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Banken: Expertengruppe schlägt Aufteilung vor

02.10.2012 | 10:10 |   (DiePresse.com)

Eine hochrangige Expertengruppe rund um den Finnen Liikanen tritt für eine Abspaltung besonders riskanter Finanzaktivitäten bei den Banken ein.

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Die Bankenreform-Gruppe des finnischen Notenbankchefs Erkki Liikanen erklärte in ihrem am Dienstag präsentierten Bericht, dass "kein bestimmtes Geschäftsmodell besonders gut oder besonders schlecht" in der Finanzkrise gearbeitet habe. Allerdings seien "übermäßige Risiken" aufgedeckt worden, oft durch den Handel mit hochkomplexen Instrumenten oder Krediten für Immobiliengeschäfte. "Die eingegangenen Risiken waren nicht durch entsprechendes Kapital" gedeckt.

Außerdem "war der hohe Grad an systemischen Risiken durch die starke Verknüpfung zwischen den Finanzinstitutionen" gekennzeichnet. Aus diesem Grund sei die Gruppe zu dem Entschluss gelangt, dass es notwendig sei, eine Abspaltung von gewissen besonders riskanten Finanzaktivitäten innerhalb der eigenen Bankengruppe vorzunehmen. Die zu trennenden Bereiche sollten den Eigenhandel mit Sicherheiten und Derivaten sowie andere damit verbundene Aktivitäten umfassen.

Komplexität der Banken nicht überschaubar

Bei der Untersuchung der Finanzinstitute seien zahlreiche Probleme aufgetaucht, die die Belastbarkeit des europäischen und des weltweiten Finanzsystems schwächten. Eine Kombination von unzureichendem Risikomanagement, verfälschten Anreizen, zu geringe Risikoeinschätzung und ein Mangel an Übersicht hätten dazu geführt, dass übermäßige Risiken eingegangen wurden. Banken seien stärker durch den Großhandel finanziert worden und wurden damit anfälliger im Hinblick auf Zahlungsunfähigkeit am Markt.

In den Jahren vor der Krise seien die Banken sowohl von der Größe als auch der Komplexität her stark gewachsen. Dies habe es dem Bankmanagement erschwert, die gesamte Organisation zu kontrollieren. Es sei außerdem auch für die Partner außerhalb der Bank wie Investoren, Marktteilnehmer oder Aufsicht schwieriger geworden, das Verhalten der Banken effizient zu beobachten.

Barnier: Diskussion ohne Tabus

Die Krise habe ferner gezeigt, dass ein großer Teil des Grundkapitals von Banken unfähig war, die Verluste aufzufangen. Die wachsende Zuversicht über kurzfristige Finanzierungen vergrößerten ebenfalls die Anfälligkeit für Liquiditätsschocks.

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier erklärte in Brüssel, es gehe darum, die Stabilität des Finanzsektors ohne Tabus zu diskutieren. Krisen müssten verhindert werden. Mit dem Liikanen-Bericht seien "Ecksteine" geliefert worden, über die es nachzudenken gelte. Ziel sei ein "robustes" Bankensystem. Barnier hofft auf eine Umsetzung der Bankenreformen bis Sommer nächsten Jahres.

 

(APA/dpa-AFX)

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11 Kommentare
Gast: Hedwig Auerbach
02.10.2012 15:00
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Banken: Expertengruppe schlägt Aufteilung vor


Sehr klug, dass da die Experten nach 3 Jahren Nachdenkens draufkommen...

Und: Herr Barnier wünscht sich eine Diskussion ohne Tabus. Na super! Als ob das Gegenteil davon - nämlich ein Diskussion mit Tabus - auch nur irgendeinen Sinn hätte.

Oder soll das heißen, dass in der Banken- und Geld-Branche soo viele Einbetonierte sitzen?? Oh wie schrecklich!!! Drumm zieht sich die Krise nun schon über Jahre und ein weiterer Absturz rückt nächer..

Gast: Blaue Pause
02.10.2012 14:03
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Zwei Dinge

1. Wer sind die "Experten", Klarnamen und Referenz bitte!

2. Öffentliche Banken wurde trotz oder aufgrund Regierungsbeteiligung in die Pleite geritten. WestLB, Hypo etc.. Worin besteht die Gefähigung der neuien Aufseher?
Das Minimum ist .M. dass künftig ähnliche Unzulänglichkeiten oder ihre Begünstigung, unverzüglich mit Schadensersatz und Haftstrafen nicht unter zehn Jahren für bestraft.
Kann nicht sein, dass Bankräuber oder Geldselbstdrucker für ein paar tsd Euros Jahrelang verschwinden und ab eine paar mrd wird stillgehalten.

