22.05.2013 11:15 Merkliste 0

Euroeinführung in Lettland: "Können nicht Albanien Nummer zwei sein"

22.09.2012 | 10:12 |   (DiePresse.com)

Der baltische Staat zweifelt an der der geplanten Euro-Einführung 2014. Knapp zwei Drittel der Letten sind dagegen. Der Regierungschef will die Business-Community befragen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Regierungschef Valdis Dombrovskis hat die für 2014 geplante Einführung des Euro in Lettland in die Waagschale geworfen. Nachdem Anfang September eine Umfrage ergab, dass rund 60 Prozent der Letten gegen eine Einführung des Euro sind, forderte Dombrovskis nun die Wirtschaftstreibenden des baltischen EU-Mitgliedslandes dazu auf, ihre Sichtweise zu der Gemeinschaftswährung zu formulieren.

Auch Finanzminister Andris Vilks sprach beim 18. Treffen des Baltischen Finanzforum am gestrigen Freitag in Riga über die Möglichkeit, die Euro-Pläne des Landes einzufrieren. Er gab allerdings zu bedenken, dass das wirtschaftliche Wohl und Wehe Lettlands eng mit dem Schicksal des Euro verknüpft sei: "Wir können nicht Albanien Nummer zwei sein, indem wir außerhalb der Entscheidungsprozesse bleiben und so tun, als ob sie uns nicht beträfen", zitierte die Nachrichtenagentur LETA den Minister.

Die Regierung in Riga muss Anfang des kommenden Jahres in Brüssel die erforderlichen Schritte setzen, wenn Lettland an seinem bisherigen Euro-Fahrplan, den Beitritt zur Eurozone per 1. Jänner 2014, festhalten will.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

14 Kommentare
Gast: pardot
27.09.2012 21:33
0 0

Letten denken nicht im Traum daran

Hallo Lettland!

Friert Eure Euro Pläne bis auf weiteres ein. Wartet ab, was passiert.
Jedes Euroland steht vor dem Ruin. Nur Arbeitslose, geschlossene Firmen, Menschen die sich das Leben nehmen müssen, kaputte Familien, totale Jugendarbeitslosigkeit, Angst um Auszahlung der Renten usw. Verlust der Arbeitsstellen, totale Kontrolle, Freiheitsentzug,
Politiker die trotzdem das blaue vom Himmel lügen und über all das Elend hinweg sehn und nur ein Ziel verfolgen...die Europäische Versklavung.!!!!!

Naja, noch ein Land, in das wir unser Geld schicken können wär schon schön.


Dombrovskis zeigt die Spaltung zwischen Volk und Elite

Regierungschef Valdis Dombrovskis handelt fahrlässig, wenn er angesichts der Umfrageergebnisse, die eine mehrheitliche Ablehnung des Euro zeigen, nun Wirtschaftstreibende zur Stellungnahme auffordert.
Der lettische Regierungschef manövriert sich damit vorsätzlich in eine gespaltene Position. Er ist vom Volk zum Regierungschef gewählt worden und verwechselt sein Amt mit dem des Wirtschaftsministers. Diese Zerrissenheit zeigt nur die Führungsschwäche von Dombrovskis. Ein Regierungschef hat dem Volk zu dienen und ist diesem gegenüber verpflichtet!

Gast: hmmmm
22.09.2012 13:03
8 2

Meiner Meinung nach...

...sollten sie an ihrer eigenen Währung festhalten.

Dann wird das Volk weniger geschröpft (über getriebene Inflation und dergleichen), da die Verantwortlichen leichter zu Lokalisieren sind - im Vergleich zu den Manipulatoren einer Gemeinschaftswährung.

Auf Fakten basiert Ihre Meinung jedenfalls nicht, denn Lettland war in den letzten Jahren das Land mit der höchsten Inflation in der gesamten EU.

Die Inflationsraten Lettlands betrugen:

2011: 4,2%
2010: -1,2%
2009: 3,3%
2008: 15,3% (!)
2007: 10,1% (!)
2006: 6,5%
2005: 6,9%
2004: 6,2%

Im Zuge der Wirtschaftskrise stand das Land auch knapp vor dem Bankrott und die Wirtschaftsleistung schrumpfte um 25% in nur 2 Jahren (2008/09).

