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Monti: "Italien ist kein Problem mehr für EU"

24.09.2012 | 12:04 |   (DiePresse.com)

Seine Regierung habe wichtige strukturelle Reformen und Sparmaßnahmen durchgesetzt, zeigt sich der italienische Regierungschef Monti optimistisch.

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Der italienische Regierungschef Mario Monti zeigt sich über die Entwicklung in seiner krisengeschüttelten Heimat optimistisch. "Italien zählt nicht mehr zu den EU-Ländern, die der Stabilität der Eurozone Probleme machen", versicherte Monti bei einer Pressekonferenz anlässlich der internationalen Konferenz für strukturelle Reformen, die er mit dem Generalsekretär der OECD, Jose Angel Gurria, am Montag in Rom eröffnete. Seine Regierung habe wichtige strukturelle Reformen und Sparmaßnahmen durchgesetzt, versicherte Monti. "Ohne diese Maßnahmen hätten wir unsere Souveränität verloren", erklärte der Premier.

Die Italiener haben laut Monti große Opfer für die Sanierung der Bilanzen geleistet. "Sie haben begriffen, dass die Reformen in ihrem Interesse durchgeführt werden müssen", betonte der Premier. Er appellierte an Unternehmen und Gewerkschaften, sich verstärkt für eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität Italiens zu engagieren.

"Mit mutigen Beschlüssen Hürden bewältigt"

Dank der Maßnahmen zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit werde Italiens Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den nächsten zehn Jahren um vier Prozent wachsen. Laut Monti werde Italiens Wirtschaft im kommenden Jahr die Rezession überwinden. "2013 wird ein Jahr des Wachstums sein. Das BIP wird zwar kein Plus melden, doch die Wirtschaft wird sich wieder in Bewegung setzen", versicherte der Premier.

Gurria lobte die Leistungen der Regierung Monti. "Mit mutigen Beschlüssen hat Italien Hürden bewältigt, die seit langer Zeit das Wachstum des Landes beeinflussten. Die Regierung hat Beschlüsse ohnegleichen ergriffen. Monti ist der richtige Mann am richtigen Ort im richtigen Moment", so der OECD-Generalsekretär.

(APA)

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13 Kommentare
Gast: werbistdu
24.09.2012 21:36
0 0

Alles paletti...

dachte ich es mir doch.
Kein Grund zur Panik, weitermachen in alter Manier.
Über Geld spricht man nicht, das hat man.

drei Tage

nachdem er die Defizitprognosen für Italien 2012/13 drastisch nach oben korrigiert hat, behauptet er auf einmal, alles ist in Ordnung...

Gast: Frontschwein (pic)
24.09.2012 16:47
0 0

Alleine das Bild spricht Bände

Liebe Redaktion, dieser Herr verkauft keine Jubelmeldung und auch nicht Zuversicht.

Gast: noch einer
24.09.2012 16:40
1 0

Welche Problemstellung ?

Italien ist für die EU kein Problem mehr ,
weil schon ein Goldman Sachs Mann an der Spitze ist ?

Oder glaubt jemand
die Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen
sind heute in Italien anders als vor einem Jahr ?

Ich möcht´ kein Mieselmacher sein,

aber es ist halt schon auffällig, dass fast immer nach solchen Aussagen die "Watschn" in Form einer Hiobsbotschaft kommt.

Gast: gast1984
24.09.2012 15:20
1 0

Monti: "Italien ist kein Problem mehr für EU"

Ist es doch so schlimm?

Gast: Hans im Glück
24.09.2012 14:43
1 0

Italien ist kein Problem für die EU.

Die EU ist ein Problem für Italien und für alle anderen.

Gast: chrematistikus
24.09.2012 14:23
1 0

Kriegspfad schon erledigt

Noch vor 2 Monaten meinte der Goldman&Sachs-Mann, dass die Italiener einen harten Kriegspfad vor sich haben.

Freuen wir uns mit den Italienern, dass sie diesen bereits hinter sich haben.

Gast: HB4242
24.09.2012 14:00
2 0

Mal abwarten, wie sich das in 2-3 Monaten anhört ...


Italien zählt nicht mehr zu den EU-Ländern, die der Stabilität der Eurozone Probleme machen

Das heisst also: Keine Ankäufe von IT-Anleihen durch die EZB am Sekundarmarkt, keine Garantieübernahmen für IT oder ital. Banken und natürlich: Kein Rettungsschirm.

Klar. Aber sicher. Und einmal mehr ist man gut beraten, da kein Geld drauf zu wetten...

Re: Italien zählt nicht mehr zu den EU-Ländern, die der Stabilität der Eurozone Probleme machen

Montis Popularität ist innerhalb eines halben Jahres - wie in Italien üblich - drastisch gesunken. Er steckt insofern bereits heute mitten im Wahlkampf. Offensichtlich sind auch Technokraten lediglich "normale Politikermenschen" ;-)

Die Bilanz sieht natürlich absolut ernüchternd aus. Wichtige Reformen stecken im Sumpf italienischer Klientelpolitik fest. Die Arbeitslosigkeit steigt, die Kaufkraft der Italiener ist in weiten Teilen des Landes massiv gesunken. Die Volkswirtschaft wird 2012 um 2,4% schrumpfen, das Haushaltsloch bleibt enorm.

Dass Monti das (potentielle) Wachstum in den nächsten zehn Jahren mit lediglich 4% veranschlagt und dies als Erfolg verkaufen möchte, erklärt einiges. Zu bedenken gilt dabei, dass das BIP über die letzten zehn Jahre hindurch, lediglich (im Schnitt) zwischen 0 bis 0,5 % gewachsen ist.

Wichtige Reformen stecken im Sumpf italienischer Klientelpolitik fest

Ohne das im Detail beurteilen zu können: Ich halte es grundsätzlich für Unsinn, wenn sich ein Staat nach Jahrzehnten der Schuldenpolitik von heute auf morgen "Sparsamkeit" verordnet. Das kann erstmal eigentlich nur auf Kosten öffentlicher Aufträge gehen, was der Wirtschaft wiederum sicher kaum guttut. Kaufkraft sinkt und die Spirale dreht sich.

Eigentlich sind es echte strukturelle Reformen (in IT vielleicht ebenso wie AT der falschverstandene und viel zu teure Föderaismus ?), die anhaltende Entlastung bringen müssten. Wie auch wieder das Beispiel AT zeigt, werden diese Themen recht bewusst ausgeklammert und damit ein Gegensteuern fast unmöglich.

Re: Wichtige Reformen stecken im Sumpf italienischer Klientelpolitik fest

Entschuldigen Sie meine Verspätung. Zu Absatz zwei: Zur Zeit wird in ITA versucht, die föderalen Strukturen etwas "zurechtzustutzen". Kleinere Provinzen sollen verschwinden, bzw. zusammengelegt werden. Man hat gar die Absicht zwei Regionen (Abruzzen und Molise) zusammenzulegen. Es wird demnach schon versucht etwas zu tun. Meist aber bleibt es beim Versuch. Meiner Meinung nach liegen die italienischen Probleme jedoch tiefer: "Echte" Strukturreformen (z. B. Arbeitsmarkt) sind äusserst schwer zu erzielen, die Parteienlandschaft ist vollkommen unübersichtlich und zerstritten, die italienische Mentalität verhindert nachhaltige Lösungen im Gemeininteresse.

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