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EZB dürfte geldpolitische Verschnaufpause einlegen

04.10.2012 | 08:47 |   (DiePresse.com)

Für die heutige Ratssitzung der EZB wird mit keinen Veränderungen beim Leitzins gerechnet.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) wird sich auf ihrer Ratssitzung an diesem Donnerstag (4. Oktober) nach Einschätzung der meisten Experten eine Auszeit gönnen. Die Währungshüter waren bereits in den vergangenen Monaten sehr aktiv und dürften nun zunächst abwarten, inwieweit ihre geldpolitischen Maßnahmen wirken. Die Hoffnung auf weitere Zinsschritte hatten verschiedene hochrangige Notenbanker zuletzt gedämpft.

"Nachdem der EZB-Rat im August beziehungsweise September weitreichende geldpolitische Entscheidungen gefällt hat, dürfte die Sitzung wieder dem 'normalen Tagesgeschäft' gewidmet sein", schreibt UniCredit-Ökonom Marco Valli in einem Ausblick. Das Umfeld aber habe sich inzwischen geändert: Die Extremrisiken seien beträchtlich gesunken und auch die Spannungen an den Finanzmärkten hätten spürbar nachgelassen.

Vorerst keine Zinssenkung

An der Deeskalation der Euro-Krise war die Notenbank selbst maßgeblich beteiligt. Mit ihrer Ankündigung, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen, hat sie den Zinsdruck der von den Finanzmärkten bedrängten Länder massiv entspannt. Zudem bekämpft die EZB die konjunkturelle Flaute im Währungsraum mit rekordniedrigen Leitzinsen in Höhe von 0,75 Prozent. Spekulationen, die Zinsschraube könnte kurzfristig weiter nach unten gedreht werden, traten erst jüngst zwei Ratsmitglieder entgegen.

"Ich sehe in der Eurozone derzeit keine Notwendigkeit für eine Änderung des Leitzinses", hatte der österreichische Notenbankchef Ewald Nowotny am vergangenen Dienstag der "Presse" gesagt. Zuvor hatte das französische Direktoriumsmitglied Benoit Coeure Hinweise auf einen unveränderten Zinssatz geliefert. Damit dürfte auch die Diskussion um einen eventuell negativen Einlagenzins vorerst wieder auf Eis liegen.

Trotz der erwarteten Verschnaufpause dürfte die an die Verkündung des Zinsentscheids anschließende Pressekonferenz wie immer mit Spannung verfolgt werden. Zwar hat sich die EZB mit ihrem neuen Anleihekaufprogramm bereits klar positioniert, dennoch wird es in diesem Zusammenhang mit Sicherheit noch weitere Fragen geben. Vor allem da der für ein Eingreifen der Notenbanken an den Anleihemärkten zwingend erforderliche Krisenfonds ESM endlich grünes Licht erhalten hat, Spanien aber immer noch über die Konditionen für weitere Hilfen feilscht.

(APA/dpa-AFX)

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1 Kommentare
Gast: Warth
04.10.2012 12:39
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