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Spaniens Finanzkrise spitzt sich zu

30.09.2012 | 15:42 |   (DiePresse.com)

Spanien droht sein Defizitziel erneut zu verfehlen. Der Grund sind marode Banken. Sie brauchen eine Kapitalspritze von fast 60 Milliarden Euro.

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Die angespannte finanzielle Lage im Euro-Krisenland Spanien wird immer bedrohlicher. Trotz der drastischen Sparpolitik der Madrider Regierung läuft der südeuropäische Staat Gefahr, sein Defizitziel in diesem Jahr erneut zu verfehlen. Auch aufgrund der Notkredite für marode Banken erhöhe sich die Neuverschuldung in diesem Jahr voraussichtlich auf 7,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), gab Finanzminister Cristobal Montoro am Samstag bei der Vorlage des Budgetentwurfs für 2013 im Madrider Parlament bekannt. Spanien hatte sich gegenüber der Europäischen Union (EU) eigentlich dazu verpflichtet, die Neuverschuldung auf 6,3 Prozent zu senken.

Banges warten auf Montag

Nach den Ankündigungen vom Wochenende richten sich bange Blicke auf die Reaktion der Finanzmärkte am Montag. Die Renditen der Staatsanleihen könnten erneut in die Höhe schießen, was den Druck auf die Regierung weiter erhöhen würde. Die für Freitagabend befürchtete Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens auf "Ramsch-Niveau" durch Moody's war zunächst ausgeblieben - es wird jedoch erwartet, dass sich die US-Ratingagentur nun in der neuen Woche zu den Aussichten für Spanien äußert.

Unklar ist weiterhin, ob Spanien wie Griechenland, Irland und Portugal zuvor einen separaten Hilfsantrag für das ganze Land stellt - und nicht nur für den Finanzsektor. Die Zinsen, die Spanien für seine Schulden zahlen muss, verzehren fast ein Viertel des gesamten Budgets für 2013.

In der Nacht auf Sonntag demonstrierten in Madrid erneut Tausende gegen die Sparpolitik der konservativen Regierung. Die Kundgebung war bereits die dritte in fünf Tagen in dem von hoher Arbeitslosigkeit geplagten Land.

Finanzminister Montoro betonte, die Erhöhung des Defizits sei nur buchhalterischer und vorübergehender Natur, denn die Banken müssten die gewährten Hilfen zurückzahlen. Der Minister äußerte Zuversicht, dass die Überschreitung des Defizitziels nicht zur Folge haben werde, dass die EU von Spanien zusätzliche Einsparungen verlangen werde.

Madrid geht bei der Berechnung des Etats für 2013 allerdings von einer relativ optimistischen Wirtschaftsprognose aus. Die Regierung erwartet ein Schrumpfen der Wirtschaftskraft von nur 0,5 Prozent. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prophezeit hingegen einen Einbruch von 1,2 Prozent.

Schuldenberg steigt drastisch

Die Hilfen für die maroden Banken führen dazu, dass der Schuldenberg Spaniens drastisch ansteigt. Nach Angaben des Ministers werden die gesamten staatlichen Schulden von geschätzten 85,3 Prozent des BIP in diesem Jahr auf 90,5 Prozent im Jahr 2013 steigen. Der spanische Staat plant, im kommenden Jahr Anleihen im Umfang von insgesamt 207,2 Milliarden Euro am Markt zu platzieren.

In einem am Freitag vorgelegten Bericht der US-Beratungsgesellschaft Oliver Wyman wird der tatsächliche Kapitalbedarf der maroden Banken auf maximal 59 Milliarden Euro beziffert. Die EU hatte Spanien für die Sanierung der Geldhäuser eine Kredithilfe von bis zu 100 Milliarden Euro zugesagt. Staatssekretär Fernando Jimenez Latorre sagte, Madrid werde davon voraussichtlich 40 Milliarden in Anspruch nehmen. Im Budgetentwurf trug die Regierung eine Summe von 30 Milliarden Euro an "zugesagten, aber noch nicht ausgezahlten Mitteln" ein.

Die im Jahr 2008 geplatzte Immobilienblase hatte mehrere spanische Finanzinstitute in Bedrängnis gebracht. Kredite konnten nicht mehr bedient werden, Banken blieben auf einem Berg von wertlos gewordenen Grundstücken und halbfertigen Gebäuden sitzen. Geplant ist nun eine umfassende Reform, um die Finanzbranche wieder auf neue Füße zu stellen.

(APA/dpa)

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21 Kommentare

spart man wirklich?

wenn ich 2000 euro einkommen habe / monat und 4000 euro ausgebe und danach "spare" und nur mehr 3800 euro ausgebe - habe ich langfristig immer noch ein problem

und wenn einen die "boesten spekulanten" dann hoeher bewerten bezueglich des risikos (= zu zahlender zins), dann ist wieder einmal der "kapitalismus" schuld, der uns den schoenen warmen pseudo-wohlstand auf pump vermiesen will. was muesste man sich doch fuer einen haxen brechen, wenn man wirklich mit den einkuenften jedes monat auskommen muesste (2000 euro).

fazit: in the long run, sind wir alle pleite. ALLE, auch deutschland und oesterreich. und dann gibts wieder action ...

