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Stark: "EZB bewegt sich außerhalb ihres Mandats"

21.09.2012 | 16:03 |  Von Franz Schellhorn und Nikolaus Jilch (Die Presse)

Aus Sicht des früheren EZB-Chefvolkswirts Stark hat die EZB dem Druck von außen nachgegeben. Im "Presse"-Interview ortet er hohes Inflationspotenzial und hält die europäische Debatte über Sparprogramme für eine semantische Irreführung.

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Die Presse: Sie haben vor knapp einem Jahr Ihren Rücktritt aus der EZB-Führung auch damit begründet, die Regierungen im Euroraum wachrütteln zu wollen. Mit diesem Vorhaben dürften Sie gescheitert sein, oder?

Jürgen Stark: Also ich will meine Person nicht überschätzen. Das Signal, das ich mit meinem Rücktritt an die Europäische Zentralbank und die Politik geben wollte, war: Ihr seid auf dem falschen Weg! Innerhalb weniger Stunden wurde eine wichtige Geschäftsgrundlage der Wirtschafts- und Währungsunion einfach auf die Seite geschoben: Die No-Bail-Out-Klausel (die Verpflichtung der Euroländer, keinen Partnerstaat rauszuboxen, Anm.). Jetzt kann man darüber diskutieren, ob Kredite an ein anderes Euroland ein Bail-Out sind. De jure wohl nicht, aber de facto kann es dazu kommen.

Wann wäre das der Fall?

Im Falle eines zweiten Schuldenschnitts in Griechenland. Von dem wäre dann auch die öffentliche Hand betroffen – und dann haben wir den Transfer. Das wäre ein Bail-Out, ohne jeden Zweifel.

Ihr Rücktritt hat an der Geldpolitik nicht viel geändert. Im Gegenteil: Anfang September hat die EZB bekannt gegeben, unbegrenzt Anleihen europäischer Krisenstaaten aufzukaufen. Hat sie überhaupt ein Mandat dafür?

Auffällig ist, dass sowohl Zentralbanker als auch Politiker erklären, dass das, was die EZB jetzt beabsichtigt zu tun, im Rahmen ihres Mandats ist. Sie bleiben aber die Rechtfertigung schuldig, warum das so ist. Es wäre auch sehr schwer zu erklären. Nach meinem Urteil bewegt sich die EZB mit der Entscheidung von Anfang dieses Monats (künftig unbeschränkt Staatsanleihen europäischer Krisenstaaten aufzukaufen, Anm.) außerhalb ihres Mandats.

Und warum passiert es trotzdem?

Die Zentralbank ist enorm unter Druck. Und da spielt das Mandat keine Rolle, denn der Politik ist das Hemd näher als der Rock. Man schiebt die Verantwortung an die Zentralbank und sagt: „Die können das machen, die können Geld drucken“. Dass dadurch die realwirtschaftlichen Probleme nicht gelöst werden, ist klar. Im Gegenteil: Mit dem weltweiten Fluten der Märkte werden Bedingungen geschaffen, die dazu führen können, dass neue Übertreibungen entstehen.

Sie meinen neue Spekulationsblasen durch das viele billige Geld?

Schauen Sie, was die Ankündigungen von Mario Draghi und Ben Bernanke bewirkt haben (unbeschränkter Ankauf von Staatsschulden bzw. Anleihenkäufe durch die Fed, Anm.): Die Aktienkurse sind weltweit um acht Prozent gestiegen. Ist das gerechtfertigt durch die weltwirtschaftlichen Fundamentaldaten?

Kann die EZB denn je wieder auf den „richtigen Weg“ zurückkehren?

Gemeinsam mit anderen Zentralbanken flutet die EZB heute die Märkte, sodass nicht nur die Frage ist, wie die EZB das Geld wieder zurücknehmen kann. Sondern wie wir die vorhandene Überschussliquidität global wieder absorbieren können. Das geht nicht auf Knopfdruck. Wenn es zu einer Stabilisierung der Weltwirtschaft kommt, ist das Potenzial für Inflation enorm gewachsen.

