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Samaras: Griechenland drohen Weimarer Verhältnisse

05.10.2012 | 10:10 |   (DiePresse.com)

Der griechische Premier Antonis Samaras vergleicht die Lage seines Landes mit jener im Deutschland der 1930er Jahre. "Das Chaos wartet auf uns", warnt er.

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Griechenlands Regierungschef Antonis Samaras warnt vor den Folgen einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen und sozialen Lage seines Landes. "Die griechische Demokratie steht vor ihrer vielleicht größten Herausforderung", sagt Samaras und vergleicht die Situation Griechenlands mit der Weimarer Republik. Besondere Sorge bereitet ihm der Aufstieg einer rechtsextremistischen Partei, die nach Umfragen bereits die drittstärkste politische Kraft im Land sei. Er selbst führe "den Kampf seines Lebens". Wenn seine Regierung scheitere, "wartet auf uns das Chaos".

Die "bisherigen Einschnitte gehen bereits bis auf die Knochen", sagt Samaras im Interview. Sein Land sei an "der Grenze dessen, was wir unserer Bevölkerung zumuten können". Mehr als jeder zweite Jugendliche sei inzwischen arbeitslos, die Armut wachse und "immer mehr Menschen müssen in Suppenküchen von Kirche und Hilfsorganisationen gehen, um eine warme Mahlzeit zu bekommen".

"Ende November ist Kasse ohne Hilfe leer"

Er betont daher die Dringlichkeit der nächsten Hilfszahlung der internationalen Partner. Dem "Handelsblatt" (Freitagausgabe) sagte er auf die Frage, bis wann Griechenland ohne die Rate noch durchhält: "Bis Ende November. Dann ist die Kasse leer." Erneut fordert Samaras mehr Zeit für Griechenland bei der Sanierung. "Was wir brauchen, ist mehr Zeit für die Haushaltskonsolidierung - aber nicht unbedingt mehr Hilfskredite", so der Premier.

Helfen könnte derzeit etwa die "EZB, die ja griechische Staatsanleihen hält, mit niedrigeren Zinsen für diese Papiere". Oder die Notenbank könne einer Laufzeitverlängerung zustimmen, wenn diese Bonds fällig werden, sagte Samaras. Vorstellen könne er sich auch eine direkte Rekapitalisierung der griechischen Banken direkt über den Euro-Rettungsschirm ESM. "Der Austritt aus dem Euro ist keine Option für Griechenland - er wäre eine Katastrophe", sagt der Regierungschef.

(APA/Red.)

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72 Kommentare
 
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Gast: Facepalm
06.10.2012 16:35
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Solange...

...die Griechen und auch ihre Politiker nicht kapieren, dass die einzige Katastrophe der Verbleib Griechenlands in der Eurozone ist, wird sich auch an der misslichen Lage nichts ändern.

Es gibt nur zwei Möglichkeiten:
- externe Abwertung, dH eine eigenständige Währung die dies zulässt (zB Drachme).
- interne Abwertung, dH massive Reduzierung der Löhne, der Pensionen, des Wohlstandes.

Und da man sich ersterem beständig verschließt bleibt nur zweiters. Und falls mit 'Zuständen der Weimarer Republik' Massenarbeitslosigkeit, soziale Härte und drohender Bürgerkrieg gemeint ist, dann ja - das werden wir erleben.

Der einzige Unterschied: die Weimarer Republik hatte keine Möglichkeit sich zu entscheiden, Griechenland schon, Sowohl, was das Schuldenmachen als auch den Verbleib in der derzeitigen Situation betrifft.

Gast: mir reichts
06.10.2012 09:00
2 0

weimarer republik?

hat die weimarer republik auch milliardenhilfen von erpressten staaten bekommen?

hat die wr lohnerhöhungen um 30 % gezahlt, ihren wählern luxusautos finanziert, reiche steuerfrei gemacht, millionen ins ausland verschoben, getrickst, betrogen, ergaunert?