Gast: keterum kenseo
22.09.2012 11:50
1 2

Bei DEN Preissteigerungen

bekommt man heute um 72, ..€ bei weitem nicht soviel, wie seinerzeit für 100 ATS

0 0

Re: Bei DEN Preissteigerungen ???

€ 72,00 entsprechen ATS 990,74!

Und sie meinen, für € 72,00 erhält man 10 Jahre nach der Einführung des EURO weniger, als damals für ATS 100,00?? Wo leben sie??? Oder was meinen sie mit "seinerzeit"?

Antworten Antworten Gast: keterum kenseo
22.09.2012 19:58
0 0

@lsteve

Wenn sie ihren Kopf ein bisserl schief gehalten hätten - damit ihnen s`Hirn zsammrinnt- hätte ihnen vielleicht gedämmert, dass ich mich um eine Kommastelle vertan haben könnte.

Antworten Gast: ido
22.09.2012 14:34
2 0

Re: Bei DEN Preissteigerungen

Das nennt man Inflation, und der ist der gute alte Schilling auch unterlegen.
Nur weil der Schilling in unseren Köpfen am Stand vom Jahr 2000 eingefroren ist, heißt das nicht, das er in den letzten 12 Jahren nicht massiv an Wert verloren hätte...

4 3

die eigene währung für kleine länder

ist hauptsächlich eine emotionale angelegeneit,v.a. für die älteren.manchmal hätte ich auch gern wieder den schilling.mit 100 schilling hab ich mich um soviel reicher gefühlt als mit 7€.
aber der euro ist trotz aller probleme langfristig die bessere lösung,insbesondere weil den globalen spekulanten noch nicht das handwerk gelegt ist.es sind eiskalte computerprogramme am werk,die nichts mehr "lieben"als kleine,in schwierigkeiten geratene währungen.

Antworten Gast: hmmm
22.09.2012 13:00
0 2

Re: die eigene währung für kleine länder

Der Schilling war nicht so "klein".
Vielleicht ziffern-mäßig, aber kraftmäßig sicher nicht, da der Kurs and die DM gebunden waren.
Die DM war damals die stärkste aller Währungen im heutigen EU-Raum.
Deswegen haben die Franzosen die DM auch die "Atombombe der Deutschen" genannt und auf eine Abschaffung der DM und Einführung des EUR bestanden - aus Angst die Deutschen könnten über ihre Währung praktisch im Alleingang die EU-Wirtschaft manipulieren.

Helmut Kohl, der dieser Forderung damals Nachgegeben hat (nicht ohne die Deutsche Öffentlichkeit brav in den Euro reinzulügen), hat mitlerweile selbst zugegeben, dass er damit gegen die Interessen der Deutschen gehandelt hat.

Zum Nachlesen:
http://diepresse.com/home/wirtschaft/hobbyoekonom/611374/Waehrungsunion_Das-Ende-der-deutschen-Atombombe
" target="_blank">http://diepresse.com/home/wirtschaft/hobbyoekonom/611374/Waehrungsunion_Das-Ende-der-deutschen-Atombombe


Antworten Antworten Gast: ido
22.09.2012 14:41
4 0

Re: Re: die eigene währung für kleine länder

falls du die Artikel, die du zitierst, fertig gelesen hast, weißt du aber auch, das der EUR der deutschen (Auto-)Wirtschaft in die Hände gespielt hat... und nicht nur der deutschen, sonder auch der österreichischen, und der gesamtwirtschaftlichen Situation der EU.

Den Euro verteufeln ist leicht - er bewegt sich in der dynamischen Wirtschaft, und muss uns durch die mageren Jahre helfen, wogegen der Schilling am Ende des Wirtschaftswunder-Jahrzehnts stehengeblieben, und so in unseren Köpfen verblieben ist. Der Vergleich hinkt aber, nur das wollen viele nicht sehen.

Nachsatz im zitierten Artikel - ev. das auch nochmal deinem Posting gegenüberstellen und reflektieren:
"Sollte es der Wunsch Frankreichs gewesen sein, den Euro zu gründen, um die vermeintliche deutsche Dominanz zu brechen, dann ist genau das Gegenteil eingetreten", zitiert der Blogger Ingo Stützle den ehemaligen deutschen Kanzler Gerhard Schröder.

