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S&P: SNB verschärft Ungleichgewichte in der Eurozone

25.09.2012 | 14:22 |   (DiePresse.com)

Die Schweizer Nationalbank kauft im großen Stil Anleihen starker Euroländer. Damit verteile sie das Geld von den Krisenländern in die Kern-Eurozone um.

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Die Schweizer Nationalbank (SNB) kauft nach Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) im ganz großen Stil Anleihen starker Euroländer wie Deutschland, Holland, Finnland oder Österreich. S&P schätzt, dass die SNB von Anfang 2012 bis Juli 2012 auf diesem Wege Regierungsobligationen dieser Länder in Höhe von 80 Milliarden Euro gekauft hat. Dies entspricht knapp der Hälfte des durch Anleihen gedeckten Finanzbedarfs dieser Staaten. Die SNB selbst gibt keine Details darüber bekannt, wie sie ihre Reserven bewirtschaftet.

Die Käufe der SNB tragen nach einer am Dienstag veröffentlichten Analyse "bedeutend" dazu bei, dass die Zinsen für deutsche, französische, niederländische, finnische und österreichische Anleihen sinken. Diese reduzierten sich, gemessen an einem Mehrjahresmittelwert, von 3,04 Prozent im Vorjahr auf 2,15 Prozent im bisherigen Jahresverlauf 2012.

Euro-"Recycling" fördert Ungleichgewichte

Indem die SNB dieses "Recycling" von Euros betreibt, trägt sie laut S&P zu den Ungleichgewichten in der Eurozone bei. Die Zinsen von Ländern mit großen Wirtschafts- und Schuldenproblemen erreichten in den vergangenen Monaten mehrfach kritisch hohe Niveaus, was das Misstrauen der Finanzmärkte widerspiegelt.

Der in den vergangenen Jahren im Zusammenhang mit der Schuldenkrise stark angeschwollene Zufluss von Kapital auf Schweizer Banken stammt demnach zu einem bedeutenden Teil aus Euro-Krisenländern wie Griechenland oder Spanien. Die Schweiz importiere seit 2008 netto Kapital.

Schweiz hat Devisenreserven verdreifacht

Davor war die Schweiz tendenziell eher ein Kapitalexporteur gewesen. Während die Schweizer Banken die Gelder bei der SNB parken, blähen sich die Devisenreserven der Währungshüter wegen der Untergrenze-Politik zum Euro weiter stark auf. Um den Kurs von 1,20 Franken zu halten, musste die SNB mehrfach massiv Euro kaufen.

Zwischen Ende 2009 und Juli 2012 verdreifachten sich durch diese Effekte die Devisenreserven der SNB auf umgerechnet 312 Milliarden Franken (258 Mrd. Euro). Die Bilanz der SNB multiplizierte sich um den Faktor 3,4.

(APA/sda)

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13 Kommentare
Gast: bubbles
25.09.2012 17:49
0 0

die Schweiz kauft täglich 2 Milliarden Euro

Mit diesem Tempo hätten sie Ende nächsten Jahres 1 Billion Euro aufgekauft.

Spätestens wenn sie 3 Billionen Euro gekauft und in Franken gewechselt haben, werden die Grundstücke um den Zürichsee so teuer sein, dass sie ganz Europa damit aufkaufen können.

In Japan 1989 hätte man ja auch nur mit den paar 1000 qm Grund des Kaiserpalastes in Tokio ganz Kalifornien kaufen können.
Ein Libanese hat damals in einem Vorort! von Tokio 4000 qm Grund (Halle mit Teppichlager) für 5 Milliarden Schilling verkauft.
Die Österreicher überlegten damals ihre Botschaft aus der k.u.k. Zeit in Tokio zu verkaufen. Hätten sie es nur getan, unser Schuldenloch wäre kleiner.


Antworten Gast: Halbwissen
25.09.2012 18:54
0 0

Re: die Schweiz kauft täglich 2 Milliarden Euro

Und wer hat die Lagerhalle gekauft und was ist aus ihm geworden ?
Und was wurde aus Japan ?

Antworten Antworten Gast: bubbles
25.09.2012 20:47
0 0

Re: Re: die Schweiz kauft täglich 2 Milliarden Euro

Keine Ahnung wer diese Wahnsinnspreise bezahlte.
Fast alles blieb bei den Banken hängen.
Als die Preise fielen (gut 80%), waren alle japanischen Banken so gut wie Bankrott.
Vorher waren, glaube ich unter den 10 größten Banken der Welt, 8 Japanische.

