung nach tickenden Zeitbombe Frankreich, das auf viel zu großem Fuß lebt, sollte die EZB keine Anleihen kaufen.

Einfach aber zuzusehen wie Spanien über eine fragwürdige Geldpolitik der Fed via unfair niedriger US-Zinsen dank US-Staatsanleihenkauf durch die Fed verdrängt wird, könnte niemals als Erfolg kluger Geldpoltik der Eurozone gefeiert werden.

Die EZB hat Reserven und die Reserven sollte man auch nutzen, wenn man sie braucht; nur müssen diese SINNVOLL genutzt werden und nicht um in Frankreich und Italien Reformen zu vermeiden.

Es gibt keinen europäischen Konsens über die Finanz- und Wirtschaftspolitik und daher auch keine wirkliche "Europäische Union"!

Nördlich der Alpen ist man mit Hartwährungspolitik reich geworden, während man im Süden nur mit einer Politik, die regelmäßige Währungsabwertungen nötig macht, Wahlen gewinnen kann.

Diese beiden Paradigmen sind unvereinbar, weshalb in der EU immer eine Seite vergewaltigt werden muss: Bei den Maastrichter Verträgen hat Deutschland (als Wortführer der Hartwährungsländer) die Südeuropäer vergewaltigt und jetzt vergewaltigt der Süden mit seiner Mehrheit die Deutschen. Draghis Anleihekäufe zu Zinsen, die weit unter dem Marktniveau liegen, sind ein Schritt in Richtung Abwertung des Euro, was man nicht nur am unerklärlichen Anstieg der Aktienkurse sondern auch am steigenden Goldpreis sieht.
Dieser Zwiespalt kann auf die Dauer nicht gut gehen!

Nur mit "lügen, lügen, lügen" (Juncker) kann die Idee einer gemeinsamen Währung aufrecht erhalten werden, daran beteiligt sich Stark auch heute noch:

Er sagt “dass die Währungsunion zerbrechen könnte, ist absoluter Unsinn“, denn „Für Länder, die unsolide wirtschaften, wird es dementsprechend teurer . . Und der Weg führt nur über strukturelle Reformen.“ Aber "es wird doch nirgendwo gespart!“
Draghis Anleihekäufe haben auch keinen anderen Zweck, als gerade dieses „teurer werden“ wegen fehlenden "strukturellen Reformen“ zu verhindern und diese Staaten davor zu bewahren.

Deswegen ist die Meinung, dass der Euro in dieser Form nicht mehr lange bestehen kann, nicht „Unsinn„, sondern Gewissheit, was Stark wider besseres Wissen bestreitet!

Re: Es gibt keinen europäischen Konsens über die Finanz- und Wirtschaftspolitik und daher auch keine wirkliche "Europäische Union"!

Das Periskop sieht scharf!

Auch Stark gehört zum "System. Logisches zu Ende denken scheint seine Sache nicht zu sein.

Anders sein Kollege vom Fach, Vaclav Klaus, im Wall Street Journal: "The Eurozone has Failed"

Interview :http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704875604575280452365548866.html

Re: Re: Es gibt keinen europäischen Konsens über die Finanz- und Wirtschaftspolitik und daher auch keine wirkliche "Europäische Union"!

Danke für den Link! Die Analyse von Vaclav Klaus ist durchaus schlüssig und überzeugend, und entlarvt die sture, undemokratische EU-Politik, weshalb sie in den Zeitungen der Euroländer wohl nie erscheinen darf!

Ich hoffe aber, dass sich seine Sicht der Euro-Zukunft als nicht richtig erweisen wird. Er glaubt, dass die Euro-Politiker diesen nie fallen lassen werden und hinter dem Rücken ihrer Wähler und hinter verschlossenen Türen eine Zentralisierung Europas diurchführen werden. Das bedeutet aber dauernden Geldtransfer an die bedürftigen Länder auf Kosten von Freiheit, Wachstum und Wohlfahrt in ganz Europa.

Seine Schilderung des Zerfalls der Tschechoslowakei wegen solcher Transferzahlungen deutet darauf hin, dass er einen Zerfall der ganzen EU als wahrscheinlicher ansieht als die einzig vernünftige Lösung, nämlich eine Beschränkung des Euroraumes auf Hartwährungsländer - zu denen sich auch der eine oder andere Osteuropastaat gesellen würde - die früher mit der de facto Einheitswährung D-Mark zu einem Wohlstand gekommen sind, von dem die Südeuropäer nicht einmal träumen können!