Gast: radius
30.09.2012 22:16
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Die Mafia hat sich in Spanien gesund(gewaschen), pardon gesundgestoßen.

Und wir sollen das bezahlen.

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Problem

jeder zeigt auf die anderen, und macht selber brav weiter Schulden.

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Re: Problem

Wie wahr!
Pero sin España nunca mas la idea de Europa!

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Spanien, ein Hype

Jakobswege
Fußballgötter und Radfahrer
Paradeiser-Kulturen
Sonne ohne Ende
Rettungsschirme


eigentlich darf der Kapitalmarkt nicht großartig reagieren, denn all das hat man sich schon ausrechnen können und war eigentlich seit Juni bekannt.

außerdem sind die 60 milliardchen ja eh schon von der EU genehmigt und warten schon auf Abholung. Das dadurch die Verschuldung steigt ist auch klar und war eigentlich schon eingepreist. reagiert der Markt trotzdem zeigt es nur ein (erneutes?) Marktversagen auf und reagiert Moody's, dann machen sie ihre Aufgabe nicht richtig und man könnte fast schon Marktmanipulation unterstellen (was ich nicht tue;)).

Gast: xom
30.09.2012 18:26
0 0

unbegreiflich!!!

mir ist absolut unbegreiflich wie je ein "ausgeglichenes" budget oder "nachhaltiges" wirtschaften funktionieren soll, wenn jeder interessierte mittlerweile feststellen konnte, dasz das schuldgeldsystem und der zins so etwas ueberhaupt nicht zulassen?!? warum ist das nie ein thema???

Re: unbegreiflich!!!

Wie kommen Sie auf die Idee, dass das Rückzahlen von Schulden bis auf Null nicht möglich sein soll? Oder kennen Sie nur Hausbauer, die ihren Kredit niemals zurückzahlen? Ich nicht.
Der wesentliche Unterschied zum Staat ist übrigens: Als Privatperson ist man selten so frech, sich jenseits seiner anzunehmenden Leistungsfähigkeit zu verschulden.

Re: Re: unbegreiflich!!!

einzelne teilnehmer des system koennen natuerlich schuldenfrei werden, gesamtsystemisch betrachtet gibt es weitaus mehr schulden als vermoegen damit ist die 100%ige schuldenfreiheit aller nicht moeglich, bedingt nur eine mindestreserve von unter 100% (derzeit euro-raum 1%, dollar raum 10%) durch das fraktionelle reservesystem der geschaeftsbanken. damit entsteht ein schuld & schuld-zins-ueberhang gegenueber den vermoegen, die beide exponentiell wachsen, jedoch schulden schneller als vermoegen

ein waehrungskollaps ist unausweichlich

Gast: EFF EFF
30.09.2012 17:41
0 0

Der Staat muss doch irgendwie kaputt zu kriegen sein.

Ja die Banken sitzen auf einem Berg verspekulierter Computer-Spielchips. Gesehen haben die Banker die Immobilien wahrscheinlich eher selten. Abstoßen tun sie den Berg jedoch nicht, so dass der Markt wiederbelebt wäre. Die Preise könnten ja irgendwann auch ohne Marktteilnehmer wieder anziehen, nachdem die Kreditnehmer zwangsvollstreckt lebenslang in Schulden stecken. Das ist so ein typisches, irres Zockerverhalten.

Es sind übrigens die gleichen Kreditnehmer, die ihre Gläubiger über den Umweg der Haushaltskürzungen und Steuererhöhungen retten.

Griechenland, Spanien, Italien, Frankreich....

die Schuldenspirale dreht sich immer schneller. Aber das das kein Problem ist sieht man ja schon an Griechenland, die mit Milliarden überhäuft werden ohne irgendwelche Auflagen erfüllen zu müssen.

Frei nach dem Motto: Was lacostet die Welt, Geld spielt keine Rolex.

Antworten Gast: Halbwissen
30.09.2012 18:21
1 0

Re: Griechenland, Spanien, Italien, Frankreich....

Wieso schreiben Sie nicht weiter sondern machen .... ?

Frankreich, und in welcher Reihenfolge geht es weiter ?
Eigentlich egal, denn es wird ALLE OHNE AUSNAHME erwischen.