Viele Ökonomen fürchten aber eine Deflation.

Vor allem jene, die den Druck auf die EZB erhöhen wollen, damit diese die Märkte weiter mit billigen Geld flutet. Die Zentralbanken sind in unserer fragilen „Fiat money“-Geldordnung (Papiergeldsystem, Anm.) aber der einzige Anker für Preisstabilität. Die EZB erklärt per Dekret: dies ist Geld. Die Glaubwürdigkeit dieses Geldes hängt von einer Institution ab: der Zentralbank. Deshalb darf sie nicht weiter überfordert werden.

Auch die EZB behauptet, dass Inflationsängste völlig unbegründet sind.

Die EZB sagt ja auch, dass der Ankauf von Staatsanleihen wieder „sterilisiert“ werden könne. Also, dass das frische Geld dem Markt an einer anderen Stelle entzogen wird. Ob das gelingt, ist eine andere Frage. Ich kann nicht einfach an den Markt gehen und sagen, nächsten Dienstag wollen wir 80 Milliarden Euro aus dem Markt ziehen. Da müssen auch die Marktteilnehmer mitspielen. Wenn sie aber die Liquidität lieber horten, bleibt sie bei den Banken.

Solange das Geld zwischen Banken und EZB zirkuliert, gibt es ja nicht wirklich ein Problem. 

Richtig, dann geht die Liquidität nicht in den Wirtschaftskreislauf. Inflation kann sich aber auch über veränderte Inflationserwartungen entwickeln. Die Frage ist also, was erwartet die Öffentlichkeit?

Einer aktuellen Umfrage zufolge fürchtet sich die Bevölkerung in Österreich am meisten vor steigenden Lebenshaltungskosten.

Das ist die Unsicherheit, die eng mit der Frage nach dem Vertrauen in die Zentralbanken verknüpft ist. Mario Draghi hat gesagt, alles zu tun, um den Euro zu retten. Aber es geht hier doch gar nicht um die Rettung des Euro. Wir haben es mit Problemen einzelner Länder zu tun. Und sollte ein Land ausscheiden, ist das nicht das Ende des Euro.

War den Entscheidungsträgern bei der Euro-Einführung denn nicht klar, dass einige Mitgliedsländer auch in Staatsbankrott gehen könnten?

Doch, aber es gab die implizite Annahme, dass dies nicht geschehen wird. Weil man nur Länder in die Währungsunion aufnehmen wollte, die sich dafür qualifiziert haben. Mit einer verantwortungsvollen Politik, die nachgewiesen hat, dass das jeweilige Land nicht in finanzielle Schwierigkeiten kommen wird. Aber wir sind – ich kann das ja sagen – mit zu vielen Ländern in diese Währungsunion gegangen.

War man zu naiv, oder hat man von den Mitgliedern zu viel gefordert?

Die europäischen Finanzminister trafen sich am 31. Dezember 1998, um den Start des Euro zu feiern. Am 1. Jänner 1999 gingen sie nach Hause und führten dieselbe Politik weiter, als hätte sich nichts geändert. Es hatte sich aber etwas geändert: Es gab plötzlich eine Institution in Frankfurt, die sich um die Währung kümmerte. Und damit war klar, dass schlechte Haushaltspolitik nicht mehr über die Abwertung der nationalen Währung zu korrigieren ist.

Wird die Währungsunion an diesem Missverständnis zerbrechen?

Also diese Panik, dass die Währungsunion zerbrechen könnte, ist absoluter Unsinn. Die Regierungen haben erkannt, dass ihnen die Wiederherstellung der Haushaltsdisziplin niemand abnehmen kann. Die Märkte achten viel stärker darauf, ob Staaten in fünf Jahren ihre Schulden noch bedienen können. Für Länder, die unsolide wirtschaften, wird es dementsprechend teurer. Zur Konsolidierung gibt es also keine Alternative. Und der Weg führt nur über strukturelle Reformen. Das ist schmerzhaft, muss aber sein.

