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Lissabon kündigt "enorme Steuererhöhungen" an

03.10.2012 | 19:27 |   (DiePresse.com)

Portugal hat nach Massenprotesten den Sparkurs geändert. Statt einer Erhöhung der Sozialbeiträge wird nun kräftig an der Steuerschraube gedreht.

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Die Proteste zeigten offenbar Wirkung, Schuldensünder Portugal hat seinen Sparkurs abgeändert. Man werde auf einige umstrittene Maßnahmen verzichten, die kürzlich für 2013 angekündigt worden waren, erklärte Finanzminister Vítor Gaspar am Mittwoch in Lissabon. Die Mitte-Rechts-Regierung von Ministerpräsident Pedro Passos Coelho lässt vor allem die umstrittene Erhöhung der Sozialbeiträge von elf auf 18 Prozent fallen. Außerdem will man nun den Rentnern und Beamten im nächsten Jahr entgegen den bisherigen Plänen das 2012 gestrichene Urlaubs- und Weihnachtsgeld zur Hälfte wieder zahlen.

Die Regierung dreht dafür kräftig an der Steuerschraube: Der durchschnittliche Einkommenssteuersatz soll laut Gaspar von 9,8 auf 13,2 Prozent klettern. Darüber hinaus wolle man die Kapital-, die Vermögens-, die Luxus-, die Tabak- und die Finanztransaktionssteuer erhöhen und Maßnahmen zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung und der Schwarzwirtschaft erarbeiten. "Das sind enorme Steuererhöhungen", räumte der Minister ein. Ziel sei allerdings eine gerechtere Verteilung der Lasten bei der Sanierung der Staatsfinanzen.

Der Gewerkschaftsdachverband CGTP zeigte sich unbeeindruckt und rief zu einem Generalstreik am 14. Oktober auf.

Krisenland Portugal
Portugal hatte bei der Sanierung lange Zeit Erfolg. Wegen eines Einbruchs der Steuereinnahmen infolge der Rezession wurde im August aber eingeräumt, dass man das Haushaltsdefizit-Ziel für 2012 ohne zusätzliche Maßnahmen nicht mehr erreichen werde. Vergangene Woche wurde dann bekannt, dass das Defizit im ersten Halbjahr mit 6,8 Prozent der Wirtschaftsleistung 1,8 Punkte über dem mit den Geldgebern vereinbarten Gesamtjahreswert lag. Die "Troika" aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF), die Portugal 2011 ein 78-Milliarden-Euro-Hilfspaket gewährte, verlängerte daher den Sanierungsplan Portugals um ein Jahr auf 2014.

 

(APA/dpa)

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17 Kommentare

passt auf

denn bald sind wir dran!

Gast: pei 38
04.10.2012 09:54
0 0

Das Volkk wird ausgepresst -


Die herrschende Klasse macht Schulden zu Lasten der Bevölkerung und erhöht die Gewinne ihrer Anlagen (dank der rechtswidrigen EZB Anleihenkaufaktivität) und das Volk zahlt dafür; auch für die Wahlgeschenke !!!

Dass Spanien vor einem Bailout steht, ist schon seit geraumer Zeit klar – immerhin muss es beispielsweise unter den Rettungsschirm, um einen Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB überhaupt erst ermöglichen zu können. Allerdings hatte es schon ein wenig verwundert, wie lang die Regierung um Mariano Rajoy einen solchen Antrag auf ein umfassendes Rettungspaket hinausgezögert hat.

Die lange Bedenkzeit der spanischen Regierung fällt nun aber scheinbar zurück auf die deutsche Regierung. Mehrere europäische Diplomaten und auch eine ranghohe deutsche Quelle sagten, dass Angela Merkel angesichts der zunehmenden Skepsis in den eigenen Reihen dem Bundestag immer weitere einzelne Entscheidungen über Hilfsanträge ersparen wollte, so Reuters.

Gast: gast45
04.10.2012 01:06
9 1

eine einkommenssteuer von nur 13% ???

und dann arbeiten sie erst noch schwarz ?
da kann man wirklich nur den kopf schütteln, ob der dummheit unserer poltiker, die so tun, wie wenn diesen ländern geholfen werden muss ...
wir zahlen einkommensteuer jenseits der 40%, um die schulden der anderen zu bezahlen und die gehen auf die strassen, weil sie mehr als 10% einkommenssteuer zahlen sollen ?
aber gut .. in brüssel zahlen sie ja bekanntlich 0% einkommenssteuer .. tja .. so dumm muss man sein, sich finanztransaktionssteuern von leuten aufs aug drücken zu lassen, die selber keine steuern zahlen :-)

Re: eine einkommenssteuer von nur 13% ???

Der durchschnittliche Einkommensteuersatz ist bei uns ein bisschen über 20%, nicht 40.

Re: Re: eine einkommenssteuer von nur 13% ???

... und der Mindestlohn ist bei ca. 400€ ..., und den haben verdammt viele ...

Re: Re: Re: eine einkommenssteuer von nur 13% ???

ja man muss dabei wirklich beachten, dass die portugiesen einen viel niegrigeren lohn haben, aber die preise kaum anders sind. also auch wenn man arbeiten geht hat man im durchschnitt 600 euro und 700 euro. außerdem kommen die sozialabgaben auch noch dazu. die meisten leute dort sind wirklich arm. vielleicht sollte man nicht immer gleich rosschrein, wenn man keine ahnung hat.

