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Gewalttätige Massendemonstrationen gegen Sparpakete

30.09.2012 | 18:26 |   (Die Presse)

In Portugal, Spanien und Frankreich kam es am Wochenende zu teilweise gewalttätigen Protesten gegen die Sparprogramme der Regierungen. Vor allem in Madrid ist die Stimmung auf dem Siedepunkt.

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Madrid,lissabon,paris/Ag. Nur zwölf Verletzte und zwei Festnahmen bilanzierte die Madrider Polizei nach den Demonstrationen von Samstagabend. Es war eine der friedlicheren Kundgebungen gegen das Sparpaket der Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy. Dreimal gingen die Menschen diese Woche bereits auf die Straße, zogen zu Tausenden Richtung Parlament. Am Dienstag hatten Zusammenstöße zwischen gewalttätigen Extremisten und der Polizei 64 Verletzte und 35 Festnahmen gefordert. Die jüngste Demonstration war nicht angemeldet. Mehrere linksgerichtete Gruppen hatten via Internet zum Protest aufgerufen.

Erst am Donnerstag hatte die konservative Regierung für kommendes Jahr drastische Kürzungen und Einsparungen im Ausmaß von 40Milliarden Euro beschlossen. Heuer wird Spanien das angepeilte Haushaltsziel nicht erreichen, weil mehr Geld als ursprünglich befürchtet zur Rettung der angeschlagenen Banken aufgebracht werden muss. Noch im April bezifferte die Regierung den Schuldenberg mit 78 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Tatsächlich wuchsen die Schulden der viertgrößten Volkswirtschaft im Euroraum dieses Jahr auf 85,3 Prozent des BIPs. Ende 2013 wird dieses auf 90,5 Prozent angestiegen sein. Nach dem EU-Stabilitätspakt dürften es nur 60 Prozent sein.

Die Aufrufe der Wirtschaftsexperten und konservativen Politiker, den Gürtel aufgrund der Schuldenkrise enger zu schnallen, klingen für viele Spanier wie ein Hohn. Knapp 24 Prozent der Bevölkerung sind arbeitslos. Von den unter 24-Jährigen finden 53 Prozent keine Beschäftigung. Damit weist das Land die höchste Arbeitslosigkeit in Europa auf.

 

Krise stärkt Nationalisten

In der Krise bekommen nicht nur linke Gruppen, sondern auch Separatisten vermehrt Zulauf. Bei den Regionalwahlen in Katalonien und im Baskenland zeichnen sich hohe Zugewinne jener Kräfte ab, die nach Unabhängigkeit von Spanien streben. In der angespannten Situation reagierte Regierungschef Rajoy am Samstag außergewöhnlich heftig. Die Separatisten wollen „Spanien kaputt machen“, sagte er bei einer Wahlkampfveranstaltung in der baskischen Hauptstadt Vitoria. Laut einer Umfrage würden mittlerweile 51Prozent der Einwohner Kataloniens für eine Abspaltung stimmen.

Auch in Portugal gingen Samstagabend Zehntausende auf die Straße, um gegen die Sparpolitik der Mitte-rechts-Regierung zu demonstrieren. Die von der Gewerkschaft initiierte Kundgebung in Lissabon verlief friedlich. Doch es scheint, dass dies nur der Beginn eines landesweiten Protests gewesen ist. Gewerkschaftschef Armenio Carlos kündigte einen „großen Generalstreik“ an. Wann dieser stattfinden soll, wird am Mittwoch beim Gewerkschaftskongress festgelegt. Portugal hält bei einer Arbeitslosenquote von 15,7 Prozent. Ursprünglich war Ministerpräsident Pedro Passos Coelho davon ausgegangen, dass der harte Sanierungskurs wirke und für heuer keine weiteren Sparmaßnahmen erforderlich sind. Doch im Sommer sanken aufgrund der Rezession die Steuereinnahmen. Das Defizit lag im ersten Halbjahr bei 6,8 Prozent des BIPs. Da das Land mit seinen Geldgebern für heuer ein Defizit von fünf Prozent ausgemacht hat, sind weitere Einschnitte notwendig.

 

Proteste in Paris

Am Sonntag kam es auch in Paris zu Protesten. Linksparteien, Gewerkschaften und NGOs hatten gegen die Sparpolitik in anderen Ländern und gegen die bevorstehende Ratifizierung des europäischen Fiskalpakts durch das französische Parlament mobilisiert.