Genau das wird von zahlreichen Politikern und Ökonomen bezweifelt. Sie sagen, mit dem Sparen werde das schwache Wachstum ganz abgewürgt.

Aber es wird doch nirgendwo gespart! Das ist eine semantische Irreführung. Die Nettoneuverschuldung steigt. Schwächer als vorher, aber sie steigt.

Ist die Währungsunion in ihrer angedachten Form bereits gescheitert?

Es kommt aber drauf an, was Sie darunter verstehen. In ihrer ursprünglichen Form ist die Währungsunion nie umgesetzt worden. Ist ein Konzept gescheitert, wenn es nie umgesetzt wird? Sind die Maastricht-Kriterien gescheitert, wenn sie nie eingehalten werden?

Man könnte das Scheitern auch daran festmachen, dass die Bevölkerung nicht jenen Euro bekommen hat, den man ihr versprochen hat.

Also Entschuldigung: Der Euro, den man der Bevölkerung versprochen hat, ist doch erreicht worden. Eine Inflationsrate in den ersten zehn Jahren mit etwa zwei Prozent, das kann sich doch sehen lassen. Und das waren nicht nur Schönwetterperioden. Zudem sind alle Schocks gut aufgefangen worden.

Aber?

Aber ich mache eine Zäsur im Jahr 2010: Bis dahin ist alles gut gelaufen. Dann hat die EZB begonnen, sich in eine neue Rolle zu begeben – in Panik zu verfallen. Sie hat dem Druck von außen nachgegeben. Insbesondere jenen, die gesagt haben: „Ihr Europäer, ihr müsst über dieses zweite Maiwochenende 2010 eine Entscheidung treffen und viel Geld in die Hand nehmen“ (um Griechenland mit „einmaligen“ Finanzhilfen vor der Pleite zu retten, Anm.). Und das hat jetzt Schule gemacht.

Mit „Druck von außen“ meinen Sie jenen aus den USA?

Ich meine den Druck von außerhalb Europas.

Großer Druck wird mittlerweile ja auch innerhalb der EZB ausgeübt. Dort fallen die Beschlüsse neuerdings immer geschlossen gegen Deutschland.

Ich glaube, man darf die Argumente, die von Jens Weidmann (Präsident der Deutschen Bundesbank, Anm.) vorgebracht werden, nicht lächerlich machen. Die Art und Weise, wie seine Position von der Führung der EZB in der Öffentlichkeit kommentiert wurde, hat die Grenze der Fairness überschritten. Hier läuft die EZB Gefahr, wichtige Teile der europäischen Öffentlichkeit nicht Ernst zu nehmen.

Wie lange kann sich denn Deutschland seinen Widerstand noch leisten?

Das Bundesverfassungsgericht hat in einer Textziffer gesagt, dass der Ankauf von Staatspapieren gegen das Verbot der Staatsfinanzierung durch die Notenbank verstößt. Das bringt die Deutsche Bundesbank in einen Konflikt. Das ist eine sehr diffizile Situation.

Wieso? Im Brechen von Recht hat man inzwischen doch eine gewisse Routine entwickelt.

Das wird von vielen Europarechtlern zwar bestritten, aber es gibt eine andere Gruppe von Verfassungsjuristen, die von einem fortgesetzten kollektiven Rechtsbruch sprechen. Und das würde ich als Nichtjurist auch so sehen: Es gibt einen fortgesetzten kollektiven Rechtsbruch.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.09.2012)