Gast: Soso.
03.10.2012 22:55
1 1

"Schuldensünder"


Könnte man allmählich nicht das dümmliche "Schuldensünder" weglassen?

http://diepresse.com/home/wirtschaft/eurokrise/762973/Portugal-muss-drei-Banken-mit-66-Mrd-Euro-stuetzen

Portugal muss nebenbei die Banken pampern, weil die EU die Vorschriften verändert hat.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkapitalquote
Zitat
Im Zuge der Finanzkrise beschloss die EU eine Kernkapitalquote in Höhe von 9% bis Juni 2012. Sofern die Banken die Frist nicht einhalten soll der Staat eingreifen und erst im letzten Schritt der EFSF.
--------------------

Tja, wenn die Steuerzahler neuerdings die geldschöpfenden Banken alimentieren müssen, weil die EU das sagt - schöne, neue Welt.

Gast: Gast 2012
03.10.2012 22:00
6 0

Schulden machen ist viel leichter

die Rückzahlung kann sehr hart werden. Trotzdem versprechen verantwortungslose Politker vor jeden Wahlen das Blaue vom Himmel - gell Werner?

soziale Marktwirtschaft!

warum wollen es unsere PolitikerInnen nich wahr haben, dass die Staatswirtschaft umgangsprachlich soziale Marktwirtschaft genannt, abgewirtschaftet hat und uns ins Chaos stürzt!

Antworten Gast: Liberty Force
03.10.2012 23:26
0 0

Ganz einfach: Weil sie davon profitiert!


Einkommenssteuersatz bei uns?

Da haben die Portugiesen ja noch Luft nach oben!

Re: Einkommenssteuersatz bei uns?

das kann man doch nicht vergleichen, die löhne (durchschnittlich 600-800 euro) in portugal sind bei weitem niedriger, die preise aber auf sehr ähnlichem niveau.

Gast: NocheinParteiloser
03.10.2012 19:21
9 0

Das "einnahmenseitige Sparen" wird auch Portugal in die gleiche Hölle wie Griechenland befördern!

Es spielt dabei keine Rolle ob die Maßnahmen zur Einnahmensteigerung durch die Sozialversicherungen kommen, durch Steuererhöhungen kommen oder durch Belastung von anderen Gruppen.

Der Effekt des "einnahmenseitigen Sparens" ist immer der gleiche. Es werden noch mehr Mittel aus der Realwirtschaft gesaugt und damit die Realwirtschaft noch weiter beschädigt. Es wird zwangsläufig Schrumpfungsprozesse auslösen. Die kranken Bereiche, die staatlichen Bereiche, die werden ja nicht einmal zu sanieren versucht.

Der nächste Schritt ist dann eine schöne Rezession, welche, auch bei hoher nomineller Abgabenquote, die erforderlichen Mittel (auch die Leistungen!) zur Versorgung der der Staatlichkeit gar nicht mehr schaffen kann.

Einnahmenseitiges Sparen hat in GR heftige Einschläge für die Griechen gebracht, den Rest von brauchbaren Wirtschaften schon fast ganz zerstört. In Italien können wir das Gleiche auch schon beobachten, in F werden die Effekte 2013 sichtbar werden. Es ist der falsche Weg!

Re: Das "einnahmenseitige Sparen" wird auch Portugal in die gleiche Hölle wie Griechenland befördern!

nicht das viel zu spät kommende Sparen ist die Ursache der immensen Probleme, sondern die zuvor stattgefunden habende immense Verschuldung. diese hat ein Ausmaß angenommen, dass die Sanierung nur noch unter Heulen und Zähneklappern möglich ist. die Alternative ist der Staatsbankrott und nicht etwa die schonende, Wirtschaft weiter ankurbelnde Ausgabenpolitik. dafür ist es in diesen Ländern zu spät.
die Erfahrung zeigt aber, dass es nach drei bis fünf Jahren der Austerität aufwärts geht und ein gesundes Wachstum einsetzt. bis die Politiker wieder anfangen Geld auf Kredit zu verschleudern.

Antworten Gast: 0815-kommentar
04.10.2012 07:17
0 0

Re: Das "einnahmenseitige Sparen" wird auch Portugal in die gleiche Hölle wie Griechenland befördern!

die griechen griechen kürzen gehälter und pensionen, verlängern die arbeitszeit und streichen sozialleistungen. die folge: die leute haben kein geld, damit bricht die binnennachfrage weg, die rezession ist da.

und das nehmen sie wirklich als beispiel um steuererhöhungen zu verdammen?!?!?!?!?

Antworten Gast: Boczek
03.10.2012 22:52
0 0

Re: Das "einnahmenseitige Sparen" wird auch Portugal in die gleiche Hölle wie Griechenland befördern!

Wieso der falsche Weg . . . unsere unverschämt hoch bezahlten "Experten" haben doch wohl nicht den Überblick verloren ???

Antworten Gast: Windbrechtinger
03.10.2012 22:22
1 0

Re: Das "einnahmenseitige Sparen" wird auch Portugal in die gleiche Hölle wie Griechenland befördern!

Ich gebe Ihnen völlig recht. Allerdings wie pervers ist denn der Ausdruck "einnahmenseitiges Sparen" für Steuererhöhungen? "EinnahmenseitigesSparen" heisst doch bei den Einnahmen sparen und nicht die Einnahmen erhöhen. Ist genauso verrückt wie das "negative Wirtschaftswachstum". Ich halte alle diese Begriffe für ein Zeichen, daß wir von unseren Pltikern für völlig schwachsinnig gehalten werden.
Ganz abgesehen davon, daß zusätzliche Staatsausgaben tendenziell Vermögen vernichten und nicht neues schaffen.
Dr. Alois Windbrechtinger

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