Gast: trennbanken
02.10.2012 13:08
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Universalbanken waren von der Krise kaum betroffen

Wenn man die UBS ausnimmt. Diese war deshalb betroffen, weil sie zum falschen Zeitpunkt die größte Investmentbank der Welt werden wollte und zu stark expandierte. Aber auch dort wurden die ganzen Milliardenverluste von nur 150 von 30.000 Investmentbankern ausgelöst.

Bei Großbanken hat man schon reagiert, indem das Eigenkapital erhöht, die Bilanzsumme heruntergefahren, der Eigenhandel verboten und Personal entlassen wurde.

Die weit größten Bankenkrise-Verluste entstanden bei kleineren Spezialbanken (Kommunalfinanzierer), wie den deutschen Landesbanken von Süd bis Nord (IKB,HRE) in Ö (Kommunalkredit)in Belgien (Dexia) in Spanien (lauter kleine Sparkassen) in Griechenland (Banken die den bankrotten Staat finanzieren müssen) usw.

Wenn die Behörden reagieren wollen, so sollten sie zuerst ihren eigenen Staatsbanken Saustall ausmisten. Dann könnten sie noch ein Auge auf das Schattenbankensystem werfen.

Wenn sie unbedingt wollen, sollen sie auch das Trennbankensystem einführen. Es nützt zwar nichts, es schadet aber auch nichts.


0 0

2099 ?

Falls die Finanzlobby dank der von ihr erfolgreich betriebenen Verzögerungspolitik - siehe Finanztransaktionssteuer - weiter in der EU entscheidend mitmischt, ist mit einer Umsetzung vor 2099 nicht zu rechnen.

Gast: Hammvieh
02.10.2012 11:49
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"haften muessen"

Die Steuerzahler "mussten" auch jetzt nicht haften. Aber wenn die Politgauner unser Geld veruntreuen und ihren Freunderln zuschieben wollen, lassen sie sich auch von Regeln und Vertraegen nicht beirren.

Gast: trader1
02.10.2012 11:44
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zum lachen :-)

da brauche ich keine expertengruppe, sondern nur den taschenrechner ..
also: eigenkapital der bank 8%, 10% der bilanzsumme hochriskant, also die 10% sind bei einem verlust von 100% einfach verdampft, somit ist das eigenkapital von 8% vernichtet, und es bleiben erst wieder 2% der bilanzsumme für den steuerzahler zum zahlen übrig .
. so einfach ist das mit den banken - übrigens auch mit den rettungsschirmen :-)

diesen mann

zahl ich mit meinem steuergeld... über 30% knöpft man mir von meiner arbeit ab... damit es DEM super geht...

der kann machen was er will, zocken verzocke er geht nicht in den knast - weil ich zahl das dann alles....

Gast: Brennstein2
02.10.2012 10:58
0 1

Experten??

...bitte jeder halbwegs intelligente Mensch weiss das - welche Experten braucht man dazu???

Bitte....

...das ist doch absolut nichts Neues.

Gast: oeconomia
02.10.2012 10:26
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trennung

und habe die usa nicht diese trennung 2009 wieder eingefuehrt? genau handelt es sich um den glass-steagel act der von clinton aufgehoben wurde.

Antworten Gast: oeconomist
02.10.2012 11:54
0 0

Re: trennung

Leider sind die Hintergründe und tieferen Wahrheiten nur Nebensache bei der Berichterstattung. Verständlich zwar, weil die endgütligen Antworten das Leben bereit hält, doch um Antworten zu finden, könnte der eine oder andere tiefere Blick in die Geschichte recht nützliche Überraschungen bereit halten.

Nur: so schnell wie die US-Amerikaner ihren Fehltritt einsahen und wieder rückgängig machten, so schnell kommt es in Europa zu keinem gemeinsamen Vorgehen. Da müssen erst die Lobbies ihre Zeigefinger erheben dürfen, um sich erst nach bezahltem Bakschisch wieder zu beruhigen. Was den Untergang durch die selbsternannten Eliten nicht verhindern, sondern allenfalls verzögern wird.

Auf eine Zukunft ohne großen Polit-Medien-Wirtschaftsfilz dürfen sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch kommende Generationen "freuen"! Leider.

PS: Dafür zu arbeiten sehe ich dennoch als eine Pflicht jeder couragierten Zivilgesellschaft. Und damit lebt einmal mehr wieder die Hoffnung ...

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