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62 Kommentare
 
1 2
Gast: hd
22.09.2012 07:55
2 0

Der Euro hätte die Kür sein sollen nicht die Pflicht

Das Problem ist, dass es eigentlich vor der Währungsunion eine politische Union geben hätte sollen. Der Euro hätte die Kür nach der Pflicht sein sollen und nicht umgekehrt. Dadurch dass wir keine wirkliche politische Union in Europa haben (zb. Vereinigte Staaten von Europa) sind die europäischen Staaten leichter angreifbar. Die USA und andere werden eher wenig tun, um in dieser Krise, Europa zu unterstützen. Im Gegenteil, dies hilft ihnen von ihren Problemen abzulenken. Ein Innen- bzw. Aussenpolitisch vereinigtes Europa wäre für die Amerikaner mit Sicherheit ein Problem, denn derzeit können sie Druck auf die einzelnen Staaten ausüben, da diese alleine nicht die Macht bzw. die Größe der USA besitzen. Im Endeffekt sollte es möglich sein aus dem Euro auszusteigen. Natürlich sagen dann viele, auch die Finanzministerin, dass dies den österreichischen Steuerzahler direkt treffen werde. Ja und? So trifft es den Steuerzahler indirekt, denn das Fass in Griechenland hat keinen Boden und wir überweisen jedes Quartal Milliarden. Dass der Euro dadurch zerfällt, glaube ich nicht. Die Staaten die wirtschaftlich ähnlich gut dastehen werden übrigbleiben und den Euro weiterführen. Die anderen sollten ihre Landeswährung wieder einführen.

würde diePresse für jeden eu-untergangsartikel

der letzten jahre nur 10 euro erhalten, dann wäre ihre bilanz nicht tiefrot sondern herzeigbar!

was ein unterberger begonnen hat, woran sich ein fleischhacker versucht hat, das wird jetzt vom letzten verbliebenen musketier schellhorn fortgesetzt und zu ende geführt: wie bringe ich diePresse um?!?

Antworten Gast: DER ADVOKAT
22.09.2012 10:12
0 1

Re: würde diePresse für jeden eu-untergangsartikel

Dem ID-Oberst Falaffel-ist nichts hinzuzufügen, außer der Name eines Buchtitels aus 1986, von Neal POSTMAN:
"We amusing ourselves to death"!
Ich dachte immer dass es sich selbst bis in die PRESSE-Redaktion herumgesprochen hat, der Neo-Conismus eines Richard PERLE und WOLFOWITZ längst abgetan ist und am Boden liegt!
Und last but not least müßte die aktuelle wirtschaftliche Situation den PRESSE-Redakteuren doch zu denken geben!!
Seit fast 2 Jahrzehnten liegt-DAS GROSSE FORMAT im Sauerstoffzelt der Presseförderung und die Bilanzergebnisse sind-TIEF ROT!!
Obsessive Realitätsverweigerung heißt das unter kompetenten Fachleuten!!


Re: Re: würde diePresse für jeden eu-untergangsartikel

Danke.
Jetzt bin ich beruhigt.
Ich dachte, der Hr. Volkswirt Stark könnte recht haben. Aber Ihre Argumentation ist da natürlich schon viel besser.

8 0

Druck von außen

Na ja, mag ja schon stimmen, den stärksten Druck aber haben sie als Trojanisches Pferd bekommen. Draghi als unkomplizierter Schwachmatiker, der anscheinend bedenkenlos und auf Knopfdruck das umsetzt, was er vorgesetzt bekommt.

Antworten Gast: Chrematistikus
22.09.2012 14:32
0 0

Re: Druck von außen


Ob Draghi wirklich solch ein Schwachmatiker ist möchte ich bezweifeln.

Hinter diesem Mann steht Goldmann-Sachs und die haben sich gegen die Deutsche Bundesbank durchgesetzt.

Solidarische Umschuldung - heißt die Lösung!

"Gemeinsam mit anderen Zentralbanken flutet die EZB heute die Märkte, sodass nicht nur die Frage ist, wie die EZB das Geld wieder zurücknehmen kann. "

Es geht auch anders!

Durch eine solidarische Umschuldung wird weder das Eigenkapital der Bürger noch Steuergeld aufs Spiel gesetzt. Ebenso bleibt die im Umlauf befindliche Geldmenge gleich!