Gast: chrematistikus
06.10.2012 08:40
1 0

Steuern einheben

Der IWF (Lagarde) meinte schon im Juni dieses Jahres,

Durch Steuerflucht gehen jährlich
12% bis 15% des BIP dem Staat Griechenland verloren! Und die griechische Steuerbehörde bestätigte diese Aussage:
http://diepresse.com/home/wirtschaft/eurokrise/764011/Lagarde-hat-Recht-Steuerfahnder-kritisiert-Griechen-

Wie wäre es, wenn Brüssel Griechenland beim Eintreiben der Steuern unterstützt?
Dann könnte man sich all die Hilfsgelder sparen. Und Weimarer-Zustände wären schlagartig vom Tisch.

Gast: Nicht-religiöser, weltanschaulicher, anti-sozialistischer, evolutionsphilosophischer mitte-links Ratgeber zur Häuslichen Gewalt, Rolle der modernen Frau und Vereinbarkeit von Beruf und Familie
06.10.2012 00:31
1 0

Island lies man damals sterben ohne die Banken zu retten etc. Seht hin, wie es wieder dasteht. Dieses Land hat sich mit unglaublicher Geschwindigkeit erholt. Ja, dort protestierten die Menschen eben nicht und raunzten den ganzen Tag helft uns, nein, dort spuckte man offenbar in die Hände. Manchmal denke ich mir, dass Redseligkeit und Freude an der Arbeit offenbar nur Tugenden der Mitteleuropäer, Skandinavier, Australier, Nordamerikaner und Ostasiaten ist - der Rest ist einfach nur Faul und haben nur eine große Klappe.

Antworten Gast: So war das damals
07.10.2012 15:14
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Re:

2007:
Es ist der erste Beistandsfall seit über 30 Jahren: Der Internationale Währungsfonds (IWF) gewährt Island einen Kredit über 2,1 Milliarden Dollar. Wie der IWF am Mittwoch in Washington mitteilte, werden zunächst 827 Millionen Dollar ausgezahlt. Der Rest soll der Regierung in Reykjavik in Tranchen von 155 Millionen Dollar überwiesen werden, wenn entsprechende Zwischenprüfungen vorliegen. Damit muss der IWF zum ersten Mal seit über 30 Jahren einem westeuropäischen Staat beispringen, zuletzt unterstützte er Großbritannien im Jahr 1976.

Island ist im Sog der weltweiten Finanzkrise an den Rand des Zusammenbruchs geschlittert. Die isländische Krone hat seit Januar die Hälfte ihres Werts verloren, die drei größten Banken gingen bankrott und wurden vom Staat übernommen. Die Institute hatten mit Summen spekuliert, die die Wirtschaftsleistung des 320.000 Einwohner zählenden Inselstaats um ein vielfaches überstiegen. Die isländische Regierung geht derzeit davon aus, dass die Staatsverschuldung im kommenden Jahr von 29 Prozent auf mehr als 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts emporschnellt.

Antworten Gast: weimar
06.10.2012 11:43
0 0

Re:

Island hat schon einen Schönheitsfehler:

Sie haben sich auch Kosten der Ausländer saniert, indem ausländische Gläubiger nicht mehr bedient wurden. Nur die Inländer!
Ungleiche Behandlung ist schon irgendwie nicht fair.

samaras, karamanlis, papandreou....

all diese reichen familien sollen endlich mit der kohle rausrücken und nicht mit 1930 weimarer zuständen jonglieren.
diese familien clans, teilweise vom volk gewählt sind schuld an dem zustand.

raus aus der eu und aus mit dem geheule!

Gast: dieeuermöglichtees
05.10.2012 22:24
2 0

GRPolitiker haben griechenland an die wand gefahren, den reichen geholfen und das volk den banken ausgeliefert und jetzt sudern sie über die negativen folgen der eigenen korrupten finanz und steuerpolitik;


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Griechen??