Antworten Antworten Antworten Gast: hmmmm
22.09.2012 15:22
0 1

Re: Re: Re: die eigene währung für kleine länder

Ja, es ist ihnen entgegen ihrer Absicht nicht ganz gelungen Deutschland vom Wirtschaftsthron zu stoßen, trotz Vernichtung der DM.

Worauf ich aber hinaus wollte ist, dass die DM/der Schilling sehr stabile Währungen waren.
Der Euro war nicht notwendig um uns vor ihnen zu "retten", sondern im Gegenteil: die eigentliche Absicht war die deutsche Wirtschaftsmacht zu schwächen.

Die Annahme, dass wir ohne Einführung des Euro unbedingt schlechter dastünden ist deswegen mMn. unbegründet.

Wäre unsere wirtschaftliche Situation besser ohne Euro-Einführung?
Das ist schwer zu sagen, vielleicht, vielleicht nicht.
Jedenfalls aber wäre unsere Währung dann nicht so stark an Interessen aus dem nicht-deutschen Raum, Europa-politische und amerikanische Privatinteressen gebunden wie der Euro es heute ist.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: ido
22.09.2012 16:33
2 0

Re: Re: Re: Re: die eigene währung für kleine länder

Ich glaube auch nicht, das wir ohne Euro (viel) schlechter dastünden, da wir, hätten wir den Schilling behalten, an den Euro gebunden wären, und dadurch fast dieselben Entwicklungen durchgemacht hätten (siehe Schweiz, Schweden, etc.). Ich bin mir allerdings sicher, dass wir nicht besser dastünden, da es dafür einfach keine Indikatoren gibt. Die Wirtschaft profitiert nach wie vor enorm vom Euro(raum), das kann man leicht selbst nachvollziehen, wenn man in einem Unternehmen arbeitet, das im Außenhandel tätig ist.

Deshalb halte ich es auch für falsch von "hineinlügen" zu reden; wie "imax" schon geschrieben hat - der Euro ist sicher die bessere Lösung.

Eurokrise - Die Begriffe

  • Was ist die Eurokrise? Ein Rückblick auf die Ursachen mehr...

    EFSF Der Rettungsschirm und wie er funktioniert mehr...

    Hebel für EFSF Wie man aus sehr viel Geld noch viel mehr Geld macht. mehr ...

    EFSM Der Mechanismus für Finanzstabilisierung und seine Aufgaben mehr...

    ESM Der Europäische Stabilitätsmechanismus soll 2013 den EFSF-Fonds ablösen. mehr ...

    Eurobonds Was gemeinsame EU-Anleihen bezwecken und wie sie funktionieren sollen. mehr ...

    EZB Die EZB ist Hüterin des Euro und soll eine geringe Inflation garantieren. Zumindest bis jetzt. mehr ...

    Waffen der EZB Was die "Bazooka" ist und welche anderen Waffen die Zentralbank hat. mehr ...

    IWF Der IWF ist die Finanzfeuerwehr der Vereinten Nationen und massiv an den Hilfsaktionen in Europa beteiligt. mehr ...

    Ratingagenturen Die wichtigsten Agenturen und deren Bewertungen. mehr ...

    SPIV Das Special Purpose Investment Vehicle soll die Finanzierung in Euroländern erleichtern. mehr ...

    Troika Die Troika ist eine Gruppe von Experten von EZB, IWF und EU-Kommission. mehr ...

    G20 Die 20 größten Wirtschaftsmächte repräsentieren zwei Drittel der Weltbevölkerung. mehr ...

    PSI Beim Private Sector Involvement geht es um die Beteiligung des Privatsektors an der Krisenlösung. mehr ...

    CDS Kreditausfallsversicherungen werden unter anderem dann fällig, wenn ein Land pleite ist. mehr ...

    Sekundärmarkt Der Sekundärmarkt ist der Markt, auf dem die bereits in Umlauf befindlichen Wertpapiere gehandelt werden. mehr ...

    OMT OMT ist die Abkürzung für Outright Monetary Transactions. Dahinter verbirgt sich das von der EZB am 6.September 2012 beschlossene neue Kaufprogramm von Staatsanleihen der Krisenländer. mehr ...