Was aus Japan geworden ist, ist leicht zu beantworten: 2 verlorene Jahrzehnte.

Gast: Walter999
25.09.2012 17:18
3 1

Umgekehrt wäre es mir lieber!

Wir würden Anleihen von starken EU Ländern kaufen und die Schweiz schickt Mrd. zu den Schuldenländern nach Spanien, Griechenland usw.

Der Euro brachte in ganz Europa Armut, Not, hohe Staatsschulden (an denen unsere Kinder noch zu zahlen haben) Preislawine und Arbeitslosigkeit.

Wir verdienen nichts anderes.
Wir haben JA zur EU gesagt und wählen immer wieder SPÖ+ÖVP damit sie noch mehr Geld nach Brüssel schicken können; statt die Mrd. im eigenen Land zu investieren.

Investitionen im eigenen Land schafft Arbeitsplätze und bringt Wohlstand.

Gast: Schweizer
25.09.2012 16:52
3 0

Wie wir unser Geld anlegenist noch immer unserer Sache.

Und die Ratingagenturen der Amis können uns kreuzweise.

Was ist mit deb 258 Mrd. passiert die von der CH in die EU geflossen sind??

... Das wäre ein schöner ESM gewesen wenn man die Kohle "aufgefangen" hätte.

258 Mrd Euro als Devisenreserve ....

.... und da soll noch mal einer sagen wir wären Wirtschaftlich unterlegen ohne die EU, ... gg ... während dessen kauft die Schweiz halb Europa auf um den Franken zu senken. .... meiaumei ... lustig das "Spiel des Lebens"

Gast: Fprester
25.09.2012 15:29
4 0

Die beste der schlechten Lösungen

Ich meine, dass die SNB noch die beste der schlechten Lösungen anwendet. Sie muss natürlich auch die Möglichkeit eines Euro-Zusammenbruchs in Betracht ziehen. Bei einem Euro-Zusammenbruch kann man davon ausgehen, dass die Anleihen von D, A, NL und Finnland weiterhin bedient werden, selbst wenn der Euro durch einen Nordeuro oder nationale Währungen abgelöst wird. Wie sieht es jedoch bei allen anderen Staaten aus? Dass die SNB hier Verlustminimierung betreibt, kann man ihr nicht vorwerfen.

Gast: trader1
25.09.2012 15:03
2 0

wie wäre es ? :-)

wir führen den schweizer franken als parallelwährung ein :-)

Gast: NocheinParteiloser
25.09.2012 14:55
0 1

Kann die Wirkung so groß sein?

Die SNB hält ja gesamte Devisenreserven von nur 250 Mrd. Euro!

Die gesamten Staatsschulden der Eurozone betragen aber 10.000 Mrd. Euro. Die SNB kann also, bei einer Gesamtbetrachtung, nur einen Anteil von etwa 2,5% haben.

Deutschland hat auch schon gesamte Staatsschulden von 2.000 Mrd. Euro. Würde die SNB nur D Papiere halten, was ja nicht der Fall ist, dann ist der Anteil auch nur bei 12,5%.

Wie kann die kleine Schweiz einen so großen Einfluss auf die mächtige Eurozone haben?

Antworten Gast: Halbwissen
25.09.2012 17:26
0 1

Re: Kann die Wirkung so groß sein?

Wie kann eine kleine Fliege einen Gewichtheber mit 200 kg auf den Schultern zum Zusammenbruch bringen ?

Da alle sowieso die sicheren Anleihen wollen, können schon kleine Käufe große Preissteigerungen bewirken.

Antworten Gast: m1315
25.09.2012 15:17
1 0

Re: Kann die Wirkung so groß sein?

1. Die Frage des Einflusses ist eben nicht die so kleine Schweiz. Wirtschaftlich und finanzpolitisch ist die Schweiz gar nicht so klein wie sie glauben. Zudem AUT hat nur wenige Einwohner mehr, bringt davon aber 1 Million weniger Leute in die Arbeit.

Die schiere Grösse eines Landes täuscht häufig über die Potenz. Wenn ich wählen könnte (rein wirtschaftlich und Staatshaushalt) würde ich lieber die Schweiz besitzen, als z.B. Italien.

Gast: m1315
25.09.2012 14:45
1 0

Gut

China und die Schweiz machen das Gleiche! China kauft die US-Anleihen, die Schweiz diejenigen von AUT, D. NL und Finnland. Nun, AUT in Schweizerhand ist wahrscheinlich besser als in den Händen von Korruptionsexperten in AUT. Am Schluss ist es so; wer hat der befiehlt.

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