Im Zuge einer solidarischen Umschuldung werden die bestehenden Schulden eines Staates auf die Bürger umgelegt. Damit wird erreicht:

1. die Staatsfinanzen von den Märkten zu entkoppeln,
2. die Zinsen der Staatsverschuldung den Bürgern – also der Realwirtschaft – zukommen zu lassen (und nicht wie bisher der Finanzwirtschaft),
3. die Spekulation mit Staatsfinanzen zu beenden und damit
4. Staaten von Ratingagenturen unabhängig zu machen,
5. das globale Gewirr der Staatsverschuldung zu entflechten und damit
6. einen Schuldenschnitt in beliebiger Höhe möglich zu machen!

http://oekonetik.info/umschuldung
http://oekonetik.info/schuldenfreiheit


Re: Solidarische Umschuldung - heißt die Lösung!

Wenn der Staat noch länger seine Schulden auf mich (den Bürger) umlegt, dann werde ich bald vors Parlament ziehen, und dort auch etwas umlegen - und zwar so viele wie möglich!

Re: Solidarische Umschuldung - heißt die Lösung!

1. die Staatsfinanzen von den Märkten zu entkoppeln

=> das ist schon lange geschehen, weil die zentralbanken die staatsanleihen kaufen und damit geld drucken und das zinsniveau (das normalerweise das risiko widerspiegelt) auf ein kuenstlich niedriges niveau gedrueckt. das hat mit "markt" gar nichts mehr zu tun sondern ist reiner interventionismus & monetaere inflation

2. die Zinsen der Staatsverschuldung den Bürgern – also der Realwirtschaft – zukommen zu lassen (und nicht wie bisher der Finanzwirtschaft)

=> zinsen kommen niemals dem buerger zugute, ausser der buerger kauft selbst anleihen, weil jeder euro zins nicht mehr fuer andere ausgaben verwendet werden kann.die loesung? ausgeglichen budgetieren & keine schulden machen.

3. 4. und 5.: ein staat der ausgeglichen wirtschaftet ist a) unabhaengig von ratingagenturen und b) unabhaengig von spekulanten. gewirr der staatsverschuldung entflechten? hoert sich kryptisch an ...

6. einen Schuldenschnitt in beliebiger Höhe möglich zu machen!

=> das nennt man waehrungsreform und enteignung der kaufkraft des gesamten volks - genau darauf steuern wir zu.

Sie haben das Konzept nicht gelesen nur den Kommentar

ad 1 Notenbanken brechen die Gesetze wenn sie unbegrenzt Staatsanleihen kaufen. Dies ist ein Grundsatz der Geldpolitik der einfach aufgegeben wird zu Gunsten der Banken und erhöht zudem die Geldmenge.

ad 2 zeigt, dass sie das Konzept nicht kennen. Denn es geht gerade darum, dass Bürger Staatsanleihen kaufen.

ad 3, 4, 5 wer stellt hier die Bedingungen -> Banken! Nur wenn ihr das, das und das erfüllt, dann seid ihr unabhängig. Keine gute Lösung für schwächere Staaten

ad 6 Schuldenschnitt in beliebiger Höhe -> wieder haben sie nichts verstanden oder gelesen. Das bedeutet KEINE Währungsreform. Nur eine Umschuldung auf die Bürger mit KREDITEN (nicht Eigenkapital). Die können dann mit dem Staat einen Schuldenschnitt verhandeln.

PS: Nachdem ich ihnen so ausführlich geantwortet habe sollten sie zumindest das Kochrezept für den griechischen Entschuldungssalat lesen:

http://oekonetik.info/griechischersalat

PS: Sie schaden mit ihrer Unkenntnis vielleicht noch unabsichtlich einer guten Alternative :-(

Re: Sie haben das Konzept nicht gelesen nur den Kommentar

habe mir den link durchgelesen - sorry - ausser heisse luft ist da aber absolut ueberhaupt nichts substantielles dahinter

falls es ihnen noch nicht bewusst ist: ein staat kann sich nicht in die prosperitaet drucken, weder durch zentralbank fiat-funny-money noch durch zwangsanleihen die jedem buerger zugeteilt werden

die unkenntnis auf oekonomischer ebene liegt nicht auf meiner seite

Antworten Gast: TI36
22.09.2012 08:17
1 0

Re: Solidarische Umschuldung - heißt die Lösung!