Statt zu drohen und mit unpassenden historischen Vergleichen zu kommen sollte Samaras lieber den geordneten Konkurs des griechischen Staatswesens anstreben. Weder Diebstahl am eigenen Volk noch an den anderen Völkern Europas wird langfristig Stabilität bringen. Interessant wäre auch welcherart die unbezahlbaren Reparationen sind die Griechenland die letzten 15 Jahre gezahlt hat, um den Vergleich mit den 30ern zu bemühen.

Gast: hellas
05.10.2012 20:59
3 0

den reichen Griechen ihr Geld wegnehmen, bringt gar nichts

Es würde in dunkle Kanäle versickern. Es würden mehr Beamten angestellt werden (sind ja noch zu wenig).
Es würden wieder genau die Leute das Geld bekommen, die das Land in den Abgrund geführt haben.
More of the same, ziemlich ideenlos - gutes Geld dem Schlechten nachzuwerfen. Das macht eh die EU, sollen die Anderen den Blödsinn noch nachmachen.

Die Frage muss lauten: was muss geschehen, dass die reichen Griechen wieder ihr Geld ihm eigenen Land investieren.
Investieren werden sie nur, wenn es sich rechnet und ihr Geld nicht zum Fenster hinausgeschmissen ist.
Kehren die reichen Griechen zurück, werden das ausländische Kapitalgeber registrieren und sich sagen "da wollen wir auch dabei sein, da gibt es was zu verdienen" und das griechische Werkl rennt wieder.

So wird es nicht geschehen, aber wer soll und kann denn Griechenland nach einem totalen Zusammenbruch beim Neustart helfen. Doch nur die reichen Griechen. Enteignete werden nicht können. Soll dann alles die nördliche EU zahlen?


Gast: pächter der wahrheit
05.10.2012 18:47
7 0

Mein Senf

so lange die Bevölkerung Ihre Regierende nicht dazu zwingt, die Vermögen der oberen 1000 Familien (mehr sind das nämlich nicht, eher weniger) anzugreifen, habe ich kein Verständnis.

Übrigens: Samaras gehört auch zu den 1000 genauso wie Papademos, Vevizelos und Papandreu.

Und so wird das natürlich nix werden.

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Re: Mein Senf

... das wären dann bolschewistische Verhältnisse. Toll.

Antworten Gast: pächter der wahrheit
05.10.2012 19:02
1 0

Re: Mein Senf

Nachtrag: Gilt genauso für unsere Politiker, welche auch Schulden für Ihre Klientel auf Kosten aller machen.

Antworten Antworten Gast: Halbwissen
05.10.2012 20:03
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Re: Re: Mein Senf

Wieso auch nicht die Klientel ?

Also alle Subventionen, Pensionen, Gehaltszuschüsse etc. retour !

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Samaras: Griechenland droht der EU Weimarer Verhältnisse


wenn sie nicht spuren und sich weiter erpressen und dafür beschimpfen lassen.

Gast: sdfdwafs
05.10.2012 18:01
7 0

Nur zur Ergänzung

Wieviel hunderte Milliarden bekam Griechenland in den letzten Jahrzehnten an Beihilfen durch die EU ? Warum traut sich die Komission das nicht an leicht zugänglicher Stelle zu veröffentlichen ?

Wieviel hundert Milliarden wurden von der griechischen Nomenklatura und "Reedern" ins Ausland geschafft ?

Wie hoch ist dort die tatsächliche Steuerquote ?

Es wäre gut wenn bei allen Artikeln zu Griechenland die Presse einen gut sichtbaren Link mit diesen Daten in der Spalte rechts macht, damit man jeder sich ein objektives Bild machen kann was wirklich läuft:

Misswirtschaft, Korruption, Unfähigkeit und die nützlichen Idioten im Norden sollen gefälligst die Party weiter finanzieren.

Natürlich ist es wieder mal vor allem (aber nicht nur) die herrschende Klasse die herrlich auf unsere Kosten gelebt hat. Nur diese allen auszutauschen wird das nicht ändern: die gesamte Mentalität gehört geändert.
Wie ich fürchte: Durch Schweiß und Tränen, hoffen wir dass der Rest allen erspart bleibt.