Erst am Freitag hatte die sozialistische Regierung von Präsident François Hollande das Budget 2013 beschlossen. Es sind Steuererhöhungen von 36,9 Mrd. Euro vorgesehen. Wie berichtet bittet Hollande Großverdiener und Konzerne zur Kasse. Der Spitzensteuersatz wird von 41 auf 45 Prozent angehoben. Die 1500 reichsten Franzosen werden mit einer Sondersteuer von 75 Prozent belegt. Die Opposition kritisiert den Versuch, das Budget nur einnahmenseitig zu sanieren. Die Staatsausgaben werden 2013 neulich steigen. Frankreichs Schuldenlast liegt bei 91 Prozent des BIPs.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.10.2012)

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70 Kommentare
 
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Das "Friedensprojekt" Europa

erinnert mich immer mehr an "des Kaiser's neue Kleider".

Wann haben die sparfüchsigen Fuchs-"Sparer" kapiert, dass die Menschen in Europa nicht so blöd sind wie man sich das vorgestellt hat?
Hoffentlich noch bevor der 1 Milliarden Turm zu Babel der EZB steht.



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sparen

Die politmarionetten europas werden nicht muede uns einzudrichtern das wir sparen muessen,dabei bei jeder idiot das es hier nicht um sparen geht sondern ums berauben. immer mehr fuer immer weniger«ist ganz klar RAUB»!!

Gast: Kibietz
01.10.2012 13:37
4 0

Liberté, Égalité, Fraternité ou la mort

Gehts in einem Land los ziehen die anderen mit. Viva la Revulution!

3 0

Meiner Meinung nach ist das erst der Beginn sehr unruhiger Zeiten

Das, was bis jetzt durch schönreden der Politik gelungen ist, die Massen zu beruhigen, funktioniert immer weniger.

Eine Frage der Zeit, bis es bei uns und in der BRD auch anfängt.

Die Wahrheit sieht anders aus..........

Wenn schon eine Nation intern nicht einig ist (zb Spanien od Belgien((Walonen vs Flamen)) usw)

Wie glauben denn die brüsseler Sterndeuter aus der EU eine Nation machen zu können (was aber eh keiner will!!!)

Schauts das Projekt ist tot.Und das ist gut so.

Siehe nur ex Jugo..............

Antworten Gast: Der langsame Tod des Nationalstaates
01.10.2012 15:41
3 0

Re: Die Wahrheit sieht anders aus..........

...sie haben voll recht, das Projekt Nationalstaat ist Tod. zur Monarchie wollen nur die Ewigstgestrigen zurück, zu einer Diktatur die Ewiggestrigen, was bleibt ist die Möglichkeit möglichst bald die Nationalstaaten abzuschaffen und mehr Regionalbewusstsein zu entwickeln, dann für was benötige ich Wien wenn ich mich in Vorarlberg und nur dort wohl fühle?

Gast: Was vergessen wird:
01.10.2012 11:45
6 0

Die Masse hat recht!

Es ist schwerverständlich, daß die Mehrheit zahlen soll für Finanzkonstruktionen einer absoluten Minderheit.

Wenn Banken untereinander Betrug begehen, soll das der Steuerzahler nicht ausbaden müssen.

Gast: IO
01.10.2012 11:14
10 0

Jetzt gehts langsam los

Das ist erst der Anfang.
Aber schlaf weiter Österreich.....

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Das Problem ist....

...es gäbe Lösungen, nur die sind nicht so populär.
So wie bisher gehts nicht weiter, aber zuerst die Wahrheit und dann Lösungen.
Die Politiker haben Angst die Wahrheit dem Volk zu sagen und das geht nicht.
Wenn später mal 10. Alte mit 4000€ in 120m² auskommen müssen auch OK, solange sie nicht verhungern und erfrieren. Aber das Leben wird und muss sich ändern.

Gast: Uncle Sams Neffe
01.10.2012 09:53
1 2

Aha Hollande will

also die großen Arbeitgeber auch noch ausschlachten und finanziell schaden?

Aber dann bitte nicht jammern wenn man auf Arte wieder sieht wie plötzlich Chinesen einen Konzern nach ihrer "Methode" führen.

Antworten Gast: krake453
01.10.2012 12:16
4 0

Re: Aha Hollande will

Jetzt wird es noch toller, jetzt müssen dann auch neben dem normalen Volk auch jene Firmen bluten welche wirklich volkswirtschaftlichen Nutzen schaffen und Arbeitsplätze erhalten.