Träumerein fern jeder Realität.

Re: Re: Solidarische Umschuldung - heißt die Lösung!

"fern jeder Realität" müssen gute Lösungen sein. Sonst sind sie zu nahe an der traurigen Realität.

Träumerei... Damit haben Sie recht. Der Traum der Schuldenfreiheit muss wahr werden!

Antworten Antworten Antworten Gast: TI36
22.09.2012 14:22
0 1

Re: Re: Re: Solidarische Umschuldung - heißt die Lösung!

Antworten auf dem Niveau eines Kleinkindes - ich will also muss es so gehen..... poor you.

Re: Re: Re: Re: Solidarische Umschuldung - heißt die Lösung!

"ich will also muss es gehen..."

Nein, es geht darum will ich!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: TI36
22.09.2012 15:49
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Solidarische Umschuldung - heißt die Lösung!

Wie ich schon schrieb - Träumer, ohne Sicht für die Realität.

Antworten Gast: Karsvo
22.09.2012 03:52
1 0

DIE LOBBYISTEN

"Durch eine solidarische Umschuldung wird weder das Eigenkapital der Bürger noch Steuergeld aufs Spiel gesetzt."

Das GEGEiNTEIL ist wahr.

1. Dadurch wird erreicht, daß Gläubiger ihre Forderungen nicht abschreiben müssen indem nachträglich eine gesamtschuldnerische Haftung eingeführt wird. Der kleine Mann soll so für Risiken von Spekulanten bezahlen, die sich ihr Risiko durch hohe Risikoaufschläge bezahlen lassen.
2. Solidarität heißt hier also: Solidarität gegenüber Gläubigern: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren
3. Flasche Behauptungen werden nicht dadurch wahr, daß man sie durch Lobbyisten in Foren ständig wiederholen läßt.


Nein, das Gegenteil vom ihrem GEGEinTEIL ist wahr.

Und ein Schmeichler ist ein Freund, der dir unterlegen ist oder vorgibt, es zu sein. (Aristoteles)

So gesehen kann ich ihnen getrost antworten:
ad 1.
a. "Die Gläubiger"... sind derartig von Gier und Spielsucht besessen, dass man ihnen besser nicht das Spielzeug wegnimmt, wenn man ein Katastrophe (Kriege, etc.) verhindern will.
b. "Gesamtschuldnerische Haftung"... hat der Bürger gegenüber dem Staat (Steuern, Enteignung durch Inflation, etc.) immer!
c. "Der kleine Mann"... zahlt nicht - er nimmt einen Kredit und kassiert und er hat KEIN Risiko.

2.
a. "Solidarität gegenüber Gläubigern" trifft zu - die Gläubiger spielen doch nur ein Spiel (sie brechen die Spielregeln nicht - Rechtsstaat!) Warum sollte man ihnen das Spielgeld wegnehmen. Man müsste eher schon die Regeln ändern.
b. "Verlust sozialisieren" stimmt nicht. Die Verluste werden durch Rettungspakete sozialisiert. Die Umschuldung sozialisiert nur die Zinsgewinne aus der Staatsverschuldung.

3. "Falsche Behauptungen"... diese Behauptung trifft (siehe Punkt 1 und 2) dann wohl auf ihr Posting zu...

PS: Ihre Argumente sind schwach - sie müssen sie noch verbessern. Ich kann ihnen leider nicht dabei helfen, mir fällt nichts gegen eine Umschuldung ein ;-)

Re: Solidarische Umschuldung - heißt die Lösung!

Sie haben es nicht kapiert, all diesen Schmarren bezahlen wir, sonst niemand.

Re: Re: Solidarische Umschuldung - heißt die Lösung!

Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.

Bertolt Brecht

stark weiss was sache ist


Gast: Defender
21.09.2012 20:15
5 0

"EZB bewegt sich außerhalb ihres Mandats"

Na wenn das so ist, unsere Haftung ja hinfällig.
Da schlaf ich gleich noch viel besser.