Gast: schuldenfürsvolkmrd.fürdiebanken
30.09.2012 17:27
1 0

die sozialisten gefährden durch ihre schulden- und bankerlobbypolitik europas frieden und sozialen wohlstand

Frankreich,spanien, Portugal, Griechenland,Italien- die europäischen völker brechen imer schneller auseinander- in polen wird vom volk gegen den sozialabbau bei den pensionen demonstriert. die deutschen müssen trotz vollerwerb mit hartzIV leben, die alten menschen in deutschland leben großteils in altersarmut mit armutspensionen- trotz 40 jahren arbeit; die schere arm reich wird radikal größer; massenarbeitslosigkeit bei den jungen in europa, keine pensionen mehr, trotz 40 jahren arbeit u.beitragszahlungen, oder altersarmut durch minipensionen. sozialabbau bei den asvg pensionen u.invalidenpensionen auch in österreich durch die SPÖ. wo es verlierer gibt,gibt es auch gewinner.
die reichen u.spekulanten wurden durch die finanzkrise sogar reicher u.mächtiger. die reichen griechen konnten hunderte mrd. in steueroasen verschieben. österreich hat beinahe die welthöchste millionärsdichte. die kapitalvermögenssteuern in Ö. machen lt. medien nur ca.0,5% der steuerleistung aus. abermrd.steuergelder werden weiter in die finanzmärkte u.banken gesteckt(mit dem vorwand landeshilfen) um die verzockten bankenspekulationen zu finanzieren. es werden weiter keine banken u. finanzmärkte reguliert geschweige, zur verantwortung gezogen. die real u.volkswirtschaften werden durch den von den bankern u. finanzeliten erzwungenen spardiktaten weiter geschwächt. sozialabbau- arbeitslosigkeit bei den jungen u.keine pensionen mehr nach 40 jhr. arbeit-der soziale wohlstand des volkes wird abgeschafft.

Gast: gast87
30.09.2012 17:10
2 1

!

Weg vom Zinseszinssystem, dass nur geschaetzte 5% begünstigt, durch eine Umverteilung von unten nach oben.
Schuld=Guthaben=Geld. Exponentielles Wachstum der Schulden=Exponentielles Wachstum der Geldmenge.

Wenn jetzt noch irgendwer das 100ste Mal von zuviel Staat und Regulierung als Ursache der Krise redet, dann hat er das Geldsystem in seinen Grundzügen nicht verstanden(wie anscheinend auch Schellhorn u.a.).

Die Finanzmaerkte, die seit ihrem Steigbügelhalter Reagan ihren Einfluss vergrösserten, besetzen mittlerweile führende Positionen in den USA und Europa. Egal in welchem der Krisenlaender, die übrigens ein weit höheres Gefaelle an Besitz u. Einkommen aufweisen als z.B. bei uns, muss die breite Masse bluten um die Zinsertraege der FI zu bezahlen. Die FI sollte aber Dienstleister für die Realwirtschaft und nicht Herrscher über die Welt sein. Bitte beginnt das zu verstehen, liebe Mitposter. Und kommt mir nicht mit irgendwelchen Kommunismus Keulen, davon halt ich sehr wenig.


Antworten Gast: Halbwissen
30.09.2012 17:55
0 0

Re: !

Schuld ist nicht der Zins an sich, sondern das in manchen Fällen ( zB Staatsschulden ) Dritte dafür haften !


Antworten Gast: Bärenfalle...
30.09.2012 17:49
0 0

Re: !

Korrekt.

Das privat geschöpfte Geld der Banken ist gedeckt durch das staatliche Gewalt- und Steuermonopol.

Staat und Banken also als Gegenspieler darzustellen ist daher grobe Verfälschung der Faktenlage.

Aber, wie die letzten Jahre zeigen:
Bis solche einschneidenden Korrekturen der Konsensmeinung möglich sind braucht es immer dramatische Ereignisse.

Wer mit widerspricht sollte sich einfach überlegen auf wie viele 100 Dollar Facebook wohl gestiegen wäre hätten sie ihren IPO 1999/2000 durchgeführt ... und nicht 2012.

Weil 2012 hat die große Mehrheit schon gewusst wie zumindest dieser Teil des Spieles funktioniert.

Teilweise scheint es also zu funktioneren, das Lernen aus der Geschichte.

Antworten Gast: Halbwissen
30.09.2012 17:40
1 0

Re: !

Wieviel sind eigentlich 0 Prozent von 100 Trilliarden ?

2 0

Spanien droht sein Defizitziel erneut zu verfehlen

Ja und?
Da können doch schlecht die Banken schuld sein. Denn die 60Mrd., die die angeblich brauchen, werden doch sowieso von auswärts finanziert.

Wenn da Logik herrscht, müßte es eigentlich heißen, die Finanziers der 60Mrd. können ihr Defizit nicht einhalten.

0 0

Re: Spanien droht sein Defizitziel erneut zu verfehlen

kein Problem: man schicke die TROIKA (oder gleich Quadriga) mit ein paar Milliarden.

bin gespannt wie lange die 60 Milliarden gültig sind.!

hab mir beim Schreiben schon gedacht, hoffentlich sind beim Punkt nicht schon mehr!

Antworten Gast: Bärenfalle...
30.09.2012 16:41
5 0

Re: bin gespannt wie lange die 60 Milliarden gültig sind.!

Kolportiert werden mittlerweile 270 Milliarden, nur für die spanischen Banken wohlgemerkt.

Man muss, wie bei Griechenland, also ruhig mit dem zwei- bis zehnfachen der verlautbarten Summe rechnen.

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