Alles nur mit dem Grund die Zockerbanken zu retten.

9 1

das

uns verkaufte FRIEDENSPROJEKT Europa sieht so aus ... wie lange werden diese Lügen noch geglaubt??

12 0

und wann

geht Österreich auf die Straße?
Aber solange es "Bauer sucht Frau" oder "die große Chance" im TV spielt, die Frau das Bier holt und es am Sonntag noch das Schnitzerl gibt ist alles in bester Ordnung!

Antworten Gast: Halbwissen
01.10.2012 09:55
0 0

Re: und wann

Wenn es keinen Kredit mehr gibt !

Und so lange ist tatsächlich alles in Ordnung.

Antworten Gast: der.hedonist.der.imma.frisst
01.10.2012 09:48
0 0

Re: und wann

dann gehen sie mal vor auf die strasse.
aber jetzt lassen sie mich in ruhe meinen taittinger zum belugakaviar gerniessen:)

Die Reichen verzocken das Volksvermögen

und nehmen allen Nicht-Reichen sehr viel weg.
Wie soll denn das gehen?

Re: Die Reichen verzocken das Volksvermögen

Ihre These ist leider falsch. Politiker verzocken das Volksvermögen, die sog. "Reichen" vermehren es.

Antworten Antworten Gast: xom
01.10.2012 15:39
1 1

Re: Re: Die Reichen verzocken das Volksvermögen

...glauben sie das wirklich?!?

Gast: DerPatriot
01.10.2012 06:55
18 2

Anno 2020

zieht euch schon mal warm an und holt den gummiknüppel raus!
SO und nicht anderes sieht die nahe ZUKUNFT auch bei uns hier aus!

danke an alle EU befürworter..............

80 %

die Spanier sind besser dran als das vielgerühmte Österreich, wir sind schon auf 90 % Staatsverschuldung.
Hab ich hier was versäumt?

Gast: Dr. Igmuz Shayzen
01.10.2012 03:01
6 1

"Und wie sagte nicht schon so richtig der große Ökonom Karl D-Marx:

„Es wird das Proletariat ohne Kohle rabiat!“" - EAV

der friedenserhalter "euro" zeigt seine volle wirkung

nicht mehr lange, dann ist es auch in oesterreich und deutschland soweit

Gast: Ritterrüstungsfabrikant und Dellenausbiegerfilialenbesitzer Franz Mühsam
01.10.2012 01:59
4 1

Spanien wird ja......

....60 000 000 000(60 Milliarden) Euro benötigen, Griechenland bekommt jetzt wieder 31 000 000 000(31 Milliarden)Euro ..... und mir könnte man 9 000 000 000(9 Milliarden) Euro zukommen lassen, dann wäre es ein runde Milliardensumme und leichter zum merken....verwenden würde ich das Geld für meine Geschäftsidee, die da wäre.....in jedem Land eine Fabrik für Ritterrüstungen zu eröffnen, da die Nachfrage in der nächte Zeit ziemlich gross sein dürfte, für EU-Bedienstete könnte man die Rüstungen mit Gusseisen verstärken, sie werden es brauchen.....und in weiterer Folge würde ich dann noch in jeder grösseren Stadt in Europa Dellenausbieger-Filialen eröffnen....dass heisst man bringt dann dort die Rüstung hin(wie die Schuhe zum Schuster) und lässt sich die Dellen ausklopfen, ab 50 Dellen sind 10 Dellen Gratis, Gutschein fürs nächste mal z.B..........wenn ein EU-Bediensteter seine Rüstung in eine meiner Dellenfilialen zum ausdellen bringt, dann muss er Strafe zahlen, weil wenn ein Gusseisen eine Delle hat, dann muss der Träger dieser Rüstung ein ganz schlimmer sein, die Dellen kommen ja nicht von selber...und die Repararturen solcher EU-Rüstungen dauern natürlich etwas länger, da muss der Träger längere Zeit OHNE Rüstung auskommen, müssens halt anständiger sein.....jedoch könnte ich mir vorstellen, neben den Dellenausbiegerfilialen einen Rüstungsverleih zu eröffnen, ABER über ungelegte Eier soll man noch nicht sprechen, das muss man mit der Nachfrage abstimmen....mfg ihr F. M.

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Re: Spanien wird ja......

herzlichen Dank für diese erheiternde Satire, denn damit lebt es sich gleich einfacher ;-)

Die Idee aber ist schlicht und genial treffend!

 
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