...

zum Thema 2% Inflationsziel der letzten 10 Jahre innerhalb der Euro Zone.
jedes Land sollte 2% Inflation haben, nicht Griechenland jedes Jahr 3 und Deutschland jedes Jahr 1%. So hat sich in Griechenland die Produktivität verschlechtert(-Export somit zurückgegangen) und die Binnenwirtschaft ( Konsum-über ihre Verhältnisse ) gebessert. In Deutschland umgekehrt.
jedes Land hätte 2% Inflation haben müssen, damit die Wettbewerbsfähigkeit annähernd gleich geblieben wäre
abgesehen davon setzt sich Inflation aus Lohnerhöhung Minus Produktivität zusammen und hat nichts mir Geld Drucken zu tun. das ist ein altes Paradigma. Bester Beweis ist Japan und die U.S.A

Antworten Gast: Bänkster
21.09.2012 23:00
8 0

2 % Inflationsziel

wenn man je nach BELIEBEN, mit hedonistischen Methoden, Gewichtungen und Austauschen von Waren, die offizielle Inflatiosrate berechnet - dann ist es ziemlich leicht leicht zumindest nahe an die 2 % zu kommen.

Die tatsächliche (und nicht nur die "gefühte") Teuerung ist bedeutend höher - der negative Realzins mit dem Spareinlagen entwertet werden, bedeutend negativer.

Nicht umsonst ist es für OttoNormalverbraucher praktisch UNMÖGLICH geworden, ein Haus mt Garten zu erwerben, sofern er nicht Kapital geerbt oder geschenkt bekommt und nicht 40 Jahre als Zinssklave für eine Bank arbeiten möchte....

Re: 2 % Inflationsziel

"... und nicht 40 Jahre als Zinssklave für eine Bank arbeiten möchte.... "

Bei negativen Realzinsen sollte das nicht so dramatisch sein.

Antworten Antworten Antworten Gast: Bänkster
22.09.2012 15:12
0 0

Re: Re: 2 % Inflationsziel

Leider doch, denn du vergißt, dass die Löhne nicht annähernd mit der tatsächlichen Inflation zulegen, nicht einmal mit der schön gerechneten offiziellen Teuerungsrate.

Gast: Absolutismus
21.09.2012 19:02
1 1

Die EU ist eine Monarchie.

Eine Demokratie ist das noch nie gewesen.

Der Geldadel und die Monarchin Merkel verlangen von dritten Stand Steuern. Der erste und zweite Stand (Banken und Konzerne) bekommt Milliardenteure Geschenke.

Gast: uburoi
21.09.2012 18:17
1 1

die kohle wird man natürlich nehmen.

und dann wars wieder niemand.

(*kicher*)

Gast: Bänkster
21.09.2012 16:50
12 1

"Geld per Dekret"

Stark: "...Vor allem jene, die den Druck auf die EZB erhöhen wollen, damit diese die Märkte weiter mit billigen Geld flutet. Die Zentralbanken sind in unserer fragilen „Fiat money“-Geldordnung (Papiergeldsystem, Anm.) aber der einzige Anker für Preisstabilität. Die EZB erklärt per Dekret: dies ist Geld. Die Glaubwürdigkeit dieses Geldes hängt von einer Institution ab: der Zentralbank....."

>> ich habe lieber ECHTES Geld = Gold, dessen Wert mit dem Finden und Fördern (ALL-INNKosten > 1000 USD) das Metal in sich trägt.

Gold braucht KEINE Notenbank und KEINEN Politiker um werthaltig zu sein und zu bleiben.

Ok, Gold bringt keine (0,5 - 2 %) Zinsen (und damit einen negativen Realzins und VERLUST), aber es bringt:

- Anonymität (Schutz vor zukünftiger Vermögensbesteuerung)

- Mobilität

- ist sehr immer gerne genommen (liquide)

- und bringt sein Jahren, in so einem Umfeld, eine Rendite von etwa 10 %.

- macht ausserdem nicht von Bänkstern, Analysten und AG-CEOs abhängig

- und man schläft besser als mit Aktien und ärgert sich nicht über Banken und Mikronullzinsen !