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Wieviel hunderte Milliarden bekam Griechenland in den letzten Jahrzehnten an Beihilfen durch die EU ?

Die Antwort ist:

Griechenland erhielt etwa das zehnfache des Marshall Planes, wertberichtigt an Stütze - der übrigens mit Zins und Zinseszins zurückgezahlt wurde.

Gast: Gast 99
05.10.2012 17:50
4 0

Mehr als jeder zweite Jugendliche sei inzwischen arbeitslos, die Armut wachse und "immer mehr Menschen müssen in Suppenküchen von Kirche und Hilfsorganisationen gehen, um eine warme Mahlzeit zu bekommen".

Mich wundert das eigentlich nicht wenn sich 80% des gesamten griechischen Vermögens in den Händen von 2000 griechischen Familien befinden!
was bleibt da noch für andere übrig?! Viellleicht könnte die Troika die Besteuerung dieses Vermögens in ihren Maßnahmenkatalog für die griechische Regierung aufnehmen!
(Quelle: Aussage von Oscar Lafontaine in einer Diskussion)

Antworten Gast: dsfgdsf
05.10.2012 18:06
1 0

Wie in allen südlichen Ländern wurde dort "gleich" ausgebildet

Das Endziel u n s e r e r Schulreformen also schon erreicht.

Einheitsausbildung für alle - auch hierorts d e r Traum.

Ob das die Journalisten dieser Zeitung behirnen die das so unterstützen ?

Was sie da anrichten ?

Stehen sie dann gerade für hunderttausende Arbeitslose angerichtet durch Smalltalk-Ideen von Abgehobenen ?

Sollen sie doch - inkl. der Unterrichtministerin - dort runterfahren und hautnah erleben (Demos gibt's ja dort schon genug) wohin ihre "Reformen" führen.

Es lebe der Balkan !


Gast: Reeder
05.10.2012 17:26
3 0

Lieber Samaras,

die reichen Griechen, zu denen auch viele Politiker gehören, haben genug Geld gebunkert. Man muss in Griechenland nur ganz normale Steuern einheben, so wie es in allen andern Ländern auch passiert und schon ist das schöne Griechenland saniert.

Gast: Sonnenschein I.
05.10.2012 17:15
2 0

Samaras warnt

Na sowas. Wen warnt er denn? Die griechische Regierung? Die ist doch für das Chaos verantwortlich.

Weimarer Verhältnisse ?

Es wird bald eine Machtübernahme durch das Militär geben- und dann kann die EU Griechenland ganz bequem bis auf weiteres los werden- der Putsch steht schon ziemlich knapp bevor; tippe auf Mitte/ Ende November-dann wenn das Geld endgültig zu Ende geht........

Gast: Plotin
05.10.2012 15:51
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die Menschen brauchen einen Führer

. . . den haben wir schon wieder und mit ihr kommt die Diktatur!

Gast: AP
05.10.2012 15:46
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Re: Durch fließendes Geld raus aus der Zinsknechtschaft

Toller Beitrag!

Griechenland hat die falsche Währung

Das wissen inzwischen nicht nur die Griechen selbst, sondern alle Politiker in der gesamten EU.

Aber warum spricht das niemand aus? Ganz einfach deshalb, weil die Politiker von den Großbanken, wie Goldman Sachs abhängig sind. Diese Großbanken leben wiederum davon, dass durch eine völlig unpassende Währung die Griechen immer mehr in die Verschuldung getrieben werden, für welche inzwischen nicht nur die Griechen selbst, sondern die ganze EU aufkommen muss.

Die Banken werden immer wieder genau mit jenen Milliarden "gerettet" für welche jeder einzelne Grieche und jeder einzelne Steuerzahler der Geberländer bluten muss.

Aber das Geld kommt beim griechischen Volk niemals an, sondern es wird sinnlos in den Rachen der Großbanken geworfen. Diese Spiel geht solange ungestört weiter, wie die Griechen den Euro haben.

 
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