Gast: Analyst 829
22.09.2012 13:44
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Keine Angst vor Inflation Schäuble privatisiert Teile der Goldreserven

Angeblich soll bereits am 3. Oktober den Deutschen eine Art Wahlzuckers präsentiert werden. Dabei soll jeder Deutsche einen Gutschein - eigentlich eine Option - für den Kauf einer Unze Gold aus Bundesbeständen um nur 990 Euro bekommen.

Dadurch werden 80 Mrd. Euro eingenommen und gleichzeitig ist die Inflation vom Tisch, da das Geld in den Kassen der Bundesbank landet, die es wiederum an den Staat abgeben muss, der dann weniger neue Staatsanleihen ausgeben wird.

Steigen die Zinsen sinkt nämlich der Goldpreis und da ist es natürlich klug den Menschen eine Art Sondersteuer anzubieten, die sie mit einem kleinen Metallstück aus Gold quittiert bekommen.

Pro Bundesbürger sind das praktisch 1000 Euro und wer nicht kaufen will, der darf die Option auf die Goldunze um 990 weiterverkaufen. So werden gezielt jene besteuert, die viel gepart haben und sowieso nicht Konsumieren aber eine permanente Inflationsgefahr darstellen, denn wenn die doch konsumieren, dann rollt die Inflationswelle und so ist es gut, wenn die Gold konsumieren, das der Bund nicht mehr braucht.

Um Deutschland muss man sich also nicht sorgen, die haben nicht so eine Versagerregierung wie Österreich, die wie Klima Gold dann verkauft, wenn es wirklich keiner haben will und gleichzeitig Dollarbestände behält wo doch eine Studie schon damals gesagt hat, dass 18,5 Mrd. zuviel von dem Zeug gehalten werden, das nur die Fed über die Inflation verdienen lässt und Österreich verlieren lässt.

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Re: Keine Angst vor Inflation Schäuble privatisiert Teile der Goldreserven

Das ganze klingt wie ein Gerücht, das aus dem Internet gekrochen ist. Gibt es dazu eine seriöse Quelle?

Antworten Antworten Gast: Analyst 829
22.09.2012 15:43
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Re: Re: Keine Angst vor Inflation Schäuble privatisiert Teile der Goldreserven

Noch gibt es keine seriösen Quellen, nur Whistleblowerei, aber allein die 80 Mrd. die Stark anspricht, sprechen stark dafür, dass da etwas dran ist. Es wird wohl kein Zufall sein, dass da 80 Mrd. fehlen und dort ein Angebot an die Deutschen kommt, das 80 Mrd. ins Budget bringen soll.

Auch das plötzliche Interesse der deutschen Regierung wo denn überhaupt das Deutsche Gold lagert vor einigen Monaten muss einen Grund gehabt haben.

Es dürfte so zu sein, dass man schon länger die Privatisierung eines Teils der Goldreserven in Deutschland vor hat. Auch für die Ausgabe von 20-Euro-Goldmünzen hat Schäble schon einige Tonnen Gold abziehen lassen. Das dürfte der Testlauf gewesen sein.

Was genau läuft wissen sicher nur wenige und die schweigen bzw. müssen natürlich schweigen.

Passen würde es zu Schäuble auf so kluge Art 80 Mrd. Euro aus den Taschen der Bürger zu ziehen, denn im Grunde wird der Euro nicht destabilisiert, denn es ist für den Euro praktisch egal ob die Eurobenutzer die Sicherheiten haben oder die Bundesbank.

Und Schäuble kann auch dem Zweifler Stark, der sich da mit den 80 Mrd. vielleicht gar verplaudert hat, zeigen, dass er sehr wohl 80 Mrd. auf Knopfdurck besorgen kann.

Weiters droht auch ein Verkauf von US-Goldreserven (zwecks Inflationsbekämpfung) und wenn die USA zuerst verkaufen, dann nimmt Deutschland weniger beim Verkauf ein.

Ruinieren die USA den Goldpreis, dann verliert Deutschland mit seinen hohen Reserven natürlich schlagartig gewaltige Summen.

Im Gegensatz

zu Politikern und anderen "Experten" versucht Hr. Stark hier nicht nur Beurteilungen abzugeben, sondern sie auch logisch zu begründen.

Und diese Logik ist in der bisherigen Entwicklung der Krise auch ziemlich eindeutig erkennbar.

Und genau das dürfte einer der Gründe sein, warum solche Meinungen in den (gekauften) Jubelmedien nie vorkommen. Daher ein Danke an die Presse für dieses Interview.

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Re: Im Gegensatz

nur kommt man in der Wirtschaftswissenschaft mittlerweile mit Logik nicht weiter, da die wirtschaftlichen Entscheidungen psychologischer Natur sind...

Re: Re: da wirtschaftlichen Entscheidungen psychologischer Natur sind ...

Nicht nur. Und sogar bei der Beurteilung von psychologisch beeinflußten Entscheidungen ist Logik auch nicht fehl am Platz.

Das Kernproblem aller "Wirtschaftswissenschaften" ist es aus meiner Sicht sowieso, dass bei praktsich keiner Theorie die Psychologie, zumindest in Form von "logischer Bewertung" ähnlich gelagerter Fälle der Vergangenheit, entsprechend berücksichtigt wird.

Wie formulierte es einmal ein Satiriker? Der Mensch lernt zu wenig Geschichte. Und wenn doch, so zieht er die falschen Schlüsse daraus.

Gast: EFF EFF
22.09.2012 12:20
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Theoretisch funktioniert's, aber das ist auch alles.

"Wenn das Geld bei den Banken bleibt"
"Man kann das Geld woanders wieder abziehen"
"Die EZB schießt mit der Bazooka"

Die EZB verschießt nur unfruchtbare Luftnummern genauso wie die Eurogruppe. Herr Stark spricht von Geld, dass noch nie auch nur ansatzweise seinen Zweck erfüllt hat.

Gast: kakafonie
22.09.2012 11:55
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auch der Völkerschmelztiegel USA mußte sich auf eine gemeinsame Sprache einigen

Die politische Elite will unbedingt die Vereinigten Staaten von Europa, koste es was es wolle.

Nach dem Vorbild der USA müßte sich Europa bald auf eine gemeinsame Sprache einigen, um in den Schulen und Behörden sofort mit der neuen Amtsprache beginnen zu können.
Wie soll Europa zusammenfinden, wenn sie sich nicht verstehen.

Nur für welche Sprache einigt man sich?!

Am einfachsten wäre Englisch. Nur da wird es großen Widerstand geben, weil sich die Kontinentaleuropäer unbedingt von den Angelsachsen abgrenzen wollen.

Bei Deutsch mit der größten Einwohnerzahl hätte "la grande nation" sicher etwas dagegen.

Bleibt Spanisch. Spanisch wird in der Welt (Lateinamerika) neben Englisch und Chinesisch am meisten gesprochen.

Also einigen wir uns auf Spanisch als Europäische Einheitssprache. Oh je, jetzt muss ich Spanisch lernen.




Gast: hd
22.09.2012 07:55
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Der Euro hätte die Kür sein sollen nicht die Pflicht

Das Problem ist, dass es eigentlich vor der Währungsunion eine politische Union geben hätte sollen. Der Euro hätte die Kür nach der Pflicht sein sollen und nicht umgekehrt. Dadurch dass wir keine wirkliche politische Union in Europa haben (zb. Vereinigte Staaten von Europa) sind die europäischen Staaten leichter angreifbar. Die USA und andere werden eher wenig tun, um in dieser Krise, Europa zu unterstützen. Im Gegenteil, dies hilft ihnen von ihren Problemen abzulenken. Ein Innen- bzw. Aussenpolitisch vereinigtes Europa wäre für die Amerikaner mit Sicherheit ein Problem, denn derzeit können sie Druck auf die einzelnen Staaten ausüben, da diese alleine nicht die Macht bzw. die Größe der USA besitzen. Im Endeffekt sollte es möglich sein aus dem Euro auszusteigen. Natürlich sagen dann viele, auch die Finanzministerin, dass dies den österreichischen Steuerzahler direkt treffen werde. Ja und? So trifft es den Steuerzahler indirekt, denn das Fass in Griechenland hat keinen Boden und wir überweisen jedes Quartal Milliarden. Dass der Euro dadurch zerfällt, glaube ich nicht. Die Staaten die wirtschaftlich ähnlich gut dastehen werden übrigbleiben und den Euro weiterführen. Die anderen sollten ihre Landeswährung wieder einführen.

 
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