Solange sich die Politik und Notenbankvorgehen ändern - solange bleibe ich und spare ich weiter in Gold und Silber.

Soll doch die Masse weiterhin so "intelligent" sein, ihr Erspartes zu einem negativen Realzins den Bänkstern zu leihen und sich vom Staat besteuern lassen !

Gast: Ökonom, Univ.Doz.
21.09.2012 16:27
9 9

Das wahre Problem sind die völlig liberalisierten Finanzmärke

Dort wird nichts produziert, sondern nur gezockt.
Produktion gibt es nur in der Realwirtschaft und niemals in der Finanzwirtschaft.

Re: Das wahre Problem sind die völlig liberalisierten Finanzmärke

Die Banker sind nur die Gäste, die sich mit dem Freibier volllaufen lassen, dass vom Staat und den Notenbankern ausgeschenkt wird. Die sind nämlich das wahre Problem.

Antworten Gast: Fprester
22.09.2012 11:09
0 0

Re: Das wahre Problem sind die völlig liberalisierten Finanzmärke

"Dort wird nicht produziert, sondern nur gezockt". Ich möchte ergänzen: "....und umverteilt, von unten nach oben".

Ich verstehe nicht, weshalb der Erstbeitrag soviele Rotstriche eingefangen hat. Die Aussage entspricht doch der allgemeinen Erfahrung und Anschauung.

Re: Das wahre Problem sind die völlig liberalisierten Finanzmärke

Nicht nur die Banker , auch die Bürger, die Politiker ihre Stimme gegeben haben, die den Staat immer höher verschuldet haben. Sie tragen Mitschuld.

Antworten Gast: Bänkstern
21.09.2012 17:12
9 5

Re: Das wahre Problem sind die völlig liberalisierten Finanzmärke

die 2 roten Missbilligungen kommen sehr wahrscheinlich von Protagnisten oder Nutzniesern des aktuellen Finanzsystems.

Kein Wunder - wer würde denn seine Lebensweise und die Art wie er von der Allgemeinheit auf Kosten der Allgemeinheit profitiert und parasitiert, negativ besetzen wollen ?

Aber zutreffend ist dennoch: das Finanzswesen wie es sich in den letzten 20 Jahren entwickelt hat, ist zum PARASITIERENDEN KREBSGESCHWÜLST unserer Gesellschaft und der Realwirtschaft geworden.

Der Finanzsektor gehört EINGESTAMPFT. Wenn die Volkswirtschaft ganzer Länder wie USA, Irland, Zypern, Luxemburg etc auf der Finanz"wirtschaft" baut, dann ist der sprichwörtliche Wurm drin !

Aber den Finanzsektor kann man nur einstampfen, wenn auch die Notenbank ihre "GELD aus dem NICHTS" Politik ändert und nicht dauerhaft und zunehmend die Schuldner gegenüber den Gläubigern stark bevorzugt.

Bänkster, Notenbänkster und Politiker, sie alle haben Schuld an dem Monster, welches sie geschaffen haben.

Re: Das wahre Problem sind die völlig liberalisierten Finanzmärke

Im ganzen Dienstleistungssektor wird nichts Handfestes produziert. Dennoch wuerde ich nicht behaupten, dass der tertiaere Sektor ueberfluessig waere.

Re: Re: Das wahre Problem sind die völlig liberalisierten Finanzmärke

Dienstleistung ist ja nicht (nur) mit der finanzindustrie gleichzusetzen! dennoch die realwirtschaft und damit die Industrie ist die Basis fuer gesundes und erfolgreiches wirtschaften! siehe Deutschland, Niederlande, Skandinavien und - ja - auch Österreich! und genau diese ladender könnten einen neuen, harten Euro bilden.

Re: Re: Re: Das wahre Problem sind die völlig liberalisierten Finanzmärke

mit "harten Euro" meinen Sie wohl "nicht ganz so weich Euro". Hart wird nur Gold sein, der Rest der Papierfetzen wird wohl weltweit das Zeitliche